Hotel Pier Plesier Guest House (Victoria Bay)
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Fast am Ende der Welt
Hotel Pier Plesier Guest House (Victoria Bay)

Lantermann

Name des Mitglieds: Lantermann

Produkt:

Hotel Pier Plesier Guest House (Victoria Bay)

Datum: 30.08.01, geändert am 30.08.01 (55 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: schöne Lage , großes Appartment, gutes Frühstück

Nachteile: eher teuer, nicht sehr sauber

Pier Plesier, Victoria Bay (22. April 2001)

Die Victoria Bay wurde im Reiseführer (Marco Polo) empfohlen. Wir biegen von der Schnellstraße ab und wollen natürlich gleich direkt am Wasser nächtigen. Das vom Guide empfohlene B&B (Bed & Breakfast) „Waves“ ist leider ausgebucht. Das gilt auch für das ebenfalls positiv erwähnte „Land’s End“. Dessen Manager repariert gerade an der Zufahrt die Begrenzungspfähle. Er führt uns zu einem weiteren B&B. Der dafür zuständige Mensch, Ian, hat beide Wohnungen frei, oben und unten. Er zeigt uns erst die untere Wohnung, die scheint mit zwei Zimmern ausreichend. Die obere ist üppig. Aber für uns viel zu groß. Der Preisunterschied (250 Rand p.P. für oben, 160 Rand p.P. für unten,) gibt den Ausschlag. (Rand:DM: immer durch 3,5 dividieren)

Wir nehmen also das untere Apartment zu umgerechnet rund 137 Mark für uns drei. Beide Zimmer stinken total nach Klosteinen. Sie sind wirklich impertinent. Katrin und ich suchen sie und finden sie an allen möglichen Stellen, vor allem in Schränken versteckt. Wir werfen sie nach draußen. Als wir alle entfernt haben, kommt ein bisschen Seeluft rein. Es ist alles ziemlich rummelig, und in der Toilette ist – wie hygienisch – Teppichboden. Der Müll unserer Vorgänger ist dort nicht entsorgt. Dafür gibt es ganz viele Programme im TV.

Wir machen einen kleinen Rundgang um die Sandbucht, die wirklich nicht groß ist. Es wirkt sehr romantisch, wenn man an Land’s End auf dem Felsen sitzt und in den Nebel schaut. Man fühlt sich ein bisschen wie am Ende der Welt. Hier sollen auch in der richtigen Jahresszeit, also im Herbst, die Wale Urlaub machen, schreibt Ian in seinem Flyer. Er betont, Victoria Bay sei ein „anerkanntes Juwel der nahe gelegenen Garden Route“ und biete auch wunderbares Surfen, Fischen, und Schnorcheln.

Wir wollen das nicht überprüfen. Wir haben – gegen sieben Uhr am Abend – anderes im Sinn. W
ir haben Hunger, stellen aber fest, dass wir in der ganzen Anlage nichts mehr zu essen bekommen. Die überhaupt einzige Möglichkeit, das Take away am beschrankten Eingang zu der Anlage, hat jetzt, gegen 17.00 Uhr, geschlossen. Wir lassen uns unser Abendessen vom Pizza-Service bringen. Das kostet 115, mit Trinkgeld 125 Rand. Ich habe Salat, die beiden Mädels Pizza. Die ist ziemlich kalt, aber es gibt bei uns auch eine Mikrowelle. Schmecken tut es trotzdem nicht richtig.

Das Frühstück, das uns Ian und seine beiden blonden Mädchen (etwa acht und zehn) servieren, ist sehr gut. Er redet ein bisschen mit uns. Er bringt uns die Rechnung, denn er muss gehen, Zeit für den Kirchgang. Die drei sind sehr nett. Wir machen uns Gedanken, ob Ian wohl Witwer ist. Dafür spricht, dass in seinem Prospekt für sein „Pier Plesier“ nur die drei Namen Jolin, Jessi und Ian Wesson erwähnt sind.

Milde überkommt die beiden Frauen ob dieses mutmaßlichen Männerschicksals, sie waschen unser Geschirr ab, obwohl kein Spülmittel da ist. Außerdem legt Helma den Kühlschrank trocken, den ich unabsichtlich abgetaut hatte, als ich das Laptop ans Netz anschloss. Und am Ende sammeln wir die Klosteine draußen wieder auf und legen sie wieder an die alten Stellen. Unsere Nachfolger mögen uns verzeihen.

Info: lantermann@aol.com

Fazit: