Minolta Dynax 7
Der Crucial geht fremd - Minolta Dynax 7 Kamera

Erhältlich in: 5 Shops

Produkttyp: Minolta Kameras

Neuester Testbericht: ... nicht durch tausende Menüs hindurchnavigieren. In Punkto Bedienung hat Minolta meiner Ansicht nach hier das absolute Optimum getrof... mehr

Der Crucial geht fremd
Minolta Dynax 7

Crucial

Name des Mitglieds: Crucial

Produkt:

Minolta Dynax 7

Datum: 02.01.01, geändert am 02.01.01 (1383 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Siehe Meinung

Nachteile: Siehe Meinung

Da Weihnachten vor der Tür steht, habe ich mir vorgenommen, mich dieses Jahr mal selber zu beschenken. Da ich schon seit einiger Zeit meine Kameraausrüstung um ein zweites Gehäuse erweitern will, stattete ich dem örtlichen Händler des Vertrauens eine Besuch ab. Nach einem längeren Gespräch kamen letztendlich doch mehrere Kameras in Frage, die mein Interesse weckten: Nikon F5, Nikon F80 oder die Minolta Dynax 7.

Alle genannten Kameras sind in Funktion und Ausstattung vergleichbar, wobei die Zielkäuferschicht bei der Nikon F5 aufgrund des hohen Preises fast nur im Profibereich zu suchen ist. Die Nikon F80 und die Minolta Dynax 7 dürften schon eher auch ambitionierte Hobbyfotografen ansprechen. Freundlicherweise überließ mir der Händler die beiden letztgenannten Kameras gegen Kaution zu einem ausgiebigen Test.

Die Dynax 7 ist eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera (Filmtyp 35 mm) mit eingebautem Blitzgerät, automatischer Scharfeinstellung (Autofokus, AF) und Belichtungsautomatik. Zudem verfügt die Kamera über ein pfiffiges Einschaltsystem, das sogenannte Eye-Start-System, das heisst, schon beim Blick durch den Sucher schaltet die die Kamera die Belichtungsmessung ein und stellt automatisch scharf. Ein sehr nützliches Feature, das sich in Situationen bewährt, bei denen es mal schnell gehen muß.

Ein weiteres sehr nützliches Feature ist die Möglichkeit, häufig benutzte fototechnische Daten und wiederkehrende Einstellungen wie Blendeneinstellungen, Verschlußzeiten, Belichtungswerte, Meßarten, Datum und Uhrzeit bequem abspeichern lassen. Zudem erlaubt die Dynax 7 in jeden Film die Identifikationsnummer und den Iso-Wert in die Filmlasche einzubelichten.

Mit einer weiteren neuen Funktion hat sich Minolta ein Denkmal gesetzt. Als erste Spiegelreflexkamera besitzt die Dynax 7 eine Filmkameraverriegelung, die ein versehentliches Öffnen der Kamerarückwand unmöglich macht. Die Rückwand lässt sich erst dann öffnen, wenn der Film komplett zurückge
spult wurde.

Neben der Silizium-Fotodiode mit 14-Segment-Wabenmuster und der mittenbetonten Integralmessung verfügt die Dynax 7 auch über Spotmessung, die gerade für einen Profo-Fotografen unverzichtbar ist. Interessant ist hier noch, das sich die einzelnen Meßfelder des Wabenmusters ansteuern lassen.

Überrascht haben mich die Schnelligkeit des Autofokus-Systems und des Filmtransports (bis maximal 4 Bilder pro Sekunde, abhängig von der Belichtungszeit und der gewählten Scharfeinstellung). Diese Schnelligkeit erlaubt ausgezeichnete Belichtungsreihen und Serien oder Bewegungsstudien. Verschlußzeiten bis zu 1/8000 Sekunde garantieren auch bei schnellen Bildern ein „verwisch- und verwacklungsfreie“ Bildqualität.

Der ausgezeichnete helle Sucher verfügt auch noch über eine Besonderheit: rechts neben dem Sucher befindet sich ein Einstellrad, mit dem sich Dioptrenabweichungen ausgleichen lassen. Die sichtbaren Einstellungen im Sucher lassen sich zudem bei Nacht und Dunkelheit beleuchten, so das man nie den Überblick verliert.

Das eingebaute Blitzgerät verfügt über die Leitzahl 12 und leuchtet Brennweiten bis 24mm ausreichend aus. Nette Effekte erzielt man mit der Möglichkeit, auf den 2. Verschlußvorhang zu blitzen. Für „härteren“ Einsatz ist der eingebaute Blitz allerdings aufgrund der mangelnden Leistungsfähigkeit und des hohen Energieverbrauchs nicht zu empfehlen.

Wie es sich für eine Kamera in diesem Preisegment gehört, lassen sich die Funktionen der Dynax 7 auch von Hand bedienen: Manuelle Scharfeinstellung, Belichtung und Belichtungskorrektur sind selbstverständlich.

So ganz ohne Minuspunkte geht es dann aber doch nicht: Die Dynax 7 ist ein wahrer „Energiefresser“. Bei Benutzung des Blitzes war die Leistung schon nach 7 Filmen erschöpft. Zudem erfordert die Dynax 7 schon einiges an Übung, Erfahrung und viele Stunden des „Bedienungsanleitung-Studierens“


Der Preis des Minolta Dynax 7 Gehäuses beläuft sich im Fachhandel auf 1699,-DM. Die Dynax 7 gibt es aber auch im Set mit dem Zoom-Objektiv AF 24-105 mm 1:3,5-4-5 D zum Preis von 2499,-DM.

Die „Ausbaumöglichkeiten“ der Dynax 7 sind übrigens schier unerschöpflich: An das Objektivbajonett der Dynax 7 passen sämtliche Minolta AF-Objektive, gleich mehrere Blitzgeräte stehen zur Verfügung, einen rasanten Motorwinder gibt es, Einstellscheiben, Fernbedienungen, Data-Saver, externe Batteriefächer, Funktionshandgriffe, Winkelsucher, Dia-Kopiervorsätze und vieles mehr. Die Dynax 7 lässt sich praktisch zu einem richtigen „Foto-Roboter“ ausbauen, die jede nur erdenkliche Situation, egal ob im Studio oder im Einsatz an der „frischen Luft“ bewältigt.

Fazit: Wenn man sich in die Funktionen und Bedienung der Kamera eingearbeitet hat, ist die Dynax 7 ein robustes Werkzeug in der Hand des geübten Fotografen, das schnell und präzise arbeitet. Die Belichtungsmöglichkeiten erlauben es, mit jeder Motivsituation fertig zu werden und auch der Kreativität freien Lauf zu lassen. Der ambitionierte Hobbyfotograf wird sicherlich viel Freude an der Dynax 7 haben, aber auch im professionellen Einsatz dürfte die Kamera viele Freunde finden. Trotz der genannten Mankos gebe ich der Minolta Dynax 7 die volle Punktzahl.

Einen schönen Tag noch und viel Spaß.

© Crucial im Dezember 2000

P.S.: Für welche Kamera ich mich nun entschieden habe, wird erst in der Meinung zur Nikon F80 verraten. Aber ihr könnt mir glauben, das es eine sehr schwere Entscheidung war.

Fazit: