Sennheiser RS 80
Wenn’s bei Mahler rauscht - Sennheiser RS 80 Kopfhörer

Produkttyp: Sennheiser Kopfhörer

Neuester Testbericht: ... ich in meiner Bewegungsfreiheit behinderte, und setzte für Weihnachten 2000 einen Sennheiser RS 80 auf meine Wunschliste. Warum gerade di... mehr

Wenn’s bei Mahler rauscht
Sennheiser RS 80

Lantermann

Name des Mitglieds: Lantermann

Produkt:

Sennheiser RS 80

Datum: 03.06.02, geändert am 03.06.02 (226 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Man kann sich frei bewegen, ausreichende Reserveakkus

Nachteile: Störungen, wenn man sich vom Sender entfernt

Wir haben eine Maisonette-Wohnung mit einer großen Terrasse, und laufe gerade am Wochenende viel herum. So pendele ich gern zwischen dem Arbeitszimmer mit dem PC, dem oberen Wohnraum, wo ich meine Leseecke habe und bei schönem Wetter der Terrasse. Hier gucke ich immer mal, ob jemand aus meinem Freundeskreis eine Meinung geschrieben hat oder ob andere Mail da ist, da greife ich mir die Zeitung oder mein aktuelles Buch und dort prüfe ich, ob meine Kakteen eine Knospe entwickeln oder die schrecklichen Blattläuse wieder in den Rosen sind. Und außerdem höre ich gern Musik – bei den Klassikern ist Gustav Mahler mein Favorit, bei der U-Musik Jacques Brel.

Diese Konstellation schreit förmlich nach einem Funkkopfhörer. Ich hatte schon vorher einen Kabelkopfhörer, weil ich klassische Musik gern laut stelle, damit auch die leisen Zwischentöne rüberkommen. Helma, was mein Weib ist, schätzt es aber nicht, wenn dann beim vollen Orchestereinsatz die ganze Wohnung wackelt. Aber ich mag eben gern umherlaufen oder mich auch mal beim Adagietto mit dem Rücken auf den Boden legen.

Also prüfte ich die verschiedenen Angebote an Funkkopfhörern, zögerte aber noch mit der Entscheidung, weil ein Verkäufer mir erklärte, die Empfangsqualität von Funkkopfhörern entspreche nicht ganz der gewohnten. Irgendwann ärgerte ich mich aber wieder so über die kurze Kabelstrippe, die ich in meiner Bewegungsfreiheit behinderte, und setzte für Weihnachten 2000 einen Sennheiser RS 80 auf meine Wunschliste.

Warum gerade dieses Modell? Sennheiser hat seit Jahren einen guten Ruf gerade als Hersteller von Kopfhörern. Ich wollte einen geschlossenen Kopfhörer, der sich komplett über die Ohren legt, und der Verkäufer hatte mir dieses Modell uneingeschränkt empfohlen. Auch wenn es manchmal kurzsichtig ist, legte auch der Preis (399 Mark) nahe, dass das Gerät nicht kurz nach Ablauf der Garantiefrist seinen Geist aufgeben würde.

Erste Erfahrungen

Mit dem Aussehen wil
l ich mich nicht groß aufhalten. Der Kopfhörer hat einen matt-silbernen Bügel, und der Sender mit der Ladestation ist anthrazitfarben. Das Gerät passt sich also in das dunkle Regal ein, wo unsere Anlage steht. Metallregale oder Stahlbetonwände sind auch nicht in der Nähe, so dass es in der Beziehung keine Probleme gab. Die Steckverbindungen waren dank einer ordentlichen Gebrauchsanweisung rasch hergesellt. Doch mit einem ersten Test musste ich mich leider noch gedulden. Die Akkus wollten erst 24 Stunden aufgeladen werden.

Handhabung

Dann aber schalte ich erst einmal das Radio ein, setze den Kopfhörer auf und merke, dass man ihn, wenn man ihn vom Sender nimmt, erst einmal drehen muss. Das ist unpraktisch. Vor dem Aufsetzen sollte man den Kopfhörer einschalten, damit man den Knopf sieht. Wenn man das nach dem Aufsetzen tut, ist es ein wenig Fummelarbeit, weil Einschaltknopf und Lautstärkeregler nebeneinander liegen und man sie vor allem am Anfang verwechseln kann. Mein alter Kabelkopfhörer hatte beides nicht, und ich hatte es nie vermisst, sondern die Lautstärke am Ausgangsgerät geregelt. Und warum ich den Kopfhörer extra einschalten muss, leuchtet mir auch nicht ein. Aber ich verstehe auch wenig von Technik. Und natürlich muss ich den Kopfhörer auch extra noch mal ausschalten, sonst entlädt sich der Akku von allein.

Das Gerät verfügt dankenswerterweise über einen Reserve-Akku. Der ist gut versteckt in der Ladestation untergebracht. Erst als nach längerem Hörer mein Akku im Empfangsgerät immer schwächer wurde und ich in der Gebrauchsanweisung nach Möglichkeiten suchte, es wieder aufzuladen, fand ich an der entsprechenden Stelle den inzwischen voll geladenen Reserve-Kraftspender.

Empfang und Klang

Mit dem Empfang bin ich persönlich zufrieden. Als ich dann eine Klassik-CD einschiebe, bin ich auch mit der Klangqualität zufrieden. Das liegt möglicherweise daran, dass ich weit entfernt vom „absoluten Gehör“ bin.
(In einer – meines Erachtens sehr hilfreichen – Meinung von fwmone heißt es, die Bässe seien hohl, die Höhen extrem dumpf.) Während ich diesen Bericht schreibe, mache ich noch mal die Probe aufs Exempel und vergleiche die Wiedergabe mit und ohne Kopfhörer. Mir ist kein Unterschied bewusst.

Ich habe ein anderes Problem: Trotz des von Sennheiser gepriesenen Rauschunterdrückungssystems HiDyn plus höre ich immer mal wieder ein kurzes Rauschen, auch wenn die CD brandneu ist. Und ich denke, das kommt häufiger vor, wenn ich mich vom Sender entferne. Aber während meines jetzigen Testes sitze ich eine Etage tiefer am Rechner, und nichts rauscht – ein Vorführeffekt. Wenn ich mich aber vom Sender entferne und mich bewege, dann rauscht es wieder kurz.

Ich habe auch mal erlebt, dass das Rauschen sehr stark und der Empfang deutlich gestört wurde, als ich eine Etage vom Sender entfernt im Arbeitszimmer war. Ich hatte den Eindruck, dass irgendwo im Haus eine Störquelle aktiv war. Aber dagegen kann man glücklicherweise bei diesem Modell was tun: Im Tuning stelle ich einen anderen Kanal ein, und der Störenfried verstummt. Gegen die beschriebenen kurzen Aussetzer hilft das aber nichts.

Fazit

Ich bin mit meinem Sennheiser Wireless RS 80 (warum müssen heute alle Geräte englische Bezeichnungen haben?) alles in allem zufrieden. Ich nutze ihn aber vor allem für den Empfang des Radios, zum Beispiel bei der Bundesliga-Konferenzschaltung am Samstag Nachmittag. Bei klassischer Musik finde ich die kurzen Unterbrechungen aber schon lästig. Dann sollte ich mich halt nicht bewegen oder meinen Kabel-Kopfhörer nehmen, der eigentlich nur noch am Fernseher seinen Dienst tut.


Fazit: