
Neuester Testbericht: ... für die Hälfte des Preises in den Einkaufsläden im Zentrum zu kaufen gibt. Links neben der Boutique ist ein Ladenraum, in dem sich eine... mehr
All inclusive - nein danke!
Hotel Taro Beach (Costa Calma)

Name des Mitglieds: flowerdoro
Produkt:
Hotel Taro Beach (Costa Calma)
Datum: 20.09.11, geändert am 15.03.12 (141 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Lage, Strand
Nachteile: Essen
Im Sommer 2010 haben wir 10 Tage im Hotel Taro Beach in Costa Calma, Fuerteventura verbracht. Gebucht wurde über ein Reisebüro, All-Inclusive-Verpflegung inklusive. Es konnte aber auch nur Halbpension gebucht werden. Bezahlt haben wir inklusive Flug 850 Euro pro Person in der Hauptsaison.
Beim Taro Beach handelt es sich um eine recht große Hotelanlage. Von Jung bis Alt waren alle Altersgruppen vertreten. Zu unserer Reisezeit befanden sich überwiegend deutsche Gäste im Hotel. Im August schien das Hotel vollkommen ausgebucht zu sein. Wie viele Sterne das Hotel hat, haben wir bis heute nicht herausgefunden. Im Internet fanden wir Angaben zwischen 3 und 4 Sternen, am Hotelschild selber wurden alle Sterne demontiert, was uns etwas verwunderte. Also denke ich mal eher 3.
Über meine Erfahrungen mit diesem Hotel werde ich euch im Folgenden berichten.
Lage:
Die Lage des Hotels zum Stand ist optimal. Wir konnten von unserem Zimmer direkt zum Strand laufen. Dort sind auch kilometerlange Strandspaziergänge problemlos möglich. Der Strand ist wunderschön und sauber, aber in der Hochsaison sehr überfüllt. Unterhaltungsmöglichkeiten sind in Costa Calma allerdings rar. Es gibt in der Nähe ein paar kleine Supermärkte und kleine Touristenlädchen, aber viel mehr auch nicht. Gegenüber vom Hotel befindet sich ein "Einkaufszentrum", wo vor allem viel Schrott und gefälschte Handys, Ipods, Kameras..etc. verkauft werden.
Abends konnte man so gut wie nichts unternehmen. Da ich abends im Urlaub auch mal gern weggehe oder shoppe, blieb einem abends leider nichts anderes übrig, als an der Hotelbar zu sitzen und die All-Inclusive-Cocktails zu schlürfen und wenn es ganz langweilig wurde, Scrabble zu spielen. Öffentliche Verkehrsmittel haben wir nicht genutzt, wobei es Bushaltestellen in direkter Nähe gab. Mit dem Mietwagen kann man sämtliche Städte der Insel innerhalb kürzester Zeit besichtigen.
Service
Das Personal an der Rezeption empfing uns sehr freundlich und in deutscher Sprache. Alle Mitarbeiter waren sehr hilfsbereit. Der Check-in verlief schnell und reibungslos. Es wurde uns sogar eine Suite mit direktem Meerzugang angeboten, welche wir nicht gebucht hatten.
Da ich leider im Urlaub krank geworden bin, wollte ich mich an der Rezeption über den Arzt im Haus informieren. Freundlicherweise wies man mich darauf hin, dass es sich bei diesem Arzt und beim deutschen Arzt gegenüber des Hotels um Privatärzte handelt, die man aus eigener Tasche bezahlen muss und bei denen man allein für's Händeschütteln 100 Euro zahlt. Die Dame an der Rezeption rat mir, diese Ärzte wirklich nur im Notfall aufzusuchen und gab mir die Visitenkarte einer Nicht-Privat-Ärztin. Ich fand es sehr freundlich, dass mich die Rezeptionsdame darauf hinwies. Somit entschied ich mich, mit dem Arztbesuch doch noch zu warten, bis ich wieder in Deutschland war. Da es in Costa Calma sehr windig ist, bekommen Leute mit empfindlichen Ohren sehr schnell Beschwerden.
Die Chefin im Speisesaal war eher unsympathisch. Erst hat sie uns das Essenskärtchen mit einem anderen Namen gegeben und uns dann angezickt, dass wir angeblich am falschen Platz saßen. Irgendwann hat sie dann selbst nicht mehr durchgeblickt, aber bis zum nächsten Abend hatte sich dann das Problem geklärt. Auch die anderen Mitarbeiter im Speisesaal glänzten nicht durch Freundlichkeit. Am Ein- beziehungsweise Ausgang befand sich ein Mitarbeiter mit einem Sparschwein, wo für den miserablen Service auch noch um Trinkgeld gebettelt wurde. Das erinnerte mich irgendwie an Toilettenbesuche in diversen Kaufhäusern.
Liegen am Strand sind kostenpflichtig. Wir haben glaube ich 9 Euro für zwei Liegen mit Schirm pro Tag gezahlt. Die Liegen am Pool waren immer morgens ab 8 Uhr besetzt, sodass man als Nicht-Besetzer überhaupt keine Chance hatte, nach dem Frühstück noch eine Liege zu bekommen. Aber der Strand war ohnehin schöner. Das Hotel wies zwar darauf hin, dass es verboten sei, Liegen zu reservieren, aber kontrolliert wurde dies nicht. Somit wird sich auch in nächster Zeit nichts an der bestehenden Situation ändern. Wir haben uns dazu entschlossen, nicht in den Kampf um die Liegen zu ziehen. Somit kann ich auch zum hoteleigenen Pool nicht viel sagen.
Essen
Beim Essen kann man wirklich sagen, dass hier reine Massenabfertigung betrieben wurde. Beim Frühstück gab es eine recht große Auswahl, wobei es wirklich jeden Tag das gleiche gibt und ein Großteil der Speisen einfach ungenießbar war. Baguette und Kuchen muss sich jeder selbst runterschneiden. Ich finde es nicht hygienisch, mir Baguette runterzuschneiden, welches zuvor schon 5 Menschen angefasst haben. Sinnvoller fände ich es, wenn das Personal das Brot aufschneiden würde und sich jeder wie in Deutschland gewohnt mit einer Zange bedient. Und wenn sich an einem quadratischen Sahnekuchen jeder selbst sein Stück abschneidet, sieht der Kuchen innerhalb kürzester Zeit aus wie ein Schlachtfeld.
Die angeblich "frisch gespressten" Säfte waren ein Witz. Sie schmecken nach gar nichts, weil sie so sehr mit Wasser verdünnt waren, dass man von dem eigentlichen Fruchtsaft gar nichts mehr schmeckt. Auch an den Nachbartischen konnte man beobachten, dass viele diese Säfte dann einfach stehen gelassen haben. Hier wird wirklich am falschen Ende gespart.
Da haben die Säfte aus dem Automat noch besser geschmeckt und das muss was heißen!
Ebenso wurde mit den Baked Beans verfahren. Ich beobachtete, wie ein Koch in die Schüssel mit den Baked Beans zwischendurch einfach mal einen Messbecher voll Wasser kippte. Dementsprechend haben sie dann auch geschmeckt.
Die Teller am Buffet waren oft beschmutzt, auch die Tischdecken hatten meistens Flecken. Die Sauberkeit am Tisch spiegelt ja normalerweise auch die Hygiene in der Küche wider, deswegen machte ich vor allem bei Fisch immer eine Geruchsprobe.
Das Mittagessen war meiner Meinung nach die beste Mahlzeit des Tages. Hier gab es jeden Tag Pizza mit Tomaten und Käse. Außerdem gab es verschiedene Speisen, die schlecht gewürzt waren und dem Geschmack nach wahrscheinlich auch mit Wasser übergossen waren. Ich habe dann jeden Tag zur Pizza gegriffen, weil man da zum Glück nicht viel falsch machen konnte. Außerdem gab es ein Vorspeisenbuffet, welches sich fast täglich wiederholte.
Die warmen Snacks am Nachmittag waren grauenvoll. Jeden Tag Hotdogs in billig-süßen Brötchen und Käse-Schinken-Toasts. Die Hotdogs konnte man essen, die Toasts haben nach gar nichts geschmeckt. Nach 3 Tagen konnten wir auch die Hotdogs nicht mehr sehen. Ein bisschen mehr Abwechslung wäre sinnvoll gewesen. Aber mit All-Inclusive-Service scheinen viele Hotels überfordert zu sein.
Die kalten Snacks am Nachmittag waren dieselben Toasts nur unbelegt, also zum selbst belegen. Hierzu standen ebenfalls Schinken und Käse zur Verfügung. Also im Prinzip warme Snacks nur in kalt. Wie einfallsreich! Hauptsache billig, Geschmack egal, lautet hier die Devise. Beim Kaffee und Kuchen gab es immer 1 Sorte Kuchen, die sogar ab und zu mal gut schmeckte, was mich doch sehr überraschte.
Das Abendessen war ebenfalls ein Fall für sich. Es gab ein relativ großes Vorspeisenbuffet, was sich allerdings auch alle 2 Tage wiederholte.
Das Küchenpersonal schaffte es, die einfachsten Hauptspeisen ungenießbar zu machen. Da fragt man sich wirklich, ob die das auch mal selbst probieren, was sie ihren Gästen auftischen.
Es kam nie vor, dass uns eine Mahlzeit mal richtig lecker geschmeckt hat.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es beim Essen hauptsächlich darum ging, möglichst billig viele Leute satt zu kriegen. Auf Qualität wurde da keinen Wert gelegt. Die Auswahl war zwar ausreichend, was allerdings nichts bringt, wenn kaum eine Speise genießbar ist. Es wäre wirklich sinnvoll, ein paar Cent mehr für Gewürze auszugeben, denn hier wird eindeutig am falschen Ende gespart! In diesem Hotel wäre es wahrscheinlich sinnvoller, nur Frühstück zu buchen und abends woanders essen zu gehen. Ich kann nur empfehlen, gleich zu Beginn der Essenszeit essen zu gehen, da das Buffet spätestens nach einer halben Stunde immer wie ein Schlachtfeld aussah und sich auch keiner der zahlreichen Mitarbeiter im Essensbereich bemüht hat, das Buffet wieder einigermaßen ansprechend hinzurichten. Auch viele Speisen waren bereits nach kurzer Zeit vergriffen und wurden auch nicht zeitnah wieder aufgefüllt.
Cocktails waren im All-Inclusive-Service enthalten. Ihr könnt euch wahrscheinlich schon denken, wie sie geschmeckt haben. Ich muss zugeben, dass man ein bis zwei Sorten gut trinken konnte, aber beispielsweise Caipirinha wurde auf die billigste Art und Weise zubereitet und das spiegelte sich natürlich auch im Geschmack wider. Die Auswahl an Drinks und Cocktails war recht groß.
Das einzig Gute am gastronomischen Bereich war eine kleine Strandbar, an der man sich den ganzen Tag kühle Getränke an den Strand holen konnte. Das war wirklich praktisch! An der Hotelbar innen herrschte tagsüber eher eine Kantinen-Atmosphäre, wo sich Menschenmassen (am besten noch im Tiger-Tanga) ans Buffet drängten und in halbnassen Badehosen auf den Barhockern Platz nahmen. Gemütlich ist irgendwie anders.
Unterhaltung
Abends bot das Hotel Animation in Form von Kinderdisco, Papageienshow, Zaubershow, Quiz..etc. an. Da in der Stadt sonst nichts los war, war dies eine gute Möglichkeit, sich abends noch ein bisschen unterhalten zu lassen.
Bei den Shows ging es den externen Veranstaltern hauptsächlich darum, Fotos von den Hotelgästen mit den Tieren zu schießen und diese zu Wucherpreisen zu verkaufen (teilweise 20 Euro!) - es handelt sich um keine professionellen Fotos, sondern um Amateurfotos. Somit hatten die Shows auch irgendwie einen üblen Beigeschmack. Und wehe es wagte jemand, sein Kind, welches einen Papagei auf der Schulter hatte, mit seiner Privatkamera zu fotografieren. Ich beobachtete, wie der Papageienmann ein Kind auf der Stelle um 180 Grad drehte, als der Vater ein Foto von seinem Kind mit dem Papagei machen wollte, damit er ja kein Privatfoto machen konnte. Zusätzlich wurde der Vater vom Papageienmann noch übelst beschimpft. Seriöse Animation sieht meiner Meinung nach anders aus.
Die vom Hotel organisierten Quiz-Abende waren besser, da es hier nicht darum ging, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Hier konnte sich der Gewinner sogar über eine Flasche Sekt freuen.
Für Kinder gibt es Betreuungsmöglichkeiten in einer kleinen Strandhütte, die aber nicht durchgehend geöffnet war. Außerdem gibt es im Eingangsbereich zwei Computer mit Internetzugang, welche aber wie so vieles kostenpflichtig waren. Ansonsten gibt es im Hotel noch einen kleinen Laden mit Strand- und Dekoartikeln, der aber öfters geschlossen als geöffnet war. Außerdem gibt es einen Billiardtisch, welcher ebenfalls kostenpflichtig und meistens belegt war.
Man merkte zwar, dass sich das Hotel bemühte, den Besuchern einiges an Unterhaltungsmöglichkeiten zu bieten, aber irgendwie war alles mit zusätzlichen, oft auch versteckten Kosten verbunden. Wenigstens ein paar Serviceleistungen sollten für die Gäste doch kostenlos sein!
Zimmer
Mit unserem Zimmer waren wir sehr zufrieden. Wir haben statt dem gebuchten Zimmer eine Suite zur Verfügung gestellt bekommen. Diese war ausgestattet mit Schlafzimmer mit Schlafzimmerschrank, Wohnzimmer mit Esstisch, Sofa und einem Fernseher, sowie einem kleinen Bad mit Badewanne. Die Suite war gemütlich und auch einigermaßen modern eingerichtet. Das Bad war komplett gelborange und hatte seine besten Jahre wohl schon hinter sich, was mich aufgrund seiner Sauberkeit aber nicht störte. Es gab einen Safe, der allerdings kostenpflichtig war. Da einige Urlauber berichtet haben, dass in dem Hotel bereits sehr oft eingebrochen wurde (was EXTRA auf RTL durch einen Test auch bestätigte, da sich die Schiebetüren ohne Werkzeug von außen problemlos öffnen ließen) entschieden wir uns dafür, einen Safe anzumieten.
Die Handtücher wurden regelmäßig gewechselt und auch die Reinigung war einigermaßen gründlich. Täglich wurden uns verschiedene Handtuchtiere mit frischen Blumen auf's Bett gelegt, was natürlich eine sehr schöne Geste des Personals war.
Im Zimmer konnte man für 19 Cent die Minute nach Deutschland telefonieren, was oft günstiger ist, als mit dem Handy. Für das Zimmer allein würde ich 5 Sterne vergeben, da es hier wirklich nichts auszusetzen gab und wir uns rundum wohlfühlten.
Fazit:
Ich würde auf jeden Fall wieder nach Fuerteventura kommen, aber nicht nach Costa Calma und schon gar nicht wieder in dieses Hotel. Die Lage des Hotels ist zwar ideal, allerdings war die All-Inclusive-Verpflegung sehr enttäuschend und man merkte auf den ersten Blick, dass hier am Essen gespart wurde. Außerdem ist in Costa Calma insgesamt viel zu wenig los. Deswegen sollte man sich auf jeden Fall für ein paar Tage einen Mietwagen mieten. Wunderschön sind vor allem die Dünen von Corralejo.
Das Zimmer war zwar sehr schön, aber es ist sehr empfehlenswert, kein All-Inclusive zu buchen und lieber außerhalb des Hotels zu essen, wobei wie schon erwähnt Costa Calma nicht viel an Restaurants und Bars zu bieten hat. Im Nachhinein hätten wir lieber ein paar Euro mehr ausgegeben und hätten dann ein Hotel gehabt, welches unseren (nicht allzu hohen) Anforderungen gerecht geworden wäre.
Man sollte berücksichtigen, dass es in den Sommermonaten sehr heiß dort ist, solange es windstill ist. Meistens weht aber ein kleines Lüftchen und obwohl nicht normal nicht empfindlich an den Ohren bin, hatte ich während des gesamten Aufenthalts Ohrenschmerzen.
Da Urlaub für mich Erholung und auch vor allem gutes Essen bedeutet, würde ich das Hotel nicht mehr besuchen. Dennoch war es ein sehr schöner Urlaub!
Fazit: Das nächste Mal ein anderes Hotel!

