
Ein teures Hotel in Moskau
Hotel Metropol (Moskau)

Name des Mitglieds: thombe
Produkt:
Hotel Metropol (Moskau)
Datum: 17.01.06
Bewertung:
Vorteile: Lage, Baustil
Nachteile: teuer, im Schrank schmutzig
Heute gibt es wieder mal einen Hotelbericht. Diesmal geht es um ein Hotel in Moskau, nämlich das „Metropol“. Dort durfte ich vor kurzen auf Kosten meines Arbeitgebers übernachten. Nach Eigenwerbung und auch Aussagen fachkundiger Leute ist dieses Hotel eines der besten in Moskau, und damit auch eines der teuersten. Das sieht man schon an den Zimmerpreisen von umgerechnet ca. 360 US$.
LAGE
Die Lage ist ein großer Pluspunkt dieses Hotels. Es befindet sich nur 2 – 3 Gehminuten vom Roten Platz mit Kreml, Basilikus-Kathedrale und dem berühmten Kaufhaus GUM entfernt. Auch das weltbekannte Bolschoi-Theater ist nur ca. 3 Minuten zu fuß entfernt. Eine Metrostation, „Okhotny Ryad“, ist praktisch vor der Haustür und ermöglicht so eine billige Fortbewegungsvariante durch Moskau, den U-Bahn-Fahren ist sehr günstig.
DAS HOTEL
Das Hotel ist in einem sehr prächtigen Baustil gebaut. Von außen gibt es viele Schnörkeleien. Der Eingang allerdings ist etwas unpassend. Man geht über einen Parkplatz in eine Art Seiteneingang. Die anderen (besseren) Eingänge waren verschlossen. Ich denke mal, dass hatte mit den Sicherheitsmaßnahmen zu tun, die es überall in Moskau gibt. An dem offenen Eingang befand sich nämlich eine Sicherheitsschleuse, die von einem privaten Sicherheitsdienst bewacht wurde. Gab man sich aber als Hotelgast zu erkennen, konnte man aber ohne große Umstände in das Hotel gehen und stand dann in einer beeindruckenden Lobby.
Die ist mit Säulen und Ornamenten verziert. In ihr befinden sich Sitzgruppen und die Rezeption. Dort wird man freundlich empfangen und nachdem man seine Kreditkarte gezückt hat, erhält man auch seinen Zimmerschlüssel. Die Kreditkarte ist nötig, um etwaige spätere Forderungen von Extras, wie Minibar oder Pay-TV zu begleichen. Außerdem wurde erst einmal der Pass eingezogen, den man dann ca. eine Stunde später wiederbekam. Dies hat mit dem Meldegesetz in Russland zu tun. Alle Mitarbeiter an der Rezeption sprachen sehr gut Englisch, so dass eine Kommunikation problemlos möglich ist. An der Rezeption kann man auch verschiedene Sachen ordern, wie Eintrittskarten für kulturelle Veranstaltungen oder einen Fahrservice.
In der Lobby befindet sich auch eine Wechselstube, die bis in den späten Abend hinein offen hat. Die Wechselkurse sind nicht einmal so viel schlechter als in den vielen Wechselstuben von Moskau. Oft ist es ja so, dass man im Hotel beim Wechseln etwas Miese macht.
Außerdem gibt es noch einen Souvenirshop, der aber doch überteuert ist. Da gibt es in der näheren Umgebung des Hotels bessere Möglichkeiten.
ZIMMER
Das Hotel hat 365 Zimmer und ich möchte meines mal beschreiben. Außerdem habe ich auch einige Fotos gemacht.
Im Zimmer selbst steht ein großes Doppelbett, ein Schreibtisch mit Stuhl eine Sitzgruppe und ein Fernsehschrank mit TV. Der Kleiderschrank befindet sich im Eingangsbereich. Die Einrichtung ist in einem etwas altmodischen dunklen Stil gehalten, der aber zum Baustil des ganzen Hotels passt.
In dem Bett konnte ich sehr gut schlafen, es ist war weder zu weich noch zu hart.
Beim Fernseher gab es nur eine sehr begrenzte Anzahl on Programmen. Dazu zählte neben dem ZDF noch das DW-TV als deutschsprachiger Sender. Von den englischsprachigen Kanälen sind mir CNN und BBC in Erinnerung geblieben.
