Hotel Club Fanara (Sharm El-Sheikh)
Wirklich kein Muss! - Hotel Club Fanara (Sharm El-Sheikh) Hotels international

Neuester Testbericht: ... sonst sehr teuer sind, ist das auch wirklich interessant. Außerdem hat das Fanara spezielle Familienzimmer zu bieten, die eigentlcih k... mehr

Wirklich kein Muss!
Hotel Club Fanara (Sharm El-Sheikh)

riccoli

Name des Mitglieds: riccoli

Produkt:

Hotel Club Fanara (Sharm El-Sheikh)

Datum: 17.02.04, geändert am 21.05.04 (178 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Poollandschaft, Poolbar

Nachteile: Service, Tauchschule, Kindertauglichkeit

Als wir letztes Jahr das erste Mal in Ägypten waren stand fest: Wir kommen wieder. Nicht jedoch nach Hurgada, der nächste Besuch sollte nach Sharm El Sheikh gehen. Schließlich hatte meine Frau in der Tauchschule des Beach Abatros den Tauchschein gemacht und man will ja nicht immer das Gleiche sehen. Also ging es rechtzeitig zum Reisebüro, da wir uns natürlich den Frühbucherrabatt nicht nehmen lassen wollten. Mit einer Hand voll Kataloge ging es dann nach Hause zum stöbern. Wenn man als Familie in den Urlaub fährt, dann muss man sich ernsthaft überlegen, was man will, deshalb hier unsere Bedingungen:

- Familienfreundlich
- Kinderbetreuung ab 2 Jahren / Babysitting
- Tachschule im Hotel (ohne Transfer)
- Spielplatz
- Gute Küche
- Familienunterbringung
- 2 Wochen
- nähe zu Sham El Sheikh oder Nama Bay

Fündig wurden wir im TUI Katalog. Nach langem hin und her haben wir uns für das Iberotel Club Fanara entschieden. Laut Katalog sollte es in all unseren Anforderungen befriedigen. Besonders hervor gehoben wurde im Katalog das Essen, für uns eine wichtige Anforderung.

Die Eckdaten des Hotels:

Insgesamt hat das Hotel 375 Zimmer, davon sind 3 Suiten, 169 Standartzimmer mit Meer und/oder Poolblick, 88 Familienzimmer und 118 Singel Zimmer.
Das Hotel liegt ca 2 Km von Sham El Sheikh und ca 10 Km von Nama Bay entfernt. Zwei Pools mit jeweils einem Babypool, Strand und verschiedene Bars und Essensaufnahmeplätze sind vorhanden.

So, aber jetzt zum eigentlichen Erfahrungsbericht über das Hotel:

Nach einer 15 Minütigen fahrt vom Flughafen Sharm El Sheikh erreichten wir unser gebuchtes Hotel, das Iberotel Club Fanara. Unser Gepäck wurde aus dem Bus geladen und erst einmal auf den Stufen zum Hotel abgelegt. Nach der Reise etwas fertig (wenn man ne zwei Jährige Tochter dabei hat, dann reichen vier Stunden Flug zum beinnahe Nervenzusammenbruch), waren wir erst einmal froh uns auf den Sofas der Einganshalle absetzten zu können. Die Einganshalle war jedoch schon die erste Ernüchterung. Im Geensatz zu unseren Erfahrungen aus dem letzten Urlaub in Ägypten war diese Halle nicht sonderlich stilvoll. Anstatt etwas orientalische Stimmung zu verbreiten hätte diese Einrichtung auch in ein europäisches Hotel passen können. Die Rezeption ist eher klein und absolut nüchtern gehalten. Sie erinnerte mich eher an ein mittelmäßiges Businesshotel, als an eine Urlaubsresidenz.

Ziemlich schnell kam dann auch schon einer der Angestellten, sammelte unseren Voucher ein und brachte uns unseren Schlüssel, gab uns noch ne kurze Wegbeschreibung und wünschte uns noch einen schönen Aufenthalt. Wir waren froh, das das alles so schnell ging, denn unsere Tochter begann vor Müdigkeit schon ziemlich unangenehm zu werden.
Die Unterkunft, welche man uns zuteilte war im übrigen die Villa „B2“ (Familienunterkunft). Falls Ihr dort auch Familienurlaub macht, dann merkt euch diese Villennummer, denn die Herren der Rezeption versuchen diese Villa immer am Anfang loszuwerden. Sie ist die mit abstand schlechteste Unterkunft auf dem Gelände!
Eine Terrasse lässt den Blick in die Küche ermöglichen (und andersrum) die zweite Terrasse gilt wohl als Tribüne für den Tennisplatz, auf dem von 9 – 20:00 Betrieb herrscht. Des weitern lässt diese Unterkunft auch akustische Genüsse zu. Zum einen durch einen Generator, der gleich um die Ecke steht, zum anderen ist da auch noch der Küchenlärm.

Als wir im Zimmer angekommen waren, haben wir dennoch erst einmal ein Babybett bestellt, da wir unserer Tochter den nötigen Schlaf nicht vorenthalten wollten. Als wir die erste Stunde gewartet hatten versuchte ich mal telefonisch die Rezeption zu erreichen. Leider war die Direktwahltaste außer Betrieb und so lief ich zur Rezeption, um dort mal nachzufragen, was denn mit dem Bett und dem Telefon los war. Bett kommt sofort, Techniker sei schon auf dem Weg. Das Bett kam nicht, dafür aber der Techniker wegen des Telefons. Ergebnis: Telefon war in Ordnung, man muss für die Rezeption nur ne 8 vorwählen..... Warum stand das denn nicht einfach auf dem Telefon, oder in den spärlichen Unterlagen des Hotels? Erraten kann man das ja auch nicht. Nach zwei Stunden bin ich wegen des Babybettes nochmals persönlich auf die Barrikaden gegangen. Unter Androhung von Gewalt wurde der Rezeptzionist dann so langsam wach und binnen drei Minuten war das Bett endlich da, die Kleine konnte endlich vernünftig schlafen. Dann viel uns die schlechte Lage der Villa erst einmal so richtig auf. Meine Frau kümmerte sich dann um den Umzug. Eine Nacht blieben wir dann noch in dieser Unterkunft, am anderen Tag zogen wir in eine andere Villa. Diesmal dauerte es nur 30 Minuten bis das Bett da war.

Die Zimmer:

Die Familienunterkünfte haben zwei getrennte Zimmer. Das Schlafzimmer mit zwei Einzelbetten, Schrank(etwas zu klein) Tisch, zwei Stühlen, Spiegel mit Hocker, Kofferablage und Terrasse war so vollgestellt, das man sich eigentlich nur direkt zum Bett begeben konnte. Alles andere war mit Klettern und Steigen verbunden. Das zweite Zimmer, der Wohnraum verfügte über weiter zwei Schlafmöglichkeiten, Tisch mit zwei Sesseln, Fernsehtisch, einer Art Theke mit drei Barhockern, Minikühlschrank, Spüle und ebenfalls einer Terrasse. Dazu gab es noch ein Bad mit Dusche. Die Terrassen bieten Platz für zwei Stühle und einen kleinen Tisch.
Alles in allem auch eher Nüchtern eingerichtet vermittelte es auch nicht wirklich einen angenehmen Eindruck. Man wird durch die große Anzahl von Möbelstücken regelrecht erdrückt. Ein Fall für das Housekeeping....

Das Essen:

Im Tui Katalog hui, in Wirklichkeit (....) na ja. Wie in den meisten All inclusiv Hotels wird das Essen in Büfett Form angeboten. Ein Alla Card Restaurant gibt es hier nicht. Das Büfett im Hauptspeisesaal (Im Hauptgebäude, Erster Stock, Kein Aufzug) wirkt auf den ersten Blick recht üppig. Es hat eine Länge von ca 30 Metern, es gibt immer eine Station mit Koch und frisch zubereiteten Speisen. Man hat dort (rein theoretisch) auch etwas Abwechslung, bedingt durch Themenabende. Im wesentlichen gibt es aber Tag für Tag das Gleiche. So steht immer auf dem Menüplan Kartoffeln, Reis, Gemüse (meist immer das Gleiche), Salatbar, Pizza, oder Nudeln, Fleich (Rindfleisch – immer geschnetzelt mit verschiedenen Soßen oder Hackfleisch), oder gegrilltes/gekochtes Hünchen, gelegentlich Lamm und Pommes. Mittags und Abends immer das Gleiche, geringfügig variiert. Nach einer Woche konnte ich es echt nicht mehr sehen.
Positiv ist dagegen die Aussicht. Freier Blick auf`s Meer und auf die Poollandschaft. Babystühle sind im übrigen in ausreichender Anzahl vorhanden. Nicht jedoch ein Aufzug (Für Kinderwagen, oder Behinderte Personen). Negativ ist auch hier der Service. Sehr oft wird einem der Teller unter der Nase weggezogen, obwohl man noch gar nicht wirklich fertig gegessen hat. Außerdem hält sich das Personal strickt an die Öffnungszeiten.
Vom Ambiente her erinnert das Hauptrestaurant an einen großen Speisesaal einer Schule. Hier gibt es Frühstück und Abendessen. Während der Hauptreisezeiten ist hier im übrigen mit Wartezeiten zu rechnen.
Am anderen Ende der Anlage befindet sich ein zweiter Speisesaal. Dieser ist neuer mit einem viel schöneren Flair. Hier sind die Tische angemessen gedeckt, der Wein wird serviert und nachgeschenkt. (Das Nachschenken funktioniert aber auch nur mit genügend Trinkgeld sehr gut). Leider gibt es hier das gleiche Essen.
Das Mittagessen wird an der Poolbar serviert. Auch hier in Büfettform. Das Gleiche Essen, an einem anderen Ort. Wer Glück hat erwischt einen schönen Platz direkt an der Klippe zum Meer und hat einen wirklich schönen Ausblick.

Die Bars:

Es Gibt im Fanara insgesamt vier Bars:

- Beachbar: Klein, nur Getränke, keine Getränkekarte (...ist wirklich so!!!)
- Poolbar: Größer, mehrere Karten, nettes Ambiente, meist gut gelaunte Barkeeper, Eis, gut aussehende Cocktails
- Hauptgebäude: Groß, viele Sitzplätze innen und außen, eine Getränkekarte (...ja, muß man auch mal sagen), teils lange Wartezeiten, Nüchtern eingerichtet.
- Am anderen Ende der Anlage: gemütlich, Klein, guter Service, schnell, mit Poolbillard

Die Getränkeliste umfasst ca 15 Cocktails, die aber je nach Barkeeper schon mal anders aussehen, oder anders schmecken. Gegen Aufpreis bekommt man hier auch harte Sachen (Importierte Getränke).
Sekunden genau schalten die Barkeeper punkt Mitternacht auf Bezahlgetränke um. Hier ist mit keinerlei zeitlicher Kulanz zu rechnen. Ich empfehle auch nicht zwei Minuten vor 12 zu kommen, denn dann muss man zwei Minuten warten bis man bedient wird und dann heist es den Trink zahlen. (ist uns wirklich so widerfahren).

Die Pools:

Die Poolanlage zur Strandseite hin ist atemberaubend schön gestaltet. Das Wasser fliesst über mehrer Etagen, mit zwei kleineren Wasserfällen. Der Babypool lässt die kleinen höher schlagen. Dieser Pool ist beheizt und hat eine Wassertiefe von ca 50 cm. Einen zweiten Pool kann man am anderen Ende der Anlage besuchen. Das ist dann aber ein normale, durchschnittlich großer Pool, auch mit separatem Babybacken. An allen Pools, sowie am Strand sind die Liegen in hoher, aber nicht ausreichender Anzahl vorhanden.

Der Strand:

Der Hoteleigene Fein - Kiesstrand ist sehr schmal. Um ihn zu erreichen muss man einen ziemlich steilen Weg hinab zum Meer beschreiten. Vor allem mit Kinderwagen ist es sehr beschwerlich diesen dann wieder hochzukommen. Auch kommt man ohne Tragen des Kinderwagens nicht bis zum Strand runter, da der letzte Absatz aus Stufen besteht. Dort haben sie zwar ne Rampe gebaut, die passt aber wegen der Spurbreite nicht zu den Kinderwagen, so dass man sie nicht benutzen kann. Gehbehinderte Menschen, oder gar Rollstuhlfahrer haben keine Chance den Strand aufzusuchen.
Das Meer und der Weg ins Wasser sind dagegen super. Sehr Flach kann man da ins warme Wasser gehen. Kristallklar und der perfekte Startplatz zum schnocheln.

Schnorcheln und Tauchen vom Strand:

Beim Schnocheln und Tauchen vom Strand muss man auf die Gezeiten aufpassen. Während Ebbe herrscht liegt das vorgelagerte Riff nur ca 30 cm unter der Wasseroberfläche. Mit Tauchausrüstung hat man fast keine Chance ohne Aufsetzer drüberzukommen, als Schnorchler muss man auch schon aufpassen. Ansonsten bietet das Riff echt was. Sehr schön.
Die Tauchschule im Hotel ist an sich gar nicht so schlecht. Padi Standart und erfahrene Tauchlehrer und Guides stehen dem Taucher zur Verfügung. Bootstauchgänge, sowie Strandtauchgänge stehen auf der Liste des möglichen. Jedoch gibt es auch hier diverse Nachteile:

- sehr frühe Abfahrtszeit (7:40 fährt das Shuttle zum Boot)
- Eine Tauchlehrerin verbreitet eine solche Hektik an Bord, das an ein entspanntes, urlaubsgerechtes Tauchen nicht zu denken ist
- Tauchschule unter Italienischer Führung: die Deutsche Sprache fällt flach.
- Kaum flexibel bei sonderwünschen
- Sehr penibel
- Sehr viele Tauchgänge, die nicht für Anfänger geeignet sind.

Wesentlicher Vorteil:

- Preisliste in Dollar! – dadurch zur Zeit echt günstig!

Die Kindertauglichkeit:

Das Hotel bietet für Kinder ab vier einiges. Das gibt es einen Spielplatz, Kinderbetreuung, den Strand, den Pool, Eis(nur an der Poolbar – Nicht an der Strandbar) und Kinderdisco.
Die Alterstufen, die noch auf einen Kinderwagen angewiesen sind haben aber echt Probleme. Nur auf Schleichwegen (zur Mittagszeit vorbei an dem Abstellplatz für weggeschaftes essen/Abfall) kommt man mit dem Kinderwagen an den Pool und an den Spielplatz. Die Kinderbetreuung nimmt auch nicht mal für eine Stunde ein Kind, welches unter vier Jahren ist. Auch wenn man den Kinderwagen beim Essen dabeihaben möchte muss man ihn tragen, da es keinen Aufzug gibt. Der Weg zum Strand ist beschwerlich, da das Gefälle wirklich steil ist. Kids, die gerade das Laufen gelernt haben, fallen auf dem steilen Weg auch wegen des unebenen Untergrunds oft hin. Die Babybetten sind zum Teil echt wackelig und babyphone (auch Funkgeräte) reichen nicht zum Strand, da dieser unter einer Klippe liegt.

Auch wenn es der TUI Katalog anders sehen möchte: Mit einem Kind unter vier Jahren hat man hier nicht wirklich Spass.

Das Fazit:

Mir persönlich hat dieses Hotel nicht zugesagt. Es hat weder gutes Essen, noch guten Service, noch ein gutes Ambiente. Den Ausblick auf`s Meer kann ich auch billiger haben. Es war mir zum Schluß so zu wider, dass wir noch ne Woche in einem anderen Hotel angehängt haben, um ein wenig Urlaub zu machen. Mein Dank an TUI, die uns ermöglich haben das Hotel schon vorher zu verlassen!

Ich möchte das Hotel vor allem Leuten empfehlen, die nicht auf Gutes Essen stehen, überladene Zimmer mögen, gerne einen anstrengenden Weg zum Strand in Kauf nehmen und die dafür sogar noch viel Geld loswerden wollen. Auf keinen Fall sollten Eltern mit Kindern unter zwei, oder drei Jahren das Hotel buchen, genauso wenig wie Rollstuhlfahrer.

Vielen Dank für`s lesen!

Fazit: