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Eine unvergeßliche Nacht!
Hotel Florida the Art (Hamburg)

Name des Mitglieds: Bernada
Produkt:
Hotel Florida the Art (Hamburg)
Datum: 11.12.02, geändert am 29.06.04 (717 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: jedes Zimmer ist anders designed, außergewöhnlich, direkt auf dem Kiez
Nachteile: keine
Als Hamburgerin habe ich ja selten das Vergnügen in meiner eigenen Stadt in einem Hotel zu schlafen. Aber Mitte des Jahres haben mein Freund und ich zusammen unseren 60. Geburtstag gefeiert ;-) und weil dies ein besonderer Anlass war, wollten wir ihn auch besonders begehen. Wir habe in unserer Lieblingsbar gefeiert (darüber schreibe ich bestimmt auch noch einen Bericht) und statt in den frühen Morgenstunden nach Hause zu fahren, haben wir eine Nacht im Florida the Art Hotel geschlafen. Das war einen wirklich gute Entscheidung, denn der Aufenthalt blieb uns im positivsten Sinne unvergessen in Erinnerung.
Das Mitte 2000 eröffnete Florida the Art Hotel ist ein Designer-Hotel mitten auf dem Kiez. Der Eingang ist gar nicht so leicht zu finden und verbirgt sich hinter einer unscheinbaren Tür, aber schon der Aufgang ist künstlerisch gestaltet und ansprechend. Früher konnten Reeperbahn-Besucher hier auch stundenweise absteigen, heute beherbergt das Haus eine außergewöhnliche Mischung aus Hotel und Bar.
Alle vierzehn Zimmer wurden von Studierenden und AbsolventInnen der Hamburger Hochschule für bildende Künste individuell gestaltet. Wenn die Zimmer nicht belegt sind, stehen die Türen offen, so dass man einen schönen Einblick bekommt. Jedes Zimmer ist ein beeindruckendes Kunstwerk: Wer unter Einschlafproblemen leidet, sollte das Zimmer Jenseits der Idylle buchen, denn hier kann mich sich mit Hilfe der 35 Schafe an den Zimmerwänden in den Schlaf zählen. Im Therapieraum stehen Kuschelobjekte zur Verfügung und im Liebeskrankenhaus (ein Raum, in dem die Wände mit traurigen Liebesgedichten tapeziert ist), kann man seinen Seelenfrieden wiederfinden. Klasse fand ich auch das Zimmer Das Eigene in der Fremde, hier kann man die Möbel so lange hin und her rücken bis man sich richtig wohl fühlt. Und im Zimmer Mega-Kerls sind Wände, Decke und Fußboden mit männlichen Aktfotos tapeziert. Besonders beeindruckt haben mich folgende Zimmer: Das Literaturzimmer, in dem eine alt
e mechanische Reiseschreibmaschine steht und dazu einlädt, Reiseerinnerungen aufzuschreiben und für die nachfolgenden Gäste dort aufzuhängen und das Zimmer mit einer Camera Obscura, hier haben wir auch übernachtet.
Das "Camera Obscura"-Zimmer funktioniert wie eine Lochkamera. Wenn man die Holzfensterläden schließt, in denen ein kleines Loch ist, bildet sich an den Wänden spiegelverkehrt das Geschehen auf dem Spielbudenplatz ab. Wenn man das ganz in Weiß gehaltene Zimmer betritt, fällt einem als erstes die Inschrift auf dem Fußboden auf: Und zwingt man ihn, das Licht selber anzusehen, so schmerzen ihn doch die Augen. Er wird sich umkehren, wird zu den alten Schatten eilen, die er doch ansehen kann, und wird sie für heller halten als das, was man ihm zeigt. Das ist ein Zitat aus dem Höhlengleichnis von Platon. Als wir nach einer sehr kurzen Nacht gegen Mittag in dem Zimmer aufgewacht sind, war es wirklich faszinierend zu beobachten, wie sich an der Decke, an den Wänden und auf der weißen Bettdecke Bilder des Spielbudenplatzes abbildeten. Wir lagen mehrere Stunden da (ich hatte von der Bar zwei Kaffees geholt, die ich übrigens nicht extra bezahlen musste und so konnten wir den Anblick noch ein bisschen länger genießen) und beobachteten die Ereignisse. Es war eine sehr friedliche Stimmung und genau das richtige nach so einer Geburtstagsparty, um in den Tag zu finden. Ich hatte so die Chance mich nach der wilden Party-Nacht vorsichtig der Realität anzunähern ;-)
Das Frühstück ist im Preis inbegriffen und man muss nicht, wie in vielen anderen Hotels das Zimmer bis 10.00 Uhr geräumt haben, sondern erst bis 16.00 Uhr. Wir haben erst gegen 15.00 Uhr im wirklich schönen Frühstücksraum gefrühstückt, in dem nachts eine Bar ist (in die man auch gehen kann, wenn man nicht Gast des Hotels ist) und gleichzeitig als Empfang dient. Sowohl die Besitzerin war sehr freundlich (sie hat uns alle Zimmer gezeigt und begeistert alle Fragen beantwortet), als auch
die MitarbeiterInnen waren super nett.
Der einzige Nachteil war, dass die Zimmer kein eigenes Badezimmer haben (wenn einen so etwas stört), sondern große Bäder im Flur sind, die von allen benutzt werden. Es gibt auf den Zimmern aber Waschbecken und riesige flauschige Bademäntel, so dass man sich nicht anziehen muss, um ins Bad zu gehen. Das ganze Hotel war super sauber (ich laufe am liebsten barfuss durch die Gegend und ich hatte nicht den winzigsten Krümel an den Füssen). Und ein weiterer Nachteil ist, dass das Hotel wegen des relativ engen Treppenhauses (es ist kein Fahrstuhl vorhanden) leider nicht behindertengeeignet ist.
Ich kann dieses Hotel wirklich von ganzem Herzen weiter empfehlen. Jedes Zimmer ist wirklich ein Kunstwerk, der Service ist sehr gut und es zeichnet sich durch viele liebvolle Details aus. Für eine Großstadt wie Hamburg ist der Preis angemessen. Für mich war der Aufenthalt ein tolles Erlebnis, das mir immer in Erinnerung bleiben wird und den Tag zu etwas ganz Besonderem gemacht hat.
Florida the Art Hotel
Spielbudenplatz 22
20359 Hamburg
Telefon: 040/314393
Fax: 040/30237947
Haltestelle: S-Bahn Reeperbahn oder, U-Bahn St. Pauli, Bus 37, 36 Davidstraße
Parkplatz: Plätze hinterm Haus, öffentliches Parkhaus gegenüber
Preise: Einzelzimmer 57 €, Doppelzimmer ab 85 €, inklusive Frühstück bis 16 Uhr.
Fazit:
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