
Es war einmal...
Hotel Continental (Helsingborg)

Name des Mitglieds: gwendolin
Produkt:
Hotel Continental (Helsingborg)
Datum: 05.10.01, geändert am 05.10.01 (77 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: zentral, (noch) billig, supernetter Service
Nachteile: wird demnächst renoviert
... so beginnt auch dieses Märchen eines alten weisen Hotels. Es war einmal eine schwedische Hafenstadt mit sehr viel Geschichte namens Helsingborg. Andauernd lagen sich die Schweden auf dieser Seite des Öresund im Klinsch mit den Dänen auf der anderen Seite. Nachdem die Anekdote mit der Eroberung des Helsingorer Schlosses Kronberg inklusive der Folterung der Dänen durch die Schweden vergessen war, genoss man doch um die Jahrhundertwende doch lieber den romantischen Blick über die Meerenge. Genau in dieser Zeit wurde das Hotel Continental in Helsingborg direkt am Hafen erbaut. Und prachtvoll stand es nun da, bot den allerbesten Blick der Stadt an und bot Tanztee und andere Vergnügungen für die Reichen und Schönen der Stadt an.
Doch wie in jedem Märchen tauchte auch hier ein dunkler Schatten auf. Irgendwann gab es andere Hotels, die längst nicht den schönen Öresund an. Aber irgendwie schafften sie es dennoch mit Verwünschungen und anderen Hexentricks, dass die Hotelgäste lieber eine Strassenecke weiter fuhren und dann rechts abbogen, um dort zu gastieren. Immer ärmer wurde das schöne Hotel Continental. Und so verkaufte es sich Stück für Stück, so dass am Ende nur noch ein zusammengeschrumpftes Drittel vom alten Gebäude war.
Doch dann kam die allerböseste Hexe der Geschichte: die Stadtplanung! Und sie baute schräg gegenüber ein grosses Terminal für Busse und Bahnen und Riesenparkhaus und krönte dies mit dem postmodernen Hotelneubau, den sie gleich an eine grosse weltweit operierende Hotelkette vermitteln konnte. Nun lag es da, das arme Hotel Continental, zusammengeschrumpft so weit es noch tragbar war, den schönen Blick auf Helsingor so eingeengt und verzweifelte. Selbst die Werbung für das Tanzrestaurant schreckte eher die potentiellen Besucher ab. Es sah eigentlich nur noch nach über heruntergekommener Kascheme aus.
Doch dann kam die gute Fee in Form eines wagemutigen neuen Besitzers daher. Sie kaufte vor knapp zwei Monaten (also Juli 2
) dieses Haufen Elend und baut langsam aber sicher wieder einen kleinen Juwel von Hotel auf. So jedenfalls sieht der Plan aus. Die Realität sieht so aus: zunächst findet man ziemlich billige Zimmer (Einzel 700 schwedische Kronen, Doppel 800 SEK, Dreibettzimmer 1000 SEK). Die Zimmer sind pikobello sauber, jedoch noch altmodisch möbliert, aber geräumig gross. Wir hatten ein Zimmer im vierten Stock, von wo man den Neubau ignorieren konnte und einen wunderschönen Blick rüber nach Helsingor hatten. Aber ganz ist der Anblick nicht verbaut, so dass auch weiter unten der Blick zu garantieren ist.
Ist zwar das bauliche noch nicht ganz so glänzend wie in alten Zeiten, so versucht das Personal dies aber mit überwältigender Freundlichkeit und Service auszugleichen. So kamen wir an, und sofort wurde nach Sonderwünschen unserer Kinder fürs Frühstück gefragt. Tee und Kaffee wurde uns aufs Zimmer serviert. Jegliche Fragen wurden uns bestens beantwortet und die Kleinen mit Bonbons vollgestopft...
Man kann also nur hoffen, dass das Engagement der neuen Besitzer sich in schönen Umbauten bald wiederspiegelt und die liebevolle Begrüssung weiterhin so bleibt. Derzeit ist es noch wegen der Preise zu empfehlen. Keine Ahnung, ob die jetzt auch arg anziehen. Aber trotzdem sollte man dieses Hotel im Hinterkopf behalten, falls man plant in Helsingborg zu übernachten!
Fazit:
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