Im Fernsehschrank befand sich die Minibar, die verschiedenste Getränke enthielt, und dass zu erstaunlich günstigen Preisen. So kostete ein alkoholfreies 0,33l-Getränk 60 Rubel (ca. 2 Euro) und ein 0,33l-Bier 88 Rubel (ca. 2,70 Euro). Das ist in vergleichbaren Hotel sind Deutschland wesentlich teurer.
Das Badezimmer fiel aber irgendwie aus dem Rahmen. Erst einmal war es sehr beengt und dann war die Ausstattung und die Einrichtung mindestens eine Klasse tiefer als der Rest des Hotels. Alles wirkte dort etwas billig. Für die Klobrille würde man in Deutschland in einem Baumarkt bestimmt nicht mehr als 10 Euro bezahlen. Doch der Reihe nach.
Im Bad sind eine sehr kleine Badewanne (zum Liegen ist die für Erwachsene zu kurz) mit Dusche, ein WC und ein großer Waschtisch mit Kosmetikspiegel. Es gab verschiedene Hygieneartikel und auch ein Telefon. Dieses Modell muss aber wohl noch aus Sowjetzeiten stammen.
Positiv waren die weichen Handtücher, die auch schön warm waren, da sie über einen speziellen Heizkörper hingen. Dumm nur, dass sich der im Eingangsbereich des Bades befand und das Waschbecken am anderen Ende. Mit nassen Händen musste man dann durch das Bad laufen. Da hätte das Hotel auch ein Handtuch am Waschbecken aufhängen können.
In Sachen Sauberkeit wirkte nur auf den ersten Blick alles ok. Als ich meinen Anzug in den Kleiderschrank gehängt habe, hab eich mir den gleich dreckig gemacht, da im Schrank eine Staubschicht war. Das sollte in einem Hotel nicht vorkommen, zumal bei dem Standard.
Abends wurde das Zimmer immer nachtfertig gemacht, d.h. das Bett wurde aufgeschlagen, die Vorhänge zugezogen usw.
FRÜHSTÜCK
Das Frühstück wurde in einem der drei Restaurants eingenommen. Auch hier war die Architektur atemberaubend. Hier gab es neben Säulen und Ornamenten auch Balkone und große Kronleuchter. Das Ambiente war jedenfalls gehoben. So war ständig eine Harfenspielerin damit beschäftigt, sanfte Musik zu verbreiten.
Das Büffet ließ keine Wünsche offen. Es gab warme und kalte Sachen, Obst , Müsli und Kuchen. Außerdem konnte man sich ein frisches Omelett mit eigener Auswahl brutzeln lassen. Die Servicekräfte waren flink, sahen aber nicht besonders motiviert aus. Aber auch hier sprachen alle Englisch.
Aber eines störte doch gewaltig, und das war der Preis. Denn das Frühstück ist exklusive und nicht im Übernachtungspreis enthalten. Und es kostet 35 US$!!! Soviel ist ein Frühstück wohl kaum wert.
WELLNESS
Im Hotel gibt eine Sauna und einen Fitnessraum, wo ich aber nichts zu sagen kann, da ich beides nicht nutzen konnte (wieder mal keine Zeit).
KULINARISCHES
Im Hotel gibt es drei Restaurants, die einheimische und internationale Küche offerieren. Hierzu kann ich aber auch nichts sagen, da ich dort nicht war.
Außerdem gibt es eine Bar, die bis 1 Uhr geöffnet hat. Sie wurde aber auch um Punkt 1 geschlossen, obwohl sie noch sehr gut besucht war. Die Preise dort sind nicht ohne. So kostet ein 0,3l-Bier ca. 6 Euro, ein 0,5l-Bier ca. 8 Euro. Außerdem kann man noch eine Service der besonderen Art dort finden und in Anspruch nehmen (wenn man nicht glücklich verheiratet ist J). Während unseres Aufenthaltes an der Bar waren auch drei Damen des (offensichtlich) horizontalen Gewerbes da, die ihrer Arbeit nachgehen wollten. Aber auch hier waren die Preise nicht ohne.
Wer es noch exklusiver haben will, der kann in den hoteleigenen Nightclub gehen. Wie es dort aber aussieht, kann ich nicht sagen, ich war nicht dort.
FAZIT
Eines der besten Hotel in Moskau (insbesondere die Lage und der Baustil sind toll), das aber seine Tücken hat. Wer trotzdem hin will, für den die Daten:
Hotel „Metropol“
¼ Teatralny proezd
Moscow
10912
Tel.: (7-095) 927 6000
Fax.: (7-095) 927 6010
www.metropol-moscow.ru
Fazit: Teures Hotel
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