
Produkttyp: AKG Kopfhörer
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AKG Hearo 999
AKG Hearo 999 Audiosphere

Name des Mitglieds: Feustel01
Produkt:
AKG Hearo 999 Audiosphere
Datum: 02.02.03, geändert am 02.02.03 (2290 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: DolbyDigital Klang, IVS mit Klassik CD, Funkkopfhörer rauschfrei
Nachteile: Design, Klang Funkkopfhörer
AKG Hearo 999
Warum noch einen Testbericht hinzufügen? Ganz einfach: Das Gerät ist ja nicht gerade billig. Also will man doch so viele Meinungen hören wie eben möglich.
Zur Ausstattung:
Ich war angenehm von der Vollständigkeit der Ausstattung überrascht. Neben Kopfhörer und separatem „Wunderkästchen“ mit den zugehörigen Netzteilen fand sich ein optisches Kabel, ein Cinch-Kabel für Analogsignale, ein Steckeradapter für portable CD-Spieler oder Notebooks (DVDs!) und auch ein Adapter von kleinem auf großen Klinkenstecker. Zugegeben: Kein Koaxkabel für Digitalsignal – aber dafür hat man ja das optische.
Zum IVS-Verfahren sage ich hier nichts mehr, das wurde ja schon in den anderen Tests ausführlich beschrieben und kann auch auf der Herstellerhomepage nachgelesen werden.
Klang:
Meine Audio-Kette: Harman-Kardon DVD20, Harman-Kardon HK670 Vollverstärker. Boxen NuWave3 von Nubert und verschiedene Kopfhörer: Einen älteren – aber immer noch agilen - AKG K500 (aktuelles Nachfolgemodell K501), das AKG Topmodell K1000 und eben den Hearo Funkkopfhörer.
Beim Klang muss man unterscheiden:
1) Kopfhörer: Zugegeben ein schlechter Vergleich (schon allein der Preisunterschied...), aber der Hearo-Kopfhörer kommt nicht im Entferntesten an den kabelgebundenen K1000 heran, auch der ebenfalls kabelgebundene K500 ist immer noch deutlich besser. Der Hearo-Kopfhörer spielt in einer niedrigeren Klasse (vielleicht K301?) – aber dafür hat er ja den Vorzug der Kabellosigkeit. Rauschen ist nicht der Kritikpunkt – das gab es nicht. Es ist eher die im Vergleich leblose Wiedergabe. Der Klang ist - immer im Vergleich - muffig und wie zugedeckt von einem dicken Schleier. Dementsprechend fallen beim Funkkopfhörer die Klangfarben der verschiedenen Ohrkurven auch bei weitem nicht so stark aus und auch das räumliche Hören wird stark eingeschränkt. Trotz alledem – in seiner kabellose Klasse ist der Hearo-Kopfh
örer ok. Er ist bequem zu tragen, das Frequenzspektrum wird - auch im Bass - vollständig wiedergegeben und für gute Musikunterhaltung bei Hausarbeit, im Garten oder Keller reicht es allemal. Da der Unterschied zu den o. g. – kabelgebundenen - Vertretern so groß ist, empfehle ich aber für den Heimkinofan und hifidelen CD-Hörer einen sehr guten Kopfhörer zusätzlich zu kaufen.
2)Hearo Basisstation (mit K1000 bewertet): Das ist nun das vielbeschworene Wunderkästchen. Zunächst zu den Ohrkurven. Insbesondere am K1000 – meinem Haupthörer - ergeben sich extreme Unterschiede - ohne diese Einstellmöglichkeiten würde einiges verloren gehen. Mehr wäre hier vermutlich auch tatsächlich mehr. Hat man einmal mit den Klangbeispielen auf der AKG-Homepage (warum nicht auf CD dabei?) eine geeignete Einstellung gefunden, so wird das IVS-Versprechen gut umgesetzt. Nun – es ist zwar nicht so, dass die Sänger plötzlich vor einem stehen – wie manchmal bei Vorführungen teurer Refernzboxen hörbar – aber die Abbildung gewinnt deutlich an Räumlichkeit. Allerdings: Kurz reinhören bringt wenig. Es erfordert ein wenig Eingewöhnungszeit, bis das Ergebnis tatsächlich eintritt – das liegt wohl daran, dass die Ohrkurven eben nicht exakt passen und das Gehirn erst noch das Orten lernen muss (meine vereinfachte Interpretation).
Bei großen klassischen Orchestern (z. B. Holst: The Planets, Berliner Philharmoniker mit C. Davis, Philips 1989 – oder Strauss: Also sprach Zaratustra, Wiener Philharmoniker mit A. Previn, Telarc 1988) und ganz besonders auch bei Opernaufnahmen (z. B. obwohl eine alte Aufnahme immer noch empfehlenswert und liebevoll restauriert: Verdi: Il Travatore, Chor und Orchester des Theatro della Scala mit T. Serafin, Dt. Grammophon 1963 – oder auch neuere Aufnahmen wie z. B. Wagner: Lohengrin mit Peter Schneider, Aufnahme der Bayreuter Festspiele 1990) ist es faszinierend wie viel besser die Ortbarkeit und das gesamte Klan
gerlebnis wird. Es ist (fast) wie im Konzertsaal. Fazit: Für große klassische Musik unbedingt empfehlenswert.
Bei Kammermusik (z. B. Chaminade: Mots d´amour mit A. S. Otter und B. Forsbert u. a., Dt. Grammophon 2001), Jazz (z. B. die gute alte Jazz at the Pawnshop) oder auch Popmusik ist das Erlebnis nicht eindeutig besser. Hier muss man sich zwischen direktem und dementsprechend sehr konturiertem und filigranem Klang ohne IVS und dem etwas distanziertem dafür aber ortbarem Klang mit IVS entscheiden. Sicher macht man keinen Fehler, wenn man mit IVS hört, aber ich empfinde es für diese Musikgattungen nicht als eindeutig besser.
Falls man nun unbedingt ein Haar in der Suppe finden möchte: An der hifidelen samtigen Geschmeidigkeit im Klangcharakter könnte noch etwas gearbeitet werden. Man braucht aber vermutlich hier schon einen K1000 oder ein ähnliches Kalieber um diesen Unterschied zu hören.
Mein Fazit: Bei CD-Musik hängt es stark von der Musikart/Aufnahme ab, wie sich IVS auswirkt. Manchmal (insbesondere Klassik!) ist es faszinierend räumlich, manchmal eben weniger. Auf jeden Fall braucht IVS Einhörzeit. Aber dann...
Die Raumeinstellungen wie „Club“ etc. bauen den Klang mit Hall zusätzlich aus. Ich finde diese Einstellungen nicht gelungen und ich frage mich wofür das gut sein sollen??? Schließlich hat sich der Toningenieur meist schon reichlich Gedanken über Hall gemacht und das – mit wesentlich besserem Equipment - auch meist gut umgesetzt. Da braucht es keinen Zusatzhallgenerator. Ähnliches gilt für die Einstellungen Movie und Sprache. Warum sollte man einen Kinosound mit dröhnendem Bass und herben Mittenlagen haben wollen? Na ja, wer es mag, dem sei es gegönnt. Die Einstellungen sind vorhanden und man kann sie ja wahlweise auch abschalten. Wie in einem Club oder einem Kino oder überhaupt irgendwie gut klingen diese Sondereinstellungen jedenfalls nicht.
Nun, dann wäre da noch das Erlebnis mit Filmen – am besten mit Do
lbyDigital und Digitalverbindung und ohne (!) die o. g. „Sondereinstellungen“! Einfach perfekt. Das ist nicht nur wie im Kino – es ist viel besser (zumindest der Klang)! Geräusche von hinten kommen so realistisch räumlich durch die Kopfhörer, dass man sich manchmal umdreht um nachzusehen. Ganz gleich welche Filmgattung – jeder Film gewinnt. Ganz besonders natürlich Filme mit exzellenten Soundeffekten (z. B. Pearl Harbour oder Gladiator). Einfach super! Auch die Einstellungen ProLogik (falls der Analogeingang benutzt wird) und Vmax (für Lautsprecherwiedergabe) sind sehr gut gelungen. Sie übertreffen bei weitem den „unbearbeiteten“ Klang. Allerdings kommen sie nicht an die DolbyDigital-Wiedergabe mit Kopfhörer heran. Das liegt eben am Prinzip. Also, für DVD-Fans gibt es wohl nichts besseres – einen guten Kopfhörer vorausgesetzt (s. o.).
Noch etwas zur Ausgangsleistung/Funkübertragung: Auch für den K1000 reicht die Leistung aus . Mag sein, dass ein eigener Verstärker hier mehr Klang bringt – ich habe es eben noch nicht getestet und bin auf’s Erste zufrieden. Die Funkübertragung setzt manchmal kurz aus, wenn man sich bewegt. Die kurzen Unterbrechungen bei Bewegung sind aber (er-)tragbar – da eben nur bei Bewegung.
Die Verarbeitung ist insgesamt in Ordnung – bei den Drehknöpfen gäbe es eventuell noch leichtes Verbesserungspotential. Das Design ist wie immer Geschmacksfrage – mein Geschmack wäre dezenter. Rot auf schwarz finde ich zu dominant und die vielen Leuchtdioden (alle grün) bräuchte ich nicht in dieser Anzahl auf so kleinem Raum und manchmal (Aussteuerung) blinkend. Praktisch: Die Basisstation ist klein, kann leicht auf Reisen mitgenommen (Notebook + DVD) oder auch im Hifi-Rack untergebracht werden. Das gelingt mit den anderen Hearos nicht so einfach.
Fazit: Der Hearo 999 ist insgesamt seinen hohen Preis (ca. 460€) wert – man bekommt ja doch eine ganz
e Menge: Funkkopfhörer, Vmax, DolbyDigital-Konverter, IVS und einen Kopfhörerverstärker. IVS lohnt sich je nach Aufnahme – für große Klassik aber bestimmt. Filme in DolbyDigital sind der echte Knüller. Meine Kritikpunkte sind lediglich das etwas technisch dominierte Design sowie die unnötigen Halleinstellungen und Klangcharaktere. Der Klang des Funkkopfhörers ist ok aber kommt nicht an die kabelgebundenen Hörer heran. Ich würde mir noch mehr Ohrkurven wünschen. Weiter empfehle ich zusätzlich einen sehr guten kabelgebundenen Kopfhörer zu kaufen.
Fazit:
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