


Bikaner, wer war da mal? Eine königliche Unterkunft in der Wüstenstadt für uns
Hotel Lallgarh Palace (Bikaner)

Name des Mitglieds: Jatue
Produkt:
Hotel Lallgarh Palace (Bikaner)
Datum: 09.04.11, geändert am 09.04.11 (68 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: erholsam und sehr ruhig
Nachteile: alt, nicht unbedingt komfortabel
Lallgarh-Palace, Bikaner
auf unserem Indientrip war es so, daß wir abends immer sehr groggy in den neuen Städten ankamen, Hunderte von Kilometern zurücklegen in alten Bussen und mit der indischen Fahrweise vor den entsetzten Augen....da war abends das Domizil immer wichtig, zum wieder runterkommen und zum relaxen und natürlich zum gut essen und trinken.
Eine dieser Oasen fanden wir in der Stadt Bikaner, das Lallgarh-Palace-Hotel.
Bikaner steht eigentlich schon mitten in einer Steppenwüste. Es ist auch Ausgangspunkt von Kamelkarawanan für Touristen. Diese führen dann in die Thar-Wüste.
Nach der Abschaffung der Königreiche in Indien wurde ja diesen Adligen gestattet, ihre Prunkbauten weiterhin zu besitzen. Sehr viele Adlige beschlossen, Ihre Besitztümer zu Hotels umzubauen. So auch der Maharadscha Ganga Singhji. Sein Haus wurde 1902 erbaut, was heißt Haus ? Es handelt sich um einen wirklichen Palast. Er ist komplett aus rotem Sandstein erbaut.
Die Zimmer sind so angeordnet, daß sie innen im Gebäude liegen und von Gängen umgeben sind. Das heißt für den Bewohner, daß er durch das Fenster in den Gang sieht.
Preise: Zimmerpreise etwa ab 5000 Rupien/Nacht, das entspricht ca. 85 eur. ( Doppelzimmer).
Die Zimmer sind individuell gestaltet und haben zu früheren Herrschaftszeiten als Gemächer der illustren Staatsgäste gedient. Über meinem Bett hingen Fotografien der Prinzessinnen aber in den Gängen finden sich viele Fotos von Jagdgesellschaften und von besuchen der englischen Krone. Diese hielt ja die Königshäuser noch lange hoch und stützte die Monarchie in Indien. Gerade der Maharadscha von Bikaner war ja als großer Englandfreund bekannt.
Ein großzügiges Bad wird durch Flügeltüren erreicht. Die Armaturen und Becken sind ca, 100 Jahre alt und entsprechend spannend ist es auch, ob sie einwandfrei funktionieren. Aber gottseidank, wir konnten uns waschen. Warmwasser gabs auch.
Ich würde dem Komfort zwei Sterne geben, wobei v.a. Die Größe der Räumlichkeiten ausschlaggebend ist.
Immer merken: du bist in einem früheren Wohngebäude der Maharadschas!
In einem etwas versteckteren Teil des Schlosses fand ich ein ausgelassenes altes Schwimmbad, es wirkte fast antik. Daneben auch Massageräume.
In einem weiteren Flügel waren spannende Gemälde früherer Jagdausflüge zu finden. So ein Bild, das zeigte, wie Elefanten gefangen wurden indem diese Herde mit zahmen Reitelefanten eingekreist worden ist.
Tigerjagden und Trophäen verschiedener Großtiere hängen an den Wänden. Nicht jedermann Sache wird es sein in einem Zimmer zu nächtigen, wenn Köpfe toter Tiere, Tiger, Büffel, Leoparden, auf den Schläfer herab starren.....so etwas ist aber gut möglich im Palast von Bikaner.
Es gibt noch ein Restaurant, innen im Gebäude. Außerdem auch eine Bar. In letzterer war aber kein Besucher anwesend, ich weiß also gar nicht ob diese in betrieb ist.
Das Restaurant war gut: Abend essen und Frühstück genossen wir mit den üblichen , reichhaltigen Speisen der irden, viele Gemüsesorten, Kartoffeln, Nudeln, daneben Hühnerfleisch.
Zu Frühstück neben Eiern auch die üblichen Brotfladen und frisches Obst.
Im Innenhof des Palastes betreiben sie ein Restaurant tagsüber. Es werden Gedecke à la Carte gereicht. Ich habe mir dort leckere Suppen gegönnt. Fragt mich nicht welche Art und was da drin war, sie waren aber durch die Bank köstlich.
Dann noch ein Garten,eine größere Rasenfläche mit Bänken und Stühlen. Gut zum Relaxen, lesen und schreiben. Halsbandsittiche umfliegen dich da laut kreischend. Exotik pur!
Bikaner fällt als Militärstadt auf. Große Kasernen und Exerzierplätze überall. Es gibt einen großen Palast (Junagarh-Fort, erbaut im 16 Jhd.) in der Stadt, eine Moschee aus dem 16 Jahrhundert und außerhalb eine berühmte und interessante Kamelzucht-Station. Sie experimentieren da mit drei verschiedenen Rassen von Dromedaren.
Nicht weit entfernt von Bikaner auch der berühmte Rattentempel von Shree Karni Mata. Er ist ca. 30 km entfernt, also ungefähr einer Autostunde und viele fahren hin um sich an den Ratten zu ergötzen die dort angefüttert werden
Noch zu den Eintrittspreisen. Diese betragen i.d.Regel immer zwischen ein und zwei Euro ( um die 100 Rupien), extra bezahlt werden muss oft für die Erlaubnis zu fotografieren oder um zu filmen. Dafür sind dann ca. nochmals die Hälfte des Eintrittspreises fällig.
Fazit: um dem indischen Trubel zu entkommen eine Oase!
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