Fear Street - Killer's Kiss - R.L. Stine
Eifersucht kann tödlich sei - Fear Street - Killer's Kiss - R.L. Stine Kinderbuch / Jugendbuch
Eifersucht kann tödlich sei - Fear Street - Killer's Kiss - R.L. Stine Kinderbuch / Jugendbuch

Kurzbeschreibung: Genre: Kinder- & Jugendbücher / Jahr: 2006

 
 

Eifersucht kann tödlich sei

Produkt:

Fear Street - Killer's Kiss - R.L. Stine

Datum: 12.06.11

Bewertung:

Vorteile: Einfaches Englisch, etwas Spannung

Nachteile: Charaktere handeln zu unrealistisch, einfallsloses Ende

Zur Gliederung des Berichts:
1) Produktinfos
2) Der Autor
3) Inhalt
4) Bewertung
5) Fazit

1) Produktinfos:

Der Roman erschien 2006 bei Simon & Schuster. Die Taschenbuchausgabe umfasst 160 Seiten und kostet 12,99 Euro.
ISBN-13: 978-1417689194

2) Der Autor:

Robert Lawrence Stine wurde 1943 geboren und wuchs in Ohio auf. Schon als Kind interessierte er sich für Horrorfilme und Gruselcomics. Bereits auf der High School plante er eine Schrifstellerkarriere und arbeitete für die Schülerzeitung. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Lehrer, ehe er sich ganz dem Schreiben widmet. Seine ersten Gehversuche sind satirische Zeitschriften, Witzbücher und Drehbücher. Der Durchbruch im Horrorgenre gelingt ihm 1989 mit dem Start der Jugend-Reihe "Fear Street". 1992 folgt die Serie "Gänsehaut", die ihn endgültig weltberühmt machte. R.L. Stine lebt mit seiner Familie in New York. Weitere Werke sind u.a.: Gänsehaut-Reihe (z.B. "Die Geisterhöhle", "Die Insel der Schrecken"), Fear Street-Reihe (z.B. "Tödlicher Beweis", "Mörderische Verabredung"), Schattenwelt-Reihe (z.B. "Verhängsnisvolle Flaschenpost", "Geisterfluch an Halloween").

3) Inhalt:

Früher waren Delia und Karina mal gute Freundinnen. Inzwischen aber sind sie immer wieder eifersüchtig aufeinander, auf das Aussehen, die Kleidung, die Noten. Vor allem aber streiten sie sich um denselben Jungen - beide schwärmen für den gutaussehenden Vincent.

Sie ahnen nicht, dass Vincent daraus seinen Vorteil zieht. Er trifft sich heimlich mit abwechslend mit beiden und vergnügt sich. Gleichzeitig lässt er beide im Glauben, dass jede von ihnen die Einzige für ihn sei. Er geht sogar so weit, dass er sich am gleichen Abend mit beiden nacheinander trifft. Als Karina dabei Delias Lippenstift auf seiner Wange entdeckt, kann Vincent sich nur mit Mühe retten. er behauptet, Delia habe ihn in ihrer aufdringlichen Art zum Abschied geküsst.

Am nächsten Tag in der Schule stürzt sich Karina wutentbrannt auf ihre Konkurrentin und zerkratzt ihr das Gesicht. Die geschockte Delia sucht Trost bei Vincent und ahnt nicht, warum Karina so durchgedreht ist. Damit ist der Streit aber noch längst nicht beendet, sondern nimmt bedrohliche Formen an ...

4) Bewertung:

Dass Freundinnen sich um einen Jungen streiten kommt nicht so selten vor - in R. L. Stines "Fear Street"-Reihe wird daraus aber ein mörderischer Zweikampf mit ungewissem Ausgang, der aber weitaus besser hätte inszeniert werden können. Positiv ist aber schonmal die Spannung. Das Drama zwischen Delia und Karina fängt noch recht harmlos an und steigert sich dann erst allmählich. Es braucht immerhin über 100 Seiten, bis ein Mord geschieht. Vorher sind es eher bösartige Streiche, sieht man von Karinas Übergriff auf ihre Rivalin ab. Die beiden Mädchen nehmen an einem Talentwettbewerb der Schule teil. Dazu gehören sowohl ein Liedvortrag als auch Zeichnungen. Als Delia an die Reihe kommt, hat jemand ihre Gitarrenseiten durchschnitten, eine tote Ratte in das Instrument gestopft und ihre Bilder beschmiert. Wer es war scheint offensichtlich, wie so vieles in der Handlung, die dann aber doch gegen Ende ein paar überraschende Wendungen nimmt. Es gibt mehrere Personen, die hier jemandem übel mitspielen und das ganze Ausmaß ist nicht leicht vorherzusehen.

Reizvoll ist dabei auch, dass die Sympathie des Lesers zwischendurch schwankt. Karina ist zwar die "Böse" in der Geschichte, aber ein bisschen verstehen kann man ihre Verzweiflung schon, da sie Vincent offenbar völlig verfallen ist und einfach die Beherrschung verliert. Ganz spannend ist es auch zu verfolgen, wie lange Vincent mit seiner Doppelgleisigkeit durchkommt, wann er sich womöglich verrät und wie die Mädchen dann reagieren. Der Titel "The Killer's Kiss" erhält erst ziemlich spät seine Bedeutung, ist aber geschickt gewählt, da er nicht zuviel verrät und gleichzeitig passend ist. Das Englisch ist nicht anspruchsvoll und eignet sich daher ganz gut, damit junge Leser ihre Kenntnisse etwas verbessern. Mit ca. zwei, drei Jahren Unterricht kann man die Geschichte problemlos verstehen. Manche Ausdrücke sind vielleicht noch nicht im Wortschatz enthalten, etwa wenn Karina als "Goody-Goody" bezeichnet wird, aber man versteht die Bedeutung trotzdem aus dem Zusammenhang mühelos.

Das war es allerdings dann im Grunde auch schon mit den positiven Aspekten. Negativ fallen mehrfach die unrealistischen Reaktionen der Charaktere auf, vor allem wenn Karina und Delia zusammentreffen. Eine Weile herrscht regelrechter Hass zwischen den beiden, umso seltsamer ist ein zwischenzeitiger Waffenstillstand, den die Mädchen beschließen. Sie müssen nur gleichzeitig zu sprechen anfangen, um trotz der eigentlich sehr angespannten Lage zu lachen und sich beinah wieder wie Freundinnen zu benehmen, die sich nur ein bisschen albern verhalten haben. Zudem verheddert sich der Autor ab und zu mit den Gedankengängen seiner Charaktere - er gewährt dem Leser Einblick, im Nachhinein, wenn man um alles weiß, passt das aber nicht immer hundertprozentig. Weiterhin ist das Ende sehr einfallslos, der Täter verrät sich einfach selbst, anstatt dass ihm auf die Schliche gekommen wird. Das wirkt beinah, als sollte das Buch einfach nur rasch zu Ende geführt werden, ohne dass die zündende Idee dafür kam, wie das am geschicktesten geschehen könnte. Letztlich fällt auch störend auf, dass eine Person sich zwischendurch ein wenig verdächtig verhält, sodass man über seine Motive spekuliert - was dann aber jedoch gar nicht mehr erwähnt wird. In einer der Ausgabe ist außerdem ein kurzer Ausschnitt der eigentlichen Geschichte vorangestellt, der viel zu viel verrät.

5) Fazit:

Ein anfänglich recht spannender Jugendthriller in einfachem Englisch, der dann mehr und mehr unglaubwürdig wird bis hin zum einfallslosen Schluss. Für Leser ab etwa dreizehn Jahren bietet das Buch halbwegs ordentliche Unterhaltung ohne großen Anspruch, es gibt aber bessere Bände in der Reihe.

Fazit: Keine Empfehlung von mir.

Name des Mitglieds: Miss_Piper