Hotel Grand Wiesler (Graz)
Kulinarische Höhenflüge im Jugenstilpalast - Hotel Grand Wiesler (Graz) Hotels international

Kulinarische Höhenflüge im Jugenstilpalast
Hotel Grand Wiesler (Graz)

offerendum79

Name des Mitglieds: offerendum79

Produkt:

Hotel Grand Wiesler (Graz)

Datum: 21.07.06

Bewertung:

Vorteile: Gastronomie, Service

Nachteile: Kleinigkeiten

Hallo Leute,

Es geht nach Graz ins Grand Hotel Wiesler, dem einzigen 5-Sterne Hotel der Stadt, dessen Altstadt zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, also durchaus einen Besuch lohnt.
Das Hotel gilt als Juwel des Jugendstils und wurde 1910 eröffnet. Es verfügt über 96 Zimmer, inklusive 15 Suiten und Juniorsuiten.
Die Preise gestalten sich wie folgt inklusive Frühstück (in Klammern die Raten während unseres Aufenthaltes):
Doppelzimmer superior: 240 (169)
Doppelzimmer de luxe: 260 (186)
Juniorsuite: 295 (209)
Suiten: 455 - 690 (355)

Daten:
Grandhotel Wiesler
Grieskai 4
8020 Graz
Tel.: 004331670660
Internet: www.weitzer.com

Reservierung
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Die telefonische Reservierung erfolgte freundlich und kompetent, ohne dass besondere Vorkommnisse zu melden sind. Die Buchungsbestätigung erfolgte prompt und korrekt.
Bewertung: Tadellos
Note: gut

Ankunft
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Das Hotel liegt am Grieskai, einer Straße direkt an der Mur. Die Mur ist der Fluss der Stadt und um ehrlich zu sein keine Schönheit. Als wir da waren präsentierte sich der Fluss schön braun gefärbt und in ein Betonbett gezwängt. Die gegenüber dem Hotel liegenden Uferwände sind dafür mit wildem Graffitti besprüht, auch nicht gerade der Inbegriff an Romantik. Der Murblick ist es also nicht der die Zimmer vorne heraus wirklich attraktiv macht, es ist schon eher die auf der anderen Murseite liegende Altstadt, zu der auch der auf dem Schlossberg liegende berühmte Uhrturm gehört.
Das Hotel selber hat vor seinem Eingang (Drehtür) eine kleine Vorfahrt, die einer Parkbucht ähnelt. Dort angehalten stiegen wir erst einmal aus und stiegen die 2 Treppenstufen zur Drehtüre hinauf. Ein Doorman begrüßte uns zunächst nicht. Beim betreten der Halle standen wir erst einmal vor einer weiteren Treppe. Diese hinauf geschritten ging es links ins Cafe "Grand Cafe", dahinter lag die Rezeption mit öffentlichem Computer und Conciergebereich. Rechts ging es zu Zimmern und Restaurants, sowie einem Tagungssaal. In der Halle selbst dominierte heller Marmor, ein paar Sitzgruppen luden zum Verweilen ein.
An der Rezeption wurden wir freundlich empfangen und die Eincheckmodalitäten gingen von statten. Ein Mann kümmerte sich um unser Gepäck, später wurde der Wagen in der Tiefgarage geparkt. (10,50 € pro Nacht)
Bewertung: Wir wurden freundlich begrüßt und fühlten uns gleich gut aufgehoben. Wirkliche Mängel gab es nicht zu beklagen, hier war wenig Luft nach oben. Insbesondere wäre es für ein relativ kleines Hotel mit wenig Fluktuation im Eingangsbereich wenig sinnvoll dauerhaft jemanden vor die Tür zu stellen.
Note: gut plus

