Leica R7
Beste Kamera im R-System ! - Leica R7 Kamera

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Leica Kameras

Neuester Testbericht: ... besser in der Hand liegen, vor allem bei der Verwendung längerer Brennweiten. Schade nur, das zu den R5 bis R7 keine Digitalrück... mehr

Beste Kamera im R-System !
Leica R7

nagelchr

Name des Mitglieds: nagelchr

Produkt:

Leica R7

Datum: 19.03.01, geändert am 24.02.05 (2120 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Gewicht, sehr einfach und intuitiv zu bedienen, bestes Preis-Leistungs-Verhältni s im R-System, traumhafte Verarbeitung, sehr robust und widerstandsfähig, dabei aber auch recht kompakt

Nachteile: für schwere klobige Zooms etwas zu klein

Ich benutze meine gebraucht erstandene Leica R7 jetzt schon über ein Jahr lang und bin absolut begeistert.

Als Besitzer eines EOS-1 Systems mit L-Objektiven reizte mich der (Wieder)-Einstieg in ein manuelles System, da ich doch bei der AF-Fotografie einiges vermisste und mir oft unterfordert vorkam. Ich erstand die hellverchromte R7 mit dem nagelneuen Vario-Elmar 4/35-70, einem E60 Leica UV-Filter und der zugehörigen Bereitschftstasche fü ca. 2800,- bei ebay, ein super Spitzenpreis also. Alles im Neuzustand. Hellverchromt ist besser, da sich die Kamera so nie abscheuern kann, wie es bei schwarz verchromten so üblich ist.

Als ich die R7 aus der Samtschatulle nahm, hatte sie schon ein sattes Gewicht. Sie liegt super in der Hand und ist präzise verarbeitet wie ein schweizer Uhrwerk. Die Objektive rasten satt ein und haben danach kein Spiel am Bajonett. Der Sucher ist so klar und brilliant wie bei keiner AF-Kamera. Und dann erst der Filmtransport und der Auslöser : ein samtweicher dunpfer Klack wie das zuschlagen einer Mercedestür. Wahnsinn !! Durch die aufwendige Luftdämpfung des Spiegelschlages sind auch verwackelungsfreie Aufnahmen bis weit herunter in den Verschlußzeitenkeller möglich. Die Belichtungsmessung erfolgt durch den komplett teildurchlässigen (30%) Hauptspiegel, hinter dem ein genausogroßer Hilfsspiegel (Stufenlinse) mit 1345 eingeprägten Mikroreflektoren sitzt, der das Licht auf die im Boden der Kamera sitzende sehr streulichtgeschützte Photozelle spiegelt. Für die Spotmessung wird vor die Photozelle mechanisch eine Sammellinse vorgeschaltet. Durch dieses so konstruierte Meßsystem kann man problemlos jede Mattscheibe einwechseln, auch die noch helleren Beattie-Intenscreens, ihne wie bei AF-Kameras oder anderen manuellen das hinter dem Prisma sitzende Belichtungsmeßsytem (das das Licht durch die Mattscheibe mißt) nachkalibrieren zu müssen.


Technisch bietet die R7 eine variable shiftbare Programmautomatik, Zeitautomatik, ze
itautomatik mit Spotmessung, Blendenautomatik und Manuell mit Spotmessung. TTL-Blitzmessung bis 1/100 s (TTL-Photozelle befindet sich genau neben der Photozelle im Boden). Im Programmodus wird der Blitz automatisch als aufhellblitz eingesteuert, wenn es hell genug ist, ohne das Tageslicht zu überblenden. Dazu wir er von der Programmautomatik um 2/3 Blendenstufen abgeschwächt. Wenn es zu hell ist, zündet er erst gar nicht. Eine +/- Korrektur läßt sich von -3 bis +3 in halben Schritten einstellen. Über ein Fenster am Prismendom vorne über dem Blendenring des Objektivs werden über ein aufwendiges optisches leicatypisches System die Blendenwerte in den Sucher eingespiegelt. Diese können bei Dunkelheit auf Bedarf von einer roten stromsparenden Leuchtdiode angeleuchtet werden, so daß sie im Sucher rot zu sehen sind wie die anderen Anzeigen. Hinter dem Sucher außen befindet sich eine Dioptrienkorrektur und ein Okularverschluß. Ein Drahtauslöser ist anschraubbar und rechts unten am Bajonett befindet sich eine Vorrichtung für eine Spiegelvorauslösung. Dort schraubt man einfach einen zweiten Drahtauslöser rein oder den original Leica Spiegelvorauslöser (klein und praktisch, kostet aber 50,-). Der Spiegelvorauslöser muß einfach vor dem Hauptauslöser betätigt werden. Ein Selbstauslösetr mit ca. 10 oder 12 sek. ist auch dabei. Die Verschlußzeiten bewegen si zwischen 16 und 1/2000s in Halbschritten.

Die R7 ist intuitiv und schnell zu bedienen und bietet unter allen, wirklich allen R Kameras den besten Gegenwert fürs Geld. Vor allem, wo sie momentan bei Ebay sehr oft im Topzustand für ca. 2000,- zu bekommen ist. Die klassische R-Serie (R4-R7) ist von ihrer Gehäuseform natürlich klein und kompakt gehalten. Das macht sie praktisch auf Reisen und im Alltag, aber etwas unpraktisch beim Gebrauch schwererer Zooms oder Festbrennweiten. Dann braucht man entweder den Motor oder den Winder (habe ich beides nicht) um ein besseres Gegengewicht zu schaffen. Ich habe mir dafür später
noch die R8 gebraucht gekauft bei ebay (genauso ein Schnäppchen !), die natürlich etwas größer und für viele etwas klobiger ist, aber gerade für schwerere Linsen perfekt ausbalanciert ist. Sobald man sie mal an die Augen setzt, merkt man die perfekte Ergonomie. Weiteres darüber in meinem R8-Artikel hier bei dooyoo.

Obwohl ich jetzt mit der Eos 1 + Booster, der R7 und der R8 als ernsthafter engagierter Amateur 3 Kameras im Arsenal habe, nehme ich doch eigentlich am liebsten immer die R7 mit. Sie ist handlich, praktisch und bietet alles, was das Herz begehrt. Zusammen benutze ich sie mit einem 2.8/35 Elmarit (leichte und extrem vielseitige Kombination ! man braucht nur noch ein 90er Elmarit/Summicron oder ein 135er !), dem unschlagbaren und zurecht legendären APO-Telyt 3.4/180 und den beiden abartig guten Zooms Vario Elmar 4/35-70 (mit äußerst gut implementierter Makrofunktion) und 4/80-200. Die Objektive laufen ölig, und satt. Ein Hochgenuß ! Die Genauigkeit der Belichtung ist perfekt ! Und sie ist sehr sehr robust. Nicht zu vergleichen mit den üblichen AF-Plastikbombern. Viele nörgeln immer über den geringen Funktionsumfang einer Leica. Das hat ein Mercedes auch im Vergleich mit einem Mitsubishi. Weniger Extras, die eh kein Mensch braucht. Welches Auto ist denn solider und hat einen besseren Wiederverkaufswert ??? Und gar über den fehlenden AF oder wenigstens doch einen digitalen Fokus-Indikator (DFI). Wer darüber nörgelt, hat des Sinn vom R-System nicht begriffen. Contax verwendet in der RX einen DFI. Es ist ein Sensorsystem, das oberhalb der Mattscheibe sitzt und anhand des Schnittbildindikators/Mikroprismas die Bildschärfe einschätzt. Bei der Contax RX ist das aber eher ein unnötiges Gimmick, das keinem nützt. Aber jeder fordert es mal bei Leica. Vielleicht wird die R9 einen DFI haben. Leica wird aber sicher nicht mit der Tradition brechen und AF einführen. Denn Tradition, spitzen Verarbeitung und Kontinuität und Kompatibilität innerhalb der R-Objektivre
ihe, die bis weit in die 60er Jahre hineinreicht, war bisher immer der Grundstein. Zu viele elektronische Veränderungen weg vom mechanischen stört wiederum die konservative Stammkundschaft, von der Leica abhängig ist. Von daher ist es immer eine Gradwanderung für Leica für das nächste Modell: Wie innovativ muß man sein und wie innovativ darf man sein. Sehr schwierig.

Der Leicaservice ist perfekt ! Und schnell. Den Fotoapparat zur Prüfung einzuschicken oder irgendein Objektiv kostet nichts. Nur wenn ein Schaden gefunden wird. Und dann cuh nur, wenn er außerhalb der langen Garantiezeit liegt. Meine R8 wurde problemlos auf den neuesten elektronischen Stand gebracht, ohne das was kaputt war. Es gab einfach eine neuerentwickelte Elektronik und einige noch robustere weiterentwickelte Teile (Rückwand, Boden, Front). Das einzige, was noch zu meiner "alten" R8 gehörte war der Verschluß mit den Filmtransportschienen. Alles auf Kulanz (5J) ohne einen Pfennig zu zahlen ! Das ist Service ! Nicht zu vergleichen mit den großen Herstellern, die nur Vertragswerkstätten haben und nichts mehr auf Garantie reparieren, wenn sie nur ein Tag ausgelaufen ist. Leica rejustierte bei mir eine Blende, obwohl die Garantie schon 6 Monate darüber war. Perfekter Service !
Das Canon AF-System würde ich weggeben, die R8 im Notfall auch, die R7 nie !

Fazit: