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Club Colonia Sant Jordi - nicht nochmal
Hotel Club Colonia Sant Jordi (Colonia Sant Jordi)

Name des Mitglieds: hotandspicy1975
Produkt:
Hotel Club Colonia Sant Jordi (Colonia Sant Jordi)
Datum: 10.06.08
Bewertung:
Vorteile: Essen war super
Nachteile: zu teuer, unfreundliches Personal, Strand ewig weit weg
Nachdem viele Leute meinten, wie schön doch Malle sei, haben wir vor ca. 4 Jahren beschlossen, mal hinzufahren und uns mal ein 4 Sterne-Hotel zu gönnen. Entsprechend hoch war nicht nur der Preis, sondern auch unsere Erwartungen.
Also, erst mal das positive: Das Abendbuffet war super. Unter einem "abwechslungsreichen" Frühstücksbuffet habe ich mir zwar etwas anderes vorgestellt (keine Chance auf ein gesundes Vollkornbrot oder Körnerbrötchen; das angebotene Schwarzbrot war immer extrem trocken, und außerdem gab es jeden Tag dasselbe), was aber nicht wirklich schlimm war. Spanien eben :-))
Nicht so dolle war einiges andere: Im Prospekt stand "800 m zum Strand". Stimmte auch - wenn man Flügel hat! Das war die Luftlinie über ein Salinengebiet. Ging man drumherum, lief man fast eine halbe Stunde, um an einen total verdreckten kleinen und völlig überfüllten Strand zu kommen. Es fuhr zwar täglich ein Bus zum Strand. Dieser fuhr jedoch nur 2x am Tag hin und zurück, war ein alter nichtklimatisierter Reisebus (draußen erreichte das Thermometer über 30 Grad, drinnen waren es einige mehr; und zusätzlich wurde man auf der Fahrt noch von vor Hitze quengelnden Kindern genervt, die - zu Recht !!! - mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln protestierten). Dieser brauchte etwa 45 Minuten pro Strecke, da er mehrere Hotels abfuhr. Verließ man das Zimmer gegen 10.10 Uhr (der Bus fuhr auch mal bis zu 10 Minuten früher ab; man sollte also besser überpünktlich sein), konnte man frühestens um halb 12 am Strand liegen. Der hat sich aber dann auch wirklich gelohnt. Auch musste man während der Mittagshitze am Strand liegen, weil der Bus nur vormittags hin- und nachmittags zurückfuhr.
Weiterer Mangel: Das Hotel hatte keinen eigenen Supermarkt, an dem man Wasser und einige Snacks für tagsüber holen konnte. Der nächste Supermarkt war im Ort, wohin man auch wieder eine gute Viertelstunde lief. Also haben wir am 3. Tag, wo wir uns eh einen Mietwagen gemietet hatten, Großeinkauf gemacht und einiges an Getränken, Schokolade, Keksen, Obst und Joghurt gekauft. Das Problem war nur, dass die Zimmer über keinen Kühlschrank verfügten. Allerdings gab es eine Minibar, die über den meines Erachtens echt peinlichen Hinweis verfügte, dass diese ausschließlich zur Kühlung der hoteleigenen Getränke bestimmt sei und nicht zur Kühlung eigener Produkte verwendet werden dürfe. Diese "freundliche" Geste (die in meinen Augen echt unverschämt war) ignorierend packten wir den ganzen Kram raus und unsere eigenen Sachen rein. Das war übrigens auch ein Punkt, der mich phänomenal nervte: Überall hingen Ge- und Verbotshinweise, die mich stark an die Atmosphäre einer Jugendherberge erinnerten. So auch im Speisesaal: Es wurde auf mehreren Schildern ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man keine Speisen mitzunehmen hätte. Am Ausgang hing noch zusätzlich ein Schild, auf dem stand, dass jedes Stück Obst, das man mitnimmt, mit 30 Cent berechnet wird. Meine Meinung dazu: In einem 4-Sterne-Hotel sollte das eigentlich selbstverständlich sein, dass man so etwas nicht macht. Und darüber hinaus sollte ein Hotel dieser Größe es eigentlich auch verschmerzen können, wenn ab und zu mal ein Gast einen Apfel mit zum Strand nimmt.
Und zur Sauberkeit: Zwar kam jeden Tag ein Zimmermädchen. Was die außer Handtücher auszutauschen allerdings genau gemacht hat, weiß ich nicht: Das Bett wurde über das vom Vorabend sandige Laken gemacht, von uns für Rotwein benutzte und danach im Bad unter kaltem Wasser notdürftig ausgespülte Gläser wurden so dreckig wieder ins Regal zurückgestellt, die Ablagen wurden kein einziges Mal gründlich gewischt, und bei Wasserdampf durch Duschen konnte man im Bad die Liebeserklärung unserer Vorgängerin (oder vielleicht auch der davor ... :-)) an ihren Liebsten lesen, die sie mit dem Finger auf den Spiegel geschrieben hatte. Wie oft dieser Spiegel geputzt wurde, kann man sich also auch ausmalen.
Bezahlt haben wir für uns beide zusammen fast 1800 Euro, und das war der Last-Minute-Preis, den wir bekommen hatten, weil wir 5 Tage vor Reiseantritt erst gebucht hatten. Regulär gebucht hätte uns der Urlaub fast 3000 Euro gekostet, und das wäre es definitiv nicht wert gewesen. Hätten wir diesen Preis bezahlt, wären wir vermutlich nachträglich dagegen vorgegangen.
Mein abschließendes Resümee: Vielleicht ist Mallorca wirklich so schön wie alles sagen. ich fand Fuerteventura um einiges besser, und auch das 3-Strene-Hotel auf Fuerte war um einiges besser als dieser 4-Sterne-Bunker. Nochmal würden wir in dieser Hotel nicht fahren.
Fazit: nicht nochmal
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