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ASKANISCHER HOF - Luxus, ganz privat
Hotel Askanischer Hof (Berlin)

Name des Mitglieds: Cuba2
Produkt:
Hotel Askanischer Hof (Berlin)
Datum: 30.07.00, geändert am 30.07.00 (135 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Familiär, intim, individuell und direkt am Ku'damm
Nachteile: nur 16 fast ständig ausverkaufte Zimmer!
Der 1. Eindruck: Das ist ja eine Wohnung. Im Flur - Foyer wäre ein zu großes Wort -, im Flur also stehen ein Aquarium Marke China-Restaurant, eine braune Sechziger-Jahre-Couch, eine riesige antike Truhe, ein mürber Zeitungsständer. Und die Rezeption? Ach da, schreibtischklein.
Der 2. Eindruck: Es ist eine Wohnung. Genauer: vier Wohnungen. In den Zwanzigern wurden sie zu einem Hotel vereint, seit 1983 heißen sie "Askanischer Hof". Deswegen kann das typische Hotelgefühl - lange leere Gänge, polierte Verlorenheit, fremde Menschen in den Zimmern nebenan - hier gar nicht erst entstehen. Verwinkelt ist es, knarziger Holzboden, Brokattapete. Ein Luxushotel als Privatpension. Familiär, intim, individuell.
Jedes der 16 Zimmer ist ein Berliner Original, keines gleicht dem anderen. In Nr. 24 finden sich zusammen: ein graues Jugendstilensemble aus Bett, Schrank und Kommödchen, grüne Brokatsessel von Oma, an der Wand ein florentinisches Knabenporträt, auf dem Tisch ein Ghettoblaster von Hertie, und der Föhn bläst heiße Luft aus einem quietschgelben Donald-Duck-Schnabel. Aufs passendste paßt hier nichts zusammen, ein einziger Stilbruch, aber so stilvoll. Det is Berlin. Näher dran am Herzen der Stadt kann man nicht unterkommen, und das mit Blick auf den Ku'damm.
Eine Lieblingsbleibe der Künstler und Bohemiens. Helmut Newton ist Stammgast ebenso wie David Bowie, Robert Wilson, Hanna Schygulla und viele andere, deren Lobeshymnen auf das Hotel samt Unterschriften so gern aus dem Gästebuch geklaut werden. Im Frühstücksraum - einer Plüschhöhle - sitzt man/frau auf goldenen Schnörkelstühlen aus der Kaiserzeit, unter dem schmiedeeisernen Lüster und den goldgerahmten Bauernszenen, bestens versorgt vom üppigen Büffet und von der aufmerksamen Bedienung.
Gespräche entspinnen sich zwischen den Tischen, ganz von selbst, der Rezeptionist hält sich still im Hintergrund, schaut lächelnd zu, als verzaubere ihn die verbindende Wirkung dieses Raumes stets aufs
neue, und spätestens jetzt erfaßt einen der entscheidende Eindruck, der endgültige: Nicht nur eine Wohnung ist es, sondern eine Familienmansarde. Wo jeder Gast sofort dazugehört. Hier zu wohnen ist wie ein Besuch bei den freundlichen Verwandten, selbst wenn man zum ersten Mal kommt. Und dann immer wieder.
Preise : 16 Zimmer, 1 Suite; EZ ab 195 Mark, DZ ab 50 Mark, Suite 400 Mark (mit Frühstück).
Adresse: Kurfürstendamm 53, 10707 Berlin, Tel. 030-8818033/34, Fax 881 72 06.
Fazit:
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