Thermaltake Contac 30
Frostig. - Thermaltake Contac 30 Kühlung & Lüfter

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Frostig.
Thermaltake Contac 30

LittleSparko

Name des Mitglieds: LittleSparko

Produkt:

Thermaltake Contac 30

Datum: 15.05.14, geändert am 02.11.14 (60 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Optimale Kühlung, Optik, für viele Sockel passend

Nachteile: ziemlich gross

Ich hatte mir neuerlich einen neuen Prozessor, den AMD FX 8320 gekauft. Den find ich toll, aber ich musste ihm einen Stern abziehen, denn der mitgelieferte Boxedkühler ist eine geräuschtechnische Katastrophe.

Belaste ich alle 8 Kerne, dreht das Teil auf 5700 Umdrehungen auf und ich habe jedesmal das Bedürfnis, den Tower festhalten zu wollen, weil ich befürchte, das Ding hebt gleich ab und flattert aus dem Fenster davon.

Ich habe mich daher nach einer Alternativkühllösung umgesehen. Da ich sowieso für einen PC-Auftragsbau bei Mix bestellen musste, klappte ich dort die CPU-Kühler Kategorie auf und scrollte ein wenig durch. Er sollte nicht ZU riesig sein, aber natürlich größer als mein 80mm Lüfter. Wenn er dazu noch blau leuchtet (ich hör euer hämisches Lachen!) habe ich nichts dagegen. Und natürlich sollte er auch kein Vermögen kosten.

Entschieden habe ich mich schlussendlich für den

'''Thermaltake Contac 30'''

der mit 24,16Euro zu Buche schlug.

'''Fakten, Fakten, Fakten'''

Geeignet ist er für die Sockel 775, AM2, AM2+, 1366, 1156, AM3, 1155, AM3+, FM1, 2011 - ich habe einen AM3+, passt also.

Bei einer temperaturabhängigen Drehzahl von 800 U/min - 2000 U/min befördert er 50 m³/h ( 29,43 cfm ) - 122,5 m³/h ( 72,08 cfm ) Luftmenge und das bei 15 dB(A) - 33,2 dB(A) - was so in etwa die Hälfte des mitgelieferten Lüfters ist.

Der Lüfter ist 120 mm x 120 mm x 25 mm groß, der Kühlkörper 120 mm x 159 mm x 52 mm, was eine komplette Größe von 120 mm x 159 mm x 77 mm ergibt.

Er verbraucht 1,2-3Watt und wird über den normalen CPU-Fan Anschluss auf dem Board betrieben.

Dem Lüfter liegt passendes Montagematerial für die verschiedenen Sockel sowie je eine Anleitung für Intel und AMD Sockel bei sowie eine kleine Tube Wärmeleitpaste.
Er besitzt 3 Kupferleitungen, die die Prozessorwärme ableiten.

Thermaltake gibt die Lebensdauer mit 30.000 Stunden an. Das sind 1250 Tage oder 3,42 Jahre - bei 24h Dauerbetrieb (den er bei mir hat). In etwa diesem Zeitraum wird vermutlich sowieso die Hardware wieder wechseln, von daher geht das schon in Ordnung. Wo der PC nur 8-12 Stunden am Tag läuft, der kann sich den Spass machen, die Jahre seines Lebens selbst auszurechnen ;)

'''Anleitung'''

Es sind zwei Anleitungs"poster" mitgeliefert in etlichen Sprachen. Hierrauf finden wir s/w-Zeichnungen zur Anleitung, ein Poster für Intel, ein Poster für AMD. Die deutsche Übersetzung ist okay, man versteht es gut und es sind auch beide Anbaurichtungen erklärt (man kann den Cooler auch 90° verdreht montieren, so gewünscht). Wem die Bildchen zu unklar sind, möge sich bitte auf die Website von Thermaltake schleichen, dort gibt es Farbfotos zur Montage (Intel hochkant, AMD alternativ quer Montage): http://de.thermaltake.com/products-model.aspx?id=C _00001823

'''Optisch'''

Ich habe sie nicht gezählt, aber der Aluminiumkühlkörper besitzt verdammt viele 0,5mm breite Lamellen, durch die die U-förmigen Kupferleitungen laufen, die mit der Alu-Platte verbunden sind, die auf den Prozessor kommt. Der transparente Lüfter mit blauen LED ist mit schwarzen Gummistöpseln im Kühlkörper eingehakt und kann somit nicht auf dem Alu vibrieren.


'''Einbau'''

Idealerweise baut man sowas gleich beim ersten Zusammenbau mit ein, aber nun habe ich halt ein laufendes System. Dank meines hervorragenden Towers muss ich das Board auch nicht komplett demontieren, da ich an der Boardwand eine große rechteckige Luftaussparung habe, die direkt hinter dem CPU Sockel ist und somit komme ich ungehindert an die originale Rückplatte ran und kann sie abnehmen, ohne dass ich das Board aus dem Tower holen muss. Also erstmal Rechner runterfahren und Platz geschaffen, in dem man innen mal Kabel abzieht und woanders verstaut, damit man hantieren kann.
Und natürlich wartet man besser 20-30 Minuten nach dem PC abschalten, damit der Rechner etwas abgekühlt ist.

Die Herausforderung ist jetzt, erstmal den alten Kühlkörper abzumontieren, ohne den Prozessor zu beschädigen. Wenn man nicht aufpasst, pappt die angetrocknete Wärmeleitpaste (wenn das System sehr lange schon läuft) derart fest, dass man den Kühlkörper nicht mehr vom Prozessor lösen kann. Das passiert allerdings wirklich selten.
Im Normalfall löst man die Verankerungsklemmen des Kühlkörpers von der Boardhalterung, danach dreht man ganz langsam und vorsichtig den Kühlkröper und er sollte sich dadurch leicht vom Prozessor lösen.

Anschliessend putzt man erstmal die Wärmeleitpaste vom Prozzi, damit man nachher frische auftragen kann. Der Prozessor kann in seinem Sockel sitzen bleiben, da stört er keinen und es kann ihm nix passieren. Die Wärmeleitpaste gleichmäßig verteilen und wirklich nur gaaaanz dünn auftragen.

Dann schraubt man die originalen Plastikhalterungen vom Board ab und entfernt die Rückplatte. Die mitgelieferte Universalrückplatte, wird wie auf der Anleitung angezeigt von hinten ans Board gesetzt.

Nebenbei ziehen wir den mit Gummistöpseln am Kühlkörper befestigten Lüfter ab, um den Kühlkörper besser aufsetzen zu können - sagt die Anleitung. Überlegt euch das gut, man bekommt die Gumminasen nur schwer im Blindflug wieder in die Lamellen gesteckt, wenn man das Board wieder im Tower hat.

Zwei weitere Metallstreben werden mit Plastikhalterungen und Fixierungsschrauben von vorn auf die rückseitig durchgesteckten Schrauben befestigt, damit hält die Rückplatte am Board.
An dieser Stelle _könnte_ man das Board in den Tower setzen, wer es noch draussen hat, damit man die Schrauben noch sieht, bevor das Kühlmonster die Sicht versperrt. (Meine Empfehlung, denn mitsamt dem Teil wirds mächtig eng.)

Spätestens jetzt sollte man auch die Schutzfolie von der Kontaktplatte abziehen, sonst gibts nachher was ganz hässliches im Tower, wenn man die vergisst.

Am Kühlkörper selbst werden zwei weitere Halterungen angebracht, die den Aluklotz anschliessend auf die beiden Metallplatten schrauben. Diese muss man möglichst gleichmäßig festziehen, damit der Kühlkörper nicht schief auf die CPU drückt. Da sie beide federbelastet sind, muss man schon mächtig Kraft aufwenden, wenn man eine Seite kurz angezogen hat, um die zweite Schraube ins Loch zu drücken.

Hat man das Monstrum nun auf den Prozessor geschraubt, kann man den Lüfter wieder daran befestigen. Dieser muss zur Towervorderseite zeigen, damit die warme Luft hinten zur Towerrückwand gepustet werden kann, wo sie dann brav abzieht.

Nun noch den 4pin Anschluss auf's Board in "CPU_FAN" gesteckt, wer es noch nicht getan hat, kann jetzt das Board in den Tower setzen und dann kann man den ganzen Rechner wieder zusammenschrauben.
Sitzt das Board wie bei mir schon im Tower, braucht man sehr schlanke Finger und/oder die Hilfe einer Pinzette, um den Fan-Anschluss aufs Board zu stecken, zumindest wenn der Anschluss wie bei mir an der Oberkante des Boards ist...


'''Nutzung'''

Wenn ich eine BluRay zu MKV dekodiere, oder mehrere HD Streams bearbeite, dann drehen die 8 Kerne bis 80-100% auf und der alte Kühler drehte am Anschlag von 5700rpm, und das machte einen Mordslärm.
Ein größerer Lüfter dreht wesentlich langsamer, befördert aber mehr Luft. Der 120mm Lüfter hat eine maximale Drehzahl von 2000 - was ja gerade mal ein Drittel des Boxedkühlers ist. Der beginnt seinen Dienst im Ruhezustand der CPU bei 3500rpm, was schon ordentlich ist, aber da ist die Geräuschkulisse noch erträglich, da ich auch hörbare 120mm Lüfter im Gehäuse habe und der Standardgang da erstmal nicht weiter auffällt.

Ich habe das Ohr drangehalten im Ruhezustand, ich höre ihn nicht. Die 120mm Gehäuselüfter übertönen den Thermaltake lauthals - und die empfinde ich nicht als laut. Das ist eher ein angenehmes Säuseln.
Drehe ich die Kerne auf, also decodiere ich große Videos und dergleichen und die Kerne sind alle 8 bis 80-100% ausgelastet, fährt der Lüfter naturgemäß hoch - aber ich höre nichts. Die ringsrum verbauten Gehäuselüfter sind deutlicher zu hören und der im Inneren sitzende Thermaltake Cooler ist damit gar nicht zu hören. Bei 23-24 Grad Umgebungstemperatur dreht er nicht mal auf 1500rpm hoch, wenn ich den Prozzi arbeiten lasse.

Bisher lagen die Betriebstemperaturen des Prozzis im Ruhezustand bei ca. 40 Grad, dabei ca. 30 auf den einzelnen Kernen und unter Volllast kommen wir auf etwa 60 bzw 52 Grad. Mit dem Thermaltake Cooler fröstelt die CPU bei 18° auf den Kernen und ca 34° gesamt, unter Volllast (100% auf allen Kernen beim Video dekodieren) erreichen wir 47° CPU und 34° auf den Kernen - also grob das, was vorher der Ruhezustand war.

Ohne Einstellungen im EFI (BIOS) vorzunehmen, dreht der Lüfter im Ruhezustand auf ca. 1200rpm - wer ihn langsamer haben will, kann das entsprechend einstellen, aber ich sehe da keinen Grund für. Wenn ich die Heizung abdrehe und die Wohnung auf 18 Grad abkühlt, dümpelt der Lüfter bei seinem Starttempo von 800rpm herum.

Auch tourt der Lüfter sehr schnell wieder runter und die CPU Temperatur sinkt quasi augenblicklich nach der Last wieder auf den Ruhewert.

Auch auffällig: mit dem Originalkühler wurden die Kerne nur maximal 80-83% ausgelastet, dann war der Lüfter am Anschlag. Mit dem Ersatzkühler können die Kerne auf 100% hochfahren, was natürlich das Abarbeiten großer Aufgaben nochmal deutlich beschleunigt.

'''FAZIT'''

Bei diesem Gerät muss man wirklich aufpassen, dass er in den Tower passt. Der eigene Tower sollte wenigstens 21cm breit sein, sonst bekommt man das Teil nicht unter - oder die Seitenwand nicht wieder dran. Wer auf der Höhe einen Lüfter an der Seitenwand hat, wird ihm zwangsweise abmontieren müssen. Mit der Bauhöhe von 159mm passt er grade noch in meinen Tower, der für CPU Kühler bis 160mm vorgesehen ist. Sicherlich auch passend gemacht, da Tower und Cooler vom gleichen Hersteller stammen. In einen Midi-Tower "von der Stange" würde das Teil hier NICHT reinpassen! Da muss man einen etwas kleineren Kollegen kaufen.

Es gibt reichhaltig Montagematerial für alle gängigen Sockel, der Lüfter leuchtet richtig schick und seinen Zweck erfüllt das Teil hervorragend. Da ich im Dachgeschoss wohne, wo es im Sommer gerne mal sehr warm wird und im Winter die Heizung 1m neben der Kiste an ist - ist Kühlung für den Prozzi nie verkehrt. Mit dem Contac 30 bekommt man einen sehr coolen Prozessor und das auch noch mit angenehmer Ruhe. Der Preis von 24Euro ist vollkommen okay für die gebotene Qualität, der Einbau ist eigentlich recht einfach, wenn man die Anleitung in Ruhe angesehen hat und nicht einfach draufloswerkelt und optisch macht der Riesenklotz durchaus auch noch was her.
Klar gibt es billigere Lösungen, die aber häufig nicht für solch große CPU vorgesehen sind, oder einfach trotz allem ziemlich laut sind.
Daher gebe ich alle Sterne und empfehle sehr gerne weiter.

Läßt den Prozzi frösteln:

KingSparko / LittleSparko 2013

Fazit: coole Sache