Hotel Jensen am Holstentor (Lübeck)
Tradition oder Fortschritt?? - Hotel Jensen am Holstentor (Lübeck) Hotels national

Tradition oder Fortschritt??
Hotel Jensen am Holstentor (Lübeck)

BabsS

Name des Mitglieds: BabsS

Produkt:

Hotel Jensen am Holstentor (Lübeck)

Datum: 14.03.03, geändert am 14.03.03 (176 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: tolle Lage, nette Preise

Nachteile: etwas verlebt, der Charme ist weg

Ich war ja letzte Woche in der alten Heimat im Norden unterwegs und habe durch ein paar Tagestrips auch einige Hotels ausprobieren dürfen.

Meine Eltern und meine Geschwister wohnen zwar in Lübeck und ich wurde von denen auch recht schief angesehen, als ich sagte, ich würde im Hotel übernachten, aber ich hatte keine Lust irgendwo auf der Couch oder im Gästezimmer zu schlafen. Ich wollte meine Ruhe haben, ausserdem hatte ich am nächsten Tag schon den ‚Terminkalender‘ voll (jaja, der stressige Urlaub) und von daher musste ich früh aufstehen.

Ich saß also bei meinen Eltern in der Küche und habe mich telefonisch bei einigen Hotels nach Preisen erkundigt.

Meine Cousine hat vor einigen Jahren im Hotel Jensen geheiratet, ich hatte einen Nobelschuppen in Erinnerung, der nicht umsonst mal zu den ersten Hotels am Platz gehört hat.

Große Hoffnungen für mein Reisebudget hatte ich nicht, als ich dort anrief, aber als der nette Herr am Empfang mir den Preis von 55 Euro incl. Frühstück als Sonderpreis anbot, war ich nicht mehr zu halten. Ich würde endlich einmal im Jensen übernachten.

Das Jensen ist an der Obertrave fast neben dem Holstentor, direkt am Wasser. Herrliche Lage, von dort kann man alles auf der Lübecker Altstadtinsel zu Fuß erreichen.

Nur mit den Parkplätzen ist das so ein Problem, aber das Jensen hat im nahegelegenen Parkhaus am Holstentor Plätze angemietet, die Kosten belaufen sich auf 6 Euro pro Tag. Ich bin erst nach 18 Uhr dort angekommen, habe mich also auf die tagsüber kostenpflichtigen Parkplätze (von der Stadt aus) am Wasser gestellt und bin das Risiko ausgegangen, mir morgens innerhalb einer halben Stunde ein Ticket einzufangen, denn ab 9 Uhr muss dort wieder der Parkschein gezogen werden. Aber ich hatte Glück.. ausnahmsweise, denn die Lübecker Politessen (wie ist eigentlich die Bezeichnung für eine männliche Politesse??) sind für ihre Abschussquoten berühmt.

Aber ich schweife a
b, am Abend noch eingecheckt, die nette Stimme vom Telefon gehörte zu einem noch netter aussehenden jungen Mann ;-)

Aber als ich in meinem Zimmer war, folgte die erste Ernüchterung. Das Zimmer war in L-Form, wobei von dem kurzen Teil das Badezimmer ausgingn (das Beste am ganzen Zimmer!!! Edel, elegant, blitzsauber).

In diesem schmalen kurzen Stück stand ausserdem ein Sofa an der Wand. Was das dort sollte, habe ich nicht herausgefunden. Zum Fernseh gucken kann es nicht gewesen sein, denn der hing daneben an der Wand. TV und Sofa ‚blickten‘ zudem auch noch in dieselbe Richtung. Der Fernseher aufs Bett (die Matratzen waren viel zu weich, mein armer Rücken) und das Sofa auf die gegenüberliegende Wand?
Das Zimmer wirkte dadurch vollkommen überladen, wie gewollt und nicht gekonnt.

Aber okay, ich will da ja nur schlafen.

Der Empfang ist übrigens 24h pro Tag besetzt. Als ich morgens um halb zwei angekommen bin, nachdem ich mit meiner Schwester noch in der Theaterklause gesessen habe, musste ich nur klingeln, und schon wurde mir aufgetan ;-)

Das Frühstück am nächsten Morgen war ein Buffet. Normal bestückt, nichts besonderes, aber auch nicht schlecht. Eine ordentliche Auswahl an Käse, Aufschnitt, Marmeladen, Honig usw.
Frische Brötchen, leckerer Kaffee.. alles okay.

Nur bin ich auf einmal zusammengezuckt, als die Bedienung neben mir anfing, den Tisch abzuräumen. Es wurde geklappert und gescheppert, was das Zeug hielt. Um nicht immer den Weg in die Küche zu haben, um das Geschirr loszuwerden, ist neben dem Frühstücksraum eine kleine Küche eingerichtet. Dort ist Geschirr untergestellt, eine Spülmaschine und der Kaffee wird dort nachgekocht. Woher ich das alles weiss?
Die Tür stand die ganze Zeit offen.. während die Damen dort die Spülmaschine ein- und ausgeräumt haben. Die Lautstärke war dementsprechend, weil dazu natürlich noch geklönt wird, ist ja nichts gegen einzuwenden, wenn die Tür zu is
t.
Es gab einige irritierte Blicke in Richtung der Küche. Vor allen Dingen, weil 4 Kräfte dort ein- und ausgegangen sind, und keinem von denen ist aufgefallen, dass der Lautstärkepegel teilweise unerträglich war.

Aus der Erfahrung eines weiteren Hotels, in dem ich während der Woche übernachtet habe, schliesse ich, dass es eine Unart ist, die Türen zu den Wirtschaftsräumen offenzulassen. Ist ja auch praktischer, man kann schneller rein und rausrennen. Wenn sich doch bitte nur einer der Angestellten mal die Mühe machen würde, mit ‚offenen‘ Augen des Gastes durch das Gebäude zu gehen.

Fazit meiner Übernachtung im Jensen:
Das Jensen lebt von seinem Namen, dem es leider nicht mehr gerecht wird. Ich weiss nicht, ob das mit der Übernahme durch die Ringhotels zusammenhängt, aber bei der besagten Hochzeit hatte ich noch einen anderen Eindruck. Alles sieht ein bißchen verlebt und ausgeblichen aus. Ich hatte mir mehr erwartet.. vielleicht liegt es auch daran, dass ich doch ziemlich enttäuscht war.

Ach ja, behindertengerecht ist das Hotel nicht gerade, wo ich die Kategorie unten gerade sehe: schmale Stiegen, viele Zwischenstufen, enge Gänge.

Aber eines, nein zwei Dinge machen das Hotel dann doch empfehlenswert: der Sonderpreis und die 1A Lage in der Stadt.


<BabsS>

Fazit: