Hotel Radisson SAS Royal (Kopenhagen)
Ei, Schwan & Ameise...??? - Hotel Radisson SAS Royal (Kopenhagen) Hotels international

Neuester Testbericht: ... Arne Emil Jacobsen entworfen wurde. Arne Jacobsen war Professor an der Königlichen Dänischen Kunstakademie. Jetzt hat natürlich jeder... mehr

Ei, Schwan & Ameise...???
Hotel Radisson SAS Royal (Kopenhagen)

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Name des Mitglieds: Südbadener

Produkt:

Hotel Radisson SAS Royal (Kopenhagen)

Datum: 20.01.11, geändert am 08.10.12 (128 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Geschichtsträchtiges Design-Sahnestück in Toplage

Nachteile: Frühstück auf dem Zimmer durch Aussicht toll, sonst guter Durchschnitt

Was soll denn diese Überschrift? Was hat das mit einem Hotel zu tun?

Eine befriedigende Antwort wird es hoffentlich in den folgenden Zeilen geben. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Alle Durchscroller erhalten eine Freifahrt mit dem weltgrößten Kettenkarussel im Tivoli - natürlich ungesichert ;-)

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Inhalt
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1. Das Hotel
2. Die Lage
3. Die Geschichte
4. Zimmer
5. Sonstiges
6. Frühstück
7. Gute Reisezeiten
8. Kontakt
9. Fazit

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1. Das Hotel
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Beim Radisson Blu Royal Hotel (SAS) Kopenhagen/Dänemark handelt es sich um ein 5-Sterne-Haus in sehr interessanter Lage dieser Metropole.

Wer sich jetzt unter einem 5-Sterne-Hotel den puren Luxus vorstellt, wird bei diesem Hotel eventuell etwas enttäuscht sein. Einen direkten Vergleich mit einem modernen Luxus-Resort besteht es nicht unbedingt. Stattdessen zieht es seinen Charme aus der eigenen Historie. Wenn Sie dieses Hotel wählen, atmen Sie nämlich Geschichte...Design-Geschichte um es genau zu sagen...

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2. Die Lage
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Sie finden das Hotel an der Hammerichsgade 1 und zwar genau gegenüber dem Haupteingang des Vergnügungsparks "Tivoli".

Jetzt sollte man auch diesen nicht mit modernen Parks dieser Art vergleichen. Beim Tivoli, das bereits 1843 eröffnet wurde handelt es sich um einen der ältesten, heute noch existierenden Vergnügungsparks weltweit. Doch dazu mehr an anderer Stelle, wie ein von mir immer wieder gerne gelesener Autor hier so oft bemerkt.

Dieser Park dient den Dänen gerne von April bis September als Treffpunkt für die Familie. Viele besitzen eine Jahreskarte und nutzen die Möglichkeit nach Feierabend durch den Park zu schlendern, Lakritz zu kaufen, Konzerten zu lauschen und so weiter. Er ist Jungbrunnen und Zeitmaschine in die eigene Kindheit - ein Traum.

Ich gehe deshalb auf die Nähe zum Tivoli ein, weil das Hotel über 20 Stockwerke verfügt. Die Chance, eine Topaussicht auf diesen Park zu haben ist also sehr hoch.

Weiterhin liegt der Hauptbahnhof direkt gegenüber.

Viele Reisenden werden eventuell mit dem Flugzeug anreisen. Auch hier ist das Hotel sehr gut gelegen. Entweder man fährt vom Flughafen Kastrup mit dem Zug zum Hauptbahnhof (der direkteste Weg). Mit weniger Gepäck und der dem Wunsch schon etwas von dieser Stadt zu sehen empfiehlt es sich die Metro zu nehmen.

Dann steigt man entweder bei der Haltestelle Kongens Nytorv (dt. Königlicher Neuer Markt) oder Norreport aus und schlendert noch ein wenig durch Stroget, eine der längsten und hippsten Fußgängerzonen Europas, in Richtung Radhuspladsen (Rathausplatz). Von dort sieht man dann schon den imposanten SAS-Tower des Hotels.

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3. Die Geschichte
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Die Besonderheit des Hotels ist die Geschichte. Es handelt sich dabei nämlich um das weltweit erste Design-Hotel, welches in allen Details zwischen 1956 bis 1960 von dem weltberühmten Dänen Arne Emil Jacobsen entworfen wurde. Arne Jacobsen war Professor an der Königlichen Dänischen Kunstakademie.

Jetzt hat natürlich jeder einen anderen (oder auch keinen) Zugang zu Kunst und Design. Mir wurde sogar bereits in Managementseminaren offiziell bestätigt, dass dies für mich eine eher untergeordnete Rolle spielt. Aber selbst so einen Banausen wie mich hat das Ambiente in seinen Bann gezogen.

In diesem Hotel finden Sie zum Beispiel die berühmten Sitzmöbel "Egg" (Ei), "Swan" (Schwan) und "Ant" (Ameise). Das Ei kennen Sie vielleicht aus der ersten ERGO-Werbung, in dem ein junger Typ darum bat ihn "zu versichern, statt zu verunsichern".

Mich beeindruckt, dass diese Sessel bereits vor ca. 50 Jahren designed wurden und heute immer noch zeitlos aussehen - einfach gelungen!

Der Stil zieht sich durch das ganze Haus. In einem hoteleigenen Beitrag auf dem Hotelkanal erfährt man zudem mehr über die Entwicklung des Hotels und die moderaten baulichen Veränderungen im Laufe der Jahre.

Als kleines Highlight gibt es z. B. immer noch den Room 606, der heute noch mit dem 1960er Jahre Dekor gebucht werden kann.

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4. Zimmer
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Das Hotel verfügt über 260 Zimmer bzw. Suiten. Preislich bewegt man sich bei einer Übernachtung ab 1.095 Dänischen Kronen aufwärts. Dividiert durch 7 liegt man hier dann ca. bei 150 EUR. Nach oben sind die Preise offen und die Raten für die 606er Suite, die Royal und die Kappenberger Suiten im 19. und 20. Stockwerk gibt es auf (seriöse) Anfrage :-)

Die Einzelzimmer liegen ca. bei 16m², die Doppelzimmer beginnen ab 18m². Alle sind mit Klimaanlage/Heizung ausgestattet, haben Minibar und moderne Fernseher. Deutschsprachige Programme sind mit RTL und 3Sat gegeben - allerdings in der Schweizer Ausführung (d.h. Schweizer Werbeunterbrechungen).

Das Bad verfügt i. d. Regel über neue Badenwannen inkl. Duschen und Fussbodenheizung. Begrüßt wird der Gast mit Shampoo, Duschgel, Bodylotion etc. Immer praktisch für Geschäftsreisende: Bügelbrett mit -eisen ist im Kleiderschrank integriert.

Das Bett ist im ersten Eindruck sehr weich, aber ich empfand es als sehr angenehm. Die Bettwäsche garantiert einen erholsamen Schlaf.

In den Räumen gibt es auch freien Internetanschluss und praktischerweise Wasserkocher inkl. Tee- und Kaffeeset (Pulver). Weiterhin gibt es in den Stockwerken 6, 10, 14 und 18 Eismaschinen in denen man die zur Verfügung stehenden Eiswürfelbehälter auffüllen kann.

Der Grundriß der Zimmer ist sehr praktisch. Es gibt genug Stauraum, Ablageflächen und zur Fensterfront gibt es eine riesige Fensterbank, die stabil genug ist um darauf zu sitzen. Dazu ist sie eventuell nicht bestimmt, aber es ist unglaublich lässig diese tolle Stadt nachts mit einem kleinen "Absacker" ganz in Ruhe von oben zu genießen.

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5. Sonstiges
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Bereits die Lobby empfängt einen mit Retro-Charme. Links fällt einem die stylishe Wendeltreppe auf und der erste Blick wird zum Concierge gelenkt, der den Check-In einleitet.

Während die Formalitäten erledigt werden, kann man hier bereits die Sitzgruppen mit "Egg" und "Swan" betrachten und man fragt sich unvermittelt, wer hier wohl bereits alles abgestiegen ist.

Dies wird übrigens durch entsprechende Galerien im Hotel beantwortet:
Die Rolling Stones, die Beatles, Luciano Pavarotti, Tina Turner, Oasis, Bill Clinton, der Dalai Lama, Nelson Mandela, Frank Sinatra, Neil Armstrong und Jacqueline "Jackie" Kennedy sind nur einige Berühmtheiten der Zeitgeschichte, die hier empfangen wurden.

Atmen Sie Geschichte und genießen Sie den Augenblick...

Direkt neben der Lobby befindet sich das Cafe Royal - das hauseigene Frühstücks- und Tagesrestaurant. Dort nimmt man das Essen übrigens auf der "Ant" ein und trifft stilgerecht beim Frühstück auf Jacobsen's Stelton-Thermoskannen.

Ergänzt wird das Ganze durch die "Royal Bar", einen Spa- und Fitnessbereich (2000m², Sauna, Dampfbad, Massagebereich) im ersten Stock und dem edlen Restaurant "Alberto K at The Royal" im 20. Stockwerk mit traumhaftem Blick über die Stadt. Für letzteres werden Reservierungen dringend empfohlen.

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6. Frühstück
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Sie haben die Möglichkeit das Frühstück im Erdgeschoss im Cafe Royal einzunehmen. Ich empfehle Ihnen bei der Buchung des Hotels den Zimmerservice in Anspruch zu nehmen. Gerade wenn Sie ein entsprechendes Zimmer ergattern, können Sie diese Mahlzeit bei toller Aussicht über Kopenhagen genießen.

Angeboten wird hier eher "Standard": Der Brotkorb ist lecker, die Säfte sind gut, die Eier nicht zu hart (aber im Zimmer schnell kalt), lediglich die Wurstplatte war nicht so mein Geschmack - ich gehöre aber nicht zu den Personen, die sich über das Frühstück im Ausland auslassen. Ich komme nun mal aus einem "Wurst-Land" und die Qualität ist gerade in meiner Region bei den Metzgern sehr hoch. Deshalb entsprachen in der Vergangenheit besonders die morgendlichen Mahlzeiten in Österreich und in der Schweiz meinem persönlichen Geschmack.

Wer sich jedoch in Kopenhagen etwas auskennt wird feststellen, dass es hier nicht primär um die Wurst geht *g*. Bei den Metzgern liegt der Schwerpunkt bei Fleisch, Wurst ist hier eher abgepackte (oft importierte) Ware. Dafür sind die Dänen natürlich beim Fisch ganz vorne.

Und deshalb geht man doch auch ins Ausland - um andere Kulturen und Geschmäcker kennen zu lernen.

Bezeichnend war dies bei meinem letzten Italienurlaub. Die ganzen Stadthotels in Rom oder Florenz schnitten bei Frühstücksbewertungen auf Hotelportalen stark unterdurchschnittlich ab. Den Deutschen waren Zwieback, Hefegebäck, Marmelade und Streichkäse zu wenig, manche sprachen hier sogar von Abzocke. Wer sich allerdings etwas mit dem Lebensgewohnheiten der dort lebenden Italiener auseinander setzt stellt fest, dass diese ein kleines (süßes) Frühstück mit gutem Kaffee einnehmen und dann ab 10 Uhr zum Tramezzini (herzhaft) übergehen.

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7. Gute Reisezeiten
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Wann sollte man das Hotel bzw. die Stadt Kopenhagen besuchen?

Sehr gut eignen sich natürlich die Monate April bis September - dort hat das Tivoli geöffnet. In dieser Zeit können Sie auch von den Sonnenstunden profitieren können, denn in den Herbst/Winter-Monaten wird es ab 16:00 Uhr schon dunkel.

Mein Favorit: Vorweihnachtszeit! Das Tivoli wird zu dieser Zeit noch einmal besonders festlich geschmückt und gibt der ganzen Stadt einen besonderen Glanz.

Für Schnäppchenjäger sind natürlich die Schlussverkäufe (Juli und Januar) reizvoll, in denen man sich modisch auf den neuesten Stand bringen kann. Und da haben uns die Dänen wirklich einiges voraus!

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8. Kontakt
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Radisson Blu Royal Hotel (SAS)
Hammerichsgade1
DK-1611 Copenhagen, V
Denmark
Tel: +45 3342 6000
Fax: +45 3342 6100
E-mail: reservations.royal.copenhagen@radissonblu.com

http://www.radissonblu.com/royalhotel-copenhagen

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9. Fazit
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Das Radisson Blu Royal Kopenhagen ist ein Stadthotel mit besonderem Charme. Trotz seiner 5 Sterne kommt es beim Frühstück und bei der Einrichtung nicht an ganz moderne Häuser gleichen Levels heran.

Aber darum geht es bei diesem Hotel für mich nicht. Die Lage ist toll und das Ambiente mit dem gegenüber liegenden Tivoli entführt einen in Zeiten der Kennedy-Ära. Dennoch wirkt es nicht altmodisch, sondern zeitlos schön und elegant. Es hat was von Grand Hotels, wie man sie sich vorstellt und über die Wendeltreppe könnte sowohl Rock Hudson als auch George Clooney die Lobby betreten.

Gitarristen würden es vielleicht so beschreiben:
Stellen Sie sich vor, sie finden in einem Musikgeschäft eine wertvolle Gibson Les Paul. Sie wissen ganz genau, dass dieses edle Stück bereits seit 60 Jahren optisch fast unverändert hergestellt wird, aber dennoch wirkt sie nie alt. Sie klingt einfach toll und die Patina lässt nur erahnen, wer dieses Instrument in der Vergangenheit eventuell gespielt hat...

Abschließend noch eine kleine Anekdote:
1960 wurde das Hotel durch den Direktor Alberto Kappenberger eröffnet. Dieser bewohnte auch das 20. Stockwerk (heute die Kappenberger Suite). Er leitete das Hotel bis 1982. 1968 wurde sein Sohn Roy Al, der in dem Hotel seine Kindheit und Jugend verbringen sollte, quasi bereits zum Hotelier geboren. Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum Royal Hotels übernahm dann Roy Al (!) 2010 den Posten des General Managers. Was für eine Story *g*

© 10/2012 Südbadener

Fazit: Eine komfortablere Zeitmaschine werden Sie nur schwer finden :-) 5 Sterne auch von mir!

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