
Produkttyp: Lomo Kameras
Neuester Testbericht: ... einstellbar Abmessungen 107 x 68 x 43,5 mm 250 Gramm ---------------- Preis und Kaufort Am einfachsten findet man die Lomo bei der Ost... mehr
Noch 'ne gute Idee versiebt ...
Lomo

Name des Mitglieds: ElchFahrer
Produkt:
Lomo
Datum: 01.08.01, geändert am 01.08.01 (1035 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: sehr robust, sehr kompakt, einfache Bedienung
Nachteile: unpräzise verarbeitet, fehlender Selbstauslöser, heute zu teuer
Vorweg : ich hab meine LOMO vor Jahren auf einem "Russenflohmarkt" gekauft, als es noch keinen Kult um sie gab und ich auch nur 40 DM dafür bezahlen musste.
Die LOMO ist eine Kleinbild-Kompaktkamera mit Festbrennweite (1:2.8 32mm). In dieser Klasse gibt es zahllose Modelle, die LOMO ist darunter jedoch konstruktiv ein ziemlicher Exot.
Die LOMO hat keinen Autofokus; man stellt die Entfernung nach Gefühl in vier Positionen zwischen 0.8m-1.5m-3m-unendlich ein. Bei der relativ kurzen Brennweite ist das ausreichend genau.
Die LOMO hat keinen Motor; man transportiert den Film selbst mit einem kleinen Handrad weiter und muss ihn auch am Filmende selbst wieder zurückspulen.
Die LOMO hat keinen eingebauten Blitz; sie verfügt über einen Standard-Blitzschuh, an den man so ziemlich jede Blitzanlage anschliessen kann.
Zudem hat die LOMO ein sehr kompaktes Ganzmetall-Gehäuse mit integrieter Objektiv- und Sucher-Abdeckung. Auch im Einsatz ragt das Objektiv nicht aus dem Gehäuse hervor.
Zu dem sehr robusten Entwurf gehört natürlich auch eine metallene Stativbuchse.
(Der Gehäuseboden lässt vermuten, dass auch einmal ein Winder vorgesehen war ?!)
Die Kamera verfügt über eine Programmautomatik (Zeiten 1/500-2 sec, Blenden 1:2.8-1:16) sowie die Möglichkeit, die Blende selbst zu wählen (dann vermutlich mit 1/60 sec fix), was z.B. beim Blitzen nötig ist, oder wenn man keine Batterien hat
(nicht vergessen: eine russische Kamera ...)
Die Sucheranzeigen bestehen aus zwei freistehenden LEDs (für Batterie o.k. und
Belichtung o.k./Verwacklungsgefahr) sowie der eingespiegelten Entfernungseinstellung.
Eine automatische Filmempfindlichkeitserkennung über DX fehlt. Die Empfindlichkeit
muss manuell eingestellt werden - dies erlaubt zudem Belichtungskorrekturen um +-2 EV.
Soweit also eine sehr robuste, sehr kompakte Kamera für alle die Gelegenheiten, zu denen man keinen richtigen Fotoapparat mitne
hmen möchte - dabei leise, sparsam und doch hinreichend vielseitig.
Und ziemlich nah an dem, was mir als ideale Kompaktkamera vorschweben würde.
Bewertung :
(Nein, das russische Handbuch ist kein echter Kritikpunkt - selbst entziffern macht Spass)
- Die Belichtungsautomatik ist für Dia-Filme einfach zu ungenau.
- Das Objektiv (Glas, vergütet - kein Plastik) kann mit den meisten anderen Kompaktkameras mithalten.
- Die Bildabstände auf dem Film (zumindest bei meinem Exemplar) sind viel zu ungleichmäßig - die Bilder überlappen teilweise fast.
- Auch die Filmführung ist das primitivste, was ich von KB-Kameras kenne.
- Ein Selbstauslöser/Fernauslöser/Fernbedienung fehlt gänzlich - besonders bei Langzeitaufnahmen sehr schade.
Den heutigen Preis von 200-250 DM halte ich (technisch, d.h. ohne Kult-Zuschlag)
für völlig überzogen.
Für 140 DM gibt es eine Olympus mju-1 und für 220 DM bereits eine Olympus mju-2 (Dia-tauglich, Spritzwasser-geschützt, noch kompakter, sehr präzise gearbeitet).
Diese sind der LOMO in der Praxis weit überlegen - und wenn man unbedingt "lomographieren" will, kann man auch mit diesen Kameras aus der Hüfte schiessen.
[Jedenfalls hat meine mju-2 meine LOMO gänzlich in den Fotoschrank verdrängt]
Falls man aber so ein Teil billig bekommt, hat man eine attraktive Alternative zur
japanischen Einheitskost.
(Tip : nicht die Batterien (3 Knopfzellen) SR-44 aus dem Manual kaufen, sondern LR-44 - kosten nur 1/5 und tun's genau so.)
Alternative für Leute, die "trendy" sind und nebenher ihr angesagtes Leben dokumentieren wollen : warum nicht eine billige Digitalkamera (unter 1 MegaPixel) ?
Fazit:
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