Jugendgästehaus Speyer
Zu Besuch bei JUGI (2) - Jugendherberge Speyer - Jugendgästehaus Speyer Jugendherberge national

Neuester Testbericht: ... war okay; Wartezeit gab es auch keine (konnte es auch nicht, wir waren nämlich fast die einzigen Gäste). Das Schließsystem funktioniert ... mehr

Zu Besuch bei JUGI (2) - Jugendherberge Speyer
Jugendgästehaus Speyer

friedel1910

Name des Mitglieds: friedel1910

Produkt:

Jugendgästehaus Speyer

Datum: 29.04.08, geändert am 08.11.09 (1067 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Lage (direkt am Rhein) - ideal als Zwischenstopp bei Radtouren; Speiseraum + Bistro; Verpflegung

Nachteile: Sauberkeit in Bad und WC

Ein wichtiger Hinweis vorab: Voraussetzung für die Übernachtung in einer deutschen Jugendherberge ist, dass man Mitglied im DJH ist. Insofern man noch keine DJH-Mitgliedskarte hat, besteht die Möglichkeit diese bei Anreise in der jeweiligen Jugendherberge zu beantragen. Man bekommt dann zunächst einen vorläufigen Ausweis (Pappkarte) ausgestellt und später bekommt man den "richtigen" Ausweis (Kunststoffkarte) von der DJH-Service GmbH zugesendet.

Nun zum eigentlichen Testbericht...

Eines schönen Tages kam mir die Idee, nach Speyer reisen zu wollen. Genau genommen waren wir bei einer Fahrradtour da schon mal gewesen und wollten das alles noch etwas genauer erkunden.
Die Jugendherberge war damals ausgebucht und so hatten wir uns nur mal den Eingangsbereich, der gleich in den Bistro- und Speiseraumbereich übergeht, angeschaut. Sehr schön!
Ein Besuch im Technik-Museum ist bestimmt interessant, die kleine Fußgängerzone lädt zum Bummeln ein, der Dom zu Speyer ist ohnehin ganz bekannt und die Jugendherberge so direkt am Fluss gelegen - toll!

Manche Wünsche lassen mit der Umsetzung lange auf sich warten, bei anderen geht es etwas schneller. Dieser Plan wurde relativ kurzfristig in die Tat umgesetzt.

Dummerweise haben wir telefonisch bestellt. Hätte man online gebucht wäre es wesentlich günstiger gewesen, weil die Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz zwischen November und März so ein Sonderangebot für Online-Buchungen haben. Wenn Ihr also im Winterhalbjahr zu JUGI fahren wollt - unbedingt online buchen!!!

Binnen kürzester Zeit wurden uns die Reiseunterlagen (Vertrag... viel Papierkram und Aufwand für zwei Einzelgäste) zugeschickt. Außerdem kamen mit dem Umschlag viele, viele Prospekte (eins zwar schon unaktuell, weil nur im Sommer geöffnet, aber das kann ja mal passieren).

Die Anfahrt ist ausgeschildert. Da die Schilder aber nicht einzeln stehen, müssten sie - um nicht im "Schilderwald" unterzugehen - größer sein. So sind sie leicht zu übersehen, insbesondere wenn man ohne Beifahrer fährt, also sowohl auf den Straßenverkehr als auch auf die Ausschilderung achten muss.

Die Aufnahme an der Rezeption war okay; Wartezeit gab es auch keine (konnte es auch nicht, wir waren nämlich fast die einzigen Gäste). Das Schließsystem funktioniert hier auch mit Karte, aber nicht so elektronisch zum Durchziehen, sondern mit einer "Lochkarte" (also wie ganz früher mal diese Lochstreifen in der EDV - falls das von Euch jemand kennt).

Die Lage der Herberge ist wirklich super. Direkt am Rhein und nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt.

Außerdem hat man gute Freizeitmöglichkeiten: in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Technik-Museum, das Bademaxx (ein im Sommer 2007 eröffnetes Erlebnis- und Sportbad), die RheinStrandBar (oder so ähnlich) und natürlich die Anlegestelle für die Fahrgastschifffahrt; außerdem gutes Radwegenetz am Fluss bzw. in der Nähe.

Die mündliche Anreiseinfo könnte besser sein; man bekommt ein A5-InfoBlatt mit wichtigen Telefonnummern und dem Türöffnungscode (von innen!) ausgehändigt. Essenszeiten kann man dann dem InfoBlatt auf dem Zimmer entnehmen. Abgabe der Bettwäsche muss man entweder selbst herausfinden oder erfragen. Aber immerhin erfolgt die Info, dass man bei Vorlage des DJH-Ausweises Preisnachlass im Technik-Museum (und noch irgendwo) bekommt.

Die Ausstattung der Zimmer ist Standard (2 Stockbetten, kleiner runder Tisch, 4 Stühle, Schrank, Garderobenhaken, Bild, Leselampen, Vorhänge). Irgendwie wirkt es ein bisschen kahl/ungemütlich. Eine Ecke des Zimmers war total leer - gerade so, als ob man dort irgendetwas weggenommen hätte. Ich weiß nicht...Es ist wirklich schwierig, dies hier anschaulich zu beschreiben. Aber wer JH-Erfahrung hat, kann es sich vielleicht halbwegs vorstellen.
Die Sauberkeit des Zimmer ist weitestgehend okay (bis auf die Fußleisten). Der malermäßige Zustand hingegen lässt sehr zu wünschen übrig.

Die Wäsche (Decken- und Kissenbezug sowie Laken) ist im Top-Zustand - gar nicht so, wie man es gelegentlich in anderen JH erlebt.
Die Frottee-Spannlaken, die als Matratzenschoner dienen, scheinen neu zu sein, zumindest sind sie nicht verblichen/verwaschen. Aber man hat die falsche Größe gekauft und so schlabbert das überdimensionale Laken über das Bett raus. Außerdem auch kleine Flecken drauf (was man bei Anreise und bezogenen Betten aber erst einmal nicht sieht.)

Im Sanitärbereich: Dusche und WC sind getrennt, was ja immer ganz angenehm ist. Leider ist alles etwas beengt. Außerdem gibt es keine Heizung im Sanitärbereich, was dazu führt, dass die Handtücher nass bleiben. Der sichtbare Ring des Waschbeckenabflusses ist nicht mehr silbern, sondern braun (kein Schmutz, sondern die Chrombeschichtung ist nicht mehr vorhanden). Hätte also mal Erneuerungsbedarf.
Die Sauberkeit in Bad und WC ist nicht so toll (Ablagerungen unten im WC; ekelhaftes Aussehen der Unterseite des Duschkopfes - eigentlich mal hellgrau, jetzt aber ziemlich schwarz durch Ablagerungen. Igitt!). Auch der Lichtschalter könnte mal eine Reinigung gebrauchen.
Auf der Ablage im Badezimmer steht ein Schild (wie im Hotel), dass man - wenn die Handtücher getauscht werden sollen - diese auf den Boden legen soll (ich denke, da das Bad keine Heizung hat ist dieses Angebot einfach aus der Notwendigkeit heraus entstanden)

Das Frühstücksangebot ist in Ordnung (es gibt Honig und Nutella, aber man findet es erst nach einigem Suchen, weil es weit entfernt von der Marmelade angeboten wird; verschiedene (sehr leckere) Wurstsorten; Gurkenscheiben/Tomatenviertel/Möhrenscheiben; usw. usw.;
Kaffee kommt in Thermoskannen auf die Tische.
Milch steht in einem großen Behälter zur Entnahme bereit; ist allerdings schlecht beschildert (statt ein Schild am Behälter ist ein kleiner Aufsteller neben dem Behälter); außerdem sieht die Flüssigkeit sehr, sehr wässrig aus (möglicherweise nur 0,3 % Fettgehalt???)
Für das schmutzige Geschirr stehen zwei Wagen im Speiseraum. Gut sichtbar (also nicht hinter einer Trennwand oder so). Das ist natürlich nicht so angenehm, wenn man gerade am Tisch gegenüber platziert wurde und dann ständig darauf schaut.

Tafeln informieren über das grundsätzliche Angebot anderer Mahlzeiten z.B. Vesperbufett a 5,60 EUR. An einer Infosäule kann man den Speiseplan für die nächsten drei Tage entnehmen. Das Snackangebot z.B. Tomatensuppe und Gulaschsuppe.

Auf Gästewünsche reagiert man sehr flexibel. Wir fragten gegen 17.30 Uhr, ob man trotz der geringen Belegung (4 Gäste) Abendessen bekommen kann. Laut Aussage der Frau des Betriebsleiters "ja" (kalt). Der Koch hätte wohl sogar noch ein warmes Essen gezaubert. Kalt ist okay. Wir bekommen eine üppige Wurst-/Käseplatte und zwei verschiedene Salatteller. Und sind glücklich und zufrieden.

Lobend erwähnen muss man die nette Art und die Hilfsbereitschaft der Zivildienstleistenden.

Was uns auch hier (wie schon in Neustadt/Weinstraße - siehe Bericht) beeindruckt hat: für Einzelgäste wird ein Tisch reserviert. Allerdings bringt das mitunter Pannen mit sich: Nämlich wenn dies - bei vollem Haus am zweiten Tag - vergessen wird. Dann eilt der Gast von Tisch zu Tisch, um nach seinem Namen zu suchen und findet nichts...

Und ganz tief hinten regen sich Kindheitserinnerungen...

Wer sitzt auf meinem Stühlchen?
Wer ist von meinem Tellerchen?
Wer sticht mit meinem Gäbelchen?
Wer schneidet mit meinem Messerchen?
Wer trinkt aus meinem Becherchen?

Im Bistro-Bereich ist es wesentlich wärmer als in den Zimmern (trotz ganztägig auf Stufe 5 gedrehter Heizung bleibt es vergleichsweise kühl und man möchte sich nicht längerfristig im Zimmer aufhalten - das ist gut für den Umsatz im Bistro!!!
Die Raumdekoration ist sehr umfangreich, sehr ansprechend und sehr liebevoll. Gleiches gilt für die Tischdeko.

Eine Leseecke konnte ich nicht finden. Nicht mal Zeitschriften lagen aus - außer einer Baby- und Familienzeitschrift. Die aktuelle Tageszeitung lag irgendwo beim Frühstücksbüfett versteckt zwischen irgendwelchem Dekokram.

Der malermäßige Zustand des Flurs ist schlecht. Ebenso die Sauberkeit der "kleinen Dinge" z.B. die Müllstation im Flur.

Wir kannten die Herberge vorher nur vom Speiseraum bzw. Bistrobereich, welcher uns sehr gefallen hat. Es ist schade, dass die Zimmer da in keiner Weise mithalten können. Und wir fragen uns, worauf die Einstufung in Kategorie IV beruht. Es liegen mitunter Welten zwischen Jugendherbergen der gleichen Kategorie innerhalb eines Landesverbandes.

PS: JUGI ist übrigens der JUGI-Bär, das Maskottchen der Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz.

Fazit: bedingt empfehlenswert