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Wenn alles auf Malta so schön wäre wie das Hilton...
Hotel Hilton Malta (St. Julian's)

Name des Mitglieds: Testeimer
Produkt:
Hotel Hilton Malta (St. Julian's)
Datum: 06.01.03, geändert am 06.01.03 (994 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: sehr schöne Architektur, aufmerksamer Service
Nachteile: hohe Preise, mässiges Essen
Wer auf Malta Urlaub macht, darf sich auf einige Besonderheiten freuen, die den Europäer manchmal vergessen lassen, dass er sich noch in Europa befindet. Für das Malta Hilton gilt das zum Glück nicht, denn es hält die Versprechen, die es im Reisekatalog so gut aussehen lässt. Nicht umsonst hat dieses Hotel jüngst den Hotel-Oscar gewonnen - den TUI Holly Award 2002.
Aber der Reihe nach: das Jahr sollte ruhig enden und mit einem einwöchigen Urlaub auf Malta beschlossen werden. Das Hilton ist neben dem Corinthia San Gorg eines der wenigen Fünf-Sterne-Häuser in St. Julian´s und machte aufgrund seiner Präsentation im Internet und der Erlangung des o.a. Preises den besseren Eindruck (www.hiltonmalta.com.mt). Halbpension und ein Gala-Dinner an Silvester sollten dafür sorgen, dass die Sinnesfreuden nicht zu kurz kommen.
Nach endloser Anreise im Mietwagen dank völliger Ortsunkenntnis, Linksverkehr und etwas ungenauer Wegbeschreibung war die Ankunft kurz vor Mitternacht eher unspektakulär. (Tipp: bei erstmaligem Urlaub auf Malta beim Mietwagen Hotelzustellung buchen!!!) Das Check-Inn verlief schnell und ohne viele Formalitäten. Auffällig schon jetzt war die ausgesprochen schöne Architektur der Empfangshalle, die einen Blick auf das Meer und das eine Etage tiefer befindliche Restaurant ermöglicht.
Das Doppelzimmer mit Meerblick ist gross und im typischen Hilton-Stil gehalten, d.h. zwei Doppelbetten. Im Zimmer finden sich neben dem 51er Fernseher mit immerhin zwei deutschen Programmen (SAT1 und RTL2) eine Klimaanlage, Minibar, elektronischer Safe, Bügeleisen und -brett, Kaffeemaschine und ein gut ausgestattetes Bad mit Fön. Der Boden ist gefliest und entsprechend kalt... Ein sehr grosser, komplett überdachter Balkon mit Gartenmöbeln bietet genug Fläche für ein Tanzorchester. Bedingt durch die stufenförmige Architektur sieht allerdings beinahe jeder Balkon anders aus - es gibt auch nicht überdachte und kleinere. Um die Ecke über den Flur steht eine Eis
maschine.
Das Hotel hat zehn Stockwerke, wirkt aber durch die Hanglage sehr viel zierlicher als manch anderer Hotelkomplex. Die Poollandschaft oberhalb der Marina ist an der Hotelgrösse gemessen sehr gross und verfügt über mehrere Schwimmbecken, die sich in den Palmenbestand einfügen. Teilweise ist sogar Sandboden vorhanden. Liegestühle und Handtücher gehören zum Service.
Für Fitness-Freunde ist gesorgt: ein überraschend gut ausgestattetes Gym ist für Hotelgäste kostenfrei nutzbar und mit Cybex-Geräten ausgerüstet. Ein Stockwerk tiefer findet sich ein >200qm grosser Indoor-Pool mit Saunen und Tauchbecken. Besonders schön ist dieser Pool allerdings nicht - es fehlt ein wenig Flair. Ein Tennisplatz und ein Aerobic-Studio komplettieren das Angebot.
Kommen wir nun zum einzigen Punkt, der mich etwas geärgert hat: das Essen... es war wie immer - am ersten Tag war ich beeindruckt von der Vielzahl der Speisen am Buffet - am zweiten Tag fand ich keine Abwechslung, am dritten Tag ging mir die Auswahl bereits auf die Nerven, da sich alles wiederholte. Wer auf exotische Vorspeisen steht, mag glücklich werden - ich allerdings hätte gern einfach einen frischen Salat gegessen...so einfach war das leider nicht. Die Hauptspeise bestand praktisch täglich aus Lamm oder Huhn sowie Fisch, dazu jeden Tag (!) Bratkartoffeln in Würfelform. Zum Glück gab es zumindest an zwei Tagen ein separates Kinderbuffet, an dem ich mir Kroketten und Erbsen aufgeladen habe. Auch das Dessertbuffet bot keine Überraschungen - täglich Kuchen und Creme Brulée - wie gesagt: täglich und ohne Ausnahme...irgendwann reicht das schlichtweg.
Das Frühstück war typisch englisch inklusive Sausages, Rührei und Bacon. Anfangs ganz nett waren am Ende doch nur noch Cornflakes auf dem Teller. Ich hatte mehr als einmal den Eindruck, dass die Wurst vom Vortag wiederverwendet wird - die mattgraue Farbe hat mir den Appetit eher verleidet. Im Grossen und Ganzen war das Frühstück aber besser als das
Abendessen - mit einer Ausnahme: dem Silvester-Dinner.
Am 31.12. musste natürlich etwas besonderes her - in diesem Fall hiess das "Golden Gala". Dieser Event hat dafür gesorgt, dass mein Koffer so richtig voll war, denn der schwarze Anzug und das weisse Oberhemd wären sonst zuhause geblieben. Ein Sieben-Gang-Menu mit Livemusik, Tanz und viel Trara war das angeblich eleganteste Fest auf der Insel. Gut, bei einem ausserhalb des Pauschalarrangements EUR 228,-- teuren Spass erwarte ich auch einiges. Hier hat sich die Küche redlich Mühe gegeben - wirklich gut! Leider war der DJ nach Mitternacht eine komplette Pfeife und kannte sich offensichtlich nicht mit der Musikanlage aus...schade!
Für kulinarisch interessierte bleibt noch das "Blue Elephant" - ein gehobenes asiatisches Restaurant, das sich im Haus befindet. Für Leckermäulchen gibt es in der winzigen Ladenstrasse des Hotels Pralinen und Süssigkeiten - und übrigens auch eine AVIS-Niederlassung. (Das ist eine andere Story, siehe sep. Bericht...)
Alles in allem kann ich das Hotel empfehlen - allerdings sollte in jedem Fall das aufpreispflichtige Zimmer mit Meerblick gebucht werden, da die Portomaso-Wohnanlage direkt nebenan noch immer eine Baustelle ist. Auf der Meerseite bekommt man davon nichts mit. Die Halbpension ist empfehlenswert, da die Preise im Hilton mehr als gepfeffert sind. Das Abendessen wird einzeln mit Lm 11,-- abgerechnet, das entspricht knapp EUR 28,-- - pro Person, versteht sich! Getränke sind teuer, eine 0,75 Liter- Flasche Mineralwasser kostet immerhin Lm 2,40 - sprich EUR 12,--.
Das Personal ist sehr freundlich und wirklich aufmerksam - dafür wird allerdings auch Trinkgeld erwartet. Durchweg wird Englisch verstanden und gesprochen.
Eine Warnung: sobald die Hotelanlage verlassen wird, schwindet der gute Eindruck in Nullkommanix, denn St. Julian´s ist eine einzige Ansammlung von Müll, kaputten Fusswegen, alten und stinkenden Autos, drec
kigen Strassen und ständigem Autoverkehr...für mich heisst das leider: Malta, einmal und nie wieder!
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich Hotels international

