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Produkttyp: Nikon Kameras
Neuester Testbericht: ... per Infrarot. Und mit Blitzleitzahlen, die bei 25 anfangen und nach oben beinahe offen sind, gibt der große Blitz auch bestimmt ... mehr
Allzweckwaffe schockt die Konkurrenz..
Nikon F65

Name des Mitglieds: Snuffx
Produkt:
Nikon F65
Datum: 08.03.02, geändert am 20.07.04 (2393 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: akkurate Belichtung, schneller Autofokus, Blitzfunktionen
Nachteile: Blitzsynchronzeit nur 1/90 sec, Verschluss zu lang (nur 1/2000 sec), Plastikgehäuse
Allzweckwaffe für Einsteiger.
Wer bisher mit Pocketkameras oder älteren SLR (Spiegelreflexkameras) fotografierte und sich nun dem anspruchsvolleren Fotografieren widmen möchte, dem kann ich die Kaufentscheidung mit nachfolgendem Beitrag erleichtern.
In diesem Falle möchte ich meine persönlichen Erfahrungen mit meiner F 65 darlegen und zeitgleich vermeiden, allzu viel technische Dinge ins Spiel zu bringen, um den Leser Langeweile zu ersparen.
Auf der Photokina im Herbst 2000 wurde Nikons neues Baby, die F 65 vorgestellt. Eine einäugige SLR mit Autofokus. Da ich seit etwa dieser Zeit mich nahezu täglich aufs neue informierte, welche Einsteigerkamera die beste ist, fiel mir Kaufentscheidung überhaupt nicht leicht. Aber jetzt im Einzelnen:
1.) Warum die Nikon F 65?
Meine persönlichen Favoriten waren die wohl drei bekanntesten japanischen Hersteller, also Nikon, Minolta und auch Canon. Im Internet fand ich über Suchmaschinen eine Vielzahl von Fotoversandhändlern. Diese priesen Ihre Apparate gleichermaßen gut an, auf Anfragen konnte (aus verständlichen Gründen) mir keine Person ein bestimmtes Gerät empfehlen. Na gut, also unabhängige Testzeitschriften kaufen. Fotomagazin und Color-Foto boten sich mir als erste an.
Gut, dass ich mir neben den persönlichen Ratschlägen (also Canon Besitzer schlugen Canon vor, Nikon Besitzer schlugen Nikon vor, usw.) nun endlich selber einen Vorgeschmack über die Geräte machen konnte.
Monatelang favorisierte ich die Canon EOS 300, die einen sehr guten Preis verkauft wurde, gutes Design und Canon kennt man ja, dachte ich. Doch plötzlich kam die Nikon ins Spiel, der ich bis dahin keine Beachtung schenkte, denn unspektakuläres Design, teurer als die Mitbewerber, nicht besonders auffallend. So empfand ich bis zum Lesen der Magazine die neue, kleine Einsteigerkamera aus dem Hause Nikon. Was aber Monat für Monat in diesen o.g. Fotozeitschriften zu lesen war, konnte nicht jedes Mal auf das neue
erlogen sein.
Im Einzelnen hier kurze Auszüge der Zeitschriften:
(Color-Foto Ausg. 03/2001) Gemessen an den Einsteigermodellen der gleichen Preiskategorie führt sie deutlich mit 70 Punkten und einem sehr guten Preis-Leistungsverhälntiss. Prüfsiegel: Sehr gut
(Color-Foto Ausg. 07/2001) Die F 65 hat alles, was ein Anfänger braucht, ist für die Anspruchsvolle Fotografie geeignet und bekommt beste Testnoten. Der Rest der Welt kaufe sich die nahezu perfekte F 65, die im gesamten Testfeld deutlich vorn liegt. Testsieger
Nikon F65 = 70,5 Punkte
Nikon F 60 = 64 Punkte
Canon EOS 300 = 62,5 Punkte
(Fotomagazin 5/2001) Kleine Details machen aus einer der kleinsten Nikon-SLR zu einer großen.
Nikon F 65 = 187 Punkte
Canon EOS 300 = 181 Punkte
Im direkten Vergleich zur Canon EOS 300 ließ die Nikon jedes Mal hinter sich. Sei es nun die Belichtungsmessung, der Autofokus, die Verarbeitung, die Qualität war einfach und schlicht gesagt: Klasse. Wohlgemerkt spreche ich hier über das Gehäuse der F 65, die Objektive spielen in dieser Bewertung keine Rolle. So langsam verliebte ich mich in die F 65, meine Praktika LTL 3 wurde schon sehr eifersüchtig, wohl wissend, dass sie bald keine schönen Objekte mehr vor die Mattscheibe bekommen würde.
So langsam begriff ich auch, dass die schönen japanischen Kameras nicht aus Metallgehäusen bestehen (zumindest in dieser Einsteigerklasse von 649.00 DM. Ich setzte dies zwar voraus, schließlich war meine 25 Jahre alte Praktika aus einem Metallgehäuse, da wird das ja wohl bei den heutigen Topmodellen selbstverständlich sein. Denkste, Nikon ging tatsächlich den Weg der Plastebomber von Canon nach und fertigte erstmals mit der F 80 und der F 65 ein Gehäuse, welches aus Kunststoff bestand. Egal, für meine Ansprüche genügte es und schließlich hatte Nikon wenigstens der Kleinen ein Metallbajonett verpasst, der bei der ehemals favorisierten EOS 300 gänzlich fehlt.
So langs
am gab es keine Zweifel mehr über die Erhabenheit und Eleganz der hübschen Japanerin. Anleihen im Design wurden unverkennbar der F80/F100 entnommen. Aber nicht nur dies, später mehr dazu.
2.) Der Praxistest der F 65
Die Entscheidung war also gefallen, ein preiswertes Angebot bekam ich von dnet24.de, wo ich dieses Gerät mit Objektiv (D-Nikkor 28-80 mm) für 699.00 DM bekam. Natürlich sollte die F 65 im schwarzen Gewand ihren Dienst verrichten. Sie sollte ja wenigstens semiproffessionelle Optik hergeben, wenn man in einer Horde japanischer Reichstagbesucher steht. Zu der Kamra erwarb ich mir noch den (schwer erhältlichen) Batteriegriff MB-17 für 129.00 DM. Es konnte also losgehen.
Was mir besonders gut auffiel, dass sie mit dem Batteriehandgriff sehr gut in der Hand lag und selbst bei Brennweiten von 200 mm gab es keine großartigen Verwackler, auch bei großen Tüten nicht, wie ich die Teleobjektive hier gern nennen möchte.
Vorbildlich zeigt sich der schon im Testbericht erwähnte schnelle Autofokus, zielsicher auch bei kontrastarmen Objekten. Wahlweise bedient man sich der verschiedenen Messfelder, wobei ich vorzugsweise das zentrale Messfeld benutzte. Diese Angewohnheit habe ich beibehalten, da ich damit bisher sehr gute Dias geschossen hatte. Für die Dias ist eine absolut korrekte Belichtung erforderlich, welche die Spotmessung sehr gut meisterte. Abgesehen davon belichtete ich Anfangs die Diafilme noch mit der Belichtungskorrektur, welche Über- bzw. Unterbelichtung ermöglicht. Bei der F 65 musste ich konsequent die Pluskorrektur um eine Blendestufe durchführen. Leider gibt es keine Möglichkeit, die Filmempfindlichkeit manuell einzustellen um somit den Film zu pushen. Die Belichtungskorrektur, sofern man mit diesem Schmankerl (für mich war es eine neue Erfahrung) umgehen kann, ist vorbildlich. Sie funktioniert allerdings nicht in Programmstellung Auto, vergleichbar mit der Einfachheit einer Pocketkamera.
Womit ich schon bei de
n verschieden Programmen wäre, die bei der F 65 (sie ist halt nun mal eine Einsteigerkamera) auch viel Sinn hat. Wem der geübte Umgang mit Blende und Verschlusszeiten nicht geläufig ist, der darf sich mit dem Programmwahlschalter der Kamera anfreunden. Das gibt es das Automatikprogramm, welches Blende/Zeit automatisch regelt, so dass man sich nur noch auf das Auslösen konzentrieren muss. Ich benutzte diese Funktion nicht, aber die Verwandtschaft natürlich gern. Des Weiteren gibt es das Sportprogramm, also kurze Verschlusszeiten um schnell bewegte Objekte scharf und nicht verschwommen aufzunehmen. Dies war auch nicht so mein Fall, funktioniert zwar, gibt aber eine Verschlusszeit vor. Man kann nicht selber regulierend eingreifen, das geht nur in der Funktion Programmautomatik. Womit ich bei meinem Lieblingsprogramm angekommen wäre. Weshalb? Ja, hier kann man mit dem von der Kamera berechneten Paar aus Verschlusszeit/Blende das Verhältnis selber ändern. Das heißt, der Film wird gleichmäßig belichtet, nur diesmal hat man die Möglichkeit Blende und Verschlusszeit zu variieren. Also sinnvoll für schnell bewegte Objekte, oder Objekte, bei welchen es auf mehr Schärfentiefe ankommt. Dies war, ist und bleibt mein Lieblingsprogramm.
Wer im voraus schon weiß, dass er schnell bewegte Objekte ablichten möchte, stellt auf der Programmstellung S oder bei Objekten mit mehr Schärfentiefe auf A. Denn zu der vorgewählten Blende errechnet die F 65 die dazugehörige Verschlusszeit. Anders verhält es sich, wenn man die Verschlusszeit vorwählt und die F 65 stellt die richtige Blende dazu ein.
Kurz ansprechen möchte ich noch das Nahaufnahmeprogramm für Blumen oder sonstige Gegenstände, bei welchem der Hintergrund in Unschärfe gehüllt wir. Ebenso das Landschaftsprogramm, wo versucht wird, möglichst viele Details des Bildes scharf zu stellen. Eigene Erfahrung: Fehlanzeige, ich habe sie nicht benutzt, wie auch das Nachtprogramm, welches ich nicht Anspruch genommen wurde
Die Progr
ammstellung M steht für manuell und war für mich nicht unbedingt interessant, da ich mit der Praktika LTL 3 schließlich nur mit manueller Einstellung arbeiten konnte. Denn in Stellung M besteht die Möglichkeit individuell Blende und Verschlusszeit einzustellen. Nicht verwechseln mit der Zeit und Blendenautomatik, den hier stellt die Kamera den geeigneten Wert passen dazu ein. In Stellung M hat kann der Benutzer sich absolut in Narrenfreiheit bewegen und gezielt über,- bzw unterbelichten.
Sehr interessant ist auch die Mehrfachbelichtung, soll heißen: Ein Motiv dreimal auf einem Bild belichet. Super-Gaudi, habe mir mit Selbstauslöser und Stativ mir selber Feuer geben können. Einmal links fotografiert mit Fluppe im Mund und einmal rechts mit dem Feuerzeug. Witzig ist dies Funktion schon. Alle Möglichkeiten dieser Kamera auszunutzen setzt allerdings Erfahrung vorraus.
Weitaus interessanter sind die Blitzfunktionen der Nikon. Die geringe Leitzahl von 12 ist sicherlich zum Aufhellblitzen ein ausreichendes Minimum, nein, vielmehr die Synchronisation auf den zweiten Verschlussvorhang (schöne Effekte bei vorbeifahrenden Autos in der Dunkelheit, Scheinwerferlicht folgt dem Auto) ließ mich neue Erfahrungen sammeln. In Prag aus dem Hotel konnte ich des Nachts bei wenig Verkehr (Autos wohlgemerkt) schöne Effekte erzielen. Dies war aber mehr Spielerei als etwa anspruchsvolles Fotografieren.
Eine Funktion (Vorblitz) gegen den Rote Augen-Effekt gibt es auch, allerdings nicht sehr wirkungsvoll, wenn Muttern aus 3 Metern Entfernung Frontal in das Objektiv schmunzelt. So geschehen Sivester 2001.
Die Langzeitsynchronisation bewirkt, dass auch bei schwachen Lichtberhältnisse das Objekt zufriedenstellend belichtet wird, die Art von Stimmung mag ich nicht, es soll denen Vorbehalten bleiben, die sich dem mystischen Charakter versprochen fühlen.
Absolutes Highlight der Blitzfunktion ist die TTL-Blitzmessung, denn diese Methode gibt garantiert supergenau
das Licht ab, welches das Objekt benötigt. Kurz vor dem Auslösen sendet das Blitzgerät kurze, unsichtbare Messblitze ab, die den Abstand und die Lichtverhältnisse genauestens berechnen. Ergebnis: Klasse belichtete Aufnahmen!
Ein Blitz als Zubehör ist aber in jedem Fall zu kaufen. Die Leitzahl ist zu gering. Ein Versuch, vom Berliner Fernsehturm die Stadt auszuleuchten, sollte gar nicht erst versucht werden. Empfehlung: SB-25, ich habe ihn bei Ebay sehr günstig bekommen und er unterstützt alle Blitzfunktion der Kameras.
4.) Nachteile
Es ist natürlich sehr schwer, bei aller Begeisterung für die kleine Nikon die Nachteile aufzuzählen. Aber alles kann natürlich nicht perfekt sein bei einem Gerät unterhalb der 1000.00 DM Klasse. Und schließlich ist sie eine Einsteigerkamera, und das soll sie auch bleiben. Fangen wir an:
Zu lange Blitzsynchronzeit (nur 1/90 sec.)
Plastikgehäuse (nichts für Profis)
Kürzeste Verschlusszeit bei 1/2000 sec
Hoher Batterieverbrauch (durch MB-17 Batterieteil aber unerheblich)
Autofokus hakt gelegentlich (Kamera aus- und wieder einschalten)
Etwas zu leichtes Gehäuse ( ohne MB-17)
Filempfindlichkeit nicht manuell einstellbar
Fazit:
Ein gelungenes Produkt japanischer Technik. Sehr alltagstauglich, für Anfänger. Mit Hilfe des Automatikprogrammes kann gleich jeder loslegen und knipsen. Doch für mich war sie auch ein Werkzeug, um meine fotografischen Ideen umzusetzen. Die 3-D-Sechs-Zonen-Matrixmessung für die Belichtung ist phantastisch, wenn auch bei der Diafotografie eine Pluskorrektur notwendig war. Die Kamera hat eine Datenbank, welche auf 30.000 (dreißigtausend!) Praxisaufnahmen zurückgreift und Fehlbelichtungen quasi der Vergangenheit angehören.
Viele fragen sich beim Lesen dieses Berichtes, warum schreibt der immer: war, hatte?
Ich habe vor kurzem eine F 90 X Prof. adoptiert und mein kleines Baby F 65 verkauft. Gründe, vielmehr der Grund war die zu lange Blit
zsynchronzeit von nur 1/90 sec., die Verschlusszeit von 1/2000 hat mich lange zufrieden gestellt (lichtstarke Objektive mit größter Blende 1.4). Bei Teleaufnahmen wollte ich aber nicht jedes Mal den Graufilter vorsetzen.
Die F 65 ist große Klasse, aber die F 90 X kann alles ein bisschen besser. Wenn auch der Autofokus der F 65 auf einem Modul (Cam 900) aufgebaut ist, welches den Topkameras der F 100 und F 5 entnommen wurde, ich habe mich eben neu verliebt. Einmal mit Nikon verheiratet, die Ehe hält!
Abschließend hoffe ich, keine langweilige Meinung und technisches Geplänkel zum Lesen bereitgestellt zu haben. Wer die Bedienungsanleitung lesen möchte, den Verweise ich in den Buchladen. Derartiges wollte ich nicht schreiben.
Viel Spaß mit dem Teil, Anfänger und Aufsteiger sollten es nicht bereuen.
Fazit:
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- klein, schick?, Plastik, nutzlos


08.03.02
HI! Sehr guter Bericht, ist für ne Krone nominiert. Schönen Abend noch. Mfg