Zimmer Nr. 321
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Unser Zimmer (eine Juniorsuite) lag im zweiten Stock und schaute einerseits zur hinter dem Hotel gelegenen Fußgängerzone, andererseits vom Badezimmer und Flur zu einem wenig attraktiven Innenhof (nicht wirklich Schuld des Hotels, denn das hässliche Gebäude gegenüber gehörte offensichtlich nicht dazu. Beim Betreten des Zimmers stand man erst einmal in einem gar nicht so kleinen Flur, in dem sich ein großer Schrank mit Safe und "normalen" Bügeln sowie fest installierten Hotelbügeln befand. Hier fand sich genug Stauplatz für das mitgebrachte Gepäck. Wie schon erwähnt verfügte der Flur über ein Fenster und somit Tageslicht, eine keinesfalls gewöhnliche Annehmlichkeit. Vom Flur zweigten Hauptzimmer und Badezimmer ab.
Links kam man ins eigentliche Zimmer, dass eine ansprechende Größe aufwies (angeblich haben die Juniorsuiten 45 qm, ich schätze dieses Zimmer eher noch ein klein wenig größer).
Links befand sich erst einmal eine Verbindungstüre zu einem weiteren Doppelzimmer (natürlich fein verschlossen), dahinter ein ältliches heiß und Klimagerät, eine Kofferablage und der große Schreibtisch mit Spiegel darüber, auf dem sich auch der Fernseher befand. Dieser war allerdings gut und gerne 20 Jahre alt und für die Größe des Zimmers eigentlich zu klein (maximal 50 cm). Hier besteht Tauschbedarf, für ein Hotel dieser Klasse war das Teil unwürdig. Die gegenüber dem Bett liegende Front mit großen Fenstern wurde durch eine imposante Grünpflanze aufgelockert. In der rechten Ecke stand eine Coach mit großem Tisch und 2 Stühlen, wo man auch Besprechungen hätte abhalten können. Das Bett selber war sehr groß, hatte jedoch leider 2 getrennte Matratzen. Schön war der Baldachin über dem Bett, der Prinzessinnenfeeling aufkommen ließ. Flankiert wurde das Bett von je einem Nachttisch.
Der Teppich des Zimmers war beige und wie der Rest der Einrichtung in einem ordentlichen Zustand, lediglich am Lacktisch waren leichte Absplitterungen zu erkennen.
Im ganzen Zimmer hingen übrigens Bilder, über dem Bett eine Radierung einer nackten Frau mit leicht gespreizten Beinen. Spießige Leute mögen das sicher nicht…….
Bewertung: Das Zimmer war groß und hübsch eingerichtet. Es war zwar alles nicht super luxuriös oder modern, aber dennoch schön und mit eigenem (Jugend-)Stil. Als wirklich störend empfand ich eigentlich nur den anachronistischen Fernseher und mit Einschränkungen das wie ein Fremdkörper wirkende Klimagerät.
Note: gut plus

Bad
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Wie der Flur verfügte auch das Bad über ein Fenster, was generell immer zu loben ist. Im Bad selber befand sich links die Toilette, dahinter der Waschtisch und an der hinteren Wand quer die Badewanne mit Glaswand zum Duschen. Die Wände waren in schönem, hellen Marmor gehalten, so dass es sich wirklich um ein Marmorbad handelte.
Um so mehr überraschte es, dass der Waschtisch selbst mit dem Waschbecken aus Kunststoff und nicht Marmor war. Dies ist mir eigentlich unerklärlich, denn es zerstörte den guten Gesamteindruck. Dafür war die Badkosmetik umfassend und der Rasierspiegel ordentlich..
Bewertung: Das Bad war ordentlich groß und insgesamt schön eingerichtet. Für eine Spitzennote fehlte freilich die separate Dusche und ein Kunststoffwaschtisch kann es auch nicht sein. Das zieht das ganze dann leider etwas nach unten, vom fehlenden Bidet reden wir jetzt mal nicht…..
Note: befriedigend

1. Abendessen
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Das Abendessen gab es im Restaurant Wiesler, das im Erdgeschoss des Hotels gelegen ist. Es handelt sich um einen mittelgroßen Raum, der in hellen Farben, insbesondere Rottönen eingerichtet ist. Eine moderne Atmosphäre.
Beim Betreten des Raumes wurden wir freundlich durch den Kellner begrüßt der uns sagte, wir könnten uns einen Platz aussuchen, es gäbe außer der unsrigen nur noch eine Reservierung. So leer? Da macht man sich ja erst einmal Gedanken, woran dies wohl liegen mag. Erst einmal optimistisch suchten wir uns einen Tisch aus und warteten auf das kommende.
Zunächst kamen verschiedene Brotsorten mit verschiedenen Streichcremes, danach als Gruß aus der Küche Forellenkaviar mit einer Lachsrose auf ein wenig Kohlgemüse. Lecker!
Die Vorspeise war eine herrlich sämige Rucolacremesuppe mit einer frittierten, fleischgefüllten Blätterteigrolle. Ein Gedicht.
Die Hauptspeise bestand aus Almochsenfilet mit Lauchgemüse und Buttermilchblinis. Der Almochse war sehr gut gewürzt, wunderbar zart und auf den Punkt genau gebraten. Ähnliches kann man zum Gemüse und den Blinis sagen, die ebenfalls sehr schmackhaft waren.
Zum Schluss wartete noch Quarkgugelhupf mit Limettensorbet und Erdbeeren. Wie schon die Gänge vorher ganz hervorragend.
Wir konnten also überhaupt nicht verstehen warum es so leer war und wirklich nur noch ein Mensch im Restaurant aß. Dabei kann man noch nicht einmal sagen, dass die Preise sonderlich hoch waren. Die Suppe kostete 4, 50 €, der Hauptgang 21,50 € und der Nachtisch 7 €. Für das Gebotene absolut angemessen und keinesfalls zu teuer. Ich fand es sogar ausgesprochen preiswert, wenn man es mit anderswo gebotenem und vor allem verlangten vergleicht.
Bewertung: Eine wunderbar kreative Küche mit regionalen Produkten die es mir wirklich angetan hat. In das gute Bild fügte sich die freundliche und aufmerksame Bedienung ein.
Note: sehr gut

Tourningdownservice
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Als wir vom Essen zurück kamen war das Bett abgedeckt und frisches Obst nebst Wasser wartete auf uns. Als Betthupferl lag eine Schokoladentafel auf dem Kissen. Diesen Service gab es nur am ersten Abend, am zweiten Tag war das Bett schon morgens fertig gemacht und der Service fiel aus.
Bewertung: Am ersten Abend war es in Ordnung, der zweite Abend fiel dann aus und kann somit gar nicht bewertet werden. Alles in allem kommt also nur Durchschnitt dabei rum.
Bewertung: noch befriedigend

Wellness
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Das Hotel hat angeblich eine Sauna, ansonsten fehlt es an Wellnesseinrichtungen. Auf Wunsch werden einem Fitnessgeräte ins Zimmer gestellt, was zwar ein netter Service ist, aber in den doch recht kleinen Standarddoppelzimmern nicht nur einfach sein dürfte.
Hier erspare ich mir mal eine Bewertung.

1. Frühstück
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Das Frühstück gab es im Grand Cafe, welches durch sein großes Jugendstilmosaik (das größte Österreichs - von Leopold Fostner) bekannt ist. Es handelt sich bei diesem um einen langen Raum, an dessen Wänden Bänke angebracht sind, vor denen 2 bis 4 Personentische mit zusätzlichen Einzelstühlen stehen. Das Buffet war vor dem Mosaik aufgebaut und ließ sich sehen. Es gab auf der Tafel Rührei, Speck und Würstchen, Lachs, Krabben, mehrere Sorten Brot und Brötchen, Cerealien, Wurst und Käse in guter Auswahl, mehrere verschiedene Süßteilchen und Kuchen (Gugelhupf, Topfenkuchen). Zusätzlich lag eine Karte mit verschiedenen Eier- und Mehlspeisen aus. Zu trinken gab es neben Kaffee und Kakao, sowie anderen Kaffeegetränken, mehrere Säfte, Sekt, Wasser (San Pellegrino) und Milch.
Wir bestellten Kakao und Espresso, beides sehr gut, dazu Spiegeleier und Palatschinken. Sowohl die bestellten als auch auf dem Buffet befindlichen Speisen waren von guter Qualität. Der aus einer Person bestehende Service war sehr aufmerksam und ausgesprochen freundlich.
Bewertung: Für die Größe des Hotels war das Frühstück ausgesprochen reichhaltig und von guter Qualität. Der Service war absolut vorbildlich, da gab es gar nichts zu bemängeln.
Note: sehr gut

Zimmerservice
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Das Housekeeping richtete unseren Raum her, wobei mir eigentlich nichts besonderes auffiel. Es war soweit alles aufgeräumt, das Bad gut gesäubert und austauschbedürftige Handtücher gewechselt. Das einzige was nicht aufgefüllt wurde, war die Badkosmetik.
Bewertung: Ich würde es al als durchschnittlich bezeichnen. Weder schlecht, noch besonders gut.
Note: befriedigend

2. Abendessen
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Mit Vorfreude begaben wir uns am Abend ins Restaurant um dort unser Abendessen einzunehmen. Diesmal waren wir die einzigen Gäste, es liegt wohl vor allem an Graz und daran, dass die meisten Gäste geschäftlich dort weilen und abends anderweitig zum Essen eingeladen sind.
Diesmal gab es zunächst eine mit Kalbsbries gefüllte Tortelini als Küchengruß und das gewohnt schöne Brot.
Als Vorspeise aßen wir Forelle mit gelber und grüner Zuccini. Dies war besonders lecker, da die Forelle nicht wie fast immer geräuchert war, sondern lediglich gebeizt, was die ganze Sache sehr frisch machte. Danach hatten wir eine Spargelcremesuppe mit Krebsfleischtortellini und einer Jacobsmuschel, sowie dreierlei Spargel (Ragout von weißem und grünen, frittierter grüner und weißer Spargel) mit Tempuragarnelen.
Als Hauptgang wurden uns Hirschmedalions mit Schupfnudeln und einem süßlichem Zwiebelgemüse serviert.
Die Nachspeise war ein Schokoladenfondue, wobei jeder sein eigenes Schokoladentöpfchen mit verschiedenen Obstsorten bekam.
Bewertung: Wie am ersten Abend - herausragend
Note: sehr gut

2. Frühstück
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Das zweite Frühstück war eigentlich wie das erste, da gibt es gar nicht viel zu schreiben.
Note: sehr gut

Abreise
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Das Auschecken gestaltete sich problemlos, die Rechnung war korrekt, wenn sie auch nicht erklärt wurde. Unser Gepäck wurde schnell aus dem Zimmer abgeholt und unser Auto war bereits vorgefahren.
Bewertung: Eigentlich tadellos, nur hätte ich mir gewünscht, dass kurz die Rechnung besprochen wird, da wurde nur kurz die Gesamtsumme genannt.
Note: noch gut

Gesamtbewertung
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Insgesamt haben wir uns im Wiesler sehr wohl gefühlt, vor allem die Gastronomischen Leistungen haben uns absolut überzeugt. Unser Zimmer war schön, wobei es da natürlich schon bombastischere Unterkünfte gibt, auch wenn es sich um ein 5-Sterne Hotel handelt kann man halt nicht das gleiche erwarten wie in absoluten Spitzenhotels. Auch darf man natürlich nicht verheimlichen, dass die Doppelzimmer deutlich kleiner waren als unseres. Trotzdem war im Hotel nicht wirklich etwas zu bemängeln (fehlender Wellnessbereich mal außer acht gelassen) und das Hotel versprühte mit seiner Jugendstileinrichtung einen ganz eigenen Stil. Daher denke ich schon, dass 5 Ciao-Sterne ausnahmsweise angebracht sind, zumal ja auch noch der nicht an einzelnen Fakten zu messende Wohlfühlfaktor mit reinspielt, der im Wiesler ausgesprochen gut war.
Gesamtnote: gut plus

Fazit: Note: gut plus