Hotel Renaissance (Prag)
Fünf Sterne sind's meiner Ansicht nach nicht ganz! - Hotel Renaissance (Prag) Hotels international

Fünf Sterne sind's meiner Ansicht nach nicht ganz!
Hotel Renaissance (Prag)

Chris26

Name des Mitglieds: Chris26

Produkt:

Hotel Renaissance (Prag)

Datum: 16.02.06

Bewertung:

Vorteile: Lage, Service

Nachteile: 80er - Jahre - Look, kleinere Mängel im Zimmer (beschädigte, schmutzige Gardine), Preisniveau

Für meine Dienstreise nach Prag bekam ich (neben 3 Nächten im Marriott) für 4 Nächte das Renaissance Hotel bei Priceline als Hotel „zugewiesen“. Im Vergleich zum gegenüberliegenden Marriott – beide sind offiziell als 5-Sterne-Häuser gelistet – fällt das Renaissance meiner Meinung nach zurück.


1. Lage, Gebäude:
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Das Renaissance Hotel Prag liegt in der V. Celnice 7 in Praha 1, unweit des „Namesti Republiki“ (gleichnamige Metro-Station), in Laufweite zum Pulverturm und der Altstadt von Prag, quasi schräg gegenüber vom Marriott-Hotel (V. Celnice 8) des gleichen Hotelkonzerns. In ca. 15 Minuten ist man zu Fuß an der Karlsbrücke. In anderen Stadtteilen von Prag ist man auch recht zügig, da sich die o. g. Metrostation quasi direkt unter dem Hotel befindet. Allerdings muss man dann in der Regel mindestens einmal umsteigen, da „Namesti Republiki“ kein Umsteigebahnhof der Prager Metro ist.

Das Hotel hat von außen noch den Charme endsozialistischer pseudomoderner Häuser und ist – von oben gesehen – in U-Form gebaut. Die Fassade ist weitgehend grau gehalten, teilweise verglast bzw. verspiegelt, aber man merkt dem Haus schon die 80er Jahre an, auch wenn es nun nicht gerade heruntergekommen wirkt (siehe Bild, unten).


2. Hotelklassifikation:
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In Priceline.com ist es als 5-Sterne-Haus gelistet, und auch im Prager Hotelverzeichnis firmiert es als eines von (relativ wenigen) 5-Sterne-Häusern. Persönlich würde ich es eher als ein 4-Sterne-Kettenhotel internationalen Standards bezeichnen, für den fünften Stern fehlt mir irgendwie noch was „aufregendes“ oder „besonderes“. Wie auch andere Renaissance-Hotels, die mir bisher begegnet sind, hat es halt noch den „Charme“ von Luxushotels an sich, die in den 80er Jahren modern waren. Rein vom Service her dürfte es schon 5-Sterne-Standard genügen.


3. Zimmer:
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Ich hatte ein Standard-Zimmer („Quality Room“) gebucht, und hatte relatives Glück, weil ich – im Gegensatz zu meinem Kollegen, der ein Zimmer nach hinten raus (also zum Innenhof hin) bekam – ein relativ großes Zimmer zur Straßenseite (V. Celnici) hin bekam. Straßenseite ist in dem Fall lärmbezogen kein besonderer Nachteil, weil die V. Celnici nun nicht so sonderlich befahren ist. Im Zimmer stand ein angenehmes Queen-Size-Bett mit wirklich guter Matratze, daneben ein Philips-TV (ca. 55-60 cm Diagonale), auf drehbarem Podest (wobei bei jedem Drehen hinten das Antennenkabel aus der Wand fiel), mit Pay-TV natürlich (10 Kronen billiger als im Marriott, aber gleiches Programm ;-) ), eine Minibar (Getränke auch hier jeweils ca. 5-10 Kronen billiger als im Marriott, ab ca. 2,00 Euro für das kleine Wasser etc.), Kleiderschrank im Flurbereich mit Bademantel, Bügeleisen und –brett, elektronischer Safe (Ausstattung also prinzipiell ähnlich wie im Marriott Hotel). Das Bad wirkte eher langweilig, vor allem, weil die Fliesen eben so hellbeige waren, also eher langweilig (so 80er-Jahre-mäßig eben). In der Größe entsprach es in etwa dem Badezimmer im Marriott-Hotel, wirkte aber minderwertiger (weniger elegant). An Badeutensilien waren im Renaissance auch die üblichen Plastikfläschchen und Seifen vorhanden. Die Wassertemperatur der Wanne/Dusche ließ sich nicht – wie im Marriott – auf eine feste Celsius-Zahl programmieren. Die Zimmer sind natürlich auch vollklimatisiert – im Gegensatz zum Marriott kann man die Fenster aber zumindest seitlich kippen (im Marriott lassen sich die Fenster nicht öffenen), also hier ein Pluspunkt fürs Renaissance. Ich hatte ein Raucherzimmer, und das sah man der Gardine auch an… die war alles andere als weiß, und auch schon mit Löchern durchsetzt („unplanmäßige Löcher“ hehe), die hätten auch mal erneuert werden können.

Ein abendlicher „Turn-down“-Service (also Bettaufschlagen etc.) wurde in meinem Stockwerk (3. Stock, Raucheretage) standardmäßig durchgeführt, im Zimmer meines Kollegen (Nichtraucheretage) dagegen gar nicht (bzw. wohl nur auf Bestellung). Dabei wird das Bett gemacht, das Bad noch mal grob gereinigt, und eine Wettervorhersage für den Folgetag zusammen mit zwei Schokoladen aufs Bett gelegt. Nun ja, das gab’s im Marriott nur im Executive Floor automatisch, nicht im Standardzimmer. Aber ich vermute, das war eher Zufall im Renaissance, bzw. hat sich die Putzfrau wohl erhofft, dass sie mehr Trinkgeld kriegt, wenn sie das automatisch macht. Die ganze Zimmereinrichtung im Renaissance wirkt im Vergleich zum Marriott etwas weniger aufwendig, etwas weniger elegant, also alles in buchfarben gehalten, weniger verspielt als im Marriott, und ansatzweise schon etwas abgewohnt (Sessel).

Im 9. Stock befindet sich der Club Floor mit den Executive Zimmern (bei denen man auch Zutritt zur Club Lounge hat mit den entsprechenden Benefits). Laut Floorplan in der Hotelmappe scheinen die Club Floor Zimmer im Renaissance auch größer zu sein, als die Standard-Zimmer – was im Marriott nicht der Fall war. Hier lohnt sich unter Umständen der Aufpreis (ca. 50 Euro die Nacht) aufs Standard-Zimmer, kann ich aber persönlich nichts aus eigener Erfahrung sagen.



4. Hoteleinrichtungen:
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Das Renaissance verfügt – ähnlich wie das Marriott - über einen Fitnessbereich mit Sauna und Hallenbad – diesen kenn ich aber nur aus dem Hotelfernsehen, war nie selber da. Sah aber von den Bildern her ganz annehmbar aus. Dann gibt’s noch eine Tiefgarage, die aber teuer bezahlt werden muss (ca. 20 Eur/Tag) und eben eine Lobbybar, zwei Restaurants etc. – das übliche eben.

Das Frühstücksbuffet schlägt – wie im Marriott – mit 14,50 EUR (Continental) bzw. 18,50 EUR (American Buffet) extra zu Buche, sofern man es nicht mitgebucht hat, zu teuer meiner Ansicht nach. Room-Service wird natürlich rund um die Uhr angeboten, wobei die Speisekarte ab 23 h verkleinert ist auf ein „Late Night Menu“. Preisniveau hier wie im Marriott (z. B. Marriottburger 250 Kronen, ca. 8 Euro).



5. Service:
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Das Serviceniveau im Renaissance lag in etwa auf dem gleichen Niveau wie im Marriott – also hier gibt’s kaum bemerkbare Unterschiede (wäre auch seltsam, da beide Hotels ja auch dem gleichen Konzern gehören). Der Check-In ging relativ flott vonstatten, auch wenn die Dame erstmals Probleme mit der Pricelinebuchung hatte, und von mir erstmal noch mal eine Zahlung des – über Priceline bereits vorbezahlten – Übernachtungspreises berechnen wollte. Dies klärte sich dann aber über den Front Office Manager. In der Lobby gab es stets genug hilfreiche Geister, die sofort zu einem sprangen, wenn man mit Gepäck aus dem Aufzug kam, und auch beim Aussteigen aus dem Auto vor der Hoteltür war sofort jemand zur Stelle. Beim Verlassen und Betreten des Hotels wurde man vom Portier auch stets be- bzw. gegrüßt.


6. Internet-Seite:
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http://marriott.com/property/propertyPage.mi?mars haCode=PRGRN


7. Übernachtungspreis:
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Die regulären Übernachtungspreise (über Marriott.com) lagen im Zeitraum Ende April-Anfang Mai bei ab ca. 170 Euro die Nacht, der Preis für ein Club Floor Zimmer bei 275 Euro/Nacht. Leider ein ziemlich hohes Preisniveau, das sich aber bei den anderen 5-Sterne-Hotels in Prag wieder findet (da Prag generell einen Mangel an internationalen 5-Sterne-Hotels hat). Es kam natürlich hinzu, dass gerade in diesem Zeitraum die Eishockey-WM standfand, und sich gleichzeitig der EU-Beitritt der Tschechischen Republik vollzog. Also Ereignisse, die dem Hotel 100 % Auslastung einbrachte (den meisten anderen Hotels auch). Hinzukommt, dass im April schon die (touristische) Hochsaison in Prag losgeht; in der Nebensaison liegen die Preise für das Renaissance dagegen deutlich tiefer, ab ca. 100 Euro die Nacht. Im Vergleich zum Marriott liegt das Renaissance in der Regel etwas darunter, obwohl es ja auch als 5-Sterne-Haus des Konzerns firmiert. Damit wird wohl der Tatsache Rechnung getragen, dass das Renaissance etwa 15 Jahre mehr auf dem Buckel hat als das Marriott.

Über Priceline.com bezahlte ich in etwa 100-110 Euro die Nacht für das Standardzimmer ohne Frühstück – also im genannten Zeitraum eine Riesenersparnis – allerdings eben mit dem Nachteil, den Betrag vorzuzahlen und nicht mehr umbuchen zu können, und dem Nachteil, auch mal das Hotel wechseln zu müssen, weil ich nicht für alle 7 Nächte das Renaissance zu diesem Preis bekommen konnte.

Im Vergleich zum Marriott finde ich das Renaissance etwas zu teuer (in Relation zum generell hohen Preisniveau in Prag), das Marriott wirkt eben deutlich höherwertiger in der Ausstattung und von der Zimmergröße her, daher würde ich – wenn der Preisunterschied gerade nicht zu hoch liegt -, das Marriott grundsätzlich vorziehen. Möglicherweise sieht das bei den Club Floor Zimmern dagegen anders aus.


8. Quintessenz:
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Das Renaissance Hotel Prag profitiert – fast mehr noch als das Marriott - von der generellen Hotelknappheit Prags im oberen Segment – sprich: Angebot und Nachfrage führen dazu, dass das Renaissance Prag ziemlich hohe Preise verlangt für relative „Standard-Marriott-Zimmer“. Entsprechend war wohl auch der Druck auf die Hotelleitung nicht so sehr groß, das Hotel mal in der Ausstattung auf das neue Jahrtausend umzustellen, da alles eben noch wie End-80er-Jahre wirkt. Die Durchschnittsauslastung des Renaissance liegt nämlich angeblich bei 80 % im Jahresschnitt – gar kein schlechter Schnitt!

Im Vergleich zu den publizierten Preisen hab ich mit der Priceline-Buchung zwar mächtig Geld gespart, aber selbst 100 Euro hätte ich persönlich für das Hotel wohl nicht unbedingt gerne bezahlt (wenn’s aus eigener Tasche gewesen wäre). Dann bei Priceline lieber auf Prag-Ost spekulieren und dort versuchen, das Savoy zu ergattern, welches doch deutlich über dem Renaissance liegen soll (sagt man). Hauptgrund dafür, warum ich für das Renaissance nur 3-Sterne gebe, ist eben der 80er-Jahre-Look (darunter auch kleinere Mängel wie z. B. die längst fälligen Innengardinen im Zimmer) und die meiner Ansicht nach viel zu hohen Preise für Hotelleistungen, im sonst finanziell doch eher noch moderaten Preisniveau Tschechiens. Das Renaissance Hotel in Prag ist kein schlechtes Hotel, aber es entsprach eben einfach dem, was ich von einem Renaissance bisher meiner Erfahrung nach erwartet habe.

Fazit: Guter Service, gute Lage, komfortable Zimmer, aber kein 5-Sterne-Standard