
Produkttyp: Canon Kameras
Neuester Testbericht: ... ist. Und wenn es hell ist bleibt das Stativ einfach zugeklapt. Die Eleganz der Kamera ist der Hammer. Die Batterieenergie ist besonders lan... mehr
Prima - auch nach Crashtest ;-)
Canon EOS 300

Autor-Name: jseidenschnur
Produkt:
Canon EOS 300
Datum: 28.10.03, geändert am 28.10.03 (2005 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Funktionen, Sichere Belichtung, Preis
Nachteile: nicht wirklich
Ich bemüh mich mal, die EOS300 schlecht zu machen. Aber so richtig gelingt mir das bei dieser prima Kamera nicht. Also: Vor gut zwei Jahren habe ich mich entschlossen, von einer Canon AE-1 umzusteigen ind die Spiegelreflex-Autofocus-Welt. Der auschlaggebende Punkt war, dass ich mit der AE-1 (eine für damalige Verhältnisse ebenfalls tolle Kamera, aber vor eben gut 25 Jahren) bestimmt 20% Auschuß hatte: Fehlbelichtungen und vor allem unscharf focussierte. Nicht, dass ich nicht scharf gucken könnte :-) aber wenn sich das Motiv bewegt, ist man mit der Handfokussierung häufig auf verlorenem Posten. Und von den Autofokus-Kompaktkameras hatte ich wegen der Bildqualität die Nase voll: Spätestens ab 13x18cm Fotos sieht man im gesamten Bild latente Unschärfe... OK für Schnappschüsse, aber mehr definitiv nicht.
In Kits (Kameragehäuse plus Objektiv oder 2 Objektive) gibt es die Canon EOS 300 überall, die Preise fangen an bei ca. 330 Euro inklusive des Standardobjektives Canon 28-80 4,0-5,6. Das Objektiv kann ich übrigens als langfristige Investition nicht unbedingt empfehlen, da es nur mässig verarbeitet ist.
Zuhause ausgepackt und: die Bedienung ist kinderleicht und intuitiv. Eine Bedienungsanleitung liegt anbei und ist prima – aber eigentlich braucht man sie kaum. Ich bin gleich los und hatte prima Motive und Wetter (Kieler Woche).
Ich lege also den ersten Film ein. Logo: die Filmempfindlichkeit wird automatisch erkannt. Wer mag, kann sie dann manuell verändern und somit eine Film systematisch über- oder unterbelichten. Die Überraschung aber: Die Canon spult den Film nach dem Einlegen ganz aus der Patrone heraus und führt dann die belichteten Fotos in die Patrone zurück. Zumindest gewöhnungsbedürftig, denn im Ergebnis steht auf dem Negativstreifen unter Foto Nr. 36 das zuerst geschossene, und die 1-3 Fotos, die so ein 36er Film normalerweise mehr hergibt, sind auch futsch, denn die EOS300 macht immer exakt 36 Fotos aus einem 36er Film. Der Vorteil ist aber (und ich hab ihn auch schon nutzen dürfen): Wenn die Rückseite unbeabsichtigt vorzeitig geöffnet wird, sind bis auf das zuletzt geschossene Foto die anderen OK, nur der Restfilm (unbelichtet) ist futsch!
Dann beim Fotographieren: Der Autofokus ist erstaunlich clever und funktioniert tadellos (7 Messfelder, Profikameras haben selten mehr Messfelder), nur selten muss man die Schärfe manuell korrigieren. Die Schnelligkeit des Autofokus hängt primär vom Objektiv ab – Amateurobjektive lange völlig für den Amateurbedarf aus, aber im Sport sind sie manchmal etwas langsam.
Die Batterien, die anbei lagen, halten erstaunlich lange: bestimmt 60 Filme. Das hängt aber natürlich davon ab, wie viel man den Blitz verwendet. Der Motor macht 1,5 Bilder in de Sekunde. Das ist OK, aber die tollen Serienaufnahmen im Sport kann man damit nicht machen. Der Blitz ist OK, im Nahbereich akzeptabel und vor allem: er wiegt nichts und kostet nichts extra. Wer sich eine Profikamera kauft (EOS3 z.B.), kann schön immer den Blitz mitschleppen...
Die Programme verwende ich am Häufigsten. Abhängig von der Brennweite wählt die Kamera nämlich fast immer die Kombination, die auch ich bevorzugen würde. Kurze Verschlusszeiten im Sportprogramm, ausgewogen in der Vollautomatik, kleine Blenden im Landschaftsprogramm. Wenn ich „kreativer“ sein will, stell ich auf Blenden- oder Zeitautomatik, wähle die Verschlusszeit und die Blende wird automatisch ermittelt. Standard, hebt die EOS 300 nicht ab von der Konkurrenz. Überhaupt, ich will die Funktionen nicht einzeln aufführen, dazu sind die Prospekte der Hersteller da.
Was wirklich zählt: Das Ergebnis. Und das kann sich wirklich sehen lassen, Sehr belichtungssicher, durch den schnellen Autofokus und die einfache Handhabe habe ich viele Fotos machen können, bei denen mir sonst das Motiv „davongelaufen“ wäre. Ich schätze, dass ich je Film nur noch maximal zwei Fotos habe, mit denen ich kameratechnisch nicht völlig zufrieden bin. Aber das liegt wahrscheinlich doch eher an mir selbst...
Einen besonderen Test habe ich meiner EOS300 auch unterzogen, von dem ich noch berichten möchte. Und zwar den Crashtest: Freier Fall aus 1,50m Höhe auf Asphalt, mit angeschraubtem Objektiv. Sie ist mir aus dem Rucksack auf die Strasse gefallen. Und: Sie hats ausgehalten. Ein paar Kratzer nur auf der Rückseite. Vielleicht auch Dank ihres geringen Gewichtes (wirklich federleicht!). Das Objektiv (Canon Standard 28-80) hat allerdings einen Ditsch bekommen und ich musste es ausrangieren. Schade, schade. Na ja, wahrscheinlich habe ich noch richtig Glück gehabt. Den Tet wiederholen will ich lieber nicht, und mein Rucksack wird jetzt immer sorgfältig verschlossen.
Mein Fazit nach zwei Jahren und ca. 150 Filmen Anwendung: Die optimale Kamera für Einsteiger bis anspruchsvollem Amateur. Ich würde sie sofort wieder kaufen. Wer etwas Besseres (schnellerer Motor, stabileres Gehäuse, Profifeatures) haben möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Und das Geld investiere ich lieber in gute Objektive. Und die Auswahl ist für Canon – EOS ungeschlagen. Für mich kein Wunder, dass die EOS 300 in Kameratests (fast?) immer der Sieger für den Amateur ist.
Ach ja, ein noch: Etwas ungewöhnlich ist, dass die Kamera den Film direkt nach dem Einlegen ganz auswickelt und dann die belichteten Bilder zurück in die Patrone spult. Das führt dazu, dass die Nummer 36 auf dem Film das erste Foto ist (irgendwie blöd), hat aber den Vorteil, dass bei versehentlichem Öffnen der Klappe nur 1 bis 2 Bilder futsch sind.
Fazit:
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