
Produkttyp: Lomo Kameras
Neuester Testbericht: ... einstellbar Abmessungen 107 x 68 x 43,5 mm 250 Gramm ---------------- Preis und Kaufort Am einfachsten findet man die Lomo bei der Ost... mehr
Ostalgie ist ein blödes Wort, trifft es aber...
Lomo

Name des Mitglieds: lazorarouge
Produkt:
Lomo
Datum: 17.02.12
Bewertung:
Vorteile: spezielle Bilder
Nachteile: Preis, schlechte Bilder
Da die Lomo vor etwa zehn Jahren eine Wiedergeburt erlebt hat und in der Zwischenzeit schon wieder in Vergessenheit geriet, möchte ich sie nochmals ausgraben, da ich noch regelmässig mit der Lomo Kamera fotographiere.
Worum geht es?
Um die Lomo Kamera LC-A, die im Jahre 1983 auf den Markt kam. Meine ist eine Lomo Smenja von 1986.
Hersteller ist die Leningradskoye Optiko Mechanicheskoye Obyedinenie in St. Petersburg.
Leningradskoye Optiko Mechanicheskoye Obyedinenie gibt es seit 1914, seit jeher bauten sie optische Geräte, meist für die russische Armee und das Sovjet Raumfahrtprogramm.
1983 kopierte die Lomo eine japanische Kleinbildkamera und brachte sie unter eigenem Namen auf den Markt. Die Lomo verkaufte sich millionenfach, war sie doch eine der wenigen, in den ehemaligen Ostblockländern erhältliche Kamera.
Nach der Wende versank sie in der Vergessenheit, bis sie im Jahr 2000 ein Comeback erlebte. Ausgehend von Wien entwickelte sich der Lomo-Kult, so dass Lomo bald die Originalkamera in einer Neuauflage herausbrachte (mit den selben Parametern), sowie einige verschiedene bunte Plastikkameras auf den Markt brachte.
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Technische Daten
Kleinbildkamera mit Belichtungsautomatik
Linse
Objektiv "Minitar 1"
Brennweite: 32 mm
Lichtstärke: f/2.8
Blendenstufen von 2,8 to 16
Entfernungseinstellung: von 0,8 m bis unendlich
Verschluss
Versschlusszeiten von 1/500 bis 2 Minuten
Blitzsynchronisation (X) bei 1/60 Sekunde
Auslöser manuell durch Herunterdrücken eines Hebels
Filmtransport manuell
Film
35 mm Standard Kleinbildfilm
Filmempfindlichkeit von 25 bis 400 ASA einstellbar
Abmessungen
107 x 68 x 43,5 mm 250 Gramm
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Preis und Kaufort
Am einfachsten findet man die Lomo bei der Ostoma auf dem Dachboden. Da nicht jeder diese Oma hat, gibt es sehr wenige Läden, in denen die Lomo angeboten wird. Momentan ist sie ab 250 Euro zu haben. In einer roten Spezialedition kostet sie auch schon mal 400 Euro. Dabei kosten alte Kameras etwa gleichviel, wie die Neuauflage. Die Plastikkameras gibts viel günstiger. Auf Ebay werden auch dann und wann Lomos angeboten.
(Kontaktadressen z.B. auch auf www.lomography.com)
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Meine Lomo
Meine Lomo habe ich vor guten 10 Jahren zu einem Schnäppchenpreis kaufen können. Zum Zubehör gehört eine Hülle aus hartem, stabilem Leder, die an die Kamera angeschraubt (ja, tatsächlich geschraubt) werden kann.
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Anwendung und Fotoergebnisse
Ich nehme meine Lomo immer mit, wenn ich in Osteuropa Urlaub mache. Letztes Frühjahr hatte ich sie in Karlsbad (Tschechei) dabei. Es ist lustig, wie sich alte Leute irritiert umdrehen, wenn sie das Geräusch des Auslösers hören und sich an den Klang erinnern. Manchmal schnellte ein Kopf richtig rum und ungläubige Augen starrten mich an.
Die Fotos sind eine Klasse für sich. Man weiss nie, was man knippst, da das Bild im Sucher und das Bild auf dem Film immer etwas verschoben ist. Wenn ich etwas wirklich in die Mitte des Bildes rücken möchte, muss ich rechts davon vorbeiknipsen.
Farbfilme werden bei der Lomokamera überbewertet. Gäbe es noch zahlbare Schwarzweissfilme, würde ich sie kaufen, da die Lomo Farben wirklich sehr schlecht wiedergibt. Meine Fotos sind immer sehr farblos und grobkörnig. Eben so, wie all die Fotos, die ich in meinem Babyalbum habe. Ihr, die ihr auch über Dreissig seid, habt bestimmt auch welche dieser farblosen oder leicht bräunlichen Bilder.
Ob man die Schärfe an der Lomokamera wirklich einstellen kann, bin ich mir nicht sicher. Man kann zwar vorne am Objektiv drehen, und da sind auch Einheiten darauf eingezeichnet, es ist aber offensichtlich, dass diese nicht mit der Wirklichkeit korrespondieren.
Bei Fotos bin ich also immer überrascht, dass sie farblos sind und frage mich, was ich eigentlich fotographieren wollte, weil das halbe Gesicht meines Freundes ganz aussen am Bildrand klebt und total unscharf ist. Aber das gehört nun mal dazu.
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Weiteres und diverses:
Die Lomo kann man auf jedes (einmal handelsüblich gewesene) Stativ schrauben. Auch alte batteriebetriebene Blitze können auf den Schlitten aufgesetzt werden. Theoretisch könnte man also richtig gute Fotos damit schiessen. Wie gesagt, theoretisch.
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Fazit
Die Lomo Smenja war im Westen wohl schon überholt, als sie auf den Markt kam. In der Zwischenzeit kann man entweder nur darüber lächeln, schallend lachen oder sie als absolutes Kultobjekt betrachten.
Im digitalen Zeitalter ist das fotografieren mit einer analogen Kompaktkamera auch eine Preisfrage. Wie lange man überhaupt noch Filme für analoge Kameras kaufen kann, ist ja auch nicht so ganz klar.
Wer sich eine Lomo kauft, muss wissen, worauf er sich einlässt: auf absolut unberechenbare und grottenschlechte Fotos. Dafür sind sie aber auch etwas ganz Spezielles.
Ich geniesse es, in alten Städten und besonders in Osteuropa mit der Lomo zu knipsen. Irgendwie fängt die Lomo die Stimmung dort super ein. Die Bilder sind durch ihre Qualität absolut nostalgisch. Und wenn ich an der Ostsee fotografiere sogar Ostalgisch.
Erinnert sich jemand an Nina Hagen und "du hast den Farbfilm vergessen"? Ich kann ihr Problem nicht verstehen. Bestimmt wurde da auch mit einer Lomo geknipst. Und ob Farbfilm oder nicht, macht der Lomo nicht viel aus.
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Sternchenvergabe:
Ich gebe drei. Einen für das robuste und unkaputtbare Gehäuse, einen für den Kultfaktor und den dritten, weil die Lomo doch mehr als zwei Sterne verdient hat.
Fazit: Absolutes Habenmuss
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