Hotel IFA Ferienpark Rügen (Binz)
5 Tage Rügen müssen genügen... - Hotel IFA Ferienpark Rügen (Binz) Hotels national

Neuester Testbericht: ... ganz gut. Die Lobby wirkt hell und freundlich. Die Mitarbeiterinnen waren überwiegend nett, nur einmal haben wir an der Rezeption ein... mehr

5 Tage Rügen müssen genügen...
Hotel IFA Ferienpark Rügen (Binz)

Hoernchen123

Name des Mitglieds: Hoernchen123

Produkt:

Hotel IFA Ferienpark Rügen (Binz)

Datum: 28.10.11

Bewertung:

Vorteile: direkt am Meer, schönes Schwimmbad

Nachteile: schon etwas in die Jahre gekommen, Personal teilweise nicht sehr kundenorientiert

Die diesjährigen Herbstferien verbrachten wir an der Ostsee. Dieses Jahr wollten wir einfach mal nicht weit weg, sondern aufgrund der Kinder (vor allem wegen unseres 6 Monate alten Sohnes) Urlaub in Deutschland machen. Nicht weit weg und mit dem Auto erreichbar war unsere Hauptvorgabe. Ein möglichst stressfreier Urlaub sollte es sein, am Meer, mit Frühstück im Hotel, Innenpool, damit man auch im Herbst schwimmen kann und Kinderbetreuung für die Große. All dies fanden wir auf der Homepage von Ameropa, die dort das Hotel und FerienparkIfa Rügen in Binz angeboten haben. Nun waren wir für insgesamt fünf Tage dort und es ist Zeit für einen Bericht...

1. Lage, Sterne und der erste Eindruck...

Es handelt sich bei dem Hotel um ein 3+-Sterne-Haus. Also eher die Mittelklasse, aber das reicht für gewöhnlich ja auch aus. Das Hotel liegt am Ende der Strandpromenade von Binz. Daher ist man zum einen nach einem kurzen Spaziergang mitten im Geschehen in Binz, aber auch etwas abseits vom Trubel. Die Ostsee liegt direkt am Hotel. Zum Strand sind es keine zwei Minuten. Einfach raus aus dem Hotel, über die Promenade gehen und schon ist man da. Das Hotel wirbt auch mit dem Slogan "Hinter Düne & Meer"

Neben der Rezeption findet man ein Schild, auf dem steht, dass es dieses Hotel seit 1991 gebe. So weit, so gut. Wir waren dennoch verwundert, dass sich irgendwie doch noch ein klein wenig der Charme der noch älteren Zeit finden ließ. Und siehe da...das Hotel wurde eigentlich 1978 gebaut und war ein FDGB-Ferienheim. 1991 wurde das Hotel entkernt und rundumerneuert als Ifa-Hotel wieder eröffnet.

Es gibt Zimmer und auch Apartments für Selbstversorger. Die Apartments sind mit Küche ausgestattet und größer als die Zimmer. Aber die Gäste der Apartments erhalten keine neuen Handtücher (bzw. nur gegen Bezahlung) und es gibt auch keine Möglichkeit, ein Apartment mit Frühstück oder Halbpension zu buchen. Wir hatten erst mit einem Apartment geliebäugelt, weil die doch etwas größer sind, was mit 2 Kinder ja eigentlich ganz praktisch ist. Aber uns war dann doch wichtiger, das Frühstück am Buffet holen zu können und den Tag entspannt zu beginnen. Daher wurde es dann ein Doppelzimmer mit Beistell-und Babybett.

Das Hotel erstreckt sich über drei Gebäude, die alle miteinander verbunden sind. Das ergibt eine leicht undurchsichtige Architektur mit vielen Winkeln und mehreren Eingängen, aber man findet sich schon zurecht. Nur am ersten Abend sind wir ein wenig herumgeirrt auf der Suche nach dem Eingang des Schwimmbades...

Das Hotel verfügt über Parkhaus, das sich über 2 Etagen erstreckt. Es kostet pro Tag 3 Euro. Der Check-In ist erst ab 17 Uhr, auschecken muss man aber bereits um 10 Uhr. Als wir lächelnd an der Rezeption sagten, dass dies ja fast vor dem Frühstück sei, bekamen wir ein hochnäsiges "Gehen Sie etwa so spät frühstücken?" an den Kopf geknallt. Fand ich nicht wirklich nett.

Wir haben (gebucht über Ameropa) für vier Nächte inklusive Frühstück für die ganze Familie zusammen 350 Euro bezahlt. Dafür gab es Übernachtung, Frühstück und täglich 2 Stunden im hoteleigenen Schwimmbad. Hinzu kamen vor Ort Parkgebühren und Kurtaxe (1,50 Euro/Tag/Erwachsenem).

Unser erster Eindruck war ansonsten eigentlich ganz gut. Die Lobby wirkt hell und freundlich. Die Mitarbeiterinnen waren überwiegend nett, nur einmal haben wir an der Rezeption eine so schnippische Antwort bekommen, dass wir dann doch etwas erstaunt waren. Die Zimmermädchen und einige vom Restaurantpersonal könnte durchaus mal ein Motivationstraining gebrauchen. Nur weil das Hotel "nur" 3 Sterne hat, ist es kein Grund, die ganze Zeit so finster dreinzuschauen und die vielen Gäste entweder unfreundlich oder aber mit aufgesetztem Lächeln abzufertigen. Manchmal dachte ich, dass einige, die dort arbeiten, vielleicht in einer anderen Branche (ohne Kunden) besser aufgehoben wären, aber vielleicht gibt es in der Region ja nunmal fast nur den Tourismus? Ich weiß es nicht, es ist nur mein subjektiver Eindruck.

Adresse und Kontaktdaten:
IFA Rügen Hotel & Ferienpark
Strandpromenade 74
18609 Binz
http://www.ifa-ruegen-hotel.com

2. Die Zimmer...


Dieser Umbau muss damals recht fix gegangen sein, ohne großen Plan oder die Idee, etwas besonderes zu schaffen. Oder es ist seitdem einfach nicht mehr viel gemacht worden. Die Möbel sehen einfach aus wie aus den frühen 90er Jahren. Helles Holz, dazu grüne MDF-Platten und ein grüner Teppich. Erster Kommentar unserer Tochter "Das ist ja scheußlich!!". Ich fand es nicht sooo schön, aber ok.

Das Zimmer war sauber, auch ein Blick unters Bett und auf die Matratzen an sich war nicht schlimm. Alles ok, nur eben schon alles etwas in die Jahre gekommen.

Die Ausstattung der Zimmer ist nicht besonders nobel, aber es ist ja eben auch nur ein 3+-Sterne Hotel. So findet man hier einen Schrank, eine Kommode mit Fernseher (noch eine alte Röhre mit sehr wenigen Sendern) und das Doppelbett. Das Doppelbett besteht aus zwei einzelnen Betten, die zusammengeschoben sind - inklusive nerviger Besucherritze, die, wenn man selbst (oder eins der Kinder) reinkugelt, die rollbaren Betten auseinander schiebt... Ganz ganz nervig. Die Betten waren etwas arg weich, irgendwie auch durchgelegen. Nun ja...

Wir hatten ein kleines Zweisitzer-Sofa im Zimmer, das man zu einem langen Beistellbett für unsere Tochter ausbauen konnte. Das Babybett wurde, obwohl es vorab gebucht wurde, erst auf Nachfrage gegen 19:30 Uhr geliefert. Verständlicherweise murmelte das Zimmermädchen dazu ein "wird auch Zeit, oder?"...Ähm..ja...Das rosa Laken haben wir mal galant übersehen und unser Sohn ist noch so klein, dass ihm das eh egal war.Ich frage mich nur, warum ein Hotel nicht einfach farblich neutrale Laken für Babybetten nimmt.

Das Bad ist von der Größe her in Ordnung. Es hat kein Fenster. Und es gibt nur eine Dusche. Darüber war sehr enttäuscht. Ich liebe es, im Urlaub abends im warmen Badewasser zu relaxen und ein Buch zu lesen. Leider ist das hier nicht möglich, hier kann man nur duschen. Das fand ich besonders schade, als wir an einem Tag heftig eingeregnet waren und nass bis auf die Haut wurden. Da wäre ein warmes Bad schön gewesen. Naja, gibt es eben nicht.

Dafür gibt es einen kleinen Balkon mit Tisch und zwei Stühlen. In unserem Fall mit Blick direkt aufs Parkhaus. Andere haben den Blick Richtung Meer. Das ist natürlich schöner (und teurer). Es gibt in Binz übrigens erstaunlich viele Mücken. Vielleicht weil es hier so windstill ist trotz des nahen Meeres. Das dürfte die Freude an dem Balkon ohnehin etwas trüben.

3. Frühstück

Es gibt zwei Buffet-Restaurants, in denen man frühstücken kann. Man kann sich frei aussuchen, wo man hingeht und wir haben jeden Morgen aufs Neue überlegt, was wohl strategisch günstiger ist. Wir sind zu dem Fazit gekommen, dass es keinerlei Unterschied macht. Das Angebot scheint nahezu identisch zu sein. Allerdings wechselt das Angebot ohnehin täglich in beiden Restaurants.

So gibt es immer eine Auswahl an Brot, Brötchen, Cornflakes, Müsli, Marmelade, Käse und Wurst. Nutella habe ich nicht gesichtet und die warmen Speisen wechselten täglich. Mal gab es Speck, mal Rührei, mal Bratkartoffeln, mal Hackbällchen...Zudem gab es Gurkenscheiben, Tomatenscheiben und manchmal auch Obstsalat.Manchmal auch Lachs und Schokocroissants. Aber es war nie Verlass darauf, dass es die gleichen Leckereien an einem anderen Tag oder überhaupt in ausreichender Menge geben wird.
Da ich in Sachen Frühstück recht wählerisch bin und in Hotels supergern zu den Bratwürstchen greife, war ich enttäuscht, diese nur an 2 von 4 Tagen zu finden. Auch der Obstsalat wurde immer zu schnell alle.

Das Frühstück gibt es von 7 bis 10 Uhr. Es empfiehlt sich vor 8 Uhr da zu sein, denn danach wird es voll. Gegen 10 Uhr ist das Buffet dann quasi leer und es wird auch schon vorher nicht immer alles nachgefüllt. Was weg ist, ist oftmals weg.

4. Schwimmbad und "Erlebniswelt" Vitamar


Im Internet macht das Hotel Werbung mit seiner Erlebniswelt in der Lobby und mit dem Vitamar, dem Schwimmbad. Nun ja...an sich ist es gut gedacht. Aber eben auch schon etwas in die Jahre gekommen. Das Vitarium ist mit 3000 qm der größte Wintergarten der Insel Rügen. Im Endeffekt gibt es hier aber nicht viel. Es gibt zwei Kioske (Postkarten, Zeitschriften), eine Art Indoor-Spielplatz mit einer Rutsche und einem Parcour mit Elektroautos, die fahren, wenn man 50 Cent einwirft. Ansonsten noch ein Billardtisch und ein paar Automatenspiele. Ein Internet-Terminal gibt es auch, auch mit Münzeinwurf.WLAN gibt es im ganzen Hotel übrigens nur an einer kleinen Ecke in der Lobby. Sonst nicht. Schon etwas ungewöhnlich heutzutage.

In einem weiteren Teil des großen Wintergartens sind die Restaurants des Hotels untergebracht. Es gibt insgesamt vier Restaurants. Zum einen die zwei Buffetrestaurants, in denen es auch das Frühstück gibt, zum anderen das (eher teure) Restaurant Seestern und das Marche, das nichts mit der gleichnamigen Kette zu tun hat, nur mittags geöffnet ist und wie eine Mischung aus Schnellimbiss und Ikea-Restaurant im Halbdunklen wirkt. Die Architektur ist dort ein wenig ungeschickt, denn man sitzt fern von Fenster unter einen tief nach unten gezogenen Decke.

Das Schwimmbad ist an sich schön. Es steht nicht nur den Hotelgästen zur Verfügung, sondern ist auch ein öffentliches Bad. Daher muss man auch mitsamt Hotelpass anrücken, wenn man das Bad besuchen möchte. Es ist nicht groß. Weder die Umkleide, noch die Duschen, aus denen immer nur entweder kaltes oder heißes Wasser kommt, sind groß. Auch das Bad ist überschaubar, aber schön. Es gibt einen Babybereich mit Rutsche und Wasserspielen. Hauptteil des Bades ist ein größeres Schwimmbecken, das aber nur 1,35 m tief ist. Schwimmen ist also schwierig. Dafür kann man prima planschen. Es gibt zwei Rutschen (eine davon richtig groß mit "Bögen", sie geht quasi durchs halbe Bad), einen Wildwasserkanal und viele Sprudel. Etwas abgeschottet ist auch einWhirlpool vorhanden.
Das Bad ist von 8-20 Uhr geöffnet. An jedem zweiten Morgen gibt es einen Aquafitness-Kurs, der überwiegend von Rentnern genutzt wird.
Möchte man mit kleinen Kindern in das Bad, sollte man vormittags hingehen, denn abends ist es unglaublich voll.

5. Kinderfreundlichkeit....

Das Ifa Rügen ist ein Familienhotel und bietet einiges für Familien. So übernachten Babys kostenlos im Zimmer der Eltern und kleine Kinder ebenfalls. Es gibt im Vitamar diesen (überschaubaren) Indoorspielplatz, draußen einen schönen, großen Spielplatz und einen Minigolf-Platz. Von da sind es ja auch nur ein paar Schritte zum Strand. Es gibt in beiden Büffetrestaurants Spielecken, die sogar so abgeschottet sind, dass die anderen Gäste möglichst wenig genervt werden, man die Kinder aber dennoch im Blick hat.

Auch eine Kinderbetreuung ist vorhanden. Sie ist für Kinder von 4-12 Jahre und die Zeiten variieren. An den meisten Tagen wird in der Zeit von 10-12 (plus Mittagessen) und von 14-16 Uhr Betreuung angeboten. An manchen Tagen gibt es auch noch weitere Attraktionen (Stockbrot, Fackellauf, Kinderdisco) zu anderen Zeiten.Das Programm findet man auf einer Pinnwand direkt vor dem kleinen Kinderbetreuungsraum. Der Raum wird, zumindest jetzt bei den herbstlichen Temperaturen, für die Betreuung genutzt, hier wird gebastelt und gespielt.

Sehr positiv fand ich, dass man das Kind richtig anmelden musste. Mit Eckdaten und Telefonnummer der Eltern, so dass man im Notfall angerufen werden kann. Zudem sollte man angeben, ob das Kind die Betreuung allein verlassen darf. Wollte man dies nicht, wurde (so mein Eindruck) auch gut aufgepasst. Das fand ich sehr gut, zumal ich es vor einem Jahr im Urlaub auf Malta schon einmal total anders erlebt habe bei der Kinderbetreuung (da haben mal alle Betreuer fröhlich die Betreuung verlassen, obwohl noch kleine Kinder da waren...).

Ansonsten ist die Kinderbetreuung, wie in Hotels üblich, nicht unbedingt pädagogisch super wertvoll, aber vollkommen ausreichend. Unsere Tochter hatte sehr viel Spaß und das ist das wichtigste. Warum man allerdings mit Windowcolor malen und damit die Klamotten unrettbar einsauen musste, ist mir ein Rätsel. Zumal wir dieses Windowcolor-Problem schon einmal in einer anderen Kinderbetreuung hatten...Liebe Kinderbetreuer dieser Welt: es gibt noch andere Farben, die viel schöner und praktischer sind als Windowcolor und die man auch auswaschen kann! ;-)


Fazit:

Ein schönes Hotel, das nicht nur drei Sterne der Dehoga, sondern auch 3 Bewertungssterne hier verdient hat. Es liegt unmittelbar am Meer, es gibt viele Angebote für Kinder und das Schwimmbad ist zwar klein, aber auf jeden Fall besser und abwechslungsreicher als die Pools von anderen Hotels. Das Personal könnte ein Motivationstraining und die Zimmer mal einen neuen Anstrich vertragen. Aber im Großen und Ganzen war es ok und wir würden wieder in dieses Hotel fahren.

Fazit: Gute Lage mit einem Hauch von FDGB-Ferienheim ;-)