Sony BDV-N590
Kann ich nicht über meinen Laptop gucken? - Sony BDV-N590 Home Cinema System

Produkttyp: Sony Home-Cinema-Systeme

Neuester Testbericht: ... sind bei solch günstigen System eigentlich nicht Standard, umso überraschter war ich, dass Sony ein solches anbietet. Doch nach dem ersten ... mehr

Kann ich nicht über meinen Laptop gucken?
Sony BDV-N590

Norwegenfan_

Name des Mitglieds: Norwegenfan_

Produkt:

Sony BDV-N590

Datum: 06.02.16, geändert am 06.02.16 (73 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Aussehen, einfacher Aufbau, Raumklang gut, Klang eher neutral

Nachteile: Einmessmikrofon, DLNA Abstürze, HdR Tonfehler, fehlende Dynamik, Effekte

===Vorwort===

Mein neuer Fernseher (LG 55LA6608) war geliefert und dazu sollte sich ebenfalls eine Soundanlage samt Blurayplayer gesellen. Nur war das Budget begrenzt: Maximal 350 Euro waren meine Schmerzgrenze fürs erste Heimkino. Ursprünglich wollte ich wegen der Kommunikation unter den Geräten auch eine LG Anlage holen, jedoch gefiel mir die von Sony zum einen vom Aussehen her besser und zum anderen hatte der Subwoofer genau die richtigen Abmaßen, sodass ich diesen unter das TV Board stellen konnte. Zudem ersprach ich mir von Sonys Bassreflextechnologie einen besseren Tiefgang als von den LG Boxen. Abgeschreckt hat mich wiederum, dass es sich hierbei um ein Einwegesystem handelt, bei dem LG jedoch um ein 2-Wegesystem.
Für knapp 320 Euro habe ich die Anlage also im März 2013 bei Amazon gekauft.
Im Gesamten Testbericht gehe ich auf meine Erfahrungen ein, eine ausführliche Zusammenfassung meiner Erlebnisse ist im Fazit nachzulesen.

===Lieferung und Paket===

Das System wird in einem kleinen, kompakten Karton angeliefert, der selbst auch nicht allzu schwer ist; 15 Kilogramm, um genau zu sein. Eine Person reicht daher vollkommen zum Tragen aus.
Beim Öffnen des Paketes wird man zuerst von sämtlichen Betriebsanleitungen begrüßt. Die Fernbedienung samt Batterien und Wurfantenne sowie Einmessmikrofon liegen gleich daneben. Unter der ersten Styroporschicht verbirgt sich das Hauptgerät des Systems: Der Blurayplayer, welcher gleichzeitig als AVR dient.
Darunter lauern 4 gleiche Satellitenlautsprecher und die Centerbox mit dem jeweils zugehörigen Lautsprecherkabel; farblich markiert. Jeder Lautsprecher ist noch einmal in extra in Luftpolsterfolie verpackt; dies ist aus meiner Sicht auch nötig, da der Klarlack auf der Oberseite der Boxen schnell zum Zerkratzen neigt.
Zum bitteren Ende erblickt auch der Subwoofer das Tageslicht: Dieser hat es sich ganz unten im Paket bequem gemacht, geschützt von 2 Schichten Styropor.

Schon beim ersten Auspacken ist auffällig, dass die Boxen kein großes Gewicht haben. Auch der Subwoofer kann nicht mit Statur aufwarten. Hier noch die Daten der Einheiten:

Hauptgerät: 460 x 74 x 226 mm; 3,5 kg

Satellitenlautsprecher: 98 x 255 x 91 mm; 0,5 kg

Centerlautsprecher: 331 x 59 x 57 mm; 0,6 kg

Subwoofer: 191 x 326 x 376 mm; 5,6 kg

===Verarbeitung===

Die Lautsprecher sehen durchweg sehr edel aus: Die vier Satelliten wissen vor allem durch ihre schlichte und elegante Form zu punkten. Der schwarze Klarlack sieht sehr edel aus, zieht jedoch Staub an und zerkratzt schnell. Das Lautsprechergitter wirkt sehr robust und ist aus Metall gearbeitet. Es ist nicht leicht zu entfernen, ein flacher Schraubendreher und ein wenig Kraft wird dafür benötigt. Leider neigt es dazu, dellen abzubekommen, sollte ein Lautsprecher ml herunterfallen.
Die Centerbox ist ebenso gut verarbeitet. Von der äußeren Form gefällt sie mir allerdings nicht ganz so gut.
Der Subwoofer ist in einem matten schwarz gehalten und aus Pressspan gebaut. Verklebt sind diese allerdings nicht sonderlich gut: Die Deckplatte musste ich selbst mit Kraftkleber fixieren, da sie sich schon bei der Lieferung ablöste. Gerade beim Subwoofer darf so etwas nicht passieren, da sonst die Luft entweicht, und der Bass weniger kraftvoll wirkt; ein Sub muss dicht sein.
Das Hauptgerät besitzt ein Slot-In Laufwerk, das zwar schön und elegant aussieht, jedoch ziemlich unpraktisch ist. Die Bedienelemente sind in Kunststoff gefasst, der ebenfalls zur Staubansammlung und Kratzern neigt. Dennoch fühlt sich diese Einheit sehr wertig an.

===Installation und Aufstellung===

Bis auf den Subwoofer können alle Lautsprecher auch an der Wand angebracht werden. Der Center hat bereits vorgefertigte Löcher zum Einhängen der Schrauben, bei den Satelliten kann der Standfuß zur Wandmontage genutzt werden.
Der Lieferung liegen alle Kabel zur Installation bei; die Lautsprecherkabel sind dabei farblich markiert und können nicht vertauscht werden. Allerdings handelt es sich am AVR um keinen Klemmenanschluss, sondern eine spezifische Steckverbindung. Das heißt, dass nur die mitgelieferten Kabel für dieses System genutzt werden können und diese sind ausgesprochen dünn geraten. Allerdings sollte dies bei der Größe der Lautsprecher kein Problem sein.
Dennoch habe ich schon jetzt 2 Kritikpunkte:
(1) Dem Subwoofer liegt kein extra Kabel bei. Das Lautsprecherkabel ist fest in das Gehäuse eingefasst, sodass es nicht verlängert werden kann, ohne es zu zerschneiden. In Anbetracht der Tatsache, dass es nur 1,5m lang ist, hat man wenig Spielraum, um den Sub optimal zu positionieren.
(2) Im Allgemeinen sind die Kabel für mein Empfinden zu kurz geraten. Für die Frontlautsprecher mögen die beigelegten 3m reichen, jedoch sind 5m Kabel für die Surroundlautsprecher kritisch zu betrachten. Der Raum ist knapp 16,5m² groß; die Kabel werden in den Fußleisten verlegt. Vom Receiver bis zum angedachten Standpunkt heißt es allein dadurch 6m Kabel zu verlegen. Mit einer Lüsterklemme und weiterem Kabel ließ sich dieses Problem überbrücken.

'''Aufstellung der Lautsprecher'''
Der Center, sowie die Frontlautsprecher stehen bei mir auf dem TV Board, die Surroundlautsprecher hängen an der Wand. Dabei habe ich mich keineswegs wirklich mit einer optimalen Aufstellung nach Hifi Regeln (Lautsprecherdreieck und alles sowas) beschäftigt, da dies in meinem Zimmer gar nicht realisierbar wäre. Zu beachten ist außerdem noch, dass es sich um einen Downfire Subwoofer handelt, der gen Boden strahlt. Daher ist für diesen eine optimale Positionierung besonders wichtig.
Ein guter Tipp, um dies zu erreichen [sollte gerade keine Frau im Haus sein ;)]: Stellt den Subwoofer auf die Hörerposition. Dann kriecht ihr durch den Raum und an dem Punkt, an dem ihr den Bass als angenehm bzw. am angenehmsten empfindet, stellt ihr den Subwoofer hin.
Dieses Verfahren ist aufgrund der 1,5m Kabellänge jedoch kaum realisierbar. Ich habe es kurzerhand durchgeschnitten und weitere 3m Kabel dazwischengeklemmt.
Darüber hinaus habe ich die Bodenplatte des Subwoofers abgebaut und diesen als Frontfire auf Spikes gestellt. Der Vorteil ist, dass der Boden nicht mehr in allzu große Schwingungen versetzt wird, wohingegen der Bass trockener beim Hörer ankommt. Das System wird dadurch maximal ausgereizt.

Danach geht es, neben Datum und Uhrzeit, weiter mit der Herstellung einer Internetverbindung, die unbedingt nötig ist, um Aktualisierungen für neue Bluray zu laden. Auch auf die korrekte Angabe der TV-Größe sollte geachtet werden, um das 3D Bild korrekt zu berechnen. Das Interface, auf das man abschließend gelangt, erinnert stark an das der Playstation 3.

Desweiteren wird neben dem Stromkabel auch noch eine HDMI Verbindung zum TV benötigt. Es bietet sich an, den ARC (Audio-Return-Channel) Eingang des Fernsehers zu verwenden. Dadurch wird der Ton durch das Kabel direkt an den Player weitergeleitet und damit an die Lautsprecher. Sollte der Bildschirm kein ARC unterstützen, bleibt noch die Verbindung mit einem optischem Audiokabel oder über Cinch.
Für weitere Endgeräte wie beispielsweise Spielekonsolen gibt es noch einmal 2 HDMI-In Ports am Player. Diese verwende ich allerdings nicht, da mein TV genügend hat und ich es zum anderen umständlich finde, erst über das Hauptmenü des AVR darauf zugreifen zu können.

===Einmesssystem===

Einmesssysteme sind bei solch günstigen System eigentlich nicht Standard, umso überraschter war ich, dass Sony ein solches anbietet. Doch nach dem ersten Versuch wusste ich schon, was es damit auf sich hat:
Prinzipiell läuft das Verfahren identisch zu dem anderer Hersteller ab: Das Mikrofon wird am Hörplatz positioniert, woraufhin die Lautsprecher Testtöne wiedergeben. Daraus werden zum einen Abstand und der optimale Pegel ermittelt (in diesem Fall von -6 bis +6 dB.)
Gegen die Bestimmung der Entfernung vom Hörplatz kann ich keine Einwände erheben - diese stimmt exakt und geht durch das Einmesssystem wesentlich einfacher von der Hand als durch manuelle Bestimmung. Erschlossen hat sich mir diese Einstellung allerdings immer noch nicht. Ob der Woofer auf 0,1 oder 10m Entfernung eingestellt ist, macht klanglich überhaupt keinen Unterschied.
Die vorgeschlagenen Pegel waren jedoch eine absolute Katastrophe. Der Subwoofer auf -6dB, die Frontlautsprecher unterschiedlich laut eingestellt, sodass der Ton vom Sofa aus stark linkslastig [und bassarm] war. Die Surroundboxen waren in ihrem Pegel wiederum dermaßen herabgesetzt, dass es keinen Unterschied gemacht hätte, ob ich sie wieder abbaue. Nach langem Experimentieren bin ich dann auf eine Subwoofereinstellung von +2,5dB gekommen, die zum einen den richtigen Kick gibt, aber nicht omnipräsent wirkt. Der Center hat von mir +1db, die Front jeweils +-0 und die Effektspeaker jeweils +4dB zugewiesen bekommen.

===Einstellungssache===

Neben dem Pegel und der Entfernung stehen natürlich noch andere Einstellungen zur Verfügung. Ohne auf sämtliche Optionen einzugehen, will ich die für mich wichtigsten Punkte nennen:
Generell empfehle ich alle "Klangverbesserer" auszuschalten. Ähnlich wie das Bild eines Fernsehrs oft durch seltsame Optionen verschandelt wird, sollten auch jene keine Anwendung finden. Dazu gehören bei mir
*Dynamikbegrenzung
*Dämpfen - AUDIO
*BD-Audio-MIX-Einstellung,
welche permanent ausgeschaltet sind. Auch aus der Erfahrung, wie das System mit eingeschalteten Verbesserungen klingt, kann ich nur raten, diese abzuschalten. Insbesondere die Dynamikbegrenzung lässt die Lautsprecher noch flacher klingen, als sie es so schon tun; aber dazu später.
Im Gegensatz dazu sind die HDMI Deep Color-Ausgabe sowie SBM nützliche Verbesserungen, die ihren Zweck erfüllen. Erstere schöpft das farbliche Potential von HDMI voll aus, letztere sorgt für feinere Farb- und Grautonabstufungen. SBM ist mir bei Sony Fernsehern auch immer wieder positiv ins Auge gefallen.
Sehr zu empfehlen ist darüber hinaus, viele Systemeinstellungen aktiv zu lassen. Dazu gehören
*Schnellstartmodus
*Stromsparlaufwerk
*Automatisches Standby (30min)
*Bildschirmschoner
*Software-Update-Mitteilung.
All diese Optionen erklären sich, denke ich, von selbst, ebenso die Vorzüge, die sie mitbringen.

===Bedienung===

Einen kurzen Satz zur Bedienung möchte ich loswerden: Mir passiert es oft, dass die Disk im Player feststeckt. Das heißt, man muss die Eject-Taste mehrmals drücken und dem Gerät gut zureden, bis es die Disk hergibt. Eine Lösung für dieses Problem habe ich bisher nicht gefunden.

===Bildqualität===

Prinzipiell haben Blurayplayer nicht viel Einfluss auf die Wiedergabe von DVDs und Blurays; möchte man meinen. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass diese sehr wohl auf die Bildqualität einwirken. Dabei möchte ich nur die Triluminos Technik von Sonys neuen Playern nennen, die auch auf "normalen" Bildschirmen einen Qualitätsschub ermöglichen. Aber dieses Mehr an Qualität ist definitiv nur durch ein paralleles Vergleichsbild zu erkennen. [Das N590 System verfügt über keine solche Technik]
Dennoch ist und bleibt das Quellmaterial am wichtigsten, um eine gelungene Wiedergabe zu ermöglichen. Dass Blurays bereits von Haus aus ein gutes Bild liefern, sollte bekannt sein. Sony wirbt darüber hinaus mit einem DVD Upscaling, demnach "[u]nsere Blu-ray Disc Player in der Lage [sind], Upscalings von DVDs auf nahezu HD-Qualität durchzuführen. Bescheren Sie also Ihren alten Filmen ein Comeback.". In der Praxis kann ich diese Werbung in keinem Fall nachvollziehen. Das Bild wirkt ebenso kraftlos und unscharf wie von meinem 8 Jahre alten DVD Player, den ich zum Vergleich aus dem Keller vorgeholt habe. Wenn technisch betrachtet vielleicht ein Unterschied besteht, kann ich den mit meinen Augen in keiner Weise wahrnehmen.
Das gleiche Versprechen führt Sony für Webvideos an, die ja oftmals nur in 360p oder 480p verfügbar sind. Die "HD-Qualität" suche ich auch dort vergebens.
Von Blurays kann man keineswegs behaupten, sie seien kraftlos oder unscharf. Natürlicherweise kommen 1080p besser zur Geltung als 756p (DVD Qualität). Man könnte Vergleiche zu anderen Playern ziehen, jedoch wird er Unterschied in diesem Fall verschwindend gering sein: Bluray bleibt Bluray. Positiv hervorzuheben ist dennoch die SBM Technologie, die weiche Farbverläufe erzeugt. Besitzer eines Sony Fernsehers brauchen jedoch keine solche Einstellung im Player, da jener das wie gesagt von Haus aus übernimmt.

'''3D und Konvertierung'''

Noch ein kleines Wort zur 3D Darstellung: Generell obliegt es dem Fernsehgerät, ob das 3D Bild gelingt, oder nicht. Beim Abspielen der Bluray können maximal Lese- oder Rechenfehler des Gerätes auftreten, die Einfluss auf die Wiedergabe haben. Beides ist mir bisher noch nicht aufgefallen.
Die 3D Konvertierung nutze ich nicht, da sie zum einen nicht berauschend ist und mein Fernseher zum anderen auch über eine solche Funktion verfügt. Das Resultat dürfte sich nicht groß unterschieden - eher bescheiden.

===Klang===

Nun ganz sicher zum wichtigsten Punkt des Berichtes: Der Klang des Systems. Dabei möchte ich getrennt auf Musik und Film eingehen. Zunächst allerdings meine Eindrücke der Lautsprecher:

-Subwoofer-
Zweifelsohne bringt das Sony N590 den Boden mit dem 14cm Woofer zum Beben. Sehr aufgefallen ist mir dies beim ersten Teil des Hobbits, als Smaug die Zwergenstadt angreift und in den Palast marschiert. Aber ich möchte nicht, dass der Boden ein wenig vibriert, sondern dass der Bass schlagartig und trocken vom System wiedergegeben wird und dies ist eindeutig nicht der Fall. Es liegt keineswegs nur am Volumen des Subwoofers, denn dieses würde ausreichen, um solche Bässe zu erzeugen, sondern eher an der verbauten Technik. Bis auf 55Hz kommt der Sub herunter, bevor er sehr schnell an Kraft verliert und leise wird. Aber genau diese Frequenzen sind es, die gebraucht werden, um den Bass zu fühlen.
Nun könnte man einfach den Pegel des Subwoofers in den Einstellungen erhöhen - kurzum auf volle +6dB. Dann vibriert der Boden zwar ein wenig mehr, aber man reizt das System auch schnell an seine Grenzen. Man hört förmlich, wie der Bass unsauberer wird. Darüber hinaus ist der Subwoofer so omnipräsent, dass die übrigen Lautsprecher untergehen, der Woofer ortbar wird und das Gesamtbild schlichtweg sehr dumpf erscheint.
Eine andere Möglichkeit ist es, die Bassreflexöffnung des Subwoofers zu verschließen. Ich habe dafür ein Stück Holz zurechtgeschnitten und mit Schrauben vor der Öffnung fixiert. Dadurch ist der Sub in sich abgeschlossen und weißt einen gefühlt niedrigeren Tiefgang auf. Der Pegel muss jedoch nach oben korrigiert werden, da die Lautstärke durch den Verschluss stark abnimmt. Allerdings hilft auch diese Methode nur geringfügig weiter, ebenso wie die Spikes und die Umfunktionierung zu einem Frontfire System wie eingangs erwähnt.
Ein Problem, für das der Subwoofer nichts kann: Mein Raum ist beinahe quadratisch, sodass sich der Bass in allen Ecken gleichmäßig verteilt und reflektiert wird; für ein Heimkino das schlimmste, was es gibt. Denn dadurch beginnt der Bass zu dröhnen und unangenehm zu werden.
Zu Testzwecken habe ich das System in einem anderen Raum aufgebaut, was am fehlenden Tiefgang jedoch nichts ändert.

-Center-
Immerhin ist der 100g schwerer als die Satellitenlautsprecher (ob das denn stimmt...). Betrieben wird die Box durch einen elliptischen Treiber, der 3cm hoch und 6cm breit ist. Zuerst habe ich gedacht, dass der Lautsprecher 2 Bassreflexöffnungen hat, jedoch ist eine davon eine Attrappe.
