AKG K 701
Macht nicht jeden glücklich - AKG K 701 Kopfhörer

Erhältlich in: 5 Shops

Produkttyp: AKG Kopfhörer

Neuester Testbericht: ... entsprochen hätte, aber leider war auch das nicht der Fall. Der Klang Der AKG wird als linear und neutral beschrieben. Ich nahm ... mehr

Macht nicht jeden glücklich
AKG K 701

bierliebhaber

Name des Mitglieds: bierliebhaber

Produkt:

AKG K 701

Datum: 17.06.12, geändert am 12.12.12 (492 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Linearer Frequenzverlauf

Nachteile: Bässe fehlen

Was tun, wenn man gern Musik hört, aber seine Mitmenschen nicht stören möchte?
Ein Kopfhörer muss her. So machte ich mich auf die Suche. Da ich Wert auf Qualität lege, suchte ich von vornherein im Premium-Segment.
Schnell waren einige Kandidaten gefunden. In den diversen Foren toben richtige Glaubenskriege, also dachte ich, ein möglichst neutraler Hörer ist als Ausgangspunkt für einen Vergleich das richtige. Un da da stößt man schnell auf den AKG 701. Ich erstand ihn bei einem großen Versender für 199.- . Momentan kostet er dort aber wieder über 240.-. Ich hörte ihn eine Woche Probe und schickte ihn wieder zurück. Hier nun die Gründe dafür. Auf die technischen Daten möchte ich verzichten, die kann jeder auf der Homepage von AKG nachlesen. Wichtig ist hier nur der Fakt, dass der AKG 701 eine Impedanz von 62 Ohm hat. Damit ist er für sehr schwache Ausgangsstufen, wie z.B. Für Smartphones oder tragbare MP3-Player höchstwahrscheinlich nur eingeschränkt verwendbar, da er dort zu leise sein wird. Ich habe den Hörer nur an meinem stationären CD-Player und einem separaten Kopfhörerverstärker am Computer getestet.
Ich möchte vorausschicken, dass gerade bei diesem Thema alle Eindrücke sehr subjektiv sind. Für Klanggeschmack und Trageeigenschaften gibt es keine objektiven Maßstäbe.
Man kann einen Kopfhörer nicht auf Grund fremder Beurteilungen kaufen, sondern muss selbst probehören.

Meine Anforderungen
Ich höre völlig unterschiedliche Musikrichtungen. Auf der einen Seite gemäßigter Jazz, auf der anderen Seite kann es auch gern mal Iron Maiden oder etwas ähnliches sein. Darüber hinaus möchte ich Filme ansehen, in denen es auch mal kräftig kracht.

Tragekompfort
Das ist natürlich auch ein wichtiges Thema. Was nutzt der beste Klang, wenn man ihn nur eine halbe Stunde genießen kann, weil der Kopfhörer drückt? Hier spielt natürlich die eigene Anatomie eine große Rolle, also kann das bei einem anderen Kopf schon wieder ganz anders aussehen.
Zunächst zu den Hörmuscheln. Sie sind kreisförmig und sehr, sehr groß. Im Spiegel sient man aus we ein Teletubbi. Das ist natürlich erst mal egal, aber der untere Rand der Ohrpolster sitzt bei mir auf dem Unterkiefer. Das war sehr ungewohnt und auch störend. Vor allem, wenn man die Angewohnheit hat, beim Musik hören mal die eine oder andere Kleinigkeit zu knabbern.
Die Polster selbst bestehen aus grauem Velour und tragen sich sehr angenehm. Meine Ohren passten problemlos rein. Da der Hörer eine offene Bauform hat, gibt es auch keinen Wärmestau.
Der Kopfbügel hingegen ist leider ein richtiges Ärgernis. Unter dem Lederstreifen hat irgendein Super-Designer mehrere Noppen angebracht, die wohl unterhalb des Bügels für eine bessere Belüftung der Kopfhaut sorgen sollen. Leider drücken sie spürbar auf den Kopf. Mitunter gelang es mir, das für eine Zeit auszublenden, aber irgendwann machten sie sich dann doch wieder bemerkbar.
Der Tragekompfort ist somit nicht optimal. Ich hätte vielleicht damit leben können, wenn der Klang meinen Vorstellungen entsprochen hätte, aber leider war auch das nicht der Fall.

Der Klang
Der AKG wird als linear und neutral beschrieben. Ich nahm an, dass gerade das für einen guten Klang entscheidend ist, aber das war ein großer Irrtum. Ich begann meine Hörpobe mit einer meiner Lieblings-CDs "Jazz at the Pawnshop". Super. Hervorragende Auflösung, klarer, unverfälschter Klang. Die kleinsten Details wurden hörbar.
Dann wechselte ich als Kontrastprogramm zu Apocalypticas "Inquisition Symphony". Diese Musik ist etwas speziell. Die tiefen Töne der Cellos kommen über Lautsprecher immer sehr beeindruckend rüber und tragen sehr zu einer düsteren Stimmung bei. Über den AKG klang das Ganze aber eher wie ein lauschiges Kammerkonzert. Der Druck der Bässe fehlt. Man hört die Cellos, die Bässe sind sauber und durchaus gut zu hören, aber sie treten hinter den Rest der Musik zurück. Das Stück ist natürlich sofort wiederzuerkennen, aber es stellt sich eine ganz andere Stimmung ein. Nur mit sehr viel Bastelei am Equilizer (Anhebung > 10 dB unter 120 Hz) kommt der Klang an den über Lautsprecher gewohnten Eindruck heran.
Zurück zum Jazz. "The Four Seasons" mit dem Jacques Loussier-Trio. Keine Krach-Bum-Musik, sondern eher verhalten. Allerdings spielt hier der (Kontra-)Bass eine große Rolle. Über den AKG wurde aus dem Bass ein Cello. Masse, Größe, Druck, alles weg. Der Ton als solcher war da und der AKG reicht vom Frequenzgang her wirklich bis in den Keller, aber das scheint nicht zu reichen.
Ich habe dann noch einige andere Cds durchgehört, vor allem Solo-Sänger aus dem Folk- und Pop-Bereich. Bei dieser Musik hat sich der AKG dann wieder wacker geschlagen.
Eine Test-CD mit Sinustönen bewies mir, dass der AKG bis weit unter 40 Hz spielt. Darunter sicherlich auch, aber das hört man dann nicht mehr. Man kann es nur noch messen, aber nicht mehr warnehmen.
Zum Schluss habe ich dann den Fernseher angeworfen und die Star-Wars-Blue Ray aufelegt. Für meine Sourround-Anlage war das Podrace immer ein hübsche Qualitätsdemo. Ein Hifi-Kopfhörer ist natürlich kein Ersatz für eine Sourround-Anlage, trotzdem hätte ich mr hier mehr erhofft. Das Wummern der Triebwerke, die Explosionen und das Poltern der herumfliegenden Trümmer gibt der AKG zwar korrekt, sauber und detailreich wieder, die dazugehörige Stimmung aber nicht.

Fazit
Der AKG ist ein sehr linearer Kopfhörer. Messtechnisch ist das sicher ok, entspricht aber absolut nicht meinen Hörgewohnheiten. Vor allem die Bässe erscheinen viel zu schwach. Ich vermute als Ursache, dass man bei Live-Musik oder beim Hören über Lautsprecher den Schall nicht nur mit den Ohren sondern, was den Bass angeht, auch mit dem Rest des Körpers warnimmt. Dieser Anteil fehlt beim Kopfhörer und muss durch eine Bassanhebung wettgemacht werden.
Eine weitere Besonderheit guter Kopfhörer ist, dass man wirklich alles hört, was die Wiedergabequelle so zu bieten hat. Also auch alle Fehler. Rauschen, Rumpeln, Nebengeräusche. Das trifft aber für alle Kopfhörer zu und ist keine Besonderheit des AKG. Unter Umständen kann einem das aber den Spaß an bestimmten Cds verderben.
Der AKG mag für Horer mit speziellen Interessen durchaus geeignet sein, ich sehe seinen Einsatzbereich aber eher im Studio und nicht auf dem heimischen Sofa.

Fazit: Ausprobieren

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Klangqualität:    
Tragekomfort: