Canon EOS 1N
EOS-1 --  robust und zuverlässig - Canon EOS 1N Kamera

Produkttyp: Canon Kameras

Neuester Testbericht: ... Zoom- oder Teleobjektive, die einem das Bajonett verziehen oder ausbrechen könnten. Die Kamera ist sehr solide aufgebaut, vom Vollmetal... mehr

EOS-1 -- robust und zuverlässig
Canon EOS 1N

nagelchr

Name des Mitglieds: nagelchr

Produkt:

Canon EOS 1N

Datum: 26.11.00, geändert am 23.04.01 (1279 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: extrem robust und zuverlässig, günstig gebraucht, viel Zubehör, schnell und vielseitig

Nachteile: Sucheranzeige könnte noch verbessert werden

Ich benutze jetzt schon seit einiger Zeit ausgiebig eine EOS-1, die mich seitdem noch nie enttäuscht hat. Zusammen mit dem Power Booster E1, dem Canon EF 28-70/2.8 L USM, dem Canon EF 2.8/80-200 L, dem Sigma EX 2.8/14 HSM und dem Speedlite 540 EZ ist mit dieser Kamera fast jede Situation zu meistern.

Sie war das ehemalige Profimodell von Canon von 1989 bis 1994. Danach kam die EOS-1N in leicht verbesserter Version, vor allem mit zusätzlichen AF-Liniensensoren, aber die Oberkappe war jetzt aus Kunststoff. Erst vor kurzem wurde diese von der EOS-1V abgelöst, die das verbesserte AF-System und die Elektronik der EOS-3 besitzt (ohne Eyecontrol) und gleichzeitig wieder ein Vollmetallgehäuse und die Robustheit der 1er Serie.

Die Verschlußzeiten gehen von 30s-1/8000s. Die Blitzsynchronzeit geht bis zu einer 1/250s. Die Bildrate ohne Booster liegt ca. bei 3-3.5 Bilder/sec, mit Booster bei 6 Bildern/sec

Die Kamera ist sehr robust, besitzt ein Vollmetallgehäuse (im Gegensatz zur EOS 1N, deren Oberkappe aus Kunststoff besteht -> deswegen sind fast alle gebrauchten 1N ziemlich glattgeschliffen auf der Oberkappe, bei der EOS-1 kommt bei Lackschäden auf der Oberkappe nur das Metall zum Vorschein), eine sinnvolle Anzahl an Programmen und Möglichkeiten. Das Belichtungsmeßsystem ist sehr genau, man besitzt Mehrfeld, Integral, Selektiv und Spot Messung, kann alle Funktionen schnell und frei kombinieren ohne Programmwählrad und hat viel Zubehör zur Auswahl.

Durch die stabile Metallkonstruktion von Gehäuse und Bajonett braucht man auch keine Angst zu haben vor dem Gewicht schwererer Zoom- oder Teleobjektive, die einem das Bajonett verziehen oder ausbrechen könnten. Die Kamera ist sehr solide aufgebaut, vom Vollmetallgehäuse (Front, Kappe, Boden Kern,..) aus Zinkdruckguß über die wasserabweisenden Verschlusslamellen bis zur metallenen Filmführung. Alle verschleißgefährdeten Teile sind aus Metall. Aus Kunststoff bestehen nur Knöpfe, die Rückwand und w
eniger wichtige Teile. Der Kunststoff der Rückwand ist eine sehr solide Ausführung. Alle wichtigen Verbindungen und Leitungen im Inneren sind doppelt ausgeführt, was sich auf die Robustheit auswirkt. Die AF-Geschwindigkeit ist sehr schnell. Die Kamera besitzt einen zentralen Kreuzsensor. Für Makro-Fotografen könnte allerdings die EOS-1N oder 3 besser geeignet sein, da man dort noch mehr AF-Felder besitzt. Oder gleich die 1V. Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, beim Filmrückspulen die Lasche aus der Patrone hängen zu lassen. Damit ist wechseln teilbelichteter Filme ganz einfach. Nur beim Rausnehmen des Filmes mit Lasche muss man aufpassen, dass man mit der Lasche nicht den Verschluss beschädigt. Auch ist der 100% Sucher sehr von Vorteil !

Die einzige Sache, die mich stört ist, dass die Messcharakteristik (Spot, Mehrfeld,..), der AF-Modus (dynamisch/statisch) und die Filmtransportart (C oder S) nicht im Sucher Angezeigt werden. Ich benutzte gleichzeitig eine Leica R7 und eine R8, bei denen die Messcharakteristik angezeigt wird. Damit muss man bei keiner Einstellung die Kamera vom Auge nehmen, was sehr angenehm ist, vor aller wenn es dunkler ist. Bei der EOS-1 (und auch der 1N, 3 und 1V) muss man immer die Kamera vom Auge nehmen und aufs Display schauen. Wenn dies geändert werden könnte wäre dies eine große Hilfe.
Der Booster ist eine sinnvolle Ergänzung, vor allem wenn man viel im Telebereich arbeitet, damit viel Strom braucht und einen festen Griff (bei größeren Händen). Im Normalbereich (28-80 und 75-300. aber nicht die 2.8er Lichtstärke) reicht auch der normale Batteriehandgriff mit 4 Mignons aus. Der Booster braucht 8 Mignons, beschleunigt den AF und die Bildfrequenz und hat im Gegensatz zum Batterieteil einen Hochformatauslöser mit Speichertaste.

Die EOS-1 ist momentan günstig gebraucht zu bekommen (ca. 1000-1200,-) und dafür eine absolute Spitzenkamera. Sie ist super robust und zuverlässig. Wer einmal eine vollmetallene AF benutzt h
at will nicht mehr zurück zum Plastik, auch wenn der leichter ist. Das AF-System gehört immer noch zu den schnellsten, die Belichtungen sind spitze und die Bedienung ist schnell und einfach. Die Kamera ist gut gegen Spritzwasser, Staub, Dreck und Luftfeuchtigkeit geschützt. Wer die technischen Gimmicks einer EOS 3 oder 30 nicht braucht bekommt hier spitzen Material fürs Geld. Das ist halt auch der Unterschied zwischen einem gebrauchten Mercedes im sehr guten Zustand und einem nagelneuen Renault Mégane. Wenn man auf elektrische Fensterheber und Sitzheizung verzichten kann ist man mit dem solideren Benz besser beraten. Der Materialaufwand kostet bei der EOS-1 halt mehr als schnellere und neuere Chips und Kunststoffgehäuse bei anderen Kameras. Gerade für Vielfotografierer ist die Materialdimensionierung professionell ausgelegt. Die EOS-1 ist absolut solide und steckt auch Schläge und Stöße ein, ohne Risse im Gehäuse zu bekommen und ohne das Gehäuseteile absplittern.

Fazit: