Das Labor des Teufels - Robin Cook
Radikale Kostensenkung im Gesundheitswesen - Das Labor des Teufels - Robin Cook Krimis & Thriller Bücher

Radikale Kostensenkung im Gesundheitswesen
Das Labor des Teufels - Robin Cook

Lu+Wang

Name des Mitglieds: Lu Wang

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Das Labor des Teufels - Robin Cook

Datum: 25.11.06, geändert am 18.04.10 (728 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: kurzweilig und spannend

Nachteile: Charaktere nicht immer glaubwürdig

In regelmäßigen Abständen prüfe ich auf Internetseiten wie www.buch.de und anderen, aber auch in Zeitschriften/Zeitungen oder im örtlichen Buchhandel, ob neue Bücher der von mir bevorzugten Autoren erschienen sind. Dadurch war ich bislang immer der Überzeugung, gut informiert über für mich interessante Neuerscheinungen zu sein und entsprechend groß war meine Überraschung, als ich hier Testberichte über den mir bis dato völlig unbekannten Roman DAS LABOR DES TEUFELS von ROBIN COOK, dessen Roman ich alle zu kennen glaubte, las.
Ich begab mich also auf die Seiten des Onlineauktionshauses www.ebay.de um mich nach diesem Roman umzusehen und wurde schnell fündig. Also wurde der Roman ersteigert und gelesen, so dass nun an dieser Stelle mein entsprechender Beitrag folgt.




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ALLGEMEINES
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Der studierte Mediziner und Hobby-Ägyptologe ROBIN COOK arbeite als Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, bevor ihm mit seinem Roman KOMA, der mit Michael Douglas in der Hauptrolle recht gut verfilmt wurde, der Durchbruch als Autor gelang. Seit diesem Roman, dem zahlreiche weitere Roman mit einer Thematik aus dem Bereich Medizin/Gesundheitspolitik folgten, gilt ROBIN COOK als Schöpfer und/oder Meister des Medizinthrillers.
Zu den bisher veröffentlichten Romanen des Autoren zählen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und chronologische Reihung):

- Koma
- Chromosom 6
- Grünes Gift
- Toxin
- Der Fluch der Sphinx
- Tödliche Geschäfte
- Der Experte
- Das Labor
- Tauchstation
- Blindwütig
- Narkosemord
- Trauma
- Todesengel
- Gottspieler
- Fieber
- Schock
- Das Experiment

Seinen Roman DAS LABOR DES TEUFELS veröffentlichte ROBIN COOK im Jahre 2005 unter dem (meines Erachtens besser passenden) Titel MARKER, das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe datiert aus dem folgenden Jahr, also 2006..
Scheinbar ist DAS LABOR DES TEUFELS bisher nur in einer gebundenen Ausgabe der RM Buch und Medien GmbH und angeschlossenen Buchgemeinschaften (also "Der Club") erhältlich und dürfte wohl um etwa 20,00 Euro kosten.

Titel: Das Labor des Teufels
Originaltitel: Marker
Autor: Robin Cook
Jahr (Originalausgabe): 2005
Jahr (deutschspr. Ausg.): 2006
Übersetzung: Helmut Splinter
Seitenzahl: 576




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INHALT / STORY
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Im Pathologischen Institut in New York stößt Pathologin Laurie Montgomery, die sich unmittelbar zuvor erst von ihrem Kollegen und Lebensgefährten Jack Stapleton getrennt hat, auf eine Reihe unerklärlicher Todesfälle, die sich alle nach Routineoperationen im von der Krankenversicherung AmiCare betriebenen Manhattan General Hospital ereigneten. In keinem dieser Todesfälle kann sie jedoch eine Todesursache feststellen, die auf Fremdeinwirkung schließen lassen würde. Während Laurie Montgomery nach Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern und/oder ihren Behandlungen und Operationen sucht, ereignen sich nicht nur weitere vergleichbare Todesfälle, auch erfährt sie, dass es in einem anderen New Yorker Krankenhaus, das ebenfalls von AmiCare betrieben wird, eine vergleichbare Serie von Todesfällen gegeben hat. So macht sich Laurie Montgomery auf die Suche nach Ärzten und Schwestern/Pflegern, die in beiden Krankenhäusern tätig waren, wobei sie feststellt, dass es sich dabei um eine nicht unerhebliche Anzahl von Personen handelt.
Als Laurie Montgomery dann plötzlich selbst aufgrund Komplikationen im Rahmen ihrer Schwangerschaft in ein Krankenhaus eingeliefert werden muss, findet sie sich selbst plötzlich im Manhattan General Hospital wieder, wo ihr eine im Grunde einfache Operation bevorsteht, wie es jedoch auch bei den Todesopfern der Fall war.
Während dessen sichtet Jack Stapleton die bisherigen Untersuchungs-/Ermittlungsergebnisse seiner ehemaligen Lebensgefährtin, wobei er feststellt, dass bei allen Toten ein ihm unbekannter Test durchgeführt wurde, dessen Ergebnis in allen Fällen "MEF2A positiv" lautete. Daraufhin erkundigt er sich bei entsprechenden Fachärzten, um was für einen Test es sich gehandelt haben könnte und welche Bedeutung das Ergebnis hat.
Als die befragten Ärzte die Vermutung äußern, dass es sich wohl um Gentests mit der Feststellung eines Gendefekts handelte, bleibt Jack Stapleton nur noch wenig Zeit, denn bei Laurie Montgomery wurde einige Zeit zuvor ebenfalls ein Gendefekt festgestellt, was sie zu einem potentiellen Opfer macht ...




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ANMERKUNGEN
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Wie in den meisten seiner bisherigen Romane auch, schuf ROBIN COOK mit DAS LABOR DES TEUFELS einen Medizinthriller, in dem er nicht nur eine spannende Geschichte aus dem Bereich der Medizin schildert, sondern diese auch zu nutzen, Kritik am Gesundheitswesen der USA zu äußern. In diesem Roman widmet er sich nun den ausschließlich gewinnorientiert arbeitenden Krankenversicherungen in dem er eine Vorgehensweise schildert, bei der die Möglichkeiten der Gentechnologie dazu genutzt werden um potentiell kostenintensive Patienten (da bei diesen ein Gendefekt festgestellt wurde) aus wirtschaftlichen Gründen zu töten. Dies mag, übertragen auf deutsche Verhältnisse zweifellos überzogen wirken (sonst hätte mich meine private Krankenversicherung wohl vor meiner letzten Zahnbehandlung schon getötet *lol*), andererseits geht von den diesbezüglichen Ausführungen des Autoren eine faszinierend erschreckende Denkbarkeit aus.
ROBIN COOK vermochte es, seine Geschichte über weite Teile absolut kurzweilig zu erzählen und dabei auch in den Teilen seiner Geschichte, die sich mit medizinischen Details befassen, diese so darzustellen, dass auch ein medizinischer Laie problemlos folgen kann.
Die beiden Hauptakteure, die Pathologen Jack Stapleton und Laurie Montgomery sind für Leser der Romane dieses Autoren keine Unbekannten (übrigens ebenso wenig wie der ermittelnde Polizeibeamte Lou Soldano) und hatten ihre Auftritte bereits in mehreren Romanen. Ich empfinde es grundsätzlich al begrüßenswert, wenn ein Autor Personen einführt und diese Charaktere über mehrere Romane hinweg weiter ausbaut, aber leider übertreibt ROBIN COKK genau dies in DAS LABOR DES TEUFELS. Dass die Beziehung zwischen den beiden Pathologen scheitert geht noch in Ordnung und auch mit der Entdeckung eines Gendefekts, der dazu führt, dass Laurie Montgomery ein erheblich höheres Risiko hat, an Brustkrebs zu erkranken, kann ich leben (zumal die story hierauf auch Bezug nimmt). Dass dann aber eine Schwangerschaft hinzukommt, die sich einige Seiten später als Eileiterschwangerschaft herausstellt und dass es sich bei einem der Opfer innerhalb der Story um jemanden handelt, zu dem sich Laurie Montgomery hingezogen fühlt, ist mir der Schicksalsschläge dann etwas zu viel und wirkt für mich übertrieben und etwas unglaubwürdig. Auch die Figur der hier erst- und letztmalig in Erscheinung tretenden Jasmin Rakoczi wirkte auf mich übertrieben. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, bei alkoholkranken Eltern, später aus ihrer Tätigkeit als Sanitäterin im U Marine Corps entlassen und nun ohne jegliche Emotionen bedient die Figur meines Erachtens so viele Klischees, dass sie letztendlich ebenfalls etwas unglaubwürdig wirkt.
Im Vergleich zu vielen der vorherigen Romane dieses Autoren fällt DAS LABOR DES TEUFELS ein wenig ab. Dies resultiert neben der nicht immer ganz glücklichen Darstellung der Personen auch daran, dass sich die Geschichte hier ungewohnt zäh entwickelt. Zwar erfährt der Leser schnell von Jasmin Rakoczi und ihren Taten im Auftrage unbekannter Auftraggeber und auch drängt sich schnell der Verdacht auf, dass die Krankenversicherung AmiCare nicht ganz unbeteiligt ist, weitere Hintergründe erfährt der Leser aber erst im Schlussdrittel des Romans, in dem die Story sich auch bezüglich Spannung und temporeicher Erzählweise steigert. Dafür vermochte es der Autor, mich zunächst einmal auf eine falsche Fährte zu locken. Hatte ich es in anderen Romanen des Autoren bereits erlebt, dass es "der väterliche Freund/Ratgeber/Förderer" ist, der hinter kriminellen Machenschaften steckt, drängte sich bei mir auch in DAS LABOR DES TEUFELS kurzzeitig der Verdacht auf, ein der Hauptakteurin nahestehender Mediziner wäre in die Todesfälle verwickelt - spätestens mit dessen Ableben erkannte ich meinen Trugschluss.
Stilistisch bot ROBIN COOK auch in DAS LABOR DES TEUFELS das, was ich von diesem Autoren kannte und erwartete, also einen angenehm flüssig zu lesenden Stil, der trotz aller Ausführlichkeit nicht langweilt und der trotz diverser medizinischer Details auch von Nichtmedizinern problemlos verstanden/nachvollzogen werden kann. Übrigens beginnt ROBIN COOK diesen Roamn mit der emotionslosen, rein fachlichen Schilderung zweier medizinischer Vorgänge - ein Auftakt, wie er sich in vielen seiner Roman in ähnlicher Form findet.
Die 576 Seiten seines Roman DAS LABOR DES TEUFELS gliederte ROBIN COOK in 25 Kapitel, die häufig auch dem Wechsel der agierenden Personen dienen, zuzüglich Pro- und Epilog sowie einem Nachwort des Autoren.




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LESEPROBE
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...
Als der Fahrstuhl kam, stieg er ein. Kurz bevor sich die Türen hinter ihm schlossen, blickte er wieder zur Schwesternstation. Zum zweiten Mal wusste er nicht, ob ihn seine Wahrnehmung täuschte, denn er dachte erneut, Jazz gesehen zu haben.
Der Keller war sehr zweckmäßig gehalten. Die Wände bestanden aus nacktem Beton, entlang der Decken zog sich ein Wirrwarr aus isolierten und nichtisolierten Rohren hin. Als Lampen dienten einfache Fassungen mit einer Gitterabdeckung. Gleich neben den Fahrstühlen waren mit bereits abblätternder Farbe das Wort "Pathologiehörsaal" und ein roter Pfeil auf die Wand gemalt worden.
Der Weg führte durch ein wahres Labyrinth, doch mit Hilfe der roten Pfeile erreichte Roger eine zweiflüglige, mit Leder verkleidete Tür mit ovalen Fenstern auf Augenhöhe. Das Glas war mit einem Schmierfilm überzogen. Es brannte zwar ein Licht auf der anderen Seite, trotzdem war nichts zu erkennen. Roger stieß die Tür auf und arretierte sie mit einem alten Messingstopper.
Er stand in einem alten, halbrunden Hörsaal, dessen obere Reihen im Schatten lagen. Roger vermutete, dass er vor sechzig oder siebzig Jahren gebaut worden war, als Anatomie und Pathologie die Grundpfeiler der medizinischen Ausbildung dargestellt hatten.
...




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FAZIT
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Im Vergleich zu meinen Favoriten dieses Autoren, zu denen insbesondere CHROMOSOM 6 und TOXIN zählen, so wirkt DAS LABOR DES TEUFELS meines Erachtens etwas schwächer und die geschilderten kleineren Mängel führen dazu, dass ich DAS LABOR DES TEUFELS insgesamt zu den schwächeren Romanen dieses Autoren zähle.
Dennoch bietet ROBIN COOK aber auch mit diesem Roman/Thriller wieder kurzweilige und spannende Unterhaltung mit der vom Autoren bereits gewohnten kritischen Betrachtung des amerikanischen Gesundheitssystems und so spreche ich hier letztendlich auch eine Empfehlung aus, die ich gerade noch mit dem Urteil SEHR GUT (-) verbinde.

Fazit: ein solider Medizinthriller