Barmer Ersatzkasse
Barmer wollte Versicherungsschutz nicht bestätigen - bei Operation wegen Krebs!! - Barmer Ersatzkasse Krankenkasse

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Barmer wollte Versicherungsschutz nicht bestätigen - bei Operation wegen Krebs!!
Barmer Ersatzkasse

Jimmy

Autor-Name: Jimmy

Produkt:

Barmer Ersatzkasse

Datum: 07.02.16

Bewertung:

Vorteile: Keine

Nachteile: Alle Beiträge pünktlich bezahlt, bei OP wegen Krebs erbetteln der Versicherungsbestätigung nötig

Im vergangenen Sommer fiel mir ein Muttermal an der rechten Wade auf, welches sich innerhalb von wenigen Wochen in der Mitte stark dunkel verfärbt hatte, während die Ränder heller und ausgefranst in verschiedene Richtungen gewachsen sein zu schienen.

Mit einem unguten Gefühl habe ich dieses immer wieder mal beobachtet. Als es Ende Juli eine dunkle Kruste gebildet und zu bluten angefangen hat habe ich sofort einen Termin beim Hautarzt vereinbart.

Wenige Tage später war ich dort in der Notfallsprechstunde. Die Ärztin hat nach einem Blick geurteilt das es sofort entfernt werden müsse. Nachdem dieses geschehen war hat es sich bei der histologischen Untersuchung eine Woche später als "malignes spreitendes Melanom, Clark Level II, Tumordicke 0,3mm" herausgestellt, was objektiv betrachtet nur mit dem Wort "Sch..." bewertet werden kann wenn man wie ich Mitte 30 ist.

Bis zur Entfernung des Tumors war es aber ein schwieriger, nervenaufreibender Kampf in der Arztpraxis. Das "Problem" lag darin dass mir die Barmer irgendwann mal ein Schriftstück zugeschickt hatte, in welchem mir mitgeteilt wurde das zukünftig noch mehr meiner persönlichen Daten von der Barmer gesammelt würden, unter anderem ein Passfoto. Da mir diese Datensammelei auf den Senkel geht, ich mit Mitte 30 und 5-10 Stunden Sport pro Woche fast nie krank bin und als Ingenieur in Steuerklasse 1 mit 40 Wochenstunden so ausgelastet bin Deutschlands Sponsor (auch der der Krankenkassen) zu sein das ich weder Zeit noch Lust habe nach Feierabend noch blöde Passfotos machen zu lassen hab ich das bis auf weiteres ignoriert. Deswegen hatte mir die Barmer keine gültige Karte mehr zugeschickt.

Für die OP hat jetzt die Sprechstundenhilfe bei der Barmer angerufen, den Fall geschildert und eine Versicherungsbestätigung erbeten. Anwort "Nein, stellen wir nicht aus".

Langes hin und her, die Hilfe hat nochmal angerufen, angespannte Stimmung, die Ärztin hat gekeift sie würde ohne Bezahlung nicht operieren, bis ich schließlich selber das Telefon in die Hand genommen habe.

Irgend so a Warmer von der Barmer in Rosenheim war dran, und hat mir erzählt dass die Barmer grundsätzlich keine Versicherungsbestätigungen mehr verschicken würde, und ich selbst Schuld trage, da ich mein Passfoto nicht geschickt hätte.

Meiner Einschätzung nach basiert der Versicherungsschutz auf dem Versicherungsvertrag den ich mit der Barmer geschlossen habe, welcher vereinbart das ich monatliche Beiträge zahle, und die Barmer dafür, wenn erforderlich, die Kosten für meine medizinische Behandlung übernimmt. Von einem Passfoto steht nichts in meiner Kopie des Vertrages.

Ich habe den Typen daher drauf hingewiesen das ich seit Beginn meiner Mitgliedschaft püntklich jeden Monat die Beiträge zahle (wobei es sich um den maximalen Beitragssatz handelt, da ich freiwillig "gesetzlich" versichert bin), und ihm die Frage gestellt ob er mir ernsthaft erzählen will ich hätte keinen Versicherungsschutz.

Antwort "Doch doch natürlich haben sie Versicherungsschutz, aber...". Ich hab nur gemeint "dann schicken sie doch die einfach die Bestätigung".

Er hat dann schließlich widerwillig zugestimmt das zu tun, und es in tadelndem Tonfall als "allerletzte Ausnahme" bezeichnet, sich dabei als den sich gerade nochmal herablassenden, genervten Sesselfurzer gebend, der sich ständig mit den blöden Beitragszahlern rumärgern muss. Aber nur wenn ich "versprechen" würde dass ich das Foto innerhalb der nächsten zwei Werktage schicke.

Also hab ich mit frischer Krebsdiagnose erstmal Passfotos gemacht und bin noch schnell zur Post geeilt. Ich denke nachdem viele andere Krebspatienten statt diesem Schritt als erstes eine psychologische Beratung in Anspruch nehmen wollte die Barmer hier vielleicht eine geniale neue Methode testen, durch die der Patient auf für die Krankenkasse kostengünstigere Art und Weise lernt mit seinem Schicksal umzugehen ;-)

Gut, ich muss zugeben dass ich eine solch negative Diagnose zum Glück noch nie zuvor bekommen habe, aber trotzdem finde ich es erwähnenswert dass dieses Verhalten der Barmer einen neuen Tiefstpunkt meiner Erfahrungen mit Krankenkassen darstellt, der vermutlich auch nur noch schwer unterboten werden kann.

Ich gebe der Barmer daher einen von 5 Sternen. Was aber nur daran liegt das es nicht möglich ist Null Sterne zu vergeben.

Fazit: Das letzte