Hotel Agostini (Rimini)
Einmal und nie wieder... - Hotel Agostini (Rimini) Hotels international

Neuester Testbericht: ... und 1 Kind für 14 Tage mit Halbpension. (Der Preis für Erwachsene lag zwischen 70000 und 75000 Lire).Aufgrund des frühzeitigen Buc... mehr

Einmal und nie wieder...
Hotel Agostini (Rimini)

Hofo

Name des Mitglieds: Hofo

Produkt:

Hotel Agostini (Rimini)

Datum: 09.06.01, geändert am 09.06.01 (501 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: sehr schöne Hotelanlage, direkt gegenüber vom Strand, Frühbuchervorteile

Nachteile: das Essen ist nicht empfehlenswert, unqualifiziertes Personal,

und dabei fing alles so gut an. Wir, eine dreiköpfige Familie beabsichtigten unseren Jahreshaupturlaub in den Pfingstferien anzutreten und suchten nun in Italien in der Region Emilia Romagna, bzw. genauer gesagt im Gebiet der italienischen Adria zwischen Ravenna und Rimini ein geeignetes Quartier.

Zur optimalen Planung unserer Reise zogen wir sowohl verschiedene Kataloge bekannter Reiseveranstalter zur Rate, aber auch im Internet fanden wir ein paar geeignete Angebote. Nach langem hin und her, stundenlangem Katalogwälzen und heißen Diskussionen fiel unsere Qual der Wahl auf den Ort Igea Marina, einem Nachbarort von Bellaria, der wohl eher bekannt sein dürfte.

In diesem Ort fanden wir via Internet auch ein interessantes Hotel mit dem Namen Hotel Agostini, mit 3 Sternen ausgezeichnet. Laut der im Internet vorhandenen Informationen handelte es sich bei diesem Hotel um einen Familienbetrieb, der schon seit über 100 Jahren in Igea Marina besteht und im laufe der Jahre ständig erweitert und modernisiert wurde.

Besonders interessant fanden wir dabei, daß man im Gegensatz zu einem Reisekatalog, in dem aus Platzgründen meist nur ein besonders schönes Bild der Umgebung oder eine malerische Hotelansicht dargestellt ist, daß man das Hotel und die Umgebung aus mehreren Blickwinkeln sowohl von Innen als auch von Außen betrachten konnte. Im Internet war zu sehen, wie die Zimmer eingerichtet sind, als auch wie der Speisesaal und der Eingangsbereich gestaltet ist und auch, daß dieses Hotel über ein kleines hauseigenes Schwimmbad, eine Sonnenterrasse und über einen kleinen Fitnessbereich mit Whirlpool und Sauna verfügt.

Das Hotel sah von außen aus, wie eine modern gestaltete weiße Burg, machte auf Anhieb einen sehr gepflegten Eindruck und war nur wenige Meter vom feinsandigen sehr gepflegten Sandstrand entfernt, so daß man auf dem Weg zum Strand nur eine Straße überqueren mußte.

Der Strand war flach ins Wasser abfallend, also ideal
für kleinere Kinder, da auch sie in weiten Bereichen noch stehen konnten.

Nun zur Buchung.
Da unser Urlaubsziel und auch das Hotel für uns in diesem Jahr sehr frühzeitig feststand, konnten wir das Hotel bereits ende Januar für die diesjährigen Pfingstferien buchen und noch einige Vergünstigungen in Anspruch nehmen.

Wir buchten ein Zimmer für 2 Erwachsene und 1 Kind für 14 Tage mit Halbpension. (Der Preis für Erwachsene lag zwischen 70000 und 75000 Lire).Aufgrund des frühzeitigen Buchungstermins erhielten wir eine Kinderermäßigung von 50% und sollten noch einen Paß für unseren Filius erhalten, in dem er freien Eintritt in einige ausgewählte Freizeitparks in der Region Emilia Romagna erhält.

Die Buchung klappte eigentlich reibungslos. An einem Vormittag haben wir die Buchung in Form einer E-mail abgeschickt und bereits am Abend desselben Tages erhielten wir eine Buchungsbestätigung vom Hotel, in recht gutem Deutsch geschrieben.
Diese ließen wir uns zur Sicherheit ausdrucken.

Ankunft im Hotel.
Nach etwa 9 Stunden Autofahrt erreichten wir müde aber glücklich unser Hotel. Der erste Eindruck war nicht minder positiv, als das was aus dem Internet ersichtlich war. Das Hotel sah tatsächlich von außen aus wie eine moderne Burg. Der erste Blick ins Innere weckte in uns schier Begeisterung. Neben einer Bar, einigen zum verweilen einladenden Sitzgruppen beeindruckte uns zu Anfang besonders die Eingangshalle mit Rezeption, deren Optik besonders durch abgerundete Spiegelputzdecken und einem Kronleuchter bestach.

Nicht minder positiv war der erste Eindruck unseres Zimmers, aber da ging es schon los mit dem ersten Ärger...

Der Hotelchef wollte uns beim Empfang weiß machen, daß wir nur ein Zweibettzimmer gebucht hätten und stellt natürlich die Frage, wieso wir zu dritt angereist sind. Daraufhin hielten wir ihm sofort unsere Buchungsbestätigung unter die Nase um alle Mißverständnisse auszuräumen.

Kurze Zeit
später wurde uns unser Dreibettzimmer zugewiesen. Ein nicht allzu großes aber vom Platzangebot her ausreichendes Zimmer mit Meerblick, kleinem Balkon, SAT-TV, Telefon und funktionierender Klimaanlage, gefließtem Boden, separatem Badezimmer mit Dusche, WC und BD.

Da unsere Ankunft zur Abendessenszeit war, gingen wir nach dem Abstellen des Gepäcks weiter in den großzügigen Speisesaal. Aus der Internet-Hotelinformation war uns bereits bekannt, daß man die Speisen nicht á la carte auswählen kann, sondern daß jeden Abend 3 Gerichte zur Auswahl stehen. Bei einem abwechslungsreichen Speiseplan und einem guten Koch ist dies ja auch nicht sonderlich problematisch, aber genau an diesem Punkt begann das nächste Problem.

Während unseres 14 tägigen Aufenthaltes wiederholten sich die Hauptgerichte ständig, so daß man letztendlich den Eindruck hatte, der Koch könne nur seine 7 Standardgerichte kochen. Z.B. war jeden zweiten Tag auf der Menükarte ein Bauernteller mit rohem Schinken, Weichkäse, Ruccola und Piadina zu finden. Genau so verhielt es sich mit Kalbfleischgerichten, die sich auch immer wieder fanden. Etwas dürftig war leider auch die Auswahl an Fischgerichten.

Wenigstens war bei den Vorspeisen etwas mehr Abwechslung vorhanden. Fast jeden Abend hatte man die Wahl zwischen Nudeln, die immer wieder anders zubereitet wurden, Suppe oder manchmal auch Fruchtsaft oder Fruchtjoghurt. Zusätzlich gab es noch ein Salatbuffet.

Als Dessert wurden sehr häufig frische Erdbeeren oder frisches Obst angeboten und hier wären wir schon beim nächsten negativen Punkt. Das Obst wurde so lange Abend für Abend angeboten, bis es verbraucht war. Frische spielte dabei eine untergeordnete Rolle...

So wurden uns eines Abends zum Nachtisch halb vergammelte Erdbeeren serviert, deren Gammlungsprozeß der Koch noch versucht hatte durch Zitronensaft zu übertünchen. Sehr häufig fand man beim Salatbuffet einen Korb mit hartem Weißbrot, daß allenfalls noch zur H
erstellung von Semmelmehl brauchbar gewesen wäre.

Die Zeit des Abendessens war von der Hotelleitung auch nicht sonderlich geschickt gestaltet. Um 19.30 Uhr sollten sich die Gäste im Speisesaal einfinden. In der Regel herrschte vor dem Speisesaal gerade zur Abendessenszeit ein Gedränge, das schlimmer war als wenn man sich Montags morgens kurz vor der Eröffnung vor einem Aldi-Markt einfindet. Die Bedienung kam bei voll besetztem Speisesaal natürlich nicht mehr mit dem Servieren nach, so daß man dort gut und gerne 1 ½ Stunden hauptsächlich mit Warten verbringen konnte.

Frühstückszeit war Morgens zwischen 8 und 10 Uhr. Auch das Frühstück ließ sehr zu wünschen übrig. Auf dem aufgebauten Frühstücksbuffet fand man zwar Brötchen, mindestens 3 Kuchensorten, Müßli, Milch, Joghurt, Wurst, Käse und Marmelade, aber bereits um 8.30 Uhr gab es oftmals keine Brötchen mehr, sondern oftmals nur noch pappiges Brot vom Vortag. Die Krönung war, daß einmal morgens verschimmeltes Graubrot aufgetischt wurde. Das ging unserer Meinung nach erheblich zu weit! Außerdem wurde der Platz unseres Sohnes häufig nicht eingedeckt und am Buffet fand man öfter mal unsauberes Geschirr vor.

Bei all den vielen negativen Punkten gab es aber dennoch etwas positives. Es gab wenigstens einen Kaffeeautomaten, bei dem man morgens zwischen Kaffee, Cappuccino, Cafe Latte, Milch, Espresso Kakao mit und ohne Milch und heißem Wasser für Tee wählen konnte, wobei der Kaffee ganz ausgezeichnet schmeckte und man so viel trinken konnte, wie man wollte. Neben den Kaffeeautomat befand sich zusätzlich noch ein Saftautomat, aus dem man auch zwischen 4 verschiedenen Fruchtsäften wählen konnte.

Personal und Freundlichkeit:
Die Kellner und im Hotel beschäftigten Zimmermädchen machten zwar einen sehr freundlichen Eindruck, allerdings passierten den Kellnern häufiger mal Mißgeschicke. So passierte es des öfteren, daß ein Gast abends eine Limonadendusche bekam. Bei uns passierte es unter an
derem auch. Diese peinliche Panne hatten wir dem freundlichen und recht humorvollen Kellner zwar schnell verziehen, aber als man am nächsten Tag mit der Hose auf dem nicht gereinigtem Stuhl und mit den Schuhen am Boden immer noch in der eingetrockneten Limonadenpfütze kleben blieb, war das Maß fast voll.

Die Krönung lieferte sich dann noch der Hotelchef. Wie am Anfang bereits erwähnt, sollte unser Sohn aufgrund des frühen Buchungszeitraumes noch einen Paß erhalten, in dem er freien Eintritt in einige Freizeitparks in der Region Emilia Romagna hat. Als wir bei schlechterem Wetter nach dem Paß fragten, weil wir beabsichtigten einen Freizeitpark in der Nähe zu besuchen, entgegnete uns der Chef, daß er vergessen hätte den Paß zu bestellen. Außerdem wäre das ein Geschenk der Touristeninformation und wir sollten froh sein, wenn wir den Paß in Kürze bekämen, da er nur zum Ersten eines Monats angefordert werden kann. Die Reaktion des Hotelchefs war schlichtweg überheblich.

Glücklicher Weise erhielten wir den Paß letztendlich doch einen Tag später und konnten so noch den ein oder anderen Ausflug machen und Geld sparen.

Alles in allem ist die Hotelanlage sehr schön, Kellner und Zimmermädchen zwar freundlich, wobei aber einige sehr unqualifiziert sind. Im Gegensatz dazu ist die Hotelleitung überheblich, so daß der Service in vielen Bereichen stark zu wünschen übrig läßt. Außerdem ist das Essen nicht ohne weiteres empfehlenswert. Wir jedenfalls werden in diesem Hotel bestimmt keinen weiteren Urlaub mehr verbringen.

Fazit: