


Erhältlich in: 5 Shops
Neuester Testbericht: ... ich natürlich fast alle Bücher und habe ich mich auch schon an das weibliche, britische Pendant Nigella Lawson herangewagt. Das Besonder... mehr
Für Kalorienzähler nicht zu empfehlen :-)
Backen mit Leila - Leila Lindholm

Name des Mitglieds: FrauSchmunzel
Produkt:
Backen mit Leila - Leila Lindholm
Datum: 10.03.10
Bewertung:
Vorteile: Rezepte sind toll, super gestaltet, sympathische Köchin, hilfreiche Hinweise
Nachteile: Ich werde dicker und dicker
Ich investiere meine sämtlichen Webmiles in Bücher. Da ich aber nicht nur für mein Leben gerne lese, sondern auch koche und backe, sind häufiger Kochbücher unter meinen Bestellungen.
Auf der Suche nach neuem Stoff ziehe ich da immer wieder Amazon und die praktische Funktion "Kunden, die dieses Buch kauften, kauften auch das" zu Rate und daher wurde ich auf Leila Lindholm aufmerksam. In der Beschreibung stand, Leila sei der schwedische Jamie Oliver und da ich ein großer Fan des Briten bin, habe ich gleich zugeschlagen und mir "Backen mit Leila".
Ob Leila nun wirklich der schwedische Jamie Oliver ist, erfahrt ihr am Ende des Berichtes 
--- Allgemeines ---
Preis: 23,90 Euro
* Gebundene Ausgabe: 226 Seiten
* Verlag: AT Verlag; Auflage: 1 (13. August 2009)
* Sprache: Deutsch
* ISBN-10: 3038004596
* ISBN-13: 978-3038004592
* Originaltitel: A piece of cake
--- Kurzbeschreibung ---
Leila Lindholm ist eine der bekanntesten und beliebtesten Fernsehköchinnen Schwedens.
Frisch und fröhlich inszeniert und in stimmungsvollen Bildern präsentiert sie in diesem Buch ihre 200 besten Backrezepte: von Kuchen, Keksen und Muffins über Tartes und Torten bis zu Brot und Knäckebrot. Neben Klassikern der schwedischen und der internationalen Küche, die sie fantasievoll variiert, finden sich eigene neue Kreationen wie Kladdkaks-Muffins oder Erdnussbutter-Cupcakes. Und nicht zuletzt kommen auch Rezepte für süße und pikante Brote nicht zu kurz: Köstlichkeiten wie Brioche, Baguette, englische Scones, saftiges Preiselbeerbrot und hausgemachte Rosmarin-Grissini werden liebevoll und auf sehr persönliche Weise präsentiert.
--- Über den Autor ---
Leila Lindholm Schwedin mit marokkanischen Wurzeln, ist eine der populärsten Köchinnen Schwedens mit einer erfolgreichen eigenen Koch- und Backsendung. Sie arbeitete in renommierten Restaurants wie »Aquavit« in New York, »Operakällaren« und »Fredsgatan 12« in Stockholm. 1999 wurde sie zur besten Köchin Schwedens und 2004 zum TV-Koch des Jahres gewählt. Von ihr sind bisher drei Kochbücher erschienen. Seit 2009 erscheint zudem ihr eigenes Lifestyle-Magazin »Leilas Country Living« mit Einrichtungsideen, Rezepten und Gartentipps. www.leilascountryliving.se www.leila.se
--- Optik ---
Kurz gefasst ist das Buch ein Ikea-Katalog mit Nahrungsmitteln. Hier werden eben nicht Möbel in ansprechender Atmosphäre präsentiert, sondern Kuchen, Brote und Kekse. Die Bilder sind einfach ein Traum. Selbst Nicht-Bäcker können sich dieses Buch getrost ins Regal stellen, um ab und zu einen Blick hineinzuwerfen und sich vielleicht sogar inspirieren zu lassen.
Auf dem Titel sieht man Leila, der man irgendwie ansieht, dass sie gerne kocht, bäckt und die Ergebnisse auch isst. Ich bin ihr sofort verfallen, denn sie hat eine angenehme Ausstrahlung. Die weiteren Bilder sind so aufgebaut, dass im Vordergrund immer das leckere Resultat des nebenstehenden Rezeptes zu sehen ist, der Hintergrund ist immer leicht verschwommen und erweckt den Eindruck, dass sich der Kuchen gerade in einem sommerlichen Garten befindet. Der Fotograf, der hier am Werke war, verstand seine Arbeit.
Das Buch ist insgesamt sehr hochwertig gestaltet. Die Seiten sind aus sehr festem, dickem Papier, das auch ein weniger liebevolle Behandlung oder Wassertropfen wegstecken kann.
--- Inhalt ---
Als großer Fan von Jamie Oliver besitze ich natürlich fast alle Bücher und habe ich mich auch schon an das weibliche, britische Pendant Nigella Lawson herangewagt. Das Besondere an diesen Kochbüchern ist für mich, dass fast jedes Rezept mit einer persönlichen Geschichte eingeleitet wird. Das ist nett, nimmt mir aber schon ein wenig überhand - vor allem, wenn das Rezept teilweise kürzer ist, als die Einleitung davor. Umso erfrischender ist es bei diesem Buch, dass das Buch mit einer Einleitung beginnt, die folgenden Rezepte jedoch nur mit zwei Zeilen Text eingeleitet werden, in denen z.B. gesagt wird, was sie zu diesem Rezept inspiriert hat. Trotzdem ist das Buch nicht unpersönlich, es ist einfach weniger geschwätzig, dadurch aber nicht weniger interessant.
Das Buch ist sehr einleuchtend und schön strukturiert. Sehr hübsch finde ich, dass das Inhaltsverzeichnis am Anfang eine Madeleine-Form ist. In jeder Vertiefung ist ein Thema vermerkt. Und die Kapitel mit Beispielrezept lauten folgendermaßen:
- Für die Keksdose - Schokoladen-Biscotti, Haselnussbällchen
- Für den Kuchenteller - Walnuss-Brownies, Pflaumen-Clafoutis, Grießkuchen mit Kirschen
- Fruchtige Tartes & Streuselaufläufe- sardische Feigentarte, American Apple Pie
- Cupcakes & Muffins - Himbeer-Cupcakes, Zitronen-Mohn-Cupcakes
- Torten, Biskuit & Baiser vom Feinsten - Amerikanische Hochzeitstorte, Biskuitroulade
- Hefeteilchen & Saft - Brioche mit Früchten, Erdbeersaft
- Helles Brot - Ciabatta, Foccacia
- Dunkles Brot & Knäckebrot - Preiselbeerbrot, Mohnknäckebrot
- Backen ohne Ofen - Schokoladen-Kokos-Bällchen
- Saucen, Cremes & Marmeladen - Vanillecreme ohne Kochen, Waldbeerensauce
Das Buch ist ein Backbuch für den Alltag und für Feiertage. Dies sieht man jedoch nicht an den Zutaten, die in den meisten Fällen wenig exotisch sind und in jedem gut sortierten Supermarkt zu finden sind. Der Unterschied liegt einfach in der Art der Zubereitung, die manchmal einfach länger dauert.
Ich habe jetzt schon einiges aus dem Buch gebacken, finde aber immer neue Sachen, die unbedingt probiert werden müssen. Dieses Buch ist also nichts für jemanden, der auf seine schlanke Linie achten muss oder will. Seit ich dieses Buch habe, gehe ich öfter zum Sport 
Ich werde jetzt nicht zu jedem einzelnen Kapitel etwas schreiben, da ich sonst nie fertig werde, sondern nur meine Eindrücke schildern.
Generell finde ich die Vorgehensweise sehr einleuchtend beschrieben. Man weiß, was man machen muss und daher sind die meisten Rezepte selbst für Anfänger geeignet. Allerdings ist es schon fast so, dass der Aufwand bzw. das Können ganz schön heruntergespielt wird. Ich backe sehr viel, habe mich jedoch noch nie an eine Biskuitrolle oder einen Hefekranz gewagt. Hier wird es so einfach dargestellt, dass ich unbedingt einen Apfel-Mandel-Kranz backen wollte, der gar nicht sooo einfach war.
Man kann es natürlich auch so sehen, dass Leila ängstliche Bäcker motiviert, auch mal was zu wagen. Und geklappt hat es am Ende doch - selbst mein Freund, der kaum Kuchen ist, konnte nicht genug davon bekommen.
Sehr gut gefällt mir an diesem Buch die Idee, ein Grundrezept und jeweils zahlreiche Varianten zur Verfügung zu stellen. So gibt es zu Biskuitkuchen, Muffins, Cupcakes, Biskuitrolle, süßen Tartes, Streuselauflauf und Hefeteilchen jeweils ein Grundrezept und um die 9 Varianten. Nun könnte man sagen, die Autorin hätte es sich einfach gemacht - stimmt nicht. Die Varianten sind sehr einfallsreich und wer es nicht weiß, wird denken, es handele sich um ein völlig neues Rezept. Ihr wollt ein Beispiel? Nehmen wir die Hefeteilchen mit ihren 5 Varianten:
- Blaubeerschnecken
- Apfel-Mandel-Kranz
- Amerikanische Hefeschnecken
- Kardamom-Zimt-Knoten
- Gefüllte Vanillebällchen
Wenn man also einmal den Hefeteig beherrscht, kann gar nichts mehr schief gehen. Schön finde ich auch, dass die Rezepte wie Blaubeerschnecken gut für den Alltag geeignet sind - mit den gefüllten Vanillebällchen kann man bei Besuch ein bisschen angeben ;-)
Ein Kritikpunkt bzw. Hinweis zu den süßen Rezepten: Süß ist hier wörtlich zu nehmen. Ich glaube, im schwedischen Raum isst man süßer als hier, daher sind einige Rezepte für meine Begriffe schon zu süß - ich reduziere die Zuckermenge immer um 50 g.
