
Gute Erfahrung mit erstem Pauschalurlaub
Hotel Kaskazi LTI Beach (Diani)

Name des Mitglieds: MKohlhass
Produkt:
Hotel Kaskazi LTI Beach (Diani)
Datum: 17.06.01, geändert am 17.06.01 (503 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Sauber, günstig, gutes Essen, normales Publikum
Nachteile: Kein besonders schöner Badestrand, Safemiete happig, kein Fön
Unsere Wahl fiel aus verschiedenen Gründen auf Kenia, unter anderem (!) weil:
- wir dieses interessante Land und seine freundlichen Leute noch nie zuvor besuchen konnten, wohl aber schon viel von ihm gehört hatten,
- Frau Kohlhass schon immer von einer Safari träumte (siehe dazu den eigenen Beitrag),
- dort gerade die beste Reisezeit war,
- das Preisniveau stimmte.
Und wenn schon Pauschal, dann richtig, also „All inklusive“. Daher fiel unsere Wahl auf das LTI Kaskazi Beach Hotel, 14 Tage in den ersten beiden Märzwochen ab Zürich für 1.749,-- DM, gebucht über L´Tur.
Das LTI Kaskazi Beach Hotel liegt etwa 35 km vom Flughafen Mombasa entfernt. Man kann es ausschließlich über die Likuni – Fähre erreichen, weil es die einzige Möglichkeit ist, um von der auf einer Insel gelegenen Stadt Mombasa nach Süden zur Diani Beach, das ist der Name des Küstenabschnitts, an dem das Hotel liegt, zu gelangen. Die Überfahrt war jedoch kurz und in den frühen Morgenstunden angenehm (wir landeten gegen 05:00 Uhr), da die Massen um diese Uhrzeit in die Stadt hinein strömten und uns somit entgegen kamen. Weiter ging es bei immer weniger werdendem Verkehr und sich aufgrund der Äquatornähe rasch verstärkendem Tageslicht.
Bei Ankunft, wir waren zu sechst in dem Mini Van japanischer Bauart, lag das Hotel friedlich vor uns und das verschlafene Personal begann mit den Formalitäten. Der Empfang war relativ kühl und sachlich, irgendwie anders als erwartet.
Wir erhielten, nachdem wir die All inklusive Regeln unterschreiben mußten (und zu denen ich später noch kommen werde) unseren Zimmerschlüssel 317. Um 08:00 Uhr sollten wir noch einmal an der Rez
eption erscheinen. Das war es dann erst einmal. Der Boy, der unseren Koffer trug, irrte zunächst durch die Gänge, bis er unseren Raum im Südflügel im obersten Stockwerk ausfindig machte. Daß unser Zimmer etwas abseits lag, versprach - neben längeren Wegen – Ruhe vor dem im Innenbereich und somit recht nah an der Masse der übrigen Räume stattfindenden, allabendlichen Animationsprogramm.
Zum Zimmer selbst: gut war, daß es sauber und sehr geräumig war und neben einem Einzel- auch ein Doppelbett enthielt. Der Balkon war ausreichend, der Blick o.k. und die sanitären Anlagen in einwandfreiem Zustand, besser als in einem türkischen Mittelklassehotel. Auch die elektrische Installation machte einen guten Eindruck, allerdings gab es nur „englische“ Steckdosen, für die man einen Adapter benötigte. Die Klimaanlage funktionierte, war aber recht laut und nur ein- und ausschalt-, nicht jedoch regel- oder einstellbar. Der Kühlschrank für die Minibar wurde nur auf Anforderung betrieben und für den Safe brauchte man eine Scheckkarte von der Rezeption. Dann gab es noch ein Telefon, dessen Preisliste für ein 3 Minutengespräch nach Europa 45,-- DM und für jede weiter Minute 15,-- DM zeigte. In die Türkei hätte ein 180 Sekundentelefonat satte 60,-- DM gekostet. Stellfläche, Schränke und Schubladen waren ausreichend vorhanden und der Deckenventilator lief leise. Das Fehlen jeglicher Moskitoklatsch- und Blutspuren auf den ordentlich weiß gekalkten Wänden ließ auf Stich- und Malariafreiheit hoffen. Ein großer Spiegel an der Wand war allerdings so in die Breite verzerrend, daß Frau Kohlhass erst einmal einen großen Schreck bekam und dachte, sie hätte extrem zugenommen. Sie stellte auch mit Schrecken fest, daß es im Bad keinen Fön gab. Ich fühlte mich schuldig, hatte ich ihr doch geraten, den ihrigen zu Hause zu lassen, weil es in einem Hotel der zweit höchsten Kategorie (L´tur bot folgende 4 Klassen an: einfach, mittel, gehoben und Luxus) wohl einen Fön geben soll
te. Somit trug ich einen Teil der Verantwortung, daß der wilden Haarpracht meiner Frau während der nächsten 14 Tage nicht die angemessene Pflege zukommen würde, die sie verlangte.
Der 08:00 Uhr Termin bestand lediglich im Umbinden des „All-Inklusive“ – Erkennungsarmbands. Warum sie uns das nicht gleich bei Ankunft umbanden, bleibt ein Rätsel. Nun denn, so konnte ich wenigstens nach der Scheckkarte für den Safe fragen. 175,-- KSH = 5,-- DM pro Tag sollte die Nutzungsgebühr sein, die mich erst einmal umhaute. Das waren 75,-- DM für unseren gesamten Aufenthalt. Meines Erachtens ganz schön happig. Auf diesen Schreck wollten wir erst einmal frühstücken: „Than you have to pay 300 KSH extra, All-Inclusive starts only at 10´o clock today!“ sagte ein ziemlich unfreundlicher Angestellter. Na, das fing ja alles klasse an. Da wir ja im Flugzeug gefrühstückt hatten, und somit kaum hungrig waren, verzichteten wir erst einmal, wobei mir später klar wurde, daß es sich bei dieser Bemerkung um unerklärliche Schikane handelte, da uns unser schwarzes Bändchen ja schon als Berechtigte auswies und niemandem unser Frühstück aufgefallen wäre. Dieser unangenehme Einzelfall paßte auch irgendwie nicht zum positiven Gesamtblid, vor allem von der Freundlichkeit des Personals, das wir im Laufe unseres Aufenthalts gewannen.
Bei der Bändchenumbindeaktion hatte ich übrigens ein ganz seltsames Gefühl und mußte an meine Abenteuerreise in der Dominikanischen Republik denken, als wir – Freunde und ich – uns über die „Bandoleros“, wie wir die Kainsmal tragenden „All-Inklusive-Urlauber“ spöttisch nannten, des öfteren lustig gemacht hatten. Und jetzt war ich auf einmal selber so einer...
Zum Mittagsmenü: Es gab viele verschiedene leckere Sachen, alles sehr schmackhaft und ansehnlich. Von köstlicher Minestrone über Hühnergeschnetzeltes bis zu lokalen Leckereien gab es eine reiche Auswahl. Auch mit dem Salatangebot ware
n wir sehr zufrieden. Das Bier war zwar etwas herb, also wie ein strenges deutsches Pils, aber zur Hälfte mit Sprite gemixt ergab es ein köstliches Radler. Und die Krönung für den kalorienbewußten Durchschnittsdicken: es gab Cola light. (Sonst in Kenia – aus leicht nachvollziehbaren Gründen - nur schwer zu bekommen.)
Auch vom Abendessen selbst wurden wir angenehm überrascht. Es war wiederum überaus lecker und vielseitig. Es gab Fisch, Rind, Huhn, Pasta, eine Suppe, verschiedene Brote, Früchte und vieles mehr, was das Herz begehrte. Alles war schmackhaft und den mitteleuropäischen Gaumen verwöhnend gewürzt. Das Fleisch war fettarm und zart, der Salat fein geschnitten und sauber und die Beilagen heiß und passend. Besonders lecker war an einem Abend das Schwertfischfilet. Solche Köstlichkeiten bis zum Abwinken essen zu können, ist schon etwas Besonderes.
Und die zahlreichen Kellner, allesamt Einheimische, taten ihr Übriges, um das Verweilen im Restaurant so angenehm wie möglich zu machen. Der Weißwein war natürlich keine Auslese, aber als guter Tafelwein durchaus trinkbar und wohlschmeckend. Und da die alkoholfreien „Verdünner“, wie Soda, Cola oder Saft, die man aufgrund der Hitze der Nacht immer noch benötigte, stets umgehend serviert wurden, blieben uns die Abendessen auf der Terrasse des Kaskazi Beach Hotels in angenehmer Erinnerung.
In latenter Moskitoangst zogen wir uns bei unserem ersten Abendessen noch langärmelige T-Shirts und lange Hosen an, sprühten uns kräftig mit Autan ein, trugen Socken und benutzten kein Parfum. Um von Stichen und dementsprechend auch Krankheiten verschont zu werden erschien uns das bißchen Schwitzen in der lauen Abendluft als das kleinere Übel. Doch zu unserer großen Überraschung, Erleichterung und Freude gab es in unserer Hotelanlage während unseres Aufenthalts keinen einzigen stechenden Plagegeist. Unglaublich, aber wahr. (Möchte nicht wissen, wieviel Tonnen Gift dafür eingesetzt werden...)
Nach dem Abendessen geht man üblicherweise eine Etage tiefer, wo allabendlich ein Animationsprogramm geboten wird. Oftmals führten schwarze Hotelangestellte angebliche Eingeborenentänze auf, die laut, bunt und klischeehaft waren. Manchmal gab es eine Live Band, ein-, zweimal die Woche auch Spiele für die Gäste (z.B. Bingo). Ganz nett für den, der es mag... Insgesamt nicht besonders aufregend aber auch nicht besonders aufdringlich. Das Ambiente zum Sitzen und Unterhalten ist dagegen ansprechend und angenehm.
Zum Frühstück: das ist von den 3 Hauptmahlzeiten des Tages sicherlich der schwächste Part, wirkte doch alles irgendwie lieblos und abgeräumt, obwohl es eigentlich noch eine ganze Stunde mehr Frühstück geben sollte. Der Fruchtsaft aus dem Kühler war zwar o.k., auch gibt es verschiedene Brötchen und Wurstsorten, aber es fehlt die attraktive Präsentation, wie beim Mittag- oder Abendessen. Der Käse war teilweise eingetrocknet, die Wurst unansehnlich geworden. Auch war die Vielfältigkeit gering. Mit einer Sorte Marmelade, Orangengelee, kann man sicherlich leben, aber nach unserer Begeisterung für die anderen, warmen Hauptgänge des Tages, war das Frühstücksbüffet doch etwas enttäuschend.
Für die Steckdosen benötigt man einen Adapter, den man an der Rezeption erhält. Hier war ich – nach dem Schock über die happigen Safepreise – auf das Übelste vorbereitet. Ich wurde jedoch versöhnlicher gestimmt, als man mir den Stecker kostenlos überlies. Die Stromspannung entspricht der Deutschen (220V, 50 Hz)
Ein Wort zur Anlage selbst. Obwohl nach meinem Eindruck die 191 Zimmer nahezu vollständig belegt waren, hatte man nie das Gefühl der Massenabfertigung. Der Restaurantbereich war verwinkelt und wirkte dadurch überschaubar und individuell. Des Abends bestand die gesamte Beleuchtung aus gelben Licht, was der Atmosphäre einen warmen, weichen Anstrich verlieh. Nie mußte man irgendwo anstehen und freie Plätze waren überall vorhanden. F
rau Kohlhass, die schon ihre eigenen Erfahrungen mit Ferienanlagen in der Dominikanischen Republik gesammelt hatte, sagte, daß sich das Kaskazi Beach Hotel wohltuend von der Bahnhofshallen- und Kantinenatmosphäre ihres Hotels dort unterscheiden würde. Die Windlichter mit Kerzen auf jedem Tisch taten ihr übriges, daß man sich fast wie in einem guten Restaurant fühlen konnte. Gleiches galt auch für das Showprogramm im Anschluß eine Terrassenetage tiefer. Auch dort waren stets freie Tische in verschiedenen Ecken und Winkeln, die einen recht individuellen Eindruck vermittelten.
In rund 250 m Entfernung von der Hotelanlage gab es ein kleines Einkaufszentrum, wo wir beispielsweise unsere Safari buchten. (Billiger als im Hotel).
Das alltägliche Animationsprogramm: Morgens gegen 11:00 Uhr (kenianische Pünktlichkeit) gibt es Wassergymnastik, wobei sich rund 2 Dutzend Gästen mehr oder weniger rhythmisch zum ohrenbetäubenden Krach aus einer überlasteten Box bewegen. Nun gut, kann notwendig sein, um die Kalorienzufuhrbilanz während des Aufenthalts, die einen deutlichen Überschuß verspricht, einigermaßen auszugleichen. Durch die bratenden, weißen Massen auf den zahlreich vorhandenen Liegen laufen bisweilen Animateure laut: „Boca, Boca“ und „Volleyball, Volleyball“ rufend. Eine Tauchschule befindet sich ebenfalls direkt im Hotel und ist zu empfehlen.
Die Gästeschar: Mitteleuropäisch international aus GB, NL, D, F, CH, I, RUS, etc. Die Deutschen machten knapp die Hälfte der Gäste aus. Insgesamt ein harmonisches, recht gemischtes „normal-einfaches“ Publikum, bei dem es keine unangenehmen Ausfälle gab.
Einzig vom Baden im Meer darf man sich nicht allzu viel versprechen. Wer die klaren Strände, beispielsweise der türkischen Riviera, kennt, wird von Kenias Stränden, zumindest an der Diani Beach enttäuscht sein. Das flache, von scharfkanntigen Riffen durchzogene Ufer ist nicht das Non plus ultra.
Es gäbe
natürlich noch so viel mehr zu berichten, aber man muß ja auch an die Länge des Beitrags denken. Also zusammengefaßt: bis auf das Baden im Meer ist das LTI Kaskazi Beach Hotel ein preiswertes, empfehlenswertes All-Inklusive Hotel, in dem man sich 14 Tage so richtig wohlfühlen, entspannen und relaxen kann.
;-) Gruß MKohlhass
Fazit:
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