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Mittelalter trifft Moderne
Hotel Hilton (Budapest)

Name des Mitglieds: elfenblume56
Produkt:
Hotel Hilton (Budapest)
Datum: 18.01.12
Bewertung:
Vorteile: tolle Lage, schöne Zimmer und tolle Atmosphäre
Nachteile: es gibt keine(wenn man das teure Frühstück ausklammert)
Im Mai 2011 sollte es mit einer Freundin auf Städtereise gehen. Die Auswahl an interessanten Städten ist natürlich beträchtlich, schränkte sich aber durch schon besichtigte und zu weite Destinationen ein. Da wir beide Webmiles-Sammler sind, lag es natürlich nahe, erstmal dort zu stöbern.
Nach tagelanger, manchmal nächtelanger Stöberei fanden wir ein Angebot in Budapest. Für den angedachten Termin vom 27. Bis 30. Mai gab es wirklich seitenweise Hotelangebote. Alle Angebote waren dabei inklusive Flug ab Hamburg via Düsseldorf. Ein echtes Schnäppchen haben wir dann mit dem Hotel Hilton in Budapest gefunden. Irritierend war zunächst, dass es zwei in der Stadt gab, doch das andere lag wohl etwas am Stadtrand. Unser Haus befindet sich auf dem Burgberg und somit laut Beschreibung inmitten der Stadt. Wir konnten es kaum glauben, dass es nur 330.- Euro kosten sollte. Man muss sich vorstellen: ein 5-Sterne-Hotel, Innenstadtlage und der Flug ist inklusive. Da gab es kein Halten mehr, wir haben es gebucht. Was allerdings nicht enthalten war, das war das Frühstück. Dafür sollten wir, soweit ich mich entsinne, einen Aufpreis von 90.- Euro zahlen. Das haben wir natürlich nicht gemacht, denn soviel kann man nun wirklich nicht essen.
Ankunft
Die Flüge der Lufthansa gingen pünktlich und wir kamen pünktlich runter. In dem Paketpreis war kein Transfer und so standen wir vor dem Terminal und schauten uns um. Über einem Kiosk stand "Taxi" und viele Leute warteten dort, nachdem sie offensichtlich einen Taxischein gekauft hatten. Nach unseren Recherchen sollte das ziemlich teuer sein. In einer Reihe standen auf der anderen Seite kleine Busse mit bunten Aufdrucken. Das sind die Sammeltaxen, die doch etwas günstiger sein sollen. Wir steuerten eins an und wurden zunächst wieder in den Terminal geschickt. Dort gibt es Scheine und man bezahlt dort. Dabei muss man das Hotel nennen und wird auf die Wagen verteilt. Mit noch einem Gast ging es in Richtung Hotel. Spätestens als wir die Brücke über die Donau überquerten und wir oberhalb den Burgberg sahen, hatte diese Stadt gewonnen bei uns.
Am Eingang stehen gleich zwei Herren in Livree und halten die Tür auf. Direkt vor uns war eine hohe Halle mit diversen Sitzgruppen und rechts leuchtete schon das Schild Rezeption. Wir wurden nett begrüßt und das sogar auf deutsch. Anhand unserer Ausweise wurde unsere Reservierung schnell gefunden und kurze Zeit später schwebten wir in einem verspiegelten Fahrstuhl in eines der oberen Stockwerke.
Zimmer mit Ausblick
Die Flure machten einen gepflegten Eindruck und auch die Zimmertüren und Wände zeigten keinerlei Spuren. Mein erster Blick viel auf das große Fenster und auf bunte Dachpfannen. Ich blickte direkt auf die benachbarte Mathiaskirche und etwas weiter links dann auf die Donau. Einfach perfekt, besonders, weil wir für den Preis schon eine Besenkammer befürchtet hatten. Direkt am Fenster stand links ein Schreibtisch mit Stuhl und auf der anderen Seite ein kleiner Tisch mit Sessel. Auf dem Tisch eine große Flasche Wasser mit zwei Gläsern. Das Doppelbett war aus Holz, der Farbe nach könnte es Kirsche sein. Zwei Decken lagen dekorativ über dem Fußende, ganz exakt gefaltet, wie man es hier erwartet. Gegenüber stand eine Anrichte aus dem gleichen Holz und darauf stand ein Flachbildfernseher. Ein Möbelstück daneben begeisterte mich noch mehr. Auf diesem Stand ein Wasserkocher, Tassen und eine Auswahl an Kaffee- und Teespezialitäten. Im Schrank war zudem noch einen Minibar.
Der Blick ins Bad begeisterte genauso. Glänzend weiße Fliesen und ein Waschtisch aus braunem Marmor, worauf die netten Pflegemittel mit dem Hilton-Logo standen. Ein Haartrockner und schneeweiße Tücher ergänzten diesen Bereich. Eine Wanne mit Duschabtrennung gab es links vom Waschbecken. Auch hier ausreichend große Badetücher in einem Regal daneben.
Gegenüber der Badezimmertür war der Wandschrank mit Schiebetür aus dem oben genannten Holz. Beim öffnen ging automatisch das Licht innen an und man sah auf ausreichend Bügel, einen Safe, Kopfkissen und Wolldecken sowie ein Bügelbrett und -eisen.
Hier konnte "frau" sich wohl fühlen, das stand fest!
Mittelalter trifft Moderne
Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, ging es auf Entdeckungstour. Der Barbereich ist an der einen Seite durch hohe Fenster begrenzt, durch die wir interessiert schauten. Was wir hier sahen ähnelte einem Kreuzgang und der Sache mussten wir auf den Grund gehen. Hinter der Bar gab es eine Treppe nach unten und schon befanden wir uns im Mittelalter.
Von 1243 bis 1254 entstand an dieser Stelle eine Klosterkirche. Gebaut wurde sie von den Dominikanern und man weihte sie dem heiligen Nikolaus. Erst Ende des 14. Jahrhundert wurden die Türme aufgesetzt. Die letzten Turmgeschosse wurden im 15. Jahrhundert aufgesetzt und dann entstanden zeitgleich auch Kreuzgewölbe und der Kreuzgang. Anfang des 16. Jahrhunderts gibt es keine Aufzeichnungen mehr über den bau. Aus dem Dunkel der Geschichte taucht das Areal erst wieder Ende des 17. Jahrhunderts als Jesuiten hier ein Barockkollegium errichten. Die Fassade wurde 1924 bei dem Bau des Hotels verwendet und in den Südflügel integriert. Der nördlich angeschlossene Neubau wurde über den Reste der Kirche aus dem 13. Bis 15. Jahrhundert erbaut.
In diesen Resten standen wir nun und waren einfach beeindruckt. Sowohl der Kreuzgang als auch der Innenhof sind beeindruckend restauriert. Unter den Bögen laufen wir unter Gewölbedecken und an Säulen vorbei. Ganz am Ende des Ganges führt eine Tür in die Weinstube des Hotels, die aber noch geschlossen war. Herzstück ist aber dieser Innenhof, den wir durch die Fenster der Bar schon gesehen hatten. An drei Seiten ist er begrenzt von den Hotelfassaden, doch an einer Seite bietet sich der Blick auf die Fischerbastei und die Donau.
Man wird verstehen, dass wir nun restlos begeistert waren.
Geschäfte
Wieder oben angekommen gingen wir nach rechts in eine kleine Ladenpassage. Hier wird Kunsthandwerk und auch Bekleidung angeboten. Außerdem bietet ein Friseur seine Dienste an und auch ein Blumenladen war vor Ort. Ein Geschäft war geschlossen und zwei, drei andere sahen auch etwas verwaist aus. Ob sich das hier lohnt ? Ich wage es zu bezweifeln.
Barbereiche
Die hatte ich nur kurz im obigen Absatz gestreift. Das Haus hat zwei Barbereiche. In der eingangs erwähnten Halle gehörten die Sitzgruppen mit ihren großen und bequemen Sitzgruppen zu diesem Bereich. Hier war es aber so, dass man etwas verzehren konnte, aber nicht musste. Insofern gab es die Doppelfunktion als Loungebereich. Einige Stufe und eine Rampe für Rollstuhlfahrer oder auch Kinderwagen führte in die kleine Bar. Hier gab es den klassischen Tresen, die Hocker davor und die kleinen Tische rundum. Allerdings war auch ein Fernseher an der Wand, der sicher für Sportübertragungen oder sonstige, wichtige Ereignisse gedacht war. In einem Kühltresen gab es auch Kuchen und Torten, es war also für alles gesorgt.
Gerne haben wir abends noch im großen Loungebereich gesessen, wenn wir geschafft von der Stadtbesichtigung zurück kamen. Das Personal war aufmerksam und fragte sofort nach den Wünschen. Kurz darauf wurde Weißwein oder Wasser gebracht und netterweise gab es auch immer einige Schälchen Knabberzeug dazu.
Publikum
Das kam wirklich aus aller Herren Länder. Während wir in der Lounge saßen, kam eine Gruppe Asiaten in wirklich festlicher Kleidung an. Alles setzten sich ebenfalls in die Sitzgruppen. Kurz danach folgten noch weitere Mitglieder dieser Gesellschaft. Zuletzt kam ein Brautpaar an, das von kleinen Blumenmädchen in niedlichen Kleidern begleitet wurde. Hier wurde also eine Hochzeit mit der ganzen Großfamilie gefeiert. Am nächsten Morgen sahen wir die Leute wieder, die in blumengeschmückte Karossen stiegen.
Ansonsten war das Publikum wirklich gemischt. Ältere Leute, Paare mit Kindern und auch Geschäftsleute.
Sollte wirklich jemand erst nachts durch die Flure gelaufen sein, ich habe es nicht gehört. Alle Zimmer sind offensichtlich schallisoliert und insofern ist die Nachtruhe, trotz der vielen Zimmer und Gäste, garantiert.
Verkehrsanbindung
Bis zur Bushaltestelle mussten wir nur einige Meter über den vorgelagerten Platz laufen. Leider konnten wir den Plan nicht lesen, doch kurze zeit nach uns kamen weitere leute, so dass wir zuversichtlich waren, dass bald ein Bus kommen würde. Tatsächlich dauerte es zehn Minuten. Wir hatten klein Kleingeld und der Busfahrer winkte uns durch. Das war nun wirklich nett. Mitten auf der Kettenbrücke war die Fahrt jedoch plötzlich zu Ende. Der Fahrer versuchte noch den Bus wieder zu starten, doch nichts ging. Wir, und die anderen Passagiere nahmen es mit Humor und liefen einfach das restliche Stück über die Brücke und dann in die Innenstadt. Von dort ist es wirklich nicht weit in die Fußgängerzone.
Hier haben wir uns erstmal ein schönes Frühstück genehmigt. Wir hatten ja gehofft, dass das Frühstück im Hotel günstiger ist als der Aufpreis bei Buchung. Es sollte 28.- Euro kosten !! Das war uns wirklich zu teuer und in der Stadt ging es wesentlich preiswerter. Direkt neben dem Hotel gibt es leider kein Frühstückscafé. Das nahe Café Russwurm machte leider erst um 10.00 Uhr die Türen auf und da wollten wir schon lange unterwegs sein.
Daten
* Gepäckaufbewahrung * Schönheits-Salon * Cardio-Fitnessgeräte
* Fitness Center/Health Club * Joggingpfad * Massage
* Sauna * Solarium * Fitnessgeräte mit Gewichten
* Concierge Desk
* Executive Lounge
* Geschenkeladen
* Wäscherei- und Reinigungsservice
* Parkmöglichkeit
* Haustiere gestattet
* Zimmerservice
* Sicherheitsschließfach
* Executive Lounge
* Restaurants & Bars.... und noch vieles mehr...
Unsere Rückfahrt zum Flughafen haben wir übrigens mit dem Taxi gemacht. Das war ein Tipp vom Concierge, der sagte uns, dass ein Taxi nur drei Euro mehr als dieses Sammeltaxi kostet. Es stimmte tatsächlich und so hatten wir die 40 Minuten bis zum Flughafen entspannt genossen und uns von dieser tollen Stadt verabschiedet.
Fazit: Das Hilton immer wieder gern

