Der Klassenfeind + ich - Barbara Bollwahn
Tagebuch des Lebens in der TäTäRä....spannend - Der Klassenfeind + ich - Barbara Bollwahn Kinderbuch & Jugendbuch

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Tagebuch des Lebens in der TäTäRä....spannend
Der Klassenfeind + ich - Barbara Bollwahn

Jatue

Name des Mitglieds: Jatue

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Der Klassenfeind + ich - Barbara Bollwahn

Datum: 16.02.12

Bewertung:

Vorteile: Geschichte hautnah.

Nachteile: naja, ein Thriller ists nicht grad....

Barbara Bollwahn Der Klassenfeind + ich
Carlsen-Verlag, 2007,2009, Euro 6,95
269 Seiten

Bollwahn schreibt ein Tagebuch. Ein fiktives Tagebuch der 17 - 23 jährigen Ramona, die in der DDR wohnt und sich in ihrem Tagebuch ( so nebenbei) mit dem DDR - Alltag auseinander setzt.
Sie lebt in Leipzig, der Stadt der Leipziger Messe. Sie fährt im Urlaub nach Ungarn und lernt einen Westjungen kennen und erfährt dann sehr schmerzlich, was es in der Praxis bedeutet, daß da eine Mauer zwischen den beiden Deutschlands ist.
Sie schildert uns wie sie mit den begrenzten Möglichkeiten die die DDR ihren Bürgerinnen und Bürgern geboten hat, klar kommen muß. Bereits mit 18 Jahren stellt sie einen Antrag auf ein Auto und "vielleicht steht der Trabi oder Wartburg dann in 10 Jahren vor der Tür". Für den Führereschein hat sie sich schon mit 126 angemeldet....
Wir erfahren wie wichtig es für sie ist Westkontakt zu haben, z.B. mit einem Job auf der jährlichen internationalen Messe schafft sie das.
Ganz wichtig war es, an Westdevisen zu kommen um dann wieder an begehrte Luxusartikel wie Bananen, Cognak oder Feinstrumpfhosen zu kommen.
Das Leben der DDR-Bürger wird deutlich. Auch die schönen Seiten, die Geselligkeit, die Diskussionen, die tolle ärtliche Versorgung. Aber auch die Angst vor Bespitzelung und das Unbehagen, in einem Staat zu wohnen der vorgibt, zu wissen, was güt für seine Bürger ist, werden deutlich.

Da das Buch 1990 endet, bekommen wir ja die Wiedervereinigung aus Sicht der DDR- Bürgerin Ramona mit. Das ist spannend und rundet die DDR-Geschichte ja, im wahrsten Sinne des Wortes, ab.

Fazit: gut , daß dieser Alltag festgehalten wurde. Auch die Form des Tagebuches finde ich ganz originell. So wirkt das alles recht authentisch.
Ich kaufe der Tagebuchschreiberin halt manche Formulierungen nicht ab. Folgendes Zitat nehme ich z.B. nicht ab: >Papi zog energisch den Reißverschluss seines Anoraks auf und lockerte seinen Schlips. Ich schüttelte den Kopf.> Ich meine: so etwas schreibt eine 17jährige nicht in einem Tagebuch, das ist Roman.
Aber trotzdem. Danke Barbara Bollwahn für dieses Buch.
Ich würde es als Schullektüre gegen das Vergessen unserer jüngeren Geschichte vorschlagen.

Fazit: wichtig um festzuhalten....