
Mittendrin & Mittelmass
Hotel Golden Tulip Hotel Inntel (Amsterdam)

Name des Mitglieds: princesse
Produkt:
Hotel Golden Tulip Hotel Inntel (Amsterdam)
Datum: 15.06.06
Bewertung:
Vorteile: Zentrale Lage, Nähe Hauptbahnhof, Wasserkocher auf dem Zimmer
Nachteile: Zu weiche Betten, nicht komfortabel genug für den Preis, Freundlichkeit des Peronals könnte, bis auf
Geschäftsreise nach Amsterdam.
Aufenthalt: 3 Tage, 2 Nächte.
Anforderungen: Zentral gelegen, gehobener Standard (4**** oder ähnlich) = teilweise erfüllt.
Zeit: Anfangs Mai 2006
Gebucht hat unsere Assistentin. bezahlt haben wir natürlich nicht den Preis, den Individualreisende zahlen, da kommt zugute, dass meine Firma mit diesem Hotel ein Agreement hat zu günstigen Konditionen, es kommen viele nicht Amsterdamer Kollegen von der ganzen Welt nach Amsterdam. Irgendwie scheint ein Teil unserer Firma, beziehungsweise deren MitarbeiterInnen ständig in Bewegung zu sein, auf Reisen rund um den Globus. Ende Monat muss ich nach Dublin für 4 Tage. Ob ich dazu Lust habe? Eher nicht.
Zurück zum Hotel.
Erste Schwierigkeit: Als wir (3 insgesamt) ankamen am Centraal Bahnhof in Amsterdam und wissen wollten, wo das Hotel ist, war dies herauszufinden schwierig. Wir wussten, es ist in der Nähe des Bahnhofes. Aber da gab es abends um 7 keinen der uns Auskunft geben konnte. Dass der Bahnhof beim Hauptausgang partitiell eine Baustelle war, machte das Ganze nicht übersichtlicher. Stadtplan half uns auch nicht weiter. Einer kam auf die Idee, im Hotel anzurufen, sie erklärte, wir sollten einfach rechts und dann die nächste links gehen.
Es waren 200 Meter. Gerade noch erträglich ohne Taxi mit Koffern auf Rädern.
Der Eingangsbereich war sehr freundlich, es stand da auch nicht Golden Tulip Centre sondern Golden Tulip Inntel. Um uns zu verwirren? Wir fragten, ob wir richtig seien, wir sind, hiess es.
Von mir wollten sie eine Kreditkarte, als Garantie. Ich habe keine. Wie zahlen sie? Cash. Dann müssen sie im Vorraus zahlen. Ich kuckte etwas verärgert. Wieso? Mein Kollege meinte, er bürge mit seiner. Ich sagte, mir egal, ich zahle auch gleich. Nein, dann nicht. Also nicht.
Den Lift bekam man nur mit der Zimmerschlüsselkarte dazu, herunterzukommen.
Ich war im 4 Stock. Bekam die Tür nicht auf. Karte rein, Türknopf drehen, nichts. Wieder zur Rezeption, er programmierte sie neu, mittlerweile war mir klar, ich musste die Karte rein und rausziehen und dann den Knopf drehen. Benutzerunfreundlich? Ich weiss nicht. Man könnte die Karte ja sonst ausversehen stecken lassen beim hineingehen.
Drinnen Bad, Schrank, riesen Bett (eigentlich 2) mit riesem Überwurf, Minibar, Fernseher mit Pornoprogramm (teilweise Hardcore unverschlüsselt, was ich ziemlich daneben finde), 3 deutsche Sender, der Rest englisch, Dutch und Französisch.
Schrank mit grossem Spiegel aussen, im Bad Wanne und Dusche in einem, Duschgel und Shampoo sowie Bodylotion und Seife vorhanden, kein Fön.
Dafür im Zimmer einen Wasserkocher und Teebeutel, auch Instant Kaffee und Instant Milchpulver. Sowas mag ich sehr.
Ein Fenster zum öffnen, trotz Klimaanlage, gegenüber schon das nächste Haus, das nächste Fenster. Die Klimaanlage haben einen verschmutzen Filter, sagte später mein Kollege, ich wollte mich davon lieber nicht überzeugen.
Wer einen Laptop dabei hat, hat Free Wi-Fi, ich hatte keinen dabei.
Frühstück kann man zusätzlich haben (war nicht im Zimmerpreis), für 18.- Euro. Wir hatten am ersten Morgen versucht, ausserhalb des Hotels zu frühstücken, da gabs aber nichts, das vor 9 offen hatte, ausser die ganzen Hotels, und die wollten alle 17, 18 oder mehr Euro für ein poppeliges Frühstück, den Gegenwert hätten wir nicht einmal zu dritt weggeputzt. Aber das ist durchaus üblich, die Nummer mit der Kreditkarte übrigens auch. Stattdessen hatten wir abends dann uns mit Kuchenstückchen/Donuts ect. eingedeckt (was es überall noch nach 23 Uhr zu kaufen gibt). Das musste dann zusammen mit Instantkaffee als Frühstück genügen. Wir mussten schon um 8:30 in der Firma sein. 12km zur Firma mit Taxi knapp 30.- Euro.
Rund um das Hotel sind Altstadt, Coffeeshops an jeder Ecke, Steakhäuser, Restaurants, Einkaufspassage (die um 18 Uhr dicht macht, ausser Donnerstags, dann erst um 20 Uhr) und nicht unweit der Red District, in den wir mehr oder weniger reinstolperten, weil er nicht klar abgegrenzt war, nur das Angebot und die Schaufensterauslagen änderten sich merklich.
Gegessen haben wir nicht im Hotel, sondern ausserhalb. Sehr zu empfehlen ist das Asia@Dam, ein japanisch-thai-chinesisches Restaurant, das Essen war superb, allerdings nicht billig. Aber Amsterdam ist ohnehin teuer. Etwa wie Frankfurt oder München. Oder noch etwas teurer. Im Asia brauchten wir rund 35.- pro Mann, am 2. Abend in einem normalen Restaurant etwa 25.-, ohne gross Getränke, so wie man eben isst. Ein Gericht ist durchschnittlich zwischen 12.- und 19.- Euro.
Das Hotel selber machte einen sauberen Eindruck, das Bett war recht weich und das Oberbett bestand nur aus einem Laken und einer Wolldecke. Irgendwann mitten in der Nacht zerrte ich die 2. Wolldecke aus dem Schrank, es war zu kalt.
Gut geschlafen hatte ich erst in der 2. Nacht, als ich vom anstrengenden Tag totmüde war.
Die Dusche bot genügend heisses Wasser, Toilettenpapier kam nicht von der Rolle sondern stückchenweise wie Kleenex aus dem Spender, und zeriss schon beim herausziehen. Doofes Patent, wirklich. Es gibt dieses Papier auch auf Rollen in Amsterdam, ich habs gesehen.
Das Personal war freundlich, besonders jene, die mir die Rechnung machte und meine Extrawünsche berücksichtigte: expliziter Hinweis, dass ich kein Frühstück hatte, ansonsten müsste mir mein Arbeitgeber anschliessend 20% für Steuern von der Rechnung abziehen, ein Hoch auf die deutschen Steuergesetze! (wegen geldwerter Vorteile ect., was für ein Schwachsinn), ausserdem war es wichtig, dass die Firma als Rechnungsempfänger aufgeführt war und nicht ich.
Davon abgesehen war die Freundlichkeit ihrer Kollegen aber eher kühl, das sei aber für Niederländer normal, sagte mir ein einheimischer Kollege, die Holländer sind eher unfreundlich zu Touristen. Davon hatte ich aber auch schon mal gehört. Nun ja, und Deusche haben es da doppelt schwer, die Holländer sind nicht wirklich Fan's von uns.
Taxi's fahren wie die Henker in Amsterdam, vorzugsweise auf den Tramtrassen und immer um die vielen Fahrradfahrer herum. Was für den nicht ganz unbeteiligten Beifahrer ganz schön aufregend sein kann.
Alles in allem waren wir mässig zufrieden, wir waren es etwas besser gewohnt, wir werden wohl das nächste Mal woanders hingehen. Das Zimmer war etwas klein, das Bett zu weich, die Bettdecke zu spartanisch. Die Ausstattung war ok, aber eben nicht überwältigend. Der Schwenkarm, auf dem der Fernseher stand, war bedenklich schief, Toilettenpapier war benutzerunfreundlich. Kein Mineralwasser oder Obst zur Begrüssung, das Stückchen Schoggi auf dem Kopfkissen fehlte auch. Kleinigkeiten, die irgendwann doch ins Gewicht fallen können.
Wenn man bedenkt, dass ein Normalreisender für das Zimmer bis zu 300.- Euro zahlt, je nach Saison.
Das Hotel verfügt über einen Frühstücksraum im 2. Stock, eine Bar/Lounge im Parterre gleich hinter der Rezeption, sowie ein Restaurant. Wie gesagt, wir haben nichts davon ausprobiert.
Die Zimmertür zu öffnen war übrigens für mich immer eine Herausforderung, es klappte nie vor dem 3. Mal. Wie gut, dass ich nie über den Durst getrunken hatte. Es war ein Trick dabei, erst etwas ziehen am Knauf, dann drehen. Wenn man das nicht genau machte, musste erst wieder die Karte hineingesteckt werden.
Siehe auch
http://www.goldentulipamsterdamcentre.com/
Golden Tulip Amsterdam Centre - Nieuwezijdskolk 19 - Amsterdam - (31 20) 5301818, Part of Golden Tulip Hotels, Inns & Resorts
Fazit: Es gibt bestimmt bessere Hotels in dieser Preisklasse
Weitere Testberichte: im Bereich Hotels international