Ein paar Worte möchte ich außerdem noch über die beiden Brotkapitel verlieren, die mich wirklich beeindruckt haben.
Ich bin absolut kein Brotesser. Obwohl ich beim Thema Essen ziemlich verwöhnt bin - bei Brot sind meine Ansprüche unglaublich gering. Ein Toast am Morgen - die restlichen Mahlzeiten sind meistens warm. Meine Abneigung liegt wahrscheinlich auch an dem unglaublich schlaffen Brot, dass man im Supermarkt angeboten bekommt. Zumindest sehe ich das rückblickend so. Ich sage rückblickend, weil mich das Buch tatsächlich inspiriert hat, mich an die Zubereitung von Brot zu wagen - ohne Backmischung und Brotbackautomat. Und seitdem kann ich nicht genug davon bekommen. Mein erster Versuch war selbstgemachte Foccacia, es folgte schnell das saftige Preiselbeerbrot und schon war es um mich geschehen. Ich hatte ja erst Bedenken, dass das Brot beim ersten Versuch nicht schmeckt, nicht aufgeht oder hart wird - meine Befürchtungen waren unbegründet - die Brote waren super lecker. Die Zubereitung dauert zwar etwas, weil die Brote lange gehen müssen, aber in der Zwischenzeit kann ich mich ja anderweitig beschäftigen.
Mein Freund, der eigentlich ein Brotesser ist und unter meinem Küchenregiment gelitten hat, fordert mittlerweile nur noch selbstgebackenes Brot, weil ihm das gekaufte nicht mehr schmeckt.
Einziger Kritikpunkt: Die Rezepte kommen aus dem schwedischen Raum und bei manchen Broten bin ich mir bis heute nicht sicher, ob es sich um ein herzhaftes oder süßes Brot handelt. Ein kleiner Hinweis der Autorin, was man dazu essen könnte, wäre hilfreich gewesen.
Zusätzlich zu den Rezepten findet man im Buch ein paar Seiten zur Warenkunde (Übersicht über die verschiedenen Mehl- und Zuckersorten - sehr hilfreich und Übersicht über Triebmittel - interessant) und zur Küchenpraxis (Wasserbad, Garprobe - sehr hilfreich für absolute Anfänger).
Der Teil über die Triebmittel hat nicht nur mein Allgemeinwissen sehr erweitert, sondern mir auch meine tiefsitzende Abneigung gegen Trockenhefe genommen. Bisher ist mir noch nichts gelungen, was ich mit Trockenhefe gebacken habe. In diesem Buch fand ich endlich heraus, warum: Die Flüssigkeit für Trockenhefe sollte ca. 50 Grad haben und nicht lauwarm sein, wie bei frischer Hefe. Dass das auf den Päckchen der Hersteller nicht vermerkt ist (ich habe nachgesehen), finde ich eine Frechheit - von wegen gelingt immer. Seit ich das weiß, ist mir das Backen mit Trockenhefe gelungen.
Der beste "Hilfeteil" findet sich jedoch am Ende des Buches unter "Erste Hilfe in der Küche". Im Frage-Antwort-Stil sind hier die häufigsten Backereignisse gelistet.
- Warum geht der Hefeteig nicht auf?
- Warum ist das Brot kompakt und schwer und nicht locker?
- Warum sinken Obst und Beeren auf den Boden der Form?
Die Fragen werden ausführlich und kompetent beantwortet und haben mir schon so manches Mal weitergeholfen und einen vermeintlich versauten Teig gerettet.
--- Fazit ---
Wie ihr vielleicht aus dem Bericht erahnen könnt, bin ich diesem Buch absolut verfallen. Ich könnte es mir stundenlang ansehen und sicher 80% der Rezepte würde ich nachbacken (manche Sachen sind einfach nicht mein Ding). Alle ausprobierten Rezepte waren furchtbar lecker und innerhalb von wenigen Tagen verschwunden.
Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der viel backt, aber auch jedem, der sich gerne schöne Bilder ansieht ;-)
Ich habe mir auf jeden Fall von meinen letzten Webmiles "Kochen mit Leila" bestellt.
Und die Frage, ob sie wirklich der schwedische Jamie Oliver ist, muss ich im Sinne von Leila Lindholm vorerst verneinen. Ich liebe Jamies Rezepte, aber der Großteil von dem, was er in seinen Büchern bisher an Desserts und Kuchen präsentiert hat, hat mich nicht angesprochen bzw. die Sachen, die ich probiert habe, kamen leider geschmacklich nicht an seine herzhaften Sachen oder an die Rezepte in diesem Buch heran. Sorry Jamie.
Vielleicht werde ich die Frage bei meinem Bericht über "Kochen mit Leila" nocheinmal neu beantworten ;-)
Fazit: Verschwindet jetzt zum Sport.


