Hotel Andel (Prag)
Nur hell wurde es nicht - Hotel Andel (Prag) Hotels international

Neuester Testbericht: ... in den Jahren 1999/2001 mit viel Liebe zum Detail renoviert. Die historische Bausubstanz wurde bewahrt und mit zeitgemäßem Komfort harmon... mehr

Nur hell wurde es nicht
Hotel Andel (Prag)

dik1609

Name des Mitglieds: dik1609

Produkt:

Hotel Andel (Prag)

Datum: 07.02.17

Bewertung:

Vorteile: Gute Lage, günstiger Preis

Nachteile: Fehlendes Tageslicht, totale Überhitzung

Wieder einmal Prag! Im Mai 2016 begab ich mich zum wiederholten Male in die tschechische Hauptstadt - aus rein privaten Gründen. Dieses Mal wollte ich ein wenig Abwechslung und suchte mir deswegen ein Hotel aus, in dem ich zuvor noch nie genächtigt hatte. Natürlich lässt sich so etwas problemlos finden. Entsprechend kann ich nun über das Hotel Andel - übrigens nicht zu verwechseln mit Andel's Hotel, das es ebenfalls in Prag gibt - berichten.

Der Ort des Geschehens
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Das Haus ist für Prag-Besucher ausgesprochen gut gelegen und nur zwei Gehminuten von der Metro-Station Andel - der schönsten von ganz Prag übrigens meiner Meinung nach - entfernt. In unmittelbarer Nähe des Hotels gibt es mehrere gastronomische Betriebe, direkt an der Metro-Station (Linie C) ein neues und sehr großes Einkaufszentrum. Die postalische Anschrift lautet: Hotel Andel, Radlická 40/850, CZ-150 00 Praha 5, Internet: www.hotelandel.com.

Die Buchung und der Preis
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Gesucht und gefunden wurde der Beherbergungsbetrieb über das Hotelportal hrs.de, wo ich für die zwei gewünschten Übernachtungen in einem Einzelzimmer vorab nichts bezahlen musste - der Rechnungsbetrag wurde erst vor Ort fällig und wurde von hrs mit 63,00 Euro beziffert, wobei der Hinweis nicht fehlte, dass in Landeswährung bezahlt werden muss und sich der Preis auf Grund von Währungsschwankungen noch leicht ändern könnte. So war es denn auch, letztlich wurde meine Kreditkarte mit 65,14 Euro belastet. Im Preis inkludiert waren Frühstück und kostenloses W-LAN im Hotelzimmer.

Die Werbung
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Auf seiner Homepage im Internet, die übrigens auch in deutscher Sprache abrufbar ist, bewirbt sich das Hotel selbst so:

Im Zentrum von Prag, wo sich Geschichte und Moderne auf einmalige Weise verbinden, liegt das charmante Hotel Andel.
In der Nachbarschaft entdecken Sie Mozarts Wirkungstätte "Villa Bertramka" oder die "Traditionsbrauerei Staropramen" genauso wie das moderne Einkaufs- und Freizeitzentrum "City Center Zlaty Andel".
Das um die Jahrhundertwende im klassizistischen Stil erbaute Haus wurde in den Jahren 1999/2001 mit viel Liebe zum Detail renoviert. Die historische Bausubstanz wurde bewahrt und mit zeitgemäßem Komfort harmonisch verbunden.
Hotel Andel ist ein idealer Ausgangspunkt für abwechslungsreiche Unternehmungen. Mit den nahe gelegenen öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie die historischen Sehenswürdigkeiten der Prager Altstadt wie Wenzelsplatz, Karlsbrücke, Altstädter Ring und Königsweg bequem in 5 bis 10 min.
Nur wenige Schritte vom Hotel Andel entfernt lockt das Einkaufs und Freizeitzentrum "City Center Zlaty Andel" mit einer Vielzahl attraktiver Freizeitangebote.

Meine Ankunft
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Spät am Abend war es, als ich von der Metrostation aus kommend das Hotel erreichte - nach 22 Uhr. Aber ich hatte das Haus zuvor per Mail wissen lassen, dass meine Anreise eher spät sein würde - und das stellte auch gar kein Problem dar. Das kleine Haus hat eine 24 Stunden lang besetzte Rezeption, meine Zimmer-Reservierung lag dort vor. Und weil ich bei hrs die entsprechenden Angaben schon getätigt hatte, musste ich auch den Meldzettel gar nicht mehr ausfüllen, sondern nur noch unterschreiben. Allerdings - irgendwie scheint das in der tschechischen Republik üblich zu sein - musste ich schon bei der Ankunft im Hotel für meine beiden Übernachtungen bezahlen. Alsbald bekam ich einen klassischen Zimmerschlüssel ausgehändigt und noch die Frühstückszeiten mitgeteilt. Meine Frage, wo ich denn in unmittelbarer Nähe des Hotels noch ein schönes tschechisches Bier genießen könnte, wurde natürlich auch beantwortet - zu meiner Zufriedenheit übrigens.

Mein Zimmer
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Im ersten Stock, den ich über eine Treppe erreichte, weil mir die Fahrstuhlfahrt dorthin einfach überflüssig vorkam, lag der Raum, in dem ich die nächsten beiden Nächte verbringen wollte. Dort sah alles sehr sauber aus. Außer dem Bett waren auch noch ein Schreibtisch mit Stuhl, ein Flachbild-Fernseher ein großer Sessel, mehrere Schränke mit reichlich Stauraum und Kleiderbügeln, ein großer Spiegel und ein Wasserkocher samt Instant-Kaffee und Tee zu finden. Was mir ausgesprochen gut fiel: Im Zimmer gab es noch zwei Türen. Eine davon verbarg hinter sich ein WC und ein Waschbecken, die andere eine große Dusche und ein Waschbecken. Natürlich waren Hand- und Duschtücher ebenso wie Duschgel und Shampoo dort zu finden.

Was mir nicht gefiel: Bei meiner Ankunft war das Zimmer völlig überheizt, was mich als eine meiner ersten Taten dazu brachte, das Fenster zu öffnen - eine Klimaanlage nämlich gibt es nicht. Aber dieses Fenster hielt die zweite negative Überraschung bereit, denn es bot freie Sicht auf eine Mauer - Tageslicht drang auch viele Stunden später nicht in das Zimmer hinein. Unglücklich waren zudem die Lichtschalter angebracht, denn im Bett liegend waren die kaum erreichbar, so dass ich mich nach meiner abendlichen Bettlektüre stets ziemlich strecken musste, um totale Dunkelheit herbei zu führen.

Das Frühstück
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Die erste Mahlzeit des Tages nahm ich im Hotel Andel in einem kleinen Raum ein, der von 7 bis 10 Uhr geöffnet ist - diese Zeiten empfand ich als völlig in Ordnung. Es gab mehrere Tische - zumeist für vier Personen gedacht - und Stühle, die ein bequemes Sitzen erlaubten. Getränke und Speisen waren in Selbstbedienung von einem Buffet zu entnehmen, wobei Kaffee, Tee und Säfte, Brot und Brötchen, gekochte Eier, warme Würstchen, Hackbraten, geschmortes Gemüse und Bratkartoffeln, natürlich Butter und Margarine, mehrere Sorten Käse und Wurst, Marmelade, Honig und Nutella, Cerealien, Tomaten, Gurken, mehrere Salate sowie Kuchen im Angebot waren. Das alles war nicht wirklich aufregend, letztlich aber in Ordnung. Mancher Reisende mag Rühr- oder Spiegelei vermisst haben - das aber wurde tatsächlich an den beiden Tagen meines Aufenthalts nicht angeboten. Alles andere aber war durchaus schmackhaft und wirkte vor allem stets frisch, so dass ich das Haus keineswegs hungrig verlassen musste.

Meine Meinung
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Interessant ist die Klassifizierung dieses Hotels, das bei hrs drei Sterne aufweist, sich selbst auf seiner Homepage aber sogar vier zugesteht - wobei sehr eindeutig die hrs-Klassifizierung die passendere ist. Für das Haus sprechen vor allem der vergleichsweise niedrige Preis und die gute Lage, wobei sogar einige wenige kostenlose Parkplätze vorhanden sind. Reichen die nicht aus, müssen Autoreisende ihr Fahrzeug an der Straße abstellen, was allerdings auch kein Problem darstellen sollte. Gut haben mir einige Kleinigkeiten gefallen, so gab es an der Rezeption Metro-Fahrkarten zu kaufen, was in Prager Hotels nicht selbstverständlich ist, aber dem Touristen doch arg hilft, weil die entsprechenden Automaten an den meisten Metrostationen nur Münzgeld akzeptieren. Zudem lagen am Empfang auch kostenlose Stadtpläne für die Hotelgäste bereit - all das hilft.

Die Sauberkeit im Hotel und der Zimmerservice waren absolut in Ordnung, das Treppenhaus mit seinem großen Kronleuchter sogar imposant. Auch mit dem Frühstück konnte ich mich einverstanden erklären, mehr war für den Preis ganz gewiss nicht zu erwarten. Zudem empfand ich die Trennung von Dusche und WC in zwei kleinen Räumen als angenehm, die Zimmerausstattung und die Größe des Raums waren ebenfalls dem Drei-Sterne-Niveau angemessen.

Absolut negativ war natürlich die Sache mit dem Fenster, das freie Sicht auf eine Mauer bot und kein Tageslicht einließ. So etwas ist eigentlich unzumutbar. Ich gehe einfach einmal davon aus, dass das bei den meisten anderen Zimmer im Haus anders gestaltet ist - und wenn ich nicht so spät am Abend angereist wäre, hätte ich wohl auch nach einem anderen Zimmer gefragt. Dazu kam noch die völlige Überhitzung des Zimmers, die mich an alte längst vergessen geglaubte sozialistische Zeiten erinnerte. Und irgendwie muss es einmal eine Umgestaltung des Raums gegeben haben, denn so völlig sinnfrei kann eigentlich kein normaler Mensch Lichtschalter anbringen.

In der Summe muss ich feststellen, dass dieses Hotel nicht zu den Spitzenhäusern Prags gehört. Der Übernachtungspreis war zwar günstig, aber ich werde dennoch in Zukunft eher andere Herbergen wählen, zumal ich aus Erfahrung weiß, dass es für ähnliche Preise in Prag Besseres gibt. Gleichwohl muss ich sagen, dass die zwei Nächte im Hotel Andel auch nicht wirklich schlimm waren, denn die Freundlichkeit des Personals und die Sauberkeit im Haus sowie das sehr bequeme Bett entschädigten teilweise doch für die oben angeführten Negativ-Punkte.

Fazit: Nicht mein Favorit

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