Contax 167 MT
Viele Jahre sehr zufrieden - Contax 167 MT Kamera

Produkttyp: Contax Kameras

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Viele Jahre sehr zufrieden
Contax 167 MT

hgulf

Name des Mitglieds: hgulf

Produkt:

Contax 167 MT

Datum: 18.09.03, geändert am 18.09.03 (1330 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Sehr gute Objektive, Informativer Sucher

Nachteile: Sucheranzeige nicht immer gut lesbar

Sehr erstaunlich, dass die Contax 167MT noch besprochen wird. Da ich aber mit keiner Kamera mehr Erfahrung habe, schreibe ich gerne einen Erfahrungsbericht.
1990 habe ich meine 167MT gebraucht mit 1,4:50MM für DM 1200,- gekauft. Ausschlaggebend waren eine Auswahl guter Objektive sowie Spotmessung. Leica war (und ist) zu teuer, und die Nikon F801 hatte damals noch keine Spotmessung. Neben Urlaubsfotografie waren insbesondere Natur- und Landschaftsaufnahmen sowie Portraits Einsatzgebiet dieser Kamera.

Bedienung
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Für viele Modelle von Contax gilt die Idee, nicht mit etablierten Konzepten zu konkurrieren, sondern eigene Wege zu gehen. Die 167MT war bei ihrer Erscheinung in vielen Punkten ungewöhnlich: DX-Filmempfindlichkeitseinstellung, eingebauter Winder, Programmautomatik und TTL-Blitzautomatik waren zwar nicht neu, aber auch noch nicht -wie heute- Standart. Viele störten sich an dem Schieberegler für Zeit und Programmmodus, an dem man sich gewöhnen kann. Nicht so schön hingegen ist die Tücke des nicht 100% sicheren Filmeinlegens. Die Kamera zeigt einen nicht richtig eingelegten Film weder im Sucher noch auf dem LCD-Display an, aber das Zählwerk läuft fleißig pro "Bild" mit; erst wenn nach Bild 39 weiteres munteres fotografieren möglich ist, erkennt man das Fiasko. Dies ist mir in dreizehn Jahren aber nur zweimal passiert. Zur Kontrolle hat man auf der Rückseite eine Anzeige des Transports, auf dem man beim Einlegen des Filmes achten sollte.
Eine weitere Tücke beim Filmeinlegen lauert in der Einstellung der Filmempfindlichkeit. Da beim Erscheinungsdatum der Contax DX-codierte Filme nicht die Regel waren, kann sich die Kamera unter bestimmten Umständen die Empfindlichkeit vom Film davor merken - Fehlbelichtungen könnten die Folge sein. Ich habe mir angewöhnt, nach dem Einlegen kurz die "ISO"-Taste zu drücken und die Empfindlichkeit eventuell zu korrigieren. Auch dieses Problem tritt äußerst selten auf, vermutlich a
uch wegen meiner Routine beim Filmwechsel - der läuft fast immer gleich ab.
Nach zwei SLRs mit Leuchtdioden im Sucher war die LCD-Anzeige in der 167MT "in meinen Augen" der reinste Luxus. Die vermittelten Informationen sind vielfältig: Zeit, Blende, Bildzählwerk und Belichtungsart. Läuft der Selbstauslöser, so wird statt des Bildzählers die verbliebene Zeit angezeigt. Zeit und Blende sind auch bei Programmautomatik zu sehen. Hat man ein kompatibles Blitzlicht, so wird auch die Blitzbereitschaft und nach der Aufnahme eine eventuelle Bestätigung der richtigen Belichtung angezeigt. Trotz der umfangreichen Informationen gibt es auch Kritik: Die Anzeige ist über dem Sucherbild und nicht immer gut zu erkennen; so überstrahlt viel Licht von vorne das Display, auch erfordert die Lage der Anzeige eine exakte Haltung, insbesondere als Brillenträger. Aber mit ein bisschen Übung fällt das gar nicht mehr auf.
Über den erwähnten Schieberegler lassen sich drei Programme einstellen; die Programme unterscheiden sich durch das Verhältnis Zeit Blende. Bei "hi" ist die Zeit kürzer, bei "low" länger. Benutzt habe ich die Programmautomatik nie - nur beim Verleihen: "Scharfstellen, auslösen." Die Bilder sind auch geworden, die Automatik scheint es also zu tun. Fast alle Bilder schieße ich mit der Zeitautomatik - was auch an meinen nicht-MM-Objektiven liegt, die weder Programm- noch Blendenautomatik ermöglichen.
Wen die AAA-Batterien stören: Ein Batteriefach für 4 AA-Batterien gibt es auch; es ist aber selten gebraucht zu finden.

Qualität
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Nach dreizehn Jahren hatte ich keinen Defekt, die Gummierung sitzt wie am ersten Tag und die Beschriftung ist nicht abgeblättert. Dennoch: 1/8000s und 3 Bilder/s sind gewaltig für eine Kamera der achtziger Jahre, ein Defekt würde mich nicht wundern. Bis jetzt schlägt sie sich aber wacker. Die Anfälligkeiten des Verschlusses bei dem ehrgeizigen Vorgängermodell (155MM??/159MM??) t
reten bei der 167MT nicht mehr auf, wohl auch, da die Blitzsynchronzeit auf 1/125s zurück genommen wurde.
Mehr Sorge bereitet mir die eingebaute Lithiumzelle: Als ich die Kamera kaufte sagte mir der Verkäufer, diese Zelle hielte 7-10 Jahre - das ist 13 Jahre her, und ich habe keine Ahnung, wie alt die Contax da schon war. Fällt sie aus, muss und werde ich sie zur Reparatur schicken.
Da die 167MT nicht mehr gebaut wird, ist ein solcher Bericht vor allem für Gebrauchtkäufer nützlich. Ein überholtes Modell zu einem fairen Preis kann ein guter Kauf werden. Leider habe ich in den letzten Jahren nur stark abgenutzte und doch reichlich teure Modelle gesehen, da sollte man achtsam sein und mit Hinweis auf die Lithiumzelle verhandeln.
Oder es wie ich machen: Ich halte Ausschau nach einer guten und günstigen Contax ST. Als Nachfolge für die 167MT.

Fazit
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Ich habe den Kauf der Contax 167MT nie bereut. Die Qualität der Objektive ist hervorragend. Mir fehlen nur noch das 25mm, das 85mm und das 35-135mm (also ein Lottogewinn) zum Glück. Ich hatte kein Bild, welches wegen eines Fehlers der Kamera missglückt ist. An die Bedienung habe ich mich gewöhnt.
Aber: die Kamera ist in die Jahre gekommen. Und damit steigt das Risiko von Defekten. Doch solange sie funktioniert ist sie eine hervorragende Kamera.

Fazit: