
Neuester Testbericht: ... Tiefkühlpizzas, Lasagne, Süßigkeiten, Kekse, Chips und Campingzubehör zu haben. Wenn man in die Lobby kommt, sieht das aus wie eine Shoppi... mehr
Von der Ranch zum Konsumtempel
Hotel Best Western Ruby's Inn

Name des Mitglieds: RoFi
Produkt:
Hotel Best Western Ruby's Inn
Datum: 28.08.02, geändert am 28.08.02 (83 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: gute Lage, guter Komfort
Nachteile: teuer
Im Jahr 1916 gründete Reuben (Ruby) C. Syrett mit seiner Familie eine Ranch im wilden Süden Utahs. Ein Nachbar (nach amerikanischen Verhältnissen...) erzählte ihm vom nahegelegenen Canyon, der Bryce Canyon genannt wurde und überzeugte Reuben, sich die Abbruchkante einmal anzusehen.
Folge dieses Besuches war, dass Mr. Syrett sich beim Staat Utah um die Erlaubnis zum Bau einer Lodge bemühte, die dann auch im Jahre 1919 erteilt wurde. Diese erste Lodge hieß ?Tourist Rest? und befand sich nahe am Canyon.
Als dieser im Jahre 1923 zum National Monument wurde, verlegte Reuben Syrett sein ?Tourist Rest? auf seine Ranch (wenige Meilen vom heutigen Parkeingang entfernt) und nannte ihn ?Ruby´s Inn?. Die Touristen wurden damals in Zelten untergebracht, für die Verpflegung gab es eine Art Picknickplatz.
Im Laufe der Zeit wurde ein ?Post Office? angegliedert, das übrigens heute noch besteht und die Umgebung mit sämtlichen Postdiensten versorgt.
Wenn man Ruby´s Inn heute sieht, kann man sich diese Anfänge gar nicht mehr vorstellen. Das Hotel, das der ?Best Western? -Gruppe angehört, besteht aus insgesamt 7 Lodges und einem Hauptgebäude, insgesamt stehen um die 370 Zimmer für die Beherbergung canyonsüchtiger Touristen zur Verfügung.
Üblicherweise ist es trotz dieses riesigen Angebots in der Hochsaison schwierig bis unmöglich, ein Zimmer zu bekommen. Dieses Jahr war das ganz anders. Sogar am Wochenende leuchtete einladend und rot die Schrift ?Vacancy? unter dem Hotelschild auf.
Wir hatten etwa 14 Tage vor unserer Abreise in Deutschland per Internet ein Zimmer zu dem für dieses Hotel sehr günstigen Preis von 81 US-$ bestellt, normalerweise beginnen die Zimmerpreise hier in der Hochsaison im dreistelligen Bereich.
Aber vielleicht haben wir ja die Besenkammer reserviert oder unser Zimmer liegt genau zur Hauptstraße oder neben dem großen Parkplatz. Weit gefehlt. Wir erhielten ein Zimmer in der etwas von der Straße abgelegenen ?
Elk Lodge?, die wie alle Lodges des Hotels, im alten US-Motel-Standard gebaut sind, also mit Fenster zum Parkplatz (damit man sein Auto im Auge behalten kann...).
Das Zimmer selbst war recht groß, ausgestattet mit zwei Betten im Queen-Size-Format (entspricht unserem Doppelbett-Format), hätte also ausgereicht, um vier erwachsene Personen zu beherbergen.
Am Fenster gab es einen Tisch mit zwei Stühlen, den Betten gegenüber befand sich eine Kommode mit dem unverzichtbaren Fernseher darauf. In den letzten Jahren sind die Fernseher in den Motels größer geworden, so auch hier. Na ja, die Leute werden älter und sehen schlechter. Da muss die Bildröhre halt größer werden...
Der Badebereich befand sich im hinteren Teil des Zimmers und war aufgeteilt in einen Duschraum, der auch das WC beherbergte, und einen separaten Waschbereich mit Bügelbrett, Bügeleisen und Föhn. Natürlich gab es auch eine Kaffeemaschine (mit je einem Kaffeebeutel normalen und entkoffeinierten Kaffee), mit der man sich den üblichen dünnen Kaffee brauen konnte. Wir haben einfach immer beide beutel genommen, das machte den Kaffee zwar nicht stärker, aber immerhin kräftiger im Geschmack.
Zwei Nächte haben wir hier verbracht und dabei festgestellt, dass die Gebäude etwas hellhörig sind. Am ersten Abend jedenfalls wohnte über uns eine Familie mit etlichen Kindern, die ziemlich auf unseren Köpfen herumgetrampelt sind... Aber um 10 Uhr pm war damit auch Schluss und unsere Nachtruhe war dann ungestört.
Das Zimmermädchen arbeitete unauffällig und effizient, über die Sauberkeit des Zimmers konnten wir nicht klagen.
