Wamsler WO Calor
Schock im März!! - Wamsler WO Calor Kamin / Ofen

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Wamsler Kaminöfen

Neuester Testbericht: ... einer Engstelle an einem heizstarken Ofen vorbeigehen. Ein Gang durch verschiedene Geschäfte ließ nur eine einzige Möglichkeit zu. Unse... mehr

Schock im März!!
Wamsler WO Calor

Goofy2

Name des Mitglieds: Goofy2

Produkt:

Wamsler WO Calor

Datum: 10.02.09, geändert am 20.09.09 (3373 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: sehr günstig, guter Zug, solide Verarbeitung

Nachteile: nur für kleinere Räume geeignet

Der Schock saß tief. Habe ich doch tatsächlich im März 08 die Heizkostenabrechnung bekommen, die mir eine Nachzahlung im vierstelligen Bereich bescherte. Aber bei den galoppierenden Ölpreisen ist das ja auch kein Wunder. Und eine Wohnung mit 160 m², die mit Fußbodenheizung versehen ist, schluckt nun mal eine ganze Menge des fossilen Brennstoffs. Jedoch war das ganze Ausmaß für mich nicht voraussehbar, da ich diese Wohnung erst seit einem Jahr bewohne. Vorher waren die Nachzahlungen immer im erträglichen Maß.

Natürlich taucht dann die Frage und die Überlegung auf, mit welchen Mitteln man hier Sparmaßnahmen treffen kann. Zurückdrehen der Heizung um ein paar Grad bringt zwar eine Einsparung. Dennoch möchte ja keiner frieren und den ganzen Abend mit einer Wolldecke umschlungen dasitzen. Und so beschlossen meine bessere Hälfte und ich, uns einen Ofen anzuschaffen.

Die Rede ist von einem

Festbrennstoff-Ofen der Marke "Werkstatt-Ofen Calor" aus dem Hause Wamsler
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Zuerst einmal möchte ich euch mit ein paar technischen Details langweilen. Aber ich denke, dass es für den Einen oder Anderen von Interesse sein könnte.

Der Hersteller gibt als Nennwärmeleistung 5 kW an. Das Raumheizvermögen staffelt er nach günstigen, weniger günstigen und ungünstigen Heizbedingungen nach DIN 18893, Tabelle 2 (keine Ahnung, was immer diese Norm auch bedeutet). Jedenfalls können nach den eben genannten Bedingungen 124 m³, 73 m³ bzw. 48 m³ durch Dauerheizung warm gehalten werden. Durch so genannte Zeitheizung verringert sich das Raumheizvermögen auf 88 m³, 53, m³ bzw. 34 m³.

Der Abgasanschluss -- einfacher ausgedrückt, das gute, alte Ofenrohr -- hat einen Durchmesser von 120 mm.
Und für die Technikfreaks unter euch schreibe ich noch folgende Werte aus meiner Bedienungsanleitung ab:

Abgaswerte: Mittelwert für BB 7" und Holz
Abgasmassenstrom: 6,0 g/s
Abgastemperatur: 375 0C
min. Förderdruck bei Nennwärmeleistung: 13 Pa
Förderdruck bei 0,8 x Nennwärmeleistung: 10 Pa

Ab jetzt darf nicht mehr gescrollt werden *grins* !

Meine Überlegungen bzgl. Größe und Aufstellort
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Zum Aufstellort gibt es eigentlich keine großartige Wahlmöglichkeit. Der Ofen muss natürlich dort hingestellt werden, wo sich auch ein Anschluss an den Kamin befindet. Bei uns ist es leider nur ein relativ schmaler Bereich zwischen Küche und Esszimmer. Somit waren wir natürlich stark eingeschränkt, was die Ausmaße des Ofens anbelangt. Unsere Wohnung ist zwar quadratmetermäßig recht groß, jedoch nicht besonders hoch (nur ca. 2,20 m) Dadurch ergaben sich leider auch Einschränkungen bzgl. der Wärmeleistung. In meiner früheren Wohnung hatte ich einen Kaminofen mit 8 kW, der mir bullernd die ganze Wohnung aufheizte. So ein Gerät konnte und durfte ich hier allerdings nicht auswählen. Bekanntermaßen dehnt sich die Hitze (wer in der Physik aufgepasst hat, weiß, dass es sich um Wärmestrahlung handelt) gradlinig nach allen Seiten gleichmäßig aus. Und hier wäre meine Paneeldecke doch arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Ganz zu schweigen, dass alle, einschließlich unsere Vierbeiner, sich gewaltig gegrillt gefühlt hätten, müssten sie an so einer Engstelle an einem heizstarken Ofen vorbeigehen.

Ein Gang durch verschiedene Geschäfte ließ nur eine einzige Möglichkeit zu.

Unsere Auswahl
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Fündig wurden wir in zwei verschiedenen Bau- und Heimwerkermärkten. In welchem wir dann zuschlugen, entschied ausschließlich der Preis. Doch zunächst möchte ich euch den Ofen etwas näher vorstellen.
Wie ich ja bereits erwähnt habe, mussten wir auf die Größe und auf die Heizleistung Rücksicht nehmen. Von unserem Kaminkehrer wurden wir informiert, dass aufgrund der Brandgefahr (relativ niedrige Decke, Schrankmaterial in der Nähe) nur ein Ofen mit einer maximalen Heizleistung von 5 kW infrage käme. Somit waren schon mal sämtliche tollen Kamin- und Schwedenöfen außen vor. Die fingen alle bei 6 kW an und standen obendrein von ihren Ausmaßen her nicht zur Debatte. Ins Auge gefasst haben wir dann einen so genannten Werkstattofen. Seine lichte Höhe (incl. Fuß) beträgt 91,4 cm, die Tiefe 35,5 cm und seine Breite 34,2 cm. Für uns geradezu Idealmaße. Mit seinen 73 kg gehört er nicht zu den Schwergewichten.

Eine besondere Schönheit bzw. ein Schmuckstück für die Wohnung ist dieser Ofen natürlich nicht. Reine Zweckmäßigkeit hat uns dazu gebracht, diesen "Kleinen" auszusuchen. Die Frontseite ziert zwei Türen, wobei die obere zum Befüllen des Ofens mit dem Brennstoff gedacht ist. Beim Kauf haben wir darauf geachtet, dass diese eine Scheibe enthält, durch die man die Flammen sehen kann. So kommt wenigstens etwas Feeling eines Kaminofens auf. Den selben Ofen hätte es auch mit einer normalen Tür gegeben. Durch Öffnen der unteren Tür kommt man an den Aschekasten heran und an eine mit einem weiteren Türchen versehene Öffnung zum Anzünden des Brenngutes. In der Tür selbst ist eine Drehscheibe angebracht, durch die der Zug geregelt wird.

Einen gravierenden Vorteil gegenüber den formschöneren Kaminöfen hat der Werkstattofen allerdings. Sein Deckel ist nicht gewölbt oder anderweitig verschnörkelt, sondern bildet eine ebene Fläche, auf die man wunderbar einen Topf mit Wasser stellen kann. So bleibt die Luftfeuchtigkeit erhalten und man hat nebenbei für verschiedene Zwecke warmes Wasser.
An der Rückseite befindet sich der Ofenrohranschluss und ein weiterer Zugregler. Hier wird voreingestellt, ob Holz oder Kohle/Brikett geheizt wird. Dieser Brennstoffwähler ist allerdings nur bei der Ausführung mit Fenster vorhanden.

Gekauft wie gesehen
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Exakt dieses Gerät wurde von den Bau- und Heimwerkermärkten Praktiker und Bauhaus angeboten. Jedoch hieß dieser Ofen im Bauhaus Merkur und nicht Calon. Der reguläre Preis betrug 149 Euro im erstgenannten Markt, beim Bauhaus hätte er 129 Euro gekostet. Hier hatten wir allerdings Glück, denn ein feuerrotes Preisschild mit der Aufschrift "reduziert" verkündete den absoluten Dumpingpreis von 99 Euro. Dass ich hier zugeschlagen habe, versteht sich von selbst. Hab' mal ein bisschen im Internet recherchiert, hier sind Preise für die selbe Ausführung bis zu 299 Euro zu sehen. Wer also so etwas Kleines braucht, dem kann ich nur raten, sich gründlichst umzusehen.

Dass man natürlich noch zusätzlich ein Rohr und zwei Bögen benötigt, dürfte wohl klar sein. Auch hier schwanken die Preise natürlich. Ich habe für die Teile, ebenfalls im Bauhaus, insgesamt etwa 35 Euro bezahlt.

Und nun hurtig aufgestellt
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Der Ofen war in einem Holzgestell in Folie eingepackt. Weil er ja nicht sonderlich schwer ist, habe ich ihn alleine in die Wohnung gehievt und dort erst mal aus seiner Verpackung geschält. Das rohe, unbehandelte Holzgestell konnte auch gleich zerlegt werden und war das erste Feuerholz.

Doch der Reihe nach:

An seinem endgültigen Platz musste nun noch das Rohr angebracht werden. Hierzu musste ich es um 10 cm kürzen, damit es ordentlich am Kamin angeschlossen werden konnte. Eine letzte Kontrolle, ob überall das Verpackungsmaterial entfernt war und ich konnte mich über die Bedienungsanleitung hermachen. Jeder Hersteller hat ja irgendwo seine Besonderheiten.

Und nun wird's warm
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Was darf ich alles verheizen? Es ist klar angegeben, dass ausschließlich trockenes Holz mit einer max. Restfeuchte von 20% sowie Braunkohlebriketts zugelassen sind. Jegliche Verbrennung von Abfällen, Feinhackschnitzeln, Rinden, Spanplattenresten behandeltes Holz und Pappe und Papier ist verboten. Aber dies dürfte ja für jeden normal denkenden Menschen ohnehin klar sein.

Als Füllmenge wird weiterhin angegeben, dass etwa 7 - 9 Stück Briketts oder etwa 5,2 kg Holz die Obergrenze ist. Nur, wer wiegt denn schon sein Holz ab? Ganz klar wird jeder nach Gefühl und Verstand seinen Ofen beladen. Ich selbst lege auf zwei brennende Kohleanzünder etwas Spreißelholz auf und fülle dann, wenn dieses ordentlich brennt, soviel Holz nach, bis dieses unter der Kante der Tür ist. Sobald das Holz gut und gleichmäßig brennt, schließe ich den Zugregler an der unteren Tür bis auf einen kleinen Spalt. Erst wenn das Holz richtig schön glüht, lege ich etwa 5 - 6 Stück Brikett auf und schiebe den Brennstoffwähler an der Rückseite des Ofens von Holz- auf Kohlebetrieb. Mit dieser Prozedur erhalte ich eine wunderbare Wärme in Küche, Esszimmer und im vorderen Teil des Wohnzimmers. Entsprechend brauche ich dann die Fußbodenheizung nur noch für den hinteren Teil meines Wohnzimmers einschalten. Wieviel Öl mir das erspart, wird sich im nächsten Frühjahr bei der Abrechnung erweisen.

Während des Betriebes muss man unbedingt darauf achten, dass die Aschetür geschlossen ist, weil sonst durch zu großen Zug eine Überlastung eintritt.

Sicherlich ist jedem klar, dass das Metall des Ofens heiß wird und man sich beim Öffnen der Tür zum Nachlegen ganz fürchterlich die Finger verbrennen würde. Hier hat der Hersteller gut mitgedacht und ein Hilfswerkzeug beigepackt. Es handelt sich um einen Handhebel, der auf den Griff der Tür gesteckt wird und diese damit geöffnet werden kann. Natürlich passt er auch auf den Brennstoffwähler. Denn dieser wird ebenfalls heiß. Mit den Nasen kann ich den Zugregler bedienen und in der Mitte ist die wichtigste Funktion angebracht: ein Kapselheber, damit ich mein Fläschchen zur inneren Abkühlung öffnen kann. (ganzbreitgrins) Hätte gerne ein Bild eingestellt, damit sich jeder darunter etwas vorstellen kann.

Im Interesse der Luftreinhaltung sollte man den Feuerraum nicht auf einmal befüllen, sondern in zwei bis drei Raten.

Noch ein Wort zur Zugregelung
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Zum Anheizen muss der Regler ganz geöffnet sein. Will man die Nennwärmeleistung erreichen, wird er nach dem Anheizen bei Holz auf Stufe 2 und bei Brikett auf Stufe 1-2 eingestellt. Für die Kleinstellung bzw. für Dauerbrand entsprechend auf Stufe 0-1 / 0. Alle anderen Stellungen sind ausschließlich zum Anheizen gedacht und sind keine Betriebsstellungen.

Reinigung und Pflege
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Nach Erkalten des Ofens muss man die Asche auf dem Rost abrütteln. Hierzu ist ein kleiner Schieber oberhalb des Aschekastens angebracht, mit dem eine Scheibe im Rost hin und her bewegt werden kann. Die Asche fällt in den Kasten und kann entsorgt werden. Natürlich muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sich keine Glut mehr darin befindet. Um jegliches Risiko auszuschließen, schütte ich die Asche in einen verschließbaren Metalleimer, der auf dem Balkon steht. Sobald dieser voll ist - der Eimer, nicht der Balkon - , wird die Asche in einen Müllsack umgefüllt und so in der Mülltonne entsorgt. Das hat noch zusätzlich den Vorteil, dass die Tonne nicht unnötig versaut wird. Reine Holzasche kann aber auch in Maßen im Garten oder auf dem Kompost verstreut werden.

Einmal im Jahr nehme ich das Ofenrohr ab (in der Regel im Frühjahr, wenn voraussichtlich nicht mehr geheizt wird) und reinige es gründlich. Denn der Ruß ist aggressiv und greift das Metall an.
Die Scheibe muss eigentlich kaum gereinigt werden, wenn die Angaben über das Heizen beachtet werden. Es herrscht dann die ideale Temperatur und die Scheibe wird frei gebrannt. Sollte doch einmal zu viel Ruß darauf sein, nehme ich einen Ceranfeldschaber und entferne damit den Ruß. Mit einem Glasreiniger wird die Scheibe vom restlichen Schmutz befreit.

Zu Risiken und Nebenwirkungen...
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... nützt es dieses Mal nichts, den Arzt oder Apotheker zu fragen, denn es gibt eine Feuerungsverordnung (FeuVO) sowie DIN 44701 und DIN 18160, wobei ich keine der genannten Vorschriften kenne. Ich habe, und das sollte eigentlich jeder machen, der sich einen Ofen anschaffen will, unseren Kaminkehrermeister gefragt und ihm die Örtlichkeit gezeigt. Nach eingehender Begutachtung und nach diversen Messungen, hat er mir unter kleineren Auflagen die Genehmigung erteilt. Allerdings, wie es in der heutigen Zeit leider überall der Fall ist, gibt es nichts mehr umsonst. Für seine Bemühungen habe ich eine Rechnung in Höhe von 67 Euro erhalten. Das Geld ist aber gut investiert, denn durch diese fachmännische Beschau bin ich auf der sicheren Seite und muss nicht befürchten, dass mir die Bude abfackelt.

Zusammenfassung
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Kleiner, nicht unbedingt formschöner Ofen, der bisher zuverlässig seinen Dienst verrichtet hat. Einfache Bedienung, ordentliche Bedien- und Aufstellanleitung. Nicht wartungsintensiv. Flache Oberfläche, auf die ein Topf mit Wasser hingestellt werden kann. Für kleine Räume oder enge Stellen ideal. Ich würde diesen Ofen immer wieder kaufen und gebe damit eine klare Kaufempfehlung mit insgesamt 5 Sternen.

© BigGoofy 2008 für Yopi, PV und Ciao; Goofy2 für dooyoo

Fazit: Einfache Bedienung, ordentliche Bedien- und Aufstellanleitung. Nicht wartungsintensiv.