


Neuester Testbericht: ... wir keine Tickets hatten. Etwas mit dem System dass L'Tur benutzt um unsere Flugtickets zu buchen hat nicht geklappt. Ich hatte die Tel... mehr
Nix wie weg..., direkt auf die sonnige Müllkippe
ltur.com

Name des Mitglieds: edgar43
Produkt:
ltur.com
Datum: 11.06.05
Bewertung:
Vorteile: Einfach zu buchen, großes Angebot
Nachteile: Fallensteller und Abzocker
Um dem schlechten Wetter im sogenannten Sommer 2004 in Deutschland zu entfliehen, entschlossen wir uns spontan, der Sonne für ein paar Tage hinterher zu fliegen.
Beim Surfen auf verschiedenen Veranstalterseiten fanden wir bei L'TUR in den Last Minute Angeboten eine Flugreise mit LH nach Malta, die uns sofort interessierte. Erstens waren wir noch nie dort, zweitens stimmte der Termin, drittens der Abflughafen. Da weiterhin die im System hinterlegte umfangreiche Hotelbeschreibung das ,Hotel Coastline' als ein 4* Haus der gehobenen Ausstattung anpries, haben wir diesen Kurztrip nach nur wenigen Minuten Bedenkzeit gebucht.
Voller Vorfreude auf ein paar Sommer- und Sonnentage machten wir uns am 28.08.2004 frühmorgens auf den verregneten Weg zum Frankfurter Flughafen. Da wir den Inselstaat überhaupt nicht kannten, kauften wir in einer Buchhandlung auf Rhein-Main einen Malta-Reiseführer, um uns vor der Ankunft noch über unser Reiseziel informieren zu können (POLYGLOTT on tour). Und es war vielschichtig, was wir über Malta erfuhren, vieles interessant und manches überraschend. Und u.a. las ich auch von eine Müllkippe, weshalb man den Abschnitt der Küstenstraße zur Salina Bay möglichst schnell hinter sich lassen sollte (Seite 72).
Mit dem Transferbus fuhren wir vom Flughafen zu unserem Hotel. Wegen der Hitze hielt der Fahrer die Fenster während der Fahrt geöffnet. Wieder interessant, auch die ersten wirklichen Eindrücke von Malta waren vielschichtig. Und dann kam ganz plötzlich ein ganz neuer Eindruck dazu. Es stank! Es stank ganz erbärmlich nach brennendem Müll, ein widerlich beißender Geruch, der einem den Atem nahm. Da fiel mir die Müllkippe aus dem Reiseführer wieder ein und beim näheren Hinsehen konnte man sie leicht in der Entfernung erkennen: in Form eines Tafelberges, künstlich angelegt mit Straßen und Plattformen, wie einst der "Monte Scherbelino" im Frankfurter Stadtwald, der über viele Jahrzehnte, neben dem ganzen Kriegsschutt, den Abfall der ganzen Großstadt aufnehmen musste. Kurz darauf ließ sich der Busfahrer vernehmen und kündigte den ersten Halt der Transferfahrt an: "Coastline". Der Bus durchfuhr noch eine kleine Kurve um eine Anhöhe herum und setzte danach den Blinker nach rechts. Unmittelbar neben der Straße erhob sich an dieser Anhöhe unser Urlaubshotel.
Bei unserer Ankunft war unser Zimmer noch nicht gerichtet, weshalb wir noch nicht einziehen konnten. Deshalb beschlossen wir gezwungener Maßen einen ersten Rundgang durch das Hotel und den Garten. Sofort, als wir zur Poolseite aus dem Haus traten, war er wieder da, dieser alles durchdringende Geruch, den wir ja schon kannten. Er legte sich geradezu auf die Zunge, man konnte ihn förmlich schmecken, richtig widerlich. Und man sah ihn sofort, den Müllberg. Geradezu alles überragend und majestätisch, ähnlich wie der Kilimandscharo hinter dem Keniatischen Nationalpark Massai Mara, bloß nur nicht so weit entfernt, erhob er sich praktisch hinter dem Hotel aus dem Boden...
Es hatte ja auch etwas Verträumtes, ja geradezu eine romantische Note, wenn man hinter den hohen Panoramascheiben im höher gelegenen Restaurant sein Frühstück einnahm, mit ungehindertem freien Blick auf das Müllgebirge. Wenn sich die ersten Strahlen der noch tiefstehenden Sonne im Morgendunst in vielen Scherben spiegelten und vereinzelte zarte Rauchfähnchen in den leichten Luftbewegungen spielten...
Aber Spaß beiseite. Wir wollten einfach nur für ein paar Tage in den Sommer, zum Schwimmen, Sonnen und Faulenzen, und dabei ein klein wenig Malta erleben. Nach nur fünf Übernachtungen war dieser "Urlaub" schließlich schon wieder vorbei. Von einem Pauschalreiseangebot dermaßen verschaukelt zu werden, darauf waren wir nicht vorbereitet. Wir machen zwei bis drei mal Flugurlaub im Jahr, aber so etwas ist uns noch nicht passiert. Wir sind jederzeit bereit, andere Standards, andere Sitten und Gebräuche in Ländern anderer Kultur und Traditionen zu akzeptieren und uns darauf einzustellen. Selbst kleinere Mängel nehmen wir in Kauf, schließlich wollen wir uns im Urlaub erholen und uns an diesen Tagen erfreuen. Mit der Ameisenstraße, die quer durch unser Zimmer im Coastline verlief, hatten wir uns arrangiert, wir hoben halt einfach die Füße und stellten ihr nichts in den Weg, das Zimmer war groß genug.
Aber dieses Hotel liegt in unmittelbarer Nähe einer großangelegten Müllkippe! Ist dieser Anblick schon schwer zu ertragen, stinkt es dort auch noch atemberaubend und widerlich. Man schmeckt reizende Asche im Hals und das Atmen fällt zeitweise richtig schwer. Unterbrochen wird der Gestank nur, wenn glücklicherweise ein mitleidiger Windhauch etwas frische Meeresluft herüberträgt, ansonsten ist die (Atem-)Luft mit Sicherheit mit allerlei Verbrennungsrückständen angereichert und hochgiftig!
Über die Situation und den Geruch beschwerten wir uns vehement im Hotel (Rezeption, Fragebogen) und bei der zuständigen örtlichen Reiseleitung (Robert Arrigo & Sons). Der "Reiseleiter", der uns dann am 2. oder 3. "Urlaubstag" aufsuchte, schlug vor, eventuell die Zimmeretage zu wechseln, damit es erträglicher wäre, aber innerhalb des Hotels war die Luft so schlecht nicht, man musste halt die Balkontür geschlossen halten und den sehr geräumigen Balkon meiden (Meerblick, Liegestühle vorhanden...). Man konnte dem Geruch noch nicht einmal entfliehen, wenn man den angebotenen Shuttleservice des Hotels ins nahegelegene Städtchen Bugibba in Anspruch nahm, da diese Stadt in der gleichen Windrichtung hinter dem Hotel liegt. Am Abend noch einen Verdauungsspaziergang an der frischen Luft zu unternehmen war ebenfalls ausgeschlossen, man holte sich höchstens Brechreiz...
Die Situation war irgendwie fatal, denn das Hotel selbst hatte diesen Mangel nicht zu verantworten.
Die Ohnmacht von Rezeption und Reiseleitung drückte sich u.a. so aus:
- "...früher wäre es nicht so schlimm gewesen, aber seit einiger Zeit würden irgendwelche Arbeiten und Umschichtungen auf der Müllkippe stattfinden..."
- "...die Malteser sollten endlich einmal anfangen zu denken, jetzt wo sie in der EU sind..."
- "Haben sie das auch in den Hotelfragebogen geschrieben, nur so kann man hier etwas ändern?" (Natürlich hatten wir, aber wie soll sich denn in absehbarer Zeit etwas ändern?)
*** Unser Eindruck ***
Ergo, diesen von L'TUR angebotenen Kurztrip, der offensichtlich nur dazu diente, freie Flug- und Hotelkapazitäten zu verkaufen, empfanden wir als Betrug. Vom Veranstalter war nicht der kleinste Hinweis auf einen möglichen Mangel oder auf irgend eine Einschränkung erfolgt. Unter 'Lage des Hotels Coastline' gehört jedoch ganz explizit: In unmittelbarer Nähe einer groß angelegten Müllkippe (sicher die einzigste im dichtbesiedelten Inselstaat) und dass deshalb mit massiver Geruchsbelästigung gerechnet werden muss!
Im Vorfeld freuten wir uns riesig auf diesen Maltatrip, auch wenn es nur für fünf Tage war. Unter den vorgefundenen Umständen waren wir aber froh, als diese fünf Tage wieder vorbei waren, permanenter ekliger Gestank und ein schlimmer Anblick. Eine Frechheit, so ein Urlaubshotel überhaupt nur anzubieten, was denkt sich der Veranstalter eigentlich dabei? Wenn überhaupt, ist dieses Haus nur für die Malteser geeignet, die an den Anblick gewöhnt und deren Atemwege wahrscheinlich verätzt und abgestumpft sind. Für zivilisierte Mitteleuropäer ist das ,Coastline' aufgrund seiner Lage eine Zumutung ersten Grades, die NIEMAND freiwillig auf sich nehmen würde. Wer käme denn überhaupt auf die Idee, Urlaub neben einer riesigen und stinkigen Müllkippe zu verbringen?
*** Nachspiel ***
Wegen der Unzumutbarkeit dieses Arrangements, dass unter Verheimlichung beträchtlicher bekannter Mängel von L'TUR angeboten wurde, denn diese Müllkippe existiert aufgrund ihrer Ausdehnungen sicherlich seit etlichen Jahren, forderten wir fristgerecht im Anschluss an diesen "Urlaub" den Reisepreis zurück...
Aber wir hörten nichts von L'TUR, monatelang... Ich fragte hin und wieder mal nach und bekam die standardisierte Antwort, dass der Fall sich noch immer in Bearbeitung befinden würde...
Aber ich schaute auch immer mal bei L'TUR nach den Malta-Angeboten. Und so fand ich noch im Januar diesen Jahres, just als ich wieder einmal bei L'TUR nachgefragt hatte, ein Arrangement für das ,Hotel Coastline'. Und u.a .konnte man dort noch immer lesen:
"Das Hotel befindet sich in herrlicher Lage an der Salina Bay mit Blick auf Meer und einem wundervollen Blick zur Landseite.... Ein äußerst beliebtes Hotel wegen der ausgezeichneten Lage, guten Service und zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung..."
Kein Wort darüber, dass ein Großteil des wundervollen Blickes zur Landseite von der Müllkippe eingenommen wird. Und kein Hinweis darauf, dass alle Aktivitäten zur Freizeitgestaltung durch den permanenten und ätzenden Gestank von der angrenzenden Mülldeponie in dieser doch so ausgezeichneten Lage des Hotels stark beeinflusst und weitestgehend unmöglich gemacht werden...
Obwohl ich es mittlerweile schon nicht mehr erwartet hatte, kam schließlich im Februar doch noch ein Bescheid von L'TUR. Man entschuldigte sich lapidar dafür, dass es auf diesem Malta-Trip zu "kleineren Unannehmlichkeiten" gekommen sei. Da die Unterbringung insgesamt aber den vertraglichen Anforderungen genügt hätte, läge keine Rechtfertigung für eine Minderung des Reisepreises vor... UND, DARÜBER HINAUS, WÜRDEN KEINE WEITEREN BESCHWERDEN ÜBER DIESES HOTEL VORLIEGEN!!
L'TUR entscheidet also hier rein nach der Aktenlage(!) Würden schon Beschwerden vorliegen, hätten wir Aussicht auf Anerkennung unserer Forderungen... Welche Ironie, und welche Entscheidungsgrundlage... L'TUR bot gleichzeitig aber immer noch dieses Haus an, und dass, OBWOHL MITTLERWEILE ZUMINDEST UNSERE DETAILLIERTE REKLAMATION BEI IHNEN VORLAG!!
Ich hatte unserer Beschwerde natürlich auch einige "Urlaubsfotos" beigefügt, die erkannte L'TUR aber nicht an (... könnten ja manipuliert sein (?!)).
*** Fazit ***
Ich finde, dieser Fall zeigt ,zwar nur als Einzelbeispiel, aber dennoch ganz deutlich, wie L'TUR mit seiner spontanen und reisefreudigen Last-Minute-Kundschaft umspringt.
Es ist ein geradezu unglaublicher Vorgang, dass uns L'TUR bewusst und unter Vorspiegelung einer eindeutig falschen Hotelbeschreibung zu diesem Müllberg lockte, um dann die Tatsachen herunter zu spielen. Von kleineren Unzulänglichkeiten zu sprechen, empfinden wir als zynische Verniedlichung.
Aufgrund des geringfügigen Reisepreises (ca. 350€/Person) hat mich mein Rechtsanwalt nicht gerade ermutigt, einen Rechtsstreit zu beginnen. In Anbetracht der möglichen Fallbewertung durch ein Gericht, dass eine prozentuale Entschädigung beschließen könnte, erscheint mir der zeitliche, nervliche und finanzielle Aufwand hierfür im Moment auch irgendwie nicht gerechtfertigt. Lieber träumen wir vom nächsten Urlaub ;-))...
Und wahrscheinlich baut L'TUR' auch auf solche Einsichten. Für kostengünstige Kurztripps wird das wohl zur Masche bei denen gehören...
Vorsorglich habe ich dennoch gegen den L'TUR-Bescheid Widerspruch eingelegt ;-)) Und diese Warnung hier, die wollte ich auch aussprechen...
Also, Augen auf beim Buchen, und hoffentlich bleibt ihr vor derartigen Erfahrungen verschont! Es gibt ja noch andere Möglichkeiten um Last Minute zu verreisen, dabei ist man zum Glück nicht auf L'TUR angewiesen!
edgar
PS: Nachtrag
Das Hotel hat vermutlich bereits vor der Müllkippe dort existiert, und es war ganz sicher auch einmal sehr reizvoll dort, denn die Lage an einer kleinen Bucht war gewiss einmal idyllisch, jedoch liegt die Betonung auf "WAR" (!)
Fazit: s. T.
Weitere Testberichte: im Bereich Internet Seiten