Kommen wir nun zu den anderen Einrichtungen des Hotelkomplexes. Selbstverständlich gibt es einen Indoor-Pool. Der befindet sich im Haupthaus und ist immer gut besucht. Im Haupthaus befindet sich auch noch ?Ruby´s General Store?, in dem Souvenirs und Lebensmittel verkauft werden. Das Preisniveau lag dieses Jahr leicht über dem normalen Supermarktniveau, wa
r aber noch erträglich. Weil in Utah Alkohol (Wein und Brandy) nur in speziellen staatlichen Läden verkauft werden darf, befindet sich auch ein solcher ?State Liquor Store? im Hauptgebäude.
Das Angebot ist nicht sehr groß, aber dafür gelten die staatlich festgelegten Preise. Und die sind niedriger als in manchem Supermarkt in anderen Staaten. Wir haben uns ein Fläschchen Sauvignon blanc aus Mondavis ?Woodbridge?-Serie gegönnt - für etwa 6 US-$ kein allzu teures Vergnügen. Und der Wein ist von ordentlicher Qualität.
In der Lobby des Haupthauses befinden sich neben der Rezeption und dem Liquor-Store auch noch etliche Schalter, an denen man Tickets für alle möglichen Veranstaltungen erstehen kann, von Ausritten in den Canyon bis hin zu einem Chuckwagon-Dinner-Ride, ein e-mail-Computer sowie ein Restaurant.
Wir waren am ersten Abend hungrig (das Mittagessen war ausgefallen) und haben beschlossen, uns das ?Buffet? zu genehmigen. Die etwa 15 US-$, die wir dafür ausgeben mussten, waren schlecht angelegt. Zwar war die Auswahl an unterschiedlichen Gerichten im Prinzip ausreichend, aber die Qualität war in unseren Augen deutlich zu schlecht. Der Fisch war verkocht, die Steaks schuhsohlenartig gebraten, die Riblets zäh, der Meat Loaf undefinierbar. An Beilagen gab es nicht allzu viel, wässrigen Kartoffelbrei, eine Art Bratkartoffeln (sah jedenfalls so aus) und klebrigen Reis habe ich gesehen. Gemüse gab es auch wenig, verkochter Brokkoli, Mais und Karotten lagen herum.
Enttäuschend war die Auswahl an Früchten - neben Äpfeln und Trauben gab es nur noch Zitronen und Wassermelonenstücke. Auch ein paar Kuchenstücke sowie Eis konnte man sich als Nachspeise holen.
Nun ja, wir haben das Essen überlebt und der Hunger war uns sowieso vergangen.
Am nächsten Abend sind wir dann einige Male um das neben dem Hauptgebäude gelegene Fast-Food-Diner herumgeschlichen. Dessen Angebot hat unseren Vorstellungen aber auch nicht gerade entsprochen, al
so sind wir wieder im ?Buffet and Steak-Room? gelandet, allerdings ohne das Buffet zu wählen. Die angebotenen Steaks waren recht teuer (und nach den Erfahrungen des vorangegangenen Abends hatten wir auch keine Lust sie zu probieren), so dass unsere Wahl auf einen Salat fiel: Salat mit gebratenem Hühnchen für meine Frau, Chefsalat (!) für mich.
Und darüber gibt es nun wirklich nichts zu meckern. Die Portion war riesig, der Anteil an Hühnchen (bzw. Schinken und Käse) war groß, der Salat frisch und knackig. Und das Ganze für etwa 7 US-$ (natürlich plus Tip und Tax), kein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Außerhalb des Haupthauses befindet sich noch ein Waschhaus, in dem man gegen Gebühr Waschmaschinen und Trockner nutzen kann. Interessanterweise ist diesem Waschhaus der ?Hot Tub? angegliedert (eine Art riesiger Badewanne, in der man sich angesichts der Wassertemperatur wie ein garendes Würstchen fühlen darf). Ach ja: ein Stückchen weiter entfernt, beim hoteleigenen Campingplatz, gibt es auch noch einen Outdoor-Pool, den die Hotelgäste selbstverständlich auch nutzen dürfen.
Der parkeigene Shuttle-Bus des Bryce-Canyons hält übrigens direkt am Haupteingang des Hotels. Seine Benutzung ist kostenlos und sehr zu empfehlen, wenn man nur den Hauptbereich des Canyons besuchen möchte.
Eine kleine Überraschung gab es dann noch beim Auschecken: statt der erwarteten 160 Punkte wurden mir 250 Gold-Crown-Club-Punkte (Gold Crown Club: eine Art Best-Western-Kunden-Club mit einigen Vergünstigungen) gutgeschrieben. Vielleicht ein kleines Dankeschön an Reisende, die wohl in diesem Jahr nicht so zahlreich wie gewohnt waren.
Fazit:
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