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Neuester Testbericht: ... Zimmer lag am Ende des Hotels im Erdgeschoss. Dort hat man anstelle eines Balkons hat man eine sehr große möblierte Terrasse. Das Zimm... mehr
Eine Woche im Frühjahr 2004
Hotel Occidental Allegro Oasis (Lanzarote)

Name des Mitglieds: Porter3
Produkt:
Hotel Occidental Allegro Oasis (Lanzarote)
Datum: 07.09.04, geändert am 24.11.04 (822 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Guter Zustand, Guter Service, Ruhige Lage
Nachteile: Kein Strand, Abseits vom Geschehen
Nach dem langen, dunklen Winter wollte ich mir Mitte März ein paar Tage Sonne gönnen. Die Wahl fiel dann nach ein paar Recherchen auf die Insel Lanzarote und hier speziell auf das Hotel Occidental Allegro Oasis. Angeboten wird dies in Deutschland durch NUR/TUI sowie Schauinslandreisen. Nachdem sich bei gleicher Leistung ein Preisunterschied von rund 100 Euro pro Woche ergab, habe ich mich für Schauinslandreisen entschieden.
Die Lage:
Das Occidental Allegro Oasis liegt im Ort Costa Teguise im Südosten der Insel, unweit der Hauptstadt Arrecife. Im Ort selbst liegt das Hotel als letztes Haus am westlichen Ortsrand. Lanzarote ist eine ziemlich karge, unwirtliche Insel vulkanischen Ursprungs. So gibt es im Zentrum der Insel einen Bereich, in dem es heute noch nur wenige Meter unter der Erdoberfläche heftig brodelt.
Auf der Insel gibt es eigentlich nur 3 größere Touristenzentren (Puerto del Carmen, Playa Blanca und Costa Teguise). Costa Teguise ist nach meinem Eindruck das kleinste und ruhigste. Bis nach Arrecife sind es rund 5 km, der Flughafen ist rund 20 Minuten entfernt (stört aber überhaupt nicht).
Der Ort ist relativ langgestreckt (zieht sich über rund 5 km hin). Dementsprechend verteilen sich die zahlreichen Hotel auch über den ganzen Ort. Es gibt welche im Hinterland, die keinerlei Anschluß zum Meer haben, aber auch welche "in der ersten Reihe". Allerdings sollte man sich bei der Entscheidung für einen Urlaub auf Lanzarote bewusst sein: es gibt keine (bzw. nur ganz wenige) schöne, natürliche Sandstrände. So ist es auch in diesem Ort. Durch den vulkanischen Ursprung ist die Insel sehr hügelig und die Küste besteht meistens aus Lavaabbrüchen. Teilweise haben sich natürliche Buchten gebildet, teilweise wurden künstliche Strände aufgeschüttet. Vor dem Hotel befindet sich nur durch eine kleine Straße getrennt eine derartige kleine Bucht. Man muß hier über Felsbrocken klettern, um dann mit etwas Glück einen abgeschliffenen Stein zum liegen zu finden. Der nächste, künstliche Strand ist in nach rund 20 Minuten Fußmarsch zu erreichen. Allerdings lud das Meer bei meinem Urlaub mit seinen 18 Grad nicht wirklich zum Baden ein.
Die Umgebung des Hotels war eher ein wenig trostlos. Richtung Arrecife gab es ödes Brachland, in ca. 3 km Luftlinie befindet sich die Meerwasserentsalzungsanlage der Insel (zum Glück geht der Wind an den meisten Tagen so, dass sich keine Belästigungen durch die Abgase und den Lärm der Anlage ergeben). Zur anderen Seite ist eine Baustelle mit einem scheinbar aufgelassenen Hotel-Rohbau. Gearbeitet wurde jedenfalls die ganze Woche nichts. Zur Meeresseite ist wie bereits erwähnt, eine kleine Straße mit einigen dahinterliegenden kleinen Einfamilienhäusern (direkt am Wasser). Ins Landesinnere befindet sich ein anderes Hotel. Um in das Ortszentrum mit seinen Geschäften, Lokalen usw. zu kommen, ist man zu Fuß locker eine halbe Stunde unterwegs (es gibt aber direkt vor dem Hotel auch eine Bushaltestelle.
Es gibt im selben Ort noch ein weiteres Occidental-Hotel (Occidental Grand Costa Teguise), das direkt im Ortszentrum liegt und von außen einen noch etwas höherwertigen Eindruck macht
Das Hotel:
Das Hotel dürfte so in den 80iger Jahren gebaut worden sein. Die ins Landesinnere zeigende Front ist mit großen, braungetönten Fenstern verspiegelt und macht einen eleganten Eindruck. Das Hotel hat 4 (spanische) Sterne und verfügt über rund 350 Zimmer. Es gehört zur relativ bekannten Occidental-Hotelkette, die im spanischsprechenden Bereich zahlreiche Hotelanlagen betreibt.
Betritt man das Hotel kommt man als erstes in die Lobby. Diese ist bis zum 5. Stock nach oben offen. Hier findet man die Rezeption, ein paar Sitzgruppen, einen Zeitungskiosk und den Bereich für die Reiseleiter. Alles ist mit hellem Marmor verkleidet und macht einen eleganten, gediegenen Eindruck. Am Rand der Lobby kann man quasi wie von einem Balkon in den darunterliegenden Bereich sehen. Hier befindet sich eine große Bar sowie die Bühne für die abendlichen Veranstaltungen. An den beiden Seiten der Halle befinden sich jeweils verglaste Panoramaaufzüge, die auf alle Stockwerke führen.
Im unteren Teil der Lobby (das Hotel ist in einer Hanglage gebaut) befindet sich außer der Bar/Bühne noch das Hauptrestaurant, ein Lese-/Fernseh-/Konferenzraum sowie im hinteren Teil der Fitnesbereich. Von hier aus gelangt man auch in den Garten des Hotels. Von dieser Seite schaut das Hotel doch etwas nach Betonbunker aus. Es ist nahezu halbrund gebaut und die einzelnen Stockwerke sind versetzt terrassenförmig angelegt. Hier im Garten findet das eigentliche Leben statt. Man findet die Pools (2 Stück sowie ein Planschbereich für die Kinder), unzählige Liegen, den Sportbereich (Minigolfplatz, 2 Plätze für Ballsportarten) und die Poolbar.
Durch den Garten erreicht man auch die beiden Spezialitäten-Restaurants (a-la-carte).
Das Zimmer:
Mein Zimmer befand sich im 4. Stock mit Eingangstür zur großen Halle. Gleich nach der Eingangstür ging es ab zum relativ großen Badezimmer mit Badewanne und zwei Waschbecken sowie einer abgetrennten Toilette. Das Zimmer selbst war ziemlich groß, hatte ein großes Doppelbett (mindestens Queen-size), eine bequeme Couch mit Tisch davor sowie eine Sideboard-Schreibtisch-Kombination mit eingebauter Minibar und einem Fernseher (es gab 4-6 deutschsprachige Programme). Das Zimmer hatte einen sehr großen, verspiegelten Schrank mit Schiebetüren sowie eingebautem Safe. Außerdem gehörte zum Zimmer noch eine sehr schöne Terrasse mit Tisch und 4 Stühlen. Der Blick ging auf den Garten bzw. auf das dahinterliegende Meer. Alles war sehr sauber und in recht gutem Zustand. Einzig die Eingangstür zur Halle war etwas störend, da durch die offene Bauweise die abendliche Musik aus der Lobbybar auch im 4. Stock noch sehr gut zu hören war. Allerdings gab es nach dem Eingangsbereich noch eine 2. Tür. Wenn man diese geschlossen hat, war es schon deutlich leiser. Als Erwachsenem macht das nicht so viel aus, da man ja im Urlaub ist und üblicherweise ohnehin nicht so früh schlafen will. Wenn man allerdings mit Kindern reist, könnte ich mir die Lautstärke doch als ziemlich störend vorstellen. Allerdings gibt es auch zahlreiche Zimmer, die man erst durch längere Gänge erreicht. Hier ist von der Lobby garantiert nichts mehr zu hören.
Die Verpflegung:
Das Hotel wird in der Regel als all-incl-Hotel verkauft. So auch bei meiner Reise. Dies hat den großen Vorteil, dass man sich nahezu überall und zu jeder Zeit mit Essen und Trinken versorgen kann, ohne jedes Mal hierfür extra bezahlen zu müssen. Die Hauptmahlzeiten fanden im Hauptrestaurant statt. Hier konnte man sich an wohlgefüllten, abwechslungsreisen Buffets bedienen. Zum Frühstück und zum Abendessen bekam man vom Maitre einen Tisch zugewiesen, mittags war meist nicht so viel los. Es gibt grundsätzlich nur 2-er-Tische, die aber bei Bedarf zusammengeschoben werden können. Es ist nicht üblich, dass man zu anderen Gästen an den Tisch gesetzt wird.
Das Frühstücksbuffet war umfangreich mit großer Auswahl. Für alle Geschmäcker dürfte etwas dabei gewesen sein. Es gab zahlreiche Brotsorten, den üblichen Müsli/Früchte/Joghurt-Bereich, mehrere Marmeladen, Schinken/Käse sowie die üblichen warmen Speisen (Eier, Würstchen, Speck usw). Außerdem gab es eine Show-Cooking-Station, an der es frische Pfannkuchen, Omelettes usw. gab. Kaffee sowie kalte Getränke gab es aus dem Automaten, hier habe ich woanders schon besseres getrunken.
Über das Mittagsbuffet kann ich nichts berichten, da ich dieses nicht genutzt habe. Wenn ich zur Mittagszeit im Hotel war, habe ich meistens an der Poolbar ein paar Snacks geholt.
Das Abendbuffet war schon etwas gediegener. Es wurde auf ordentliche Kleidung geachtet (keine kurzen Hosen oder Campingsmokings), allerdings auch nicht übertrieben (keine Krawatten). Jetzt wurden die Getränke von den Bedienungen gebracht, das Essen konnte man sich selbst holen. Es gab normalerweise eine umfangreiche Auswahl an verschiedenen warmen Gerichten, auch kalte Speisen und Salate waren vorhanden. An der Show-Cooking-Station gab es entweder etwas kurzgebratenes oder richtige Braten (Kaninchen, Pute usw). Das Nachspeisenbuffet war endlich mal nach meinem Geschmack, zahlreiche verschiedene Kuchen und Torten sowie mindestens 8 Sorten Eis.
Alles in allem war sowohl die Auswahl als auch die Qualität einem 4-Sterne-Haus absolut angemessen und für ein All-Incl-Hotel sehr gut. Auch als heikler Esser bin ich immer problemlos satt geworden (im Gegenteil, ich habe sogar noch zugenommen).
An der Poolbar gab es neben den Getränken auch noch den ganzen Tag über etwas zu essen. Man konnte anhand einer Speisekarte je nach Uhrzeit aus 5-10 Gerichten (z.B. HotDog, Hamburger, Sandwiches usw.) wählen. Auch hier war die Qualität einwandfrei.
Aufgrund des All-Incl-Konzepts musste man ein Plastik-Armband tragen, das einen als Hotelgast ausweist. Hiermit bekam man überall die gewünschten Speisen und Getränke, ohne Geld dabei haben zu müssen. Auch am Abend an der Lobby-Bar waren die meisten Getränke beinhaltet, lediglich ausgefallenere, teurere Drinks mussten bezahlt werden.
Neben dem Buffet-Restaurant gibt es noch zwei a-la-carte-Restaurants, die aber nur an bestimmten Tagen geöffnet hatten. Hierfür musste man beim Maitre im voraus einen Platz reservieren, offiziell war ein Besuch pro Woche in eines der Restaurants im Pauschalpreis eingeschlossen. Da ich keines der Restaurants besucht habe, kann ich hierüber auch nichts berichten.
Das Personal, die Animation:
Das gesamte Personal war auf die internationalen Gäste eingerichtet. Neben spanisch sprach auch das Service-Personal meistens englisch oder deutsch (zumindest das notwendigste). Beim Personal an der Rezeption sowie bei den Animateuren waren die Sprachkenntnisse natürlich noch deutlich besser. Es ist also überhaupt kein Problem, wenn man nicht spanisch spricht. Das Personal freut sich natürlich, wenn man sich bemüht, zumindest ein paar Wörter der Landessprache zu lernen und anzuwenden. Das Personal machte auch einen gut ausgebildeten Eindruck.
Die Animation war vorhanden, aber nicht aufdringlich. Es gab eine Tafel mit dem jeweiligen Tagesplan, zusätzlich wurden die jeweiligen Aktionen im Poolbereich per Lautsprecher in mehreren Sprachen angekündigt. Es gab das mittlerweile übliche Programm (Gymnastik, Wasserball, Bogenschießen usw.).
Jeden Abend gab es dann auf der Bühne an der Lobby-Bar ab ca. 22 Uhr ein buntes Unterhaltungsprogramm. Dies ging vom teilweise recht guten Karaoke (kommt natürlich immer auf die Gäste an) über eine bunte "Afrika-Show", Papageienshow, Gymnastik-/Akrobatik-Show bis zu einer wirklich gut gemachten professionellen Zaubershow. Alles soweit es geht natürlich mehrsprachig. Die Shows wurden weitgehend von externen Profis durchgeführt, teilweise war aber auch das hauseigene Animationsteam aktiv. Zusätzlich gab es vor und nach der Show jeden Abend Live-Musik.
Die Gäste:
Das Publikum in diesem Hotel war bunt gemischt. Es waren zahlreiche Nationalitäten vertreten (Holländer, Skandinavier, Briten, Spanier, Deutsche), eine Mehrheit hat sich eigentlich nicht herauskristallisiert. Es waren einige Familien mit Kindern dort (aber nicht sehr viele), meistens Paare, wenige Einzelreisende. Der Altersdurchschnitt dürfte so bei Anfang 40 gelegen haben (auch durchaus jüngere Gäste, aber auch einige Rentner). Insgesamt war das Niveau sehr angenehm (keine "Schicki-Mickis" aber auch keine "Proleten"), ich würde es als gute Mittelkasse bezeichnen. Man merkte, dass das Hotel nicht zu den billigen gehört.
Fazit:
Ein absolut empfehlenswertes, schönes Hotel. Die Lage ist zwar etwas Abseits vom Schuß aber dafür ruhig. Ich würde für zumindest ein paar Tage einen Leihwagen empfehlen (Vermietung ist im Hotel), um die Insel kennenzulernen. Wie bereits erwähnt, ist die Insel für den klassischen Strand-Urlauber nur beschränkt empfehlenswert. Hier würde ich eher Teneriffa oder Gran Canaria vorziehen. Ein paar Informationen zum Hotel gibt es auf der Internet-Seite www.occidental-hoteles.com und dort nach Hotels suchen. Abgesehen davon, dass mir die ganze Insel nicht so sonderlich gefallen hat, würde ich auf jede Fall wieder in dieses Hotel fahren.
Fazit:
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