Hotel Paradise Park (Los Cristianos)

Ein 4-Sterne-Hotel nicht nach unserem Geschmack
Hotel Paradise Park (Los Cristianos)

Name des Mitglieds: juliaa2000
Produkt:
Hotel Paradise Park (Los Cristianos)
Datum: 24.12.10
Bewertung:
Vorteile: Kostenloses WLAN im ganzen Hotel | sehr gutes Abendessen
Nachteile: Muffige, extre kleine Zimmer | Schimmel im Bad | Frühstück inkl. Kaffee = bäh!
Anfang Dezember 2010 entflohen wir dem Winter und buchten kurzfristig zwei Wochen Urlaub auf Teneriffa. Weil wir uns nicht entscheiden konnten, ob wir im Norden oder im Süden der Insel wohnen wollten, entschieden wir uns, zwei Hotels zu buchen. In der ersten Woche wohnten im in Puerto de la Cruz und in der zweiten Woche in Los Cristianos im Hotel "Paradise Park", von dem ich heute berichten möchte.
| Fakten
Paradise Park Resort & Spa
Los Chistianos, Teneriffa, Spanien
Tel. +34 922757224
www.hotelparadisepark.com
| Lage
Das Hotel liegt im Randgebiet der Stadt Los Cristianos, ca. 15 km vom Flughafen Teneriffa-Süd entfernt. Das Gebäude steht etwas am Hang des Montana de Guaza hinauf. Es ist eines von vielen Hotel-Komplexen und sticht trotz seiner acht Stockwerke und der auffällig blauen Farbe zwischen all den Appartement- und Hotelburgen nicht sonderlich heraus. Zur Strandpromenade sind es ca. 800-1000 m Luftlinie. Diesen Weg muss man tagsüber aber nicht zwingend laufen, denn der Hotelbus fährt vormittags und nachmittags (von 9.30 bis 13.15 und von 15.30 bis 17.45 Uhr) im 15-Minuten-Takt hin und her und befördert die Gäste in den interessantesten Teil der Stadt.
Das Innere des Gebäudes ist aufgrund der Hanglage sehr verwinkelt. Es dauerte schon eine Weile, bis ich mich darin zurecht fand. Außerdem fand ich das Innere recht düster und ungemütlich. Zwar gibt es einen schönen Innenhof, der ein Hauch von spanischem Flair besitzt, aber die Gänge, auf denen sich die Türen zu den Zimmern befinden, sind nicht ausreichend beleuchtet. Sie sind mit Bewegungsmelder ausgestattet, um Strom zu sparen. Doch diese springen verständlicherweise nur da an, wo man sich gerade befindet. Der Rest des langen Ganges bleibt im Dunkeln verborgen. Das fand ich nicht schön.
Der Innenhof ist übrigens nicht überdacht und da wir eine verregnete Dezember-Woche erwischt hatten, wurde auch der Innenhof und somit einige Gänge unter Wasser gesetzt. Riesige, auf den Boden ausgelegte, Frottee-Tücher sollten das Problem eingrenzen.
Der ganze Gebäudekomplex ist nicht besonders schön und der Bereich rund um den Pool ist - wie das ganze Innere des Hotels - sehr beengt. Ich hatte immer wieder Probleme mit meiner Raumangst und musste mich oft zur Ruhe zwingen, um keinen Anfall zu bekommen. Noch heute spüre ich die Beklemmung nach, die mich das ein oder andere Mal befallen wollte.
| Parkplätze
Da wir während unseres Urlaubs einen Mietwagen hatten, war uns wichtig, dass unser Fahrzeug einen Parkplatz bekam. Uns war vorab gesagt worden, dass das Hotel über eine Garage verfügt, Stellplätze aber vorab nicht zugesagt werden könnten. Vor Ort stellten wir dann fest, dass zwar freie Stellplätze vorhanden waren, diese Garage aber aus teilweise nicht überdachten Stellplätzen bestand, die erstens sehr eng waren und zweitens durch mehrere große Limousinen (vermutlich Eigentum der leitenden Angestellten) blockiert wurden. Wir sahen keinen Sinn darin, uns dort einen Platz zu erkämpfen, zumal während unseres Aufenthalts genügend Stellplätze am Straßenrand vorhanden waren - und das auch noch in Hotelnähe.
| Rezeption
Bei unserer Ankunft wurden wir freundlich begrüßt. Das Personal sprach vor allem Englisch, was uns in dieser Gegend, die hauptsächlich von Engländern frequentiert wird, nicht verwunderte. Wir bekamen beim Einchecken zwei Keycards, so dass wir unabhängig voneinander das Zimmer aufsuchen konnten. Das fand ich schon mal sehr wichtig.
| Zimmer
Unser Zimmer lag im vierten Stock. Wir hatten ein Standardzimmer gebucht, aber ein Superior-Zimmer erhalten. Der Unterschied bestand darin, dass das Superior-Zimmer neu renoviert worden war und über einen so genannten "Poolblick" verfügte.
Beim Betreten bekamen wir einen kleinen Schock. Mit unseren Koffern passten wir kaum durch die Tür und den Gang, weil dieser viel zu schmal war und zusätzlich durch einen hinein ragenden Kühlschrank verengt wurde. Das Zimmer selbst stand dem schmalen Gang um nichts nach. Ein zu kurzes Bett, zwei kleine Nachtkästchen (mit Telefon und toller Spot-Leselampe), ein sehr, sehr schmaler Schreibtisch und ein Einbaukleiderschrank - das war alles, was in dem kleinen Zimmer Platz fand. Wir vermissten vor allem eine Kofferablage. So mussten wir unsere beiden Koffer auf den Boden legen. Dadurch konnten wir zum einen die linke Tür des Kleiderschranks nicht mehr öffnen und stolperten zum anderen über einen der Koffer, wenn wir auf den Balkon gehen wollten.
Das Design der Einrichtung hat uns aber gut gefallen. Helle Farben und modernes Holz sowie Laminatboden verbreiteten behagliche Gemütlichkeit.
Das Zimmer roch sehr muffig und abgestanden. Wir öffneten sofort die Fenster und ließen frische Luft hinein. Das sollte in den nächsten Tagen unsere erste Handlung sein, sobald wir das Zimmer betraten. In dem kleinen Raum verbrauchte sich die Luft in Nullkommanichts. Hinzu kamen die Probleme mit dem Bad. Das Bad besaß nämlich kein Fenster, so dass es nicht entlüftet werden konnte. Da die moderne Dusche aus mehreren Strahlern bestand und unnötig viel Wasser verprasste, gleichte das Bad nach dem Duschen einem türkischen Hamam. Der entstandene Dampf konnte aber nirgendwo entweichen. Deshalb war das neu renovierte Bad bereits von Schimmel befallen.
Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt: eine ordentliche Entlüftung nach dem Toilettengang war ebenfalls nicht möglich. Das das kleine Entlüftungsrohr in der Decke gar nicht oder unzureichend die Luft nach außen förderte, mussten wir durchs Zimmer entlüften.
Unser Zimmer war mit einem Kühlschrank ausgestattet, der ausreichend groß und nicht zu kalt war. Außerdem gab es einen Wasserkocher und löslichen Kaffee sowie Tee und Portionsmilch. An der Wand hing ein Flachbildschirm, der vier deutsche Programme empfing. An sich hätte uns das ausgereicht, weil wir abends nur die Nachrichten anschauen wollten. Allerdings war die Bildqualität teilweise so schlecht, dass wir gar nichts erkennen konnten und Sat 1 hatte keinen Ton. So richtig nützlich war das Gerät also nicht. Aber das lustige an diesem Fernseher war, dass er im ausgeschalteten Zustand trotzdem noch einen Ton aussendete. Ganz leise zwar, aber doch hörbar. Mir war es unmöglich, dabei zu schlafen. Also steckten wir das Netzteil aus und... staunten nicht schlecht. Sogar ohne Strom "strahlte" der Ton noch nach! Es dauerte zwischen zehn und 15 Minuten bis dem Ton endlich "die Luft aus ging" und nichts mehr zu hören war. Wir standen jeden Abend kopfschüttelnd vor dem Fernseher und verstanden die Welt nicht mehr.
Der Balkon, der Richtung Innenhof mit Swimmingpool zeigte, war sehr klein. Aber um sich abends noch ein bisschen raus zu setzen und den Sonnenuntergang zu genießen, reichte es. Handtücher hängten wir zum Trocknen über die zwei Stühle oder die Balustrade. Ein kleiner Tisch mit Aschenbecher stand dort ebenfalls. Leider war der Balkon sehr gut einzusehen. D.h. alle Gäste, die über uns ein Zimmer hatten, konnten uns auf den Balkon gucken.
Unser recht großes Bad hatte ein Waschbecken mit großer Ablagefläche, Haartrockner, Seife und Duschgel. Genau gegenüber der Toilette befand sich das Bidet, so dass man, wenn man auf dem WC saß, mit den Knien dagegen stieß. Die Dusche war - wie ich bereits erwähnt habe - sehr modern und besaß eine Duschpaneele mit verschiedenen Düsen, aus denen verschwenderisch das Wasser spritzte. Man konnte sich sogar vom Wasser massieren lassen. Ich fand diese Duscheinheit unpassend. Auf einer Insel, die unter Wasserknappheit leidet, sollte man keine Wasserverschwendung betreiben.
Apropos Verschwendung! Obwohl wir unsere Hand- und Duschtücher jeden Tag zurück an den Handtuchhalter hängten, wurden sie täglich ausgewechselt. Das wäre nicht nötig gewesen. Nun, dadurch wurden wir eben jeden Tag mit frischen Tüchern ausgestattet, die übrigens sehr weiß und sauber, sehr weich und angenehm groß waren.
Auch die Toilette verbrauchte beim Spülen unnötig viel Wasser. Das dünne Klopapier wurde mit einem dicken, sekundenlangen Wasserschwall hinuntergespült.
Unser Zimmer zeigte zum Innenbereich des Hotels hinaus, so dass wir einen sehr schönen Blick zum Pool und zu den Appartementhäusern hatten. Über die Dächer der Häuser hinweg konnte man Los Cristianos und dahinter das Meer sehen. Wir waren schon froh, dass wir kein Zimmer zur Straßenseite hinaus bekommen hatten.
Das Beste am ganzen Zimmer war: es hatte KOSTENLOSEN WLAN. Mit einem internetfähigen Handy oder einem Laptop konnte man dieses problemlos nutzen. Zwar war die Leitung tagesabhängig teilweise recht langsam, aber zum Versenden von E-Mails oder zum Abrufen der Wettervorhersage reichte die Geschwindigkeit allemal aus.
Alles in allem hat uns das Zimmer aber trotzdem nicht zugesagt. Das wäre auch der Grund, warum wir im Hotel "Paradise Park" nicht noch einmal übernachten würden. Es war uns einfach zu eng und das schlecht zu entlüftende Bad mit dem Schimmel schreckte uns auch ab.
| Verpflegung
Wir hatten "Halbpension Plus" gebucht. Somit waren das Frühstück und das Abendessen inkl. Tischgetränke frei. Wir hatten in der zweiten Urlaubswoche also so gut wie keine Nebenkosten, was wir im Geldbeutel deutlich spürten.
Der Speisesaal befindet im Souterrain des Gebäudes und wird deshalb kaum von Tageslicht erhält. Die Bestuhlung ist sehr eng und man muss sich zwischen den Stühlen der anderen Gäste hindurch zwängen. Deshalb war es dort während der Essenszeiten nicht sehr gemütlich.
Frühstück (von 7 bis 10 Uhr)
Das Frühstück war typisch englisch und sagte uns überhaupt nicht zu. Bereits am dritten Tag aßen wir jeden morgen das gleiche, weil wir uns nur das rauspickten, was uns schmeckte. Der Speck war labbrig, das Rührei zu dünn, die Marmelade sirupartig und der Kaffee schmeckte fürchterlich. Dieser Instant-Mist konnte man nicht einmal als Poliermittel für Autowrackteile verwenden. Schrecklich!
Das Toastbrot hatte auch keinen Eigengeschmack und konnte im bereit gestellten Toaster nie so zubereitet werden, dass er schön "medium-cross" war, weil das Gerät jeden Tag anders eingestellt wurde. Wir aßen also jeden Tag etwas Stangenweißbrot mit Nougatcreme, danach Pancakes (mal kalt, mal warm - mal labbrig, mal trocken) mit Vanillesirup und zum Nachtisch Müsli mit getrockneten Feigen und Pflaumen. Der einzige Lichtblick des Morgens waren die frischen Früchte wie Honig- und Wassermelonen, Bananen, Äpfel, Grapefruit, Ananas usw. Und das Glas Sekt, mit dem man alles runterspülen konnte ;-|
Abendessen (von 18-21.30 Uhr)
Je schlechter das Frühstück, desto besser das Abendessen? Ich weiß nicht, ob es diese Lebensweisheit schon gibt. Wenn nicht, dann habe ich sie soeben erfunden. Das Abendessen im Hotel "Paradise Park" war hervorragend. Zwar war auch hier der englische Touch zu spüren, aber ob ich das englische "Stew" esse oder das deutsche "Gulasch" ist wohl ziemlich egal. Jedenfalls gab es ein riesiges Buffet mit sehr leckeren, frisch zubereiteten, hervorragend gewürztes Speisen. Jeden Tag wurden andere Köstlichkeiten aufgetischt. Mehrere Fleischsorten (Hühnchenkeulen, Steaks, Spieße, Eintöpfe etc.), verschieden zubereitete Fischarten, zwei Arten von Pasta und Suppe, eine wunderbare Salattheke, reichlich Beilagen und Saucen und und und... Hier wurde man wirklich satt! Und das Ganze war auch hervorragend gewürzt. Hier schmeckte man nicht nur Salz und Pfeffer, sondern auch Gewürze wie Chili, Curry und Kümmel oder Kräuter wie Rosmarin, Minze und Oregano.
Für mich war aber eines das absolute Highlight: das Käsebuffet!!! Ich persönlich finde ja, dass nur Bayern, Österreich und die Schweiz richtig leckeren Käse machen können. Deshalb esse ich, wenn wir Urlaub im Ausland (Griechenland, Italien, Spanien etc.) machen, selten Käse. Aber das was hier im Hotel "Paradise Park" geboten wurde, ist der absolute Wahnsinn! Es gab die tollsten Käsesorten. Egal ob cremiger Camembert, würziger Emmentaler, scharf eingelegter Schafskäse.... es war wirklich ein Traum! Ich fühlte mich wie im siebten Käsehimmel! Jeden Abend machte ich mir einen Käseteller mit Trauben und frischen Feigen zurecht und bestellte mir noch ein Glas Rotwein und dann genoss ich in vollen Zügen.
Währendessen machte sich mein "Süßer" über das Dessertbuffet her. Das war auch der Hammer! Man konnte sich entweder aus ca. sechs Sorten Eis den perfekten Eisbecher mit Sahne oder Eissaucen zusammenstellen oder man schlemmte sich durch Torten, Törtchen, Pralinen oder Cremes. Das Mousse au Chocolat war ein Traum!! Wem das alles nicht zusagte, "musste" sich wohl mit der reichhaltigen Frischobsttheke abfinden, die wirklich die leckersten und frischesten Früchte darbot.
Getränke gab es auch in reicher Auswahl. Das spanische Bier haben wir nicht probiert, obwohl es uns empfohlen wurde. Wir bestellten uns zum Abendessen meist eine Flasche von dem sehr leckeren spanischen Mineralwasser. Meine bessere Hälfte trank dann meist noch eine Fanta und ich meinen obligatorischen Hauswein, der wirklich recht gut schmeckte. Im "HP Plus" sind diese Getränke, wie gesagt, kostenlos enthalten.
Auf das Abendessen freuten wir uns wirklich den ganzen Tag. Für uns umso unverständlicher, dass wir morgens ein schlechtes Frühstück, dafür abends aber ein so tolles Abendessen serviert bekamen.
Es gibt übrigens die Möglichkeit, vor Ort "hoch zu stufen". Das heißt, wenn man vorab ein Zimmer mit Frühstück gebucht hat, kann man im Hotel auf Halbpension oder sogar All inclusive aufbuchen. Ich glaube mich zu erinnern, dass das Abendessen irgendetwas um die 13.- EUR gekostet hat, bin mir aber nicht sicher.
| Service
Den Service des Hotels möchte ich als oberflächlich, aber freundlich bezeichnen... und effektiv! Wenn wir ein Problem hatten, wurde das mit einem "ist kein Problem" unter den Tisch gekehrt. Der typische Deutsche kann damit zwar nicht leben, wir versuchten es aber und - was soll ich sagen - es funktionierte tatsächlich.
Ein Beispiel: Von der Rezeption waren in unsere "Restaurant-Eintrittskarte" keine "Plus"-Leistungen eingetragen worden. Im Restaurant wurden wir deshalb gebeten, die Getränke zu bezahlen. Als wir darauf hinwiesen, dass wir das nicht müssten, entstand erst einmal ein heilloses Chaos, bis sämtliches Personal - ziemlich irritiert und kopflos - beschloss, es einfach abzunicken. Wir bekamen unsere Getränke! Doch da wir uns das Theater am nächsten Tag nicht noch einmal anschauen wollten, gingen wir nach dem Abendessen zur Rezeption, um uns dort die "Plus"-Leistungen eintragen zu lassen. Der Rezeptionist suchte und suchte und suchte nach unseren Unterlagen... fand sie nicht... guckte dumm aus der Wäsche und... setzte sein Servus unter unseren Restaurant-Ausweis. Problem behoben!
| Publikum
Während unseres Aufenthalts Anfang Dezember bestand das Publikum zu 90 Prozent aus Engländern. Der Rest setzte sich aus Deutsche und Spanier sowie ganz wenigen Russen zusammen. Die Engländer waren meist jenseits der 60 und recht angenehm. Es gab bei ihnen jedenfalls keine Buffetschlachten, wie man sie von den Russen gewohnt ist.
| Internet
Im Foyer stehen zwei PCs, mit denen man angeblich ins Internet kann. Dazu muss man wohl Münzen in den dafür vorgesehenen Schlitz werfen. Ich habe es nicht ausprobiert, da wir ein internetfähiges Handy dabei hatten, mit dem wir im ganzen Hotel kostenlos über WLAN surfen konnten.
| Aufenthaltsräume
Es gibt im ganzen Hotel reichlich Rückzugsmöglichkeiten. Wer also nicht in seinem viel zu kleinen Zimmer sitzen möchte, kann in eine der Bars gehen, sich im Spiele-/Lesezimmer setzen oder in eine der anderen Sitzecken, die im ganzen Haus verteilt sind, lümmeln. Da uns das Ambiente und die Angebote der Bar nicht besonders angesprochen haben, sind wir abends meist noch ins große Spielzimmer gegangen, wo wir an mit grünem Stoff bezogenen Tischen "Kniffel" spielten. Hier steht übrigens auch ein Getränkeautomat, an dem man sich Limonaden etc. ziehen kann.
Die meisten Gäste setzten sich aber auf die Terrasse, wo sie noch ein/zwei Bierchen tranken. Die Preise waren moderat! Da es auch einige AI-Gäste gab, sah man auch viele, die irgendwelche "Plastikbecher-Cocktails" tranken.
| Swimmingpools
Es gibt einen recht großen Swimmingpool, in denen sich vor allem die Kinder breit machten. In einem separaten Bereich sind sowohl ein kleiner Meerwasserpool als auch ein Whirlpool untergebracht, in den Kinder eigentlich nicht hinein dürfen. Diese Vorschrift wurde während unseres Aufenthalts leider missachtet, so dass es dort sehr laut und "nass" zuging. Wir trauten uns nicht, etwas dagegen zu sagen und mussten deshalb auf unseren "Plansch-Spaß" verzichten. Auf einem separaten Kinderspielplatz, der mit weichen Matten ausgelegt ist, können sich die Kinder jedoch frei austoben. Gleich daneben gibt es eine kleine Bar, wo sich die Erwachsenen in einen Plastikstuhl lümmeln können und wo es auch Eis und kalte Softgetränke gibt.
Der gesamte Poolbereich kam mir sehr beengt vor. Es stand eine Liege an der anderen, ein Sonnenschirm neben dem anderen und trotzdem fand auf der Anlage noch die ein oder andere Palme Platz. Da hatte sich ein Landschaftsgestalter wirklich Mühe gegeben!
Es besteht die Möglichkeit, sich große Pooltücher zu leihen. Das Leihen selbst ist kostenlos. Es wird aber eine Sicherheitsgebühr von 10.- EUR pro Badetuch verlangt. Das Geld bekommt man natürlich zurück erstattet, wenn man das Tuch zurück bringt.
| Solarium/Dachterrasse
Das so genannte Solarium ist ein abgegrenzter Bereich auf der sehr großzügigen Dachterrasse. Die Terrasse selbst ist wirklich das Highlight des Hotelkomplexes. Sie ist sehr groß und man hat vom achten Stock aus einen herrlichen Blick über Los Cristianos bis hin zum Meer. Ich konnte gut verstehen, dass die Gäste sich hier die meiste Zeit des Tages aufhielten. Durch eine Glasfront vom stetigen Wind geschützt, lagen sie hier gemütlich in der Sonne und lasen oder schliefen. Wir selbst genossen die Terrasse nur einen Tag, da wir unseren Urlaub lieber aktiv verleben!
| Wellness und Spa
Das Hotel trägt die Bezeichnung "Resort & Spa". Es gibt nämlich einen eigenen Wellness-Bereich, in dem man sich von geschultem Personal verwöhnen lassen kann. Da wir während unseres Teneriffa-Urlaubs darauf keine Lust hatten, kann ich keine eigenen Erfahrungen wiedergeben. Ich habe mir aber interessehalber die Angebote durchgelesen, die vor dem Spa-Center ausgehängt waren. Sie klangen wirklich sehr interessant und die Preise fand ich sehr moderat. Massagen, Packungen, Peelings, Maniküre, Pediküre... ob in Einzelanwendungen oder in Paketen... es klang wirklich alles vielversprechend und nicht überteuert.
Im Hotel gibt es auch einen Friseur. Den haben wir aber auch nicht aufgesucht.
| Fitness-Raum
In den kleinen Fitness-Raum habe ich nur einen kurzen Blick geworfen. Der Geräte sind meiner Meinung nach viel zu eng gestellt. Sie scheinen aber in einem sehr guten Zustand zu sein. Leider gibt es hier - wie in so vielen öffentlichen Hotelräumen - kein Tageslicht.
| Tagungsraum
Es soll auch einen Tagungsraum geben, den wir uns aber nicht näher angeschaut haben.
| Sonstiges
Das Hotel wirbt täglich und - in meinen Augen - ziemlich aufdringlich um Clubmitglieder. Man soll diesem "Amigos-in-Paradise-Ferienclub" beitreten, um verschiedene Vorzüge in Anspruch nehmen zu können. So erhält man z.B. ein Willkommensgeschenk aufs Zimmer, darf sich - je nach Verfügbarkeit - das Zimmer aussuchen, erhält auf SPAradise-Behandlungen und im Friseursalon fünf Prozent Rabatt oder bekommt das Zimmer zu einen besonderen Preis. Da wir nicht vorhatten, nochmals in dieses Hotel zu gehen, haben wir uns zu dieser Mitgliedschaft nicht überreden lassen. Bei uns hat die "Kundenbindung" also nicht funktioniert.
| Autovermietung
An der Rezeption kann man auch Autos mieten. Die Preise habe ich mir nicht angeschaut, da wir bereits in Deutschland einen Mietwagen reserviert hatten. Ich habe aber mitbekommen, wie ein englisches Pärchen versucht hat, einen Wagen zu bekommen, was aus irgendeinem Grund nicht geklappt hat. Wir waren jedenfalls froh, dass wir das alles schon von Zuhause aus erledigt hatten.
| Fazit
Das "Paradise Park" in Los Cristianos ist ein 4-Sterne-Hotel, das seine Auszeichnung vermutlich aufgrund seiner Ausstattung (Flachbildfernseher, WLAN im ganzen Hotel, Wellness & Spa, Friseur, Pools, Fitness-Raum etc.) erhalten hat. Die vier Sterne finde ich in diesem Zusammenhang auch nicht übertrieben und möchte sie auch nicht mit der pauschalen Beurteilung "4 Sterne in Spanien sind drei Sterne bei uns" abtun. Das mag alles in Ordnung sein, aber in einem 4-Sterne-Hotel möchte ich mich auch wohl fühlen. In den viel zu kleinen, muffigen Zimmern, in denen man sich gegenseitig auf die Füße tritt, kann ich das aber nicht. Wenn ich dann auch noch Schimmel im Bad finde und mir das Frühstück nicht schmeckt, bleiben von den vier Sternen nur noch drei übrig. Da reißen ein "luxuriöser", kostenloser WLAN-Anschluss und ein super Abendessen auch nichts mehr raus.
In diesem Sinne...
| Fakten
Paradise Park Resort & Spa
Los Chistianos, Teneriffa, Spanien
Tel. +34 922757224
www.hotelparadisepark.com
| Lage
Das Hotel liegt im Randgebiet der Stadt Los Cristianos, ca. 15 km vom Flughafen Teneriffa-Süd entfernt. Das Gebäude steht etwas am Hang des Montana de Guaza hinauf. Es ist eines von vielen Hotel-Komplexen und sticht trotz seiner acht Stockwerke und der auffällig blauen Farbe zwischen all den Appartement- und Hotelburgen nicht sonderlich heraus. Zur Strandpromenade sind es ca. 800-1000 m Luftlinie. Diesen Weg muss man tagsüber aber nicht zwingend laufen, denn der Hotelbus fährt vormittags und nachmittags (von 9.30 bis 13.15 und von 15.30 bis 17.45 Uhr) im 15-Minuten-Takt hin und her und befördert die Gäste in den interessantesten Teil der Stadt.
Das Innere des Gebäudes ist aufgrund der Hanglage sehr verwinkelt. Es dauerte schon eine Weile, bis ich mich darin zurecht fand. Außerdem fand ich das Innere recht düster und ungemütlich. Zwar gibt es einen schönen Innenhof, der ein Hauch von spanischem Flair besitzt, aber die Gänge, auf denen sich die Türen zu den Zimmern befinden, sind nicht ausreichend beleuchtet. Sie sind mit Bewegungsmelder ausgestattet, um Strom zu sparen. Doch diese springen verständlicherweise nur da an, wo man sich gerade befindet. Der Rest des langen Ganges bleibt im Dunkeln verborgen. Das fand ich nicht schön.
Der Innenhof ist übrigens nicht überdacht und da wir eine verregnete Dezember-Woche erwischt hatten, wurde auch der Innenhof und somit einige Gänge unter Wasser gesetzt. Riesige, auf den Boden ausgelegte, Frottee-Tücher sollten das Problem eingrenzen.
Der ganze Gebäudekomplex ist nicht besonders schön und der Bereich rund um den Pool ist - wie das ganze Innere des Hotels - sehr beengt. Ich hatte immer wieder Probleme mit meiner Raumangst und musste mich oft zur Ruhe zwingen, um keinen Anfall zu bekommen. Noch heute spüre ich die Beklemmung nach, die mich das ein oder andere Mal befallen wollte.
| Parkplätze
Da wir während unseres Urlaubs einen Mietwagen hatten, war uns wichtig, dass unser Fahrzeug einen Parkplatz bekam. Uns war vorab gesagt worden, dass das Hotel über eine Garage verfügt, Stellplätze aber vorab nicht zugesagt werden könnten. Vor Ort stellten wir dann fest, dass zwar freie Stellplätze vorhanden waren, diese Garage aber aus teilweise nicht überdachten Stellplätzen bestand, die erstens sehr eng waren und zweitens durch mehrere große Limousinen (vermutlich Eigentum der leitenden Angestellten) blockiert wurden. Wir sahen keinen Sinn darin, uns dort einen Platz zu erkämpfen, zumal während unseres Aufenthalts genügend Stellplätze am Straßenrand vorhanden waren - und das auch noch in Hotelnähe.
| Rezeption
Bei unserer Ankunft wurden wir freundlich begrüßt. Das Personal sprach vor allem Englisch, was uns in dieser Gegend, die hauptsächlich von Engländern frequentiert wird, nicht verwunderte. Wir bekamen beim Einchecken zwei Keycards, so dass wir unabhängig voneinander das Zimmer aufsuchen konnten. Das fand ich schon mal sehr wichtig.
| Zimmer
Unser Zimmer lag im vierten Stock. Wir hatten ein Standardzimmer gebucht, aber ein Superior-Zimmer erhalten. Der Unterschied bestand darin, dass das Superior-Zimmer neu renoviert worden war und über einen so genannten "Poolblick" verfügte.
Beim Betreten bekamen wir einen kleinen Schock. Mit unseren Koffern passten wir kaum durch die Tür und den Gang, weil dieser viel zu schmal war und zusätzlich durch einen hinein ragenden Kühlschrank verengt wurde. Das Zimmer selbst stand dem schmalen Gang um nichts nach. Ein zu kurzes Bett, zwei kleine Nachtkästchen (mit Telefon und toller Spot-Leselampe), ein sehr, sehr schmaler Schreibtisch und ein Einbaukleiderschrank - das war alles, was in dem kleinen Zimmer Platz fand. Wir vermissten vor allem eine Kofferablage. So mussten wir unsere beiden Koffer auf den Boden legen. Dadurch konnten wir zum einen die linke Tür des Kleiderschranks nicht mehr öffnen und stolperten zum anderen über einen der Koffer, wenn wir auf den Balkon gehen wollten.
Das Design der Einrichtung hat uns aber gut gefallen. Helle Farben und modernes Holz sowie Laminatboden verbreiteten behagliche Gemütlichkeit.
Das Zimmer roch sehr muffig und abgestanden. Wir öffneten sofort die Fenster und ließen frische Luft hinein. Das sollte in den nächsten Tagen unsere erste Handlung sein, sobald wir das Zimmer betraten. In dem kleinen Raum verbrauchte sich die Luft in Nullkommanichts. Hinzu kamen die Probleme mit dem Bad. Das Bad besaß nämlich kein Fenster, so dass es nicht entlüftet werden konnte. Da die moderne Dusche aus mehreren Strahlern bestand und unnötig viel Wasser verprasste, gleichte das Bad nach dem Duschen einem türkischen Hamam. Der entstandene Dampf konnte aber nirgendwo entweichen. Deshalb war das neu renovierte Bad bereits von Schimmel befallen.
Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt: eine ordentliche Entlüftung nach dem Toilettengang war ebenfalls nicht möglich. Das das kleine Entlüftungsrohr in der Decke gar nicht oder unzureichend die Luft nach außen förderte, mussten wir durchs Zimmer entlüften.
Unser Zimmer war mit einem Kühlschrank ausgestattet, der ausreichend groß und nicht zu kalt war. Außerdem gab es einen Wasserkocher und löslichen Kaffee sowie Tee und Portionsmilch. An der Wand hing ein Flachbildschirm, der vier deutsche Programme empfing. An sich hätte uns das ausgereicht, weil wir abends nur die Nachrichten anschauen wollten. Allerdings war die Bildqualität teilweise so schlecht, dass wir gar nichts erkennen konnten und Sat 1 hatte keinen Ton. So richtig nützlich war das Gerät also nicht. Aber das lustige an diesem Fernseher war, dass er im ausgeschalteten Zustand trotzdem noch einen Ton aussendete. Ganz leise zwar, aber doch hörbar. Mir war es unmöglich, dabei zu schlafen. Also steckten wir das Netzteil aus und... staunten nicht schlecht. Sogar ohne Strom "strahlte" der Ton noch nach! Es dauerte zwischen zehn und 15 Minuten bis dem Ton endlich "die Luft aus ging" und nichts mehr zu hören war. Wir standen jeden Abend kopfschüttelnd vor dem Fernseher und verstanden die Welt nicht mehr.
Der Balkon, der Richtung Innenhof mit Swimmingpool zeigte, war sehr klein. Aber um sich abends noch ein bisschen raus zu setzen und den Sonnenuntergang zu genießen, reichte es. Handtücher hängten wir zum Trocknen über die zwei Stühle oder die Balustrade. Ein kleiner Tisch mit Aschenbecher stand dort ebenfalls. Leider war der Balkon sehr gut einzusehen. D.h. alle Gäste, die über uns ein Zimmer hatten, konnten uns auf den Balkon gucken.
Unser recht großes Bad hatte ein Waschbecken mit großer Ablagefläche, Haartrockner, Seife und Duschgel. Genau gegenüber der Toilette befand sich das Bidet, so dass man, wenn man auf dem WC saß, mit den Knien dagegen stieß. Die Dusche war - wie ich bereits erwähnt habe - sehr modern und besaß eine Duschpaneele mit verschiedenen Düsen, aus denen verschwenderisch das Wasser spritzte. Man konnte sich sogar vom Wasser massieren lassen. Ich fand diese Duscheinheit unpassend. Auf einer Insel, die unter Wasserknappheit leidet, sollte man keine Wasserverschwendung betreiben.
Apropos Verschwendung! Obwohl wir unsere Hand- und Duschtücher jeden Tag zurück an den Handtuchhalter hängten, wurden sie täglich ausgewechselt. Das wäre nicht nötig gewesen. Nun, dadurch wurden wir eben jeden Tag mit frischen Tüchern ausgestattet, die übrigens sehr weiß und sauber, sehr weich und angenehm groß waren.
Auch die Toilette verbrauchte beim Spülen unnötig viel Wasser. Das dünne Klopapier wurde mit einem dicken, sekundenlangen Wasserschwall hinuntergespült.
Unser Zimmer zeigte zum Innenbereich des Hotels hinaus, so dass wir einen sehr schönen Blick zum Pool und zu den Appartementhäusern hatten. Über die Dächer der Häuser hinweg konnte man Los Cristianos und dahinter das Meer sehen. Wir waren schon froh, dass wir kein Zimmer zur Straßenseite hinaus bekommen hatten.
Das Beste am ganzen Zimmer war: es hatte KOSTENLOSEN WLAN. Mit einem internetfähigen Handy oder einem Laptop konnte man dieses problemlos nutzen. Zwar war die Leitung tagesabhängig teilweise recht langsam, aber zum Versenden von E-Mails oder zum Abrufen der Wettervorhersage reichte die Geschwindigkeit allemal aus.
Alles in allem hat uns das Zimmer aber trotzdem nicht zugesagt. Das wäre auch der Grund, warum wir im Hotel "Paradise Park" nicht noch einmal übernachten würden. Es war uns einfach zu eng und das schlecht zu entlüftende Bad mit dem Schimmel schreckte uns auch ab.
| Verpflegung
Wir hatten "Halbpension Plus" gebucht. Somit waren das Frühstück und das Abendessen inkl. Tischgetränke frei. Wir hatten in der zweiten Urlaubswoche also so gut wie keine Nebenkosten, was wir im Geldbeutel deutlich spürten.
Der Speisesaal befindet im Souterrain des Gebäudes und wird deshalb kaum von Tageslicht erhält. Die Bestuhlung ist sehr eng und man muss sich zwischen den Stühlen der anderen Gäste hindurch zwängen. Deshalb war es dort während der Essenszeiten nicht sehr gemütlich.
Frühstück (von 7 bis 10 Uhr)
Das Frühstück war typisch englisch und sagte uns überhaupt nicht zu. Bereits am dritten Tag aßen wir jeden morgen das gleiche, weil wir uns nur das rauspickten, was uns schmeckte. Der Speck war labbrig, das Rührei zu dünn, die Marmelade sirupartig und der Kaffee schmeckte fürchterlich. Dieser Instant-Mist konnte man nicht einmal als Poliermittel für Autowrackteile verwenden. Schrecklich!
Das Toastbrot hatte auch keinen Eigengeschmack und konnte im bereit gestellten Toaster nie so zubereitet werden, dass er schön "medium-cross" war, weil das Gerät jeden Tag anders eingestellt wurde. Wir aßen also jeden Tag etwas Stangenweißbrot mit Nougatcreme, danach Pancakes (mal kalt, mal warm - mal labbrig, mal trocken) mit Vanillesirup und zum Nachtisch Müsli mit getrockneten Feigen und Pflaumen. Der einzige Lichtblick des Morgens waren die frischen Früchte wie Honig- und Wassermelonen, Bananen, Äpfel, Grapefruit, Ananas usw. Und das Glas Sekt, mit dem man alles runterspülen konnte ;-|
Abendessen (von 18-21.30 Uhr)
Je schlechter das Frühstück, desto besser das Abendessen? Ich weiß nicht, ob es diese Lebensweisheit schon gibt. Wenn nicht, dann habe ich sie soeben erfunden. Das Abendessen im Hotel "Paradise Park" war hervorragend. Zwar war auch hier der englische Touch zu spüren, aber ob ich das englische "Stew" esse oder das deutsche "Gulasch" ist wohl ziemlich egal. Jedenfalls gab es ein riesiges Buffet mit sehr leckeren, frisch zubereiteten, hervorragend gewürztes Speisen. Jeden Tag wurden andere Köstlichkeiten aufgetischt. Mehrere Fleischsorten (Hühnchenkeulen, Steaks, Spieße, Eintöpfe etc.), verschieden zubereitete Fischarten, zwei Arten von Pasta und Suppe, eine wunderbare Salattheke, reichlich Beilagen und Saucen und und und... Hier wurde man wirklich satt! Und das Ganze war auch hervorragend gewürzt. Hier schmeckte man nicht nur Salz und Pfeffer, sondern auch Gewürze wie Chili, Curry und Kümmel oder Kräuter wie Rosmarin, Minze und Oregano.
Für mich war aber eines das absolute Highlight: das Käsebuffet!!! Ich persönlich finde ja, dass nur Bayern, Österreich und die Schweiz richtig leckeren Käse machen können. Deshalb esse ich, wenn wir Urlaub im Ausland (Griechenland, Italien, Spanien etc.) machen, selten Käse. Aber das was hier im Hotel "Paradise Park" geboten wurde, ist der absolute Wahnsinn! Es gab die tollsten Käsesorten. Egal ob cremiger Camembert, würziger Emmentaler, scharf eingelegter Schafskäse.... es war wirklich ein Traum! Ich fühlte mich wie im siebten Käsehimmel! Jeden Abend machte ich mir einen Käseteller mit Trauben und frischen Feigen zurecht und bestellte mir noch ein Glas Rotwein und dann genoss ich in vollen Zügen.
Währendessen machte sich mein "Süßer" über das Dessertbuffet her. Das war auch der Hammer! Man konnte sich entweder aus ca. sechs Sorten Eis den perfekten Eisbecher mit Sahne oder Eissaucen zusammenstellen oder man schlemmte sich durch Torten, Törtchen, Pralinen oder Cremes. Das Mousse au Chocolat war ein Traum!! Wem das alles nicht zusagte, "musste" sich wohl mit der reichhaltigen Frischobsttheke abfinden, die wirklich die leckersten und frischesten Früchte darbot.
Getränke gab es auch in reicher Auswahl. Das spanische Bier haben wir nicht probiert, obwohl es uns empfohlen wurde. Wir bestellten uns zum Abendessen meist eine Flasche von dem sehr leckeren spanischen Mineralwasser. Meine bessere Hälfte trank dann meist noch eine Fanta und ich meinen obligatorischen Hauswein, der wirklich recht gut schmeckte. Im "HP Plus" sind diese Getränke, wie gesagt, kostenlos enthalten.
Auf das Abendessen freuten wir uns wirklich den ganzen Tag. Für uns umso unverständlicher, dass wir morgens ein schlechtes Frühstück, dafür abends aber ein so tolles Abendessen serviert bekamen.
Es gibt übrigens die Möglichkeit, vor Ort "hoch zu stufen". Das heißt, wenn man vorab ein Zimmer mit Frühstück gebucht hat, kann man im Hotel auf Halbpension oder sogar All inclusive aufbuchen. Ich glaube mich zu erinnern, dass das Abendessen irgendetwas um die 13.- EUR gekostet hat, bin mir aber nicht sicher.
| Service
Den Service des Hotels möchte ich als oberflächlich, aber freundlich bezeichnen... und effektiv! Wenn wir ein Problem hatten, wurde das mit einem "ist kein Problem" unter den Tisch gekehrt. Der typische Deutsche kann damit zwar nicht leben, wir versuchten es aber und - was soll ich sagen - es funktionierte tatsächlich.
Ein Beispiel: Von der Rezeption waren in unsere "Restaurant-Eintrittskarte" keine "Plus"-Leistungen eingetragen worden. Im Restaurant wurden wir deshalb gebeten, die Getränke zu bezahlen. Als wir darauf hinwiesen, dass wir das nicht müssten, entstand erst einmal ein heilloses Chaos, bis sämtliches Personal - ziemlich irritiert und kopflos - beschloss, es einfach abzunicken. Wir bekamen unsere Getränke! Doch da wir uns das Theater am nächsten Tag nicht noch einmal anschauen wollten, gingen wir nach dem Abendessen zur Rezeption, um uns dort die "Plus"-Leistungen eintragen zu lassen. Der Rezeptionist suchte und suchte und suchte nach unseren Unterlagen... fand sie nicht... guckte dumm aus der Wäsche und... setzte sein Servus unter unseren Restaurant-Ausweis. Problem behoben!
| Publikum
Während unseres Aufenthalts Anfang Dezember bestand das Publikum zu 90 Prozent aus Engländern. Der Rest setzte sich aus Deutsche und Spanier sowie ganz wenigen Russen zusammen. Die Engländer waren meist jenseits der 60 und recht angenehm. Es gab bei ihnen jedenfalls keine Buffetschlachten, wie man sie von den Russen gewohnt ist.
| Internet
Im Foyer stehen zwei PCs, mit denen man angeblich ins Internet kann. Dazu muss man wohl Münzen in den dafür vorgesehenen Schlitz werfen. Ich habe es nicht ausprobiert, da wir ein internetfähiges Handy dabei hatten, mit dem wir im ganzen Hotel kostenlos über WLAN surfen konnten.
| Aufenthaltsräume
Es gibt im ganzen Hotel reichlich Rückzugsmöglichkeiten. Wer also nicht in seinem viel zu kleinen Zimmer sitzen möchte, kann in eine der Bars gehen, sich im Spiele-/Lesezimmer setzen oder in eine der anderen Sitzecken, die im ganzen Haus verteilt sind, lümmeln. Da uns das Ambiente und die Angebote der Bar nicht besonders angesprochen haben, sind wir abends meist noch ins große Spielzimmer gegangen, wo wir an mit grünem Stoff bezogenen Tischen "Kniffel" spielten. Hier steht übrigens auch ein Getränkeautomat, an dem man sich Limonaden etc. ziehen kann.
Die meisten Gäste setzten sich aber auf die Terrasse, wo sie noch ein/zwei Bierchen tranken. Die Preise waren moderat! Da es auch einige AI-Gäste gab, sah man auch viele, die irgendwelche "Plastikbecher-Cocktails" tranken.
| Swimmingpools
Es gibt einen recht großen Swimmingpool, in denen sich vor allem die Kinder breit machten. In einem separaten Bereich sind sowohl ein kleiner Meerwasserpool als auch ein Whirlpool untergebracht, in den Kinder eigentlich nicht hinein dürfen. Diese Vorschrift wurde während unseres Aufenthalts leider missachtet, so dass es dort sehr laut und "nass" zuging. Wir trauten uns nicht, etwas dagegen zu sagen und mussten deshalb auf unseren "Plansch-Spaß" verzichten. Auf einem separaten Kinderspielplatz, der mit weichen Matten ausgelegt ist, können sich die Kinder jedoch frei austoben. Gleich daneben gibt es eine kleine Bar, wo sich die Erwachsenen in einen Plastikstuhl lümmeln können und wo es auch Eis und kalte Softgetränke gibt.
Der gesamte Poolbereich kam mir sehr beengt vor. Es stand eine Liege an der anderen, ein Sonnenschirm neben dem anderen und trotzdem fand auf der Anlage noch die ein oder andere Palme Platz. Da hatte sich ein Landschaftsgestalter wirklich Mühe gegeben!
Es besteht die Möglichkeit, sich große Pooltücher zu leihen. Das Leihen selbst ist kostenlos. Es wird aber eine Sicherheitsgebühr von 10.- EUR pro Badetuch verlangt. Das Geld bekommt man natürlich zurück erstattet, wenn man das Tuch zurück bringt.
| Solarium/Dachterrasse
Das so genannte Solarium ist ein abgegrenzter Bereich auf der sehr großzügigen Dachterrasse. Die Terrasse selbst ist wirklich das Highlight des Hotelkomplexes. Sie ist sehr groß und man hat vom achten Stock aus einen herrlichen Blick über Los Cristianos bis hin zum Meer. Ich konnte gut verstehen, dass die Gäste sich hier die meiste Zeit des Tages aufhielten. Durch eine Glasfront vom stetigen Wind geschützt, lagen sie hier gemütlich in der Sonne und lasen oder schliefen. Wir selbst genossen die Terrasse nur einen Tag, da wir unseren Urlaub lieber aktiv verleben!
| Wellness und Spa
Das Hotel trägt die Bezeichnung "Resort & Spa". Es gibt nämlich einen eigenen Wellness-Bereich, in dem man sich von geschultem Personal verwöhnen lassen kann. Da wir während unseres Teneriffa-Urlaubs darauf keine Lust hatten, kann ich keine eigenen Erfahrungen wiedergeben. Ich habe mir aber interessehalber die Angebote durchgelesen, die vor dem Spa-Center ausgehängt waren. Sie klangen wirklich sehr interessant und die Preise fand ich sehr moderat. Massagen, Packungen, Peelings, Maniküre, Pediküre... ob in Einzelanwendungen oder in Paketen... es klang wirklich alles vielversprechend und nicht überteuert.
Im Hotel gibt es auch einen Friseur. Den haben wir aber auch nicht aufgesucht.
| Fitness-Raum
In den kleinen Fitness-Raum habe ich nur einen kurzen Blick geworfen. Der Geräte sind meiner Meinung nach viel zu eng gestellt. Sie scheinen aber in einem sehr guten Zustand zu sein. Leider gibt es hier - wie in so vielen öffentlichen Hotelräumen - kein Tageslicht.
| Tagungsraum
Es soll auch einen Tagungsraum geben, den wir uns aber nicht näher angeschaut haben.
| Sonstiges
Das Hotel wirbt täglich und - in meinen Augen - ziemlich aufdringlich um Clubmitglieder. Man soll diesem "Amigos-in-Paradise-Ferienclub" beitreten, um verschiedene Vorzüge in Anspruch nehmen zu können. So erhält man z.B. ein Willkommensgeschenk aufs Zimmer, darf sich - je nach Verfügbarkeit - das Zimmer aussuchen, erhält auf SPAradise-Behandlungen und im Friseursalon fünf Prozent Rabatt oder bekommt das Zimmer zu einen besonderen Preis. Da wir nicht vorhatten, nochmals in dieses Hotel zu gehen, haben wir uns zu dieser Mitgliedschaft nicht überreden lassen. Bei uns hat die "Kundenbindung" also nicht funktioniert.
| Autovermietung
An der Rezeption kann man auch Autos mieten. Die Preise habe ich mir nicht angeschaut, da wir bereits in Deutschland einen Mietwagen reserviert hatten. Ich habe aber mitbekommen, wie ein englisches Pärchen versucht hat, einen Wagen zu bekommen, was aus irgendeinem Grund nicht geklappt hat. Wir waren jedenfalls froh, dass wir das alles schon von Zuhause aus erledigt hatten.
| Fazit
Das "Paradise Park" in Los Cristianos ist ein 4-Sterne-Hotel, das seine Auszeichnung vermutlich aufgrund seiner Ausstattung (Flachbildfernseher, WLAN im ganzen Hotel, Wellness & Spa, Friseur, Pools, Fitness-Raum etc.) erhalten hat. Die vier Sterne finde ich in diesem Zusammenhang auch nicht übertrieben und möchte sie auch nicht mit der pauschalen Beurteilung "4 Sterne in Spanien sind drei Sterne bei uns" abtun. Das mag alles in Ordnung sein, aber in einem 4-Sterne-Hotel möchte ich mich auch wohl fühlen. In den viel zu kleinen, muffigen Zimmern, in denen man sich gegenseitig auf die Füße tritt, kann ich das aber nicht. Wenn ich dann auch noch Schimmel im Bad finde und mir das Frühstück nicht schmeckt, bleiben von den vier Sternen nur noch drei übrig. Da reißen ein "luxuriöser", kostenloser WLAN-Anschluss und ein super Abendessen auch nichts mehr raus.
In diesem Sinne...
Fazit: Wir würden bei unserem nächsten Aufenthalt ein anderes Hotel wählen.
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