
Neuester Testbericht: ... mit Fax, Internet und Hightech-Telefonanlagen, außerdem stehen im Great Eastern Hotel Esszimmer für ein ganzprivates Dinner zur Verfügung.... mehr
Als Tourist nein - auf Geschäftsreise ja
Hotel Great Eastern (London)

Name des Mitglieds: BabsS
Produkt:
Hotel Great Eastern (London)
Datum: 11.12.03, geändert am 23.09.04 (217 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: super Lage, die gesamte Einrichtung
Nachteile: der Preis, wie immer
Wann immer ich geschäftlich in London bin, was so drei- bis viermal im Jahr vorkommt, übernachte ich wenn möglich im Great Eastern an der Liverpool Station. Das heisst eigentlich befindet sich das Hotel zum Teil auch in der Liverpool Station, denn beim Umbau wurde darauf geachtet, die alte Lage des ehemaligen Hotels der Great Eastern Railway Company zu behalten. Einige Zimmer haben von daher auch keinen Blick auf die Strasse sondern nach ‚innen‘ auf die Bahnhofshalle.
Das Great Eastern wurde vom AA Hotel Guide in diesem Jahr mit dem 5. Red star ausgezeichnet.
Im Frühjahr 2000 wurde das Hotel nach einer dreijährigen Umbauphase, die ca. 70 Mio Pfund gekostet hat, wiedereröffnet. Ich habe ziemlich geschluckt, als ich diesen Betrag gehört habe, aber es hat sich gelohnt, kann ich nur sagen.
Heute gehört das Hotel einem Joint venture zwischen Conran Holdings und Wyndham Int.
Noch ein paar zusätzliche technische Daten, bevor ich zu meinen Erfahrungen und Eindrücken komme:
Die Adresse lautet Liverpool Street , London EC2M 7QN. Man erreicht es ziemlich einfach, vom City Airport einfach den Shuttlebus nehmen (Kostenpunkt: 6 Pfund pro Fahrt), der dauert ca. 20 Minuten, je nach Verkehr. Von Stanstead fährt der Zug direkt bis zur Liverpool Station, von Heathrow aus kommend, mit der Bahn bis Paddington und dann per U-Bahn Richtung Liverpool Station.
Das Hotel hat 267 Zimmer (Einzel- und Doppelzimmer sowie Suiten), 4 Restaurants, 3 Bars, 12 private Konferrenzräume sowie einen Fitness- und Healthbereich.
Meine persönlichen Eindrücke:
Zum Great Eastern bin ich gekommen, weil meine Firma einen Rahmenvertrag mit dem Hotel hat und ich beim ersten Trip automatisch dort gelandet bin. Wie gesagt, ist die Lage für meine Bedürfnisse bei einer Geschäftsreise hervorragend, mitten im Financial District, ich kann ins Büro laufen, drum herum sind ein paar nette Coffee shops und Restaurants, fast perfekt.
Schon beim Betreten der Lobby fällt einem auf, dass das Hotel sehr edel und elegant aber dennoch modern gehalten ist. Die Tür wird einem vom Pagen geöffnet, wenn man nicht gerade schneller ist und ihn dadurch austrickst, dass man die Drehtür benutzt ;-)
In der Lobby befindet sich links der Empfangstresen und rechts eine gemütliche Sitzecke / Wartezone in dunkelbraunem Leder gehalten. Der gesamte Bereich strahlt durch die verwendeten Erdtöne eine elegante Gemütlichkeit aus (mir fällt einfach kein anderes Wort als elegant ein, man senkt automatisch die Stimme.. selbst ich und das will was heissen ;-))
Auch die Kontraste wie Glas und Chrom können daran nichts ändern.
In unregelmässigen Abständen werden im GE Kunstausstellungen veranstaltet, wobei aber die Definition von ‚Kunst‘ wie immer eine äusserst subjektive Sache ist.
In jedem Stockwerk befindet sich eine Galerie, von der man freien Blick nach unten in die Lobby hat.
Insgesamt hat das GE 6 Stockwerke, wobei die Räume im 5. Und 6. Obergeschoß der Website (www. Great-easter-hotel.co.uk) einen loftähnlichen Stil haben.
Mein Zimmer war bisher immer im 2. Bis 4. OG untergebracht und einfach super. Ein Kingsize-Bett (mal wieder etwa zu weich, aber das ist ja mein Grundproblem), mit herrlicher Bettwäsche. Ein ziemlich großes Bad mit Wanne und Dusche (mit Massageduschkopf), der Wasserdruck war immer hervorragend, keine Selbstverständlichkeit in manchen Hotels... zu der Ausstattung gehört im Bad noch alles, was man so an Hygiene-Artikeln vergessen kann: Zahnbürste und-pasta, Wattepads, Q-tips, Duschhaube (sieht albern aus, ist aber sehr praktisch) etc. etc. Ach ja und die größten und kuscheligsten Bademäntel incl. Frotteeschlappen.
Zu dem Zimmer selbst gehört eine Minibar, an der ich mich aber nie vergreife, ich kann mein Geld besser ausgeben, ausserdem natürlich ein Telefon mit zwei Leitungen incl. Voicemail, dazu noch ein DVD-Player (DVD’s sind beim Kundendienst kostenlos auszuleihen) und eine Hifi-Minianlage.
Man kann also hervorragend Abende in der Wanne verbringen, sich danach in den Bademantel einkuscheln, es sich im Bett gemütlich machen und eine DVD gucken... wenn, ja wenn man nicht in London wäre, wo man sooo viel unternehmen kann ;-)
So, kommen wir nun zu den unangenehmeren Dingen, dem lieben Geld. Ich musste für dieses Nobel-Hotel einen Zimmerpreis von 175 Pfund plus 17,5 % VAT hinblättern. Wobei das aber eine Firmenrate ist. Der Website zufolge liegen die Preise zur Zeit zwischen 225 Pfund für ein City Single room bis zu 495 Pfund für eine open suite.
Würde ich das privat auch machen?? Nein, bestimmt nicht, so viel Zeit kann ich in einem Hotel gar nicht verbringen, dass ich den Preis ausnutzen kann. Aber beruflich will ich einfach nicht ewig mit der U-Bahn oder dem Bus unterwegs sein, um von einem günstigen Hotel (wobei die Worte günstig und London in einem Satz ein Widerspruch in sich sind) zum Büro zu kommen. Der Anspruch ist einfach ein anderer. Und dem Anspruch wird vom GE zu fast 100 % erfüllt.
Einen einzigen klitzekleinen negativen Punkt habe ich, und das ist der Fitnessbereich. Er liegt im Untergeschoß und ist nicht durch die Hauptfahrstühle in der Lobby zu erreichen, sondern nur über die hinteren Fahrstühle in den einzelnen Stockwerken, man kommt sich ein bißchen vor wie durch den Lieferanteneingang reinkommend. Aber das ist nicht der Kritikpunkt, sondern die Ausrüstung im Fitnessbereich. Es gibt ein paar Cardiogeräte (Stepper, Fahrräder, ein Laufband), von denen jedesmal, wenn ich dort war, mindestens die Hälfte nicht funktionierte. Ausserdem stehen dort noch ein paar Multifunktionsgeräte rum, ohne Beschreibung, ohne Anleitung, ein Mitarbeiter ist auch nicht vorhanden. TV-Geräte sollen einen davon überzeugen, dass stundenlanges Ausdauertraining äusserst kurzweilig ist, funktioniert aber nicht, wenn kein Ton an ist, denn der soll über die Kopfhörer direkt an den Geräten kommen, wobei die Betonung auf ‚soll‘ liegt.
Ich bin kein Fazitschreiber, ich weiss.. aber ich denke, ich gebe meine Meinung lautstark bei den einzelnen Punkten kund. Ich kann das Great Eastern Hotel jedem empfehlen, der nicht so auf den Geldbeutel achten muss und eine elegante Nobelunterkunft in London sucht.
<BabsS>
Fazit:
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