Nikon F65
Was die Großen können, kann die auch ... - Nikon F65 Kamera

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Produkttyp: Nikon Kameras

Neuester Testbericht: ... per Infrarot. Und mit Blitzleitzahlen, die bei 25 anfangen und nach oben beinahe offen sind, gibt der große Blitz auch bestimmt ... mehr

Was die Großen können, kann die auch ...
Nikon F65

simplschorsch

Name des Mitglieds: simplschorsch

Produkt:

Nikon F65

Datum: 08.07.05, geändert am 08.07.05 (968 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: viel Kamera für's Geld

Nachteile: etwas zu filigran im Handling

Ich bin vor kurzem von der F50 auf die F65 um- oder besser aufgestiegen. Die Neue ist in meinen Augen ein gelungener Versuch des Hauses Fuji/Nikon, einen Spagat zu wagen zwischen einerseits einem guten Gerät für drauflosknipsende Anfänger und andererseits einer Kamera, die auch professionelle Ansprüche bedienen kann.

Klar, daß dabei ein paar Features auf der Strecke bleiben, aber was der Mensch haben muß, ist an Bord. Und noch einiges mehr.

Mein erster Eindruck war natürlich geprägt von der F50, die um einiges satter und schwerer in der Hand liegt. Mit ihrer porigen Kunststoffoberfläche, die mit ihrer weichen Konsistenz fast sowas wie ein "Hautgefühl" vermittelt (das dürfte ganz klar unter "designed by marketing" fallen) kuschelt sich die Kamera in die Hand.

Ein Manko ist allerdings die Größe der Knöpfe. Es gibt fünf Knöpfe auf der Kamera, die dem Daumenrad auf der rechten Seite sagen, welche Einstellung jeweils durch Drehen des Rades zu regeln ist. Das Rad ist super. Es liegt genau unterm Daumen, man braucht nicht danach zu suchen. Es gibt ein Drehraster mit klar definierten Druckpunkten. Schlicht & gut.

Die fünf Knöpfe allerdings sind kaum größer als die eines Handy-Menüs. Bedienung und Druckpunkt dito. Ich hab keine dicken Finger und bin durchaus etwas mehr als durchschnittlich geschickt. Aber die Bedienung sollte mit der Kamera am Auge, also "blind", möglich sein, da sehe ich Verbesserungsbedarf.

Ebenso bei der Rückwand, die so dünn ist, daß man bei Öffnen der Kamera unwillkürlich zusammenzuckt - aber ganz vorsichtig.

Manche Fotografen am Übergang vom "Einsteiger-" zum "Fortgeschrittenen"-Stadium könnten sich genervt fühlen von dem automatischen aufklappenden Blitz, der mit Leitzahl 12 wirklich nicht der Rede wert ist. Die Lösung: Einfach "P" wie "Programmautomatik" am Einstellrad auswählen statt immer nur die Vollautomatik. Die Automatik ist die gleiche, aber der Blitz bleibt drin und macht sich bei Bedarf nur noch durch das blinkende Blitzsymbol im Sucher bemerkbar. Dann fährt ein Druck auf den Blitzknopf den Blitz aus und alles ist paletti.

Andere bemängeln das Autofokus-Hilfslicht, das heimlich Schnappschüsse fast unmöglich macht. Lösung: Wenn die Hilfslaterne angeht, ist es meist so duster, daß man ohne Blitz ohnehin nicht auskommt. Also einfach einen anständigen Nikon-Systemblitz aufsetzen und schon übernimmt der das Hilfsleuchten per Infrarot. Und mit Blitzleitzahlen, die bei 25 anfangen und nach oben beinahe offen sind, gibt der große Blitz auch bestimmt genug Licht.

Ich benutze die F65 nur mit dem Batteriepack MB-17. Ob ich bei Aldi 22 Cent pro Mignonzelle bezahle oder im Fachhandel fast 20 Euro für zwei Lithium-Batterien (die es, soweit ich weiß, nicht mal als Akku gibt), ist doch ein Unterschied, oder? Außerdem sieht die Kamera mit Batteriepack schon von weitem wie "'ne Professionelle" aus. Ohne dem fasst sie sich wegen Ihrer Schlankheit und ihres geringen Gewichts bloß an wie ein "Fotoapparat".

Aber der Hochformatgriff ist echt super. Und der rasend schnelle Autofokus, der selbst auf vier Meter Objektdistanz bei 50 Millimetern eingestellter Brennweite noch bewegungsbedingte Entfernungsabweichungen von 20 Zentimetern erkennt und ausgleicht. Und der Auslösevorgang, der kaum zu hören ist. Und die Dioptrien-Anpassung im Sucher.

Und schließlich: Die zu kleinen Knöpfe sind so griffgünstig angeordnet, daß man sich da auch dran gewöhnt.

Zu guter Letzt: Wenn ich als Reportageprofi Kriegseinsätze in Beirut/Kabul oder sonstwo fotografieren oder mit der Kamera auf den Mond fliegen wollte, dann würde ich wohl eher diese nehmen; eine F4 oder F5 wäre im Zweifel bestimmt schwerer zu ersetzen, oder?

Fazit: Etwas mehr Metall statt Plastik wäre gut gewesen, es geht aber auch ohne.

Verarbeitung:    Verarbeitung
Zuverlässigkeit:    Zuverlässigkeit
Bedienkomfort:    Bedienkomfort
Ausstattung:    Ausstattung
Bildqualität:    Bildqualität