
Neuester Testbericht: ... dazwischen. Und der Preis ist deswegen auch hoch: Wer nämlich das trockene Luft-Brötchen mal abdeckt auf einen Teller, sieht erst, wi... mehr
über den Service bei McDonald's
Mc Donald's München

Autor-Name: Hajo
Produkt:
Mc Donald's München
Datum: 04.08.07
Bewertung:
Vorteile: meistens schnell und oft okay
Nachteile: sehr unterschiedlicher Service von Restaurant zu Restaurant
Service bei McDonald's ist ja leider immer wieder ein Thema, an dem sich die Gemüter heftig erhitzten können, da man sich nicht selten einem Personal ausgeliefert sieht, dessen Dumpfbackigkeit oft nur noch durch seine herablassende Arroganz überboten wird.
Da werden Pommes-Frites-Tüten manchmal so mager gefüllt, dass man den Eindruck gewinnt, als ob die Angestellten die Kartoffelschnitze selber bezahlen müssten, und wenn man sie darufhin anspricht, wird man mit einer unverfrorenen Dreistigkeit abgefertigt, dass momentan gerade nicht mehr Pommes da seien oder dass in die Schachtel eben nicht mehr Pommes 'reinpassen.
Oder man wird in Filialen, die noch nicht über eine Selbstbedienungs-Zapfstelle für Getränke verfügen auf die Frage nach einem extra Schlückchen Cola mit der barschen Antwort stehen gelassen, warum man sich nicht gleich eine grössere Cola bestellt hat (alles schon erlebt!).
Dass sich die Besucher dieser Verpflegungsgaststätten jetzt aber auch noch verbal angiften lassen müssen, scheint eine neue Variante dieser "Servicestrategie" zu sein. So geschehen, als ich mir letztes Wochenende mal wieder etwas Fast Food in der Freimanner Dependence genehmigen wollte. Da ich dieses Restaurant normalerweise mit dem Fahrrad aufsuche und von Norden her ansteuere, wollte ich, wie bisher auch immer ohne Probleme praktiziert, mein Radl aussen am Zaun der Freiluft-Terrasse abstellen und gegen widerrechtliche Mitnahme an einem der Gitterstäbe anschliessen, wie das bereits zwei andere Radfahrer ohne Behinderung des Publikumsverkehrs auf der gegenüberliegenden Seite des Durchgangs zur Terrasse auch schon gemacht hatten.
Ich hatte den Schlüssel noch nicht abgezogen, da kam aus der Eingangstüre der Bulettenquetsche eine mopsfette Furie herausgeschossen und brüllte mich in einer VoPo-Manier quer über die Köpfe der anderen Gäste derart lautstark an, dass diese unwillkürlich zusammenzuckten und ich schon Angst hatte, dem einen oder anderen würde der Cheeseburger vor Schreck in den falschen Hals kommen. Ich hatte ja im ersten Moment auch noch gar nicht richtig realisiert, dass ich die Zielscheibe dieser Verbalinjurie war, aber als ich mir dann vor versammelter Gastschaft die Litanei meiner Vergehen anhören musste, dass ich z.B. mein "Radl da nicht abstellen und schon gar nicht anschliessen" dürfte und dass ich es "gefälligst zum Radlständer auf dem Parkplatz" zu bringen habe, wusste ich und jeder auf der Terrasse, dass ich gerade eben vom Gast zum Delinquenten degradiert worden war. Fragend deutete ich auf die beiden anderen abgestellten Räder, doch da krähte sie weiter, dass die da "auch nicht hingehörten" und dass sie "sie abschleppen lassen würde", wenn sie "nur wüsste, wem sie gehörten" (welch' schlüssige Logik!). Plärrend wandte sie sich dann wieder in Richtung Eingangstüre; ich hörte noch was von "jetzt den Geschäftsführer holen", und dann verschwand der Zerberus quasi ein Wölkchen schwefeligen Dampfes zurücklassend wieder im Inneren des Frikadellentempels.
Erschlagen ob solcher Autoritätsgebärden tat ich dann mal lieber, wie mir geheissen und schob meinen Drahtesel brav hinunter zum Parkplatz, denn ich hatte an diesem schönen Sonntagnachmittag wirklich keine Lust, mich mit diesem weiblichen Mastodon anzulegen. Nachdem ich mein Radl irgendwelchen McDonald'schen Regularien konform verstaut hatte und mich anschickte, wieder den Hügel zur Terrasse zu erklimmen, sah ich die Xanthippe auch schon wild gestikulierend mit ihrem Boss vor der Eingangstür stehen.
Obwohl mir die Lust auf den sizilianischen Burger, den ich zu probieren mich eigentlich gefreut hatte, inzwischen ziemlich vergangen war, wollte ich dennoch nicht ganz aufgeben und vorallem in Erfahrung bringen, welches Kapitalverbrechens ich mich denn nun eigentlich schuldig gemacht hatte. Ausserdem hoffte ich, dass mir vielleicht der Geschäftsführer eine Erklärung für das hysterische Gedöns dieser blökenden Giftnudel geben würde. Aber weit gefehlt: selbst auf meine Frage, warum auf einmal so viel Aufhebens wegen ein paar abgestellter Fahrräder -zumal von zahlenden Gästen!- gemacht wird, guckten mich die beiden Bratanstalts-Büttel nur dämlich und verständnislos an, aber ich bekam weder von der Bissgurke noch von ihrem Vorgesetzten eine Antwort, geschweigedenn eine Entschuldigung zu hören.
So kommt man zu dem Schluss, dass man sich in diesen "etwas anderen Restaurants" anscheinend auch immer auf Überraschungen einer "etwas anderen Art" einstellen sollte! Wird man heute noch freundlich und hilfsbereit bedient, wird einem beim nächsten Besuch spätestens am Tresen klar, dass man wieder mal die Arschlochkarte gezogen hat:
während man sich in einem Restaurant den Pappbecher bis zum Erbrechen fünf-, sieben- oder zehnmal wiederbefüllen darf, wird einem im Nächsten auch der noch so kleine Nachschlag mit fadenscheinigen Argumenten verweigert oder ohne mit der Wimper zu zucken einfach ein frisches Getränk hingestellt und der volle Preis eingefordert.
Wird man hier für eine etwas längere Wartezeit auf das Menu mit einer Entschuldigung oder sogar einem Gutschein für eine Eistüte oder einen Kaffee entschädigt, braucht es woanders u.U. zwei oder mehr Nachfragen, bis einem dann irgendwann eine gelangweilte Mitarbeiterin die bestellte Frikadellensemmel gnädigerweise zum Tisch bringt und zu den inzwischen erkalteten Pommes lustlos auf's Tablett klatscht.
Service ist ein Wort, das hierzulande ja leider immer noch sehr oft mit sehr kleinen Buchstaben geschrieben wird, aber da McDonald's aus dem Mutterland des Service kommt, sollte man doch eigentlich meinen, dass hier auch ein dementsprechender Wind weht. Mein Erlebnis vom Wochenende hat allerdings wieder einmal gezeigt, dass sich der deutsche Ableger der Fast-Food-Kette den negativen Gepflogenheiten der hiesigen Gastronomiebranche zuweilen mehr als optimal angepasst hat. Vielleicht müsste mal wieder jemand den Geist von Ray Kroc durch die Filialen blasen, denn der hätte solche impertinenten Kreaturen entweder sofort entfernen lassen oder sie zumindest in Bereiche verpflanzt, wo sie fernab jedes Kundenkontaktes keinen Schaden anrichten können.
Als zahlender Gast würde man derartige Personalkorrekturen jedenfalls dankbar zur Kenntnis nehmen!
Fazit: okay, wenn man nicht zuweilen dem Wohlwollen des Personals hilflos ausgeliefert wäre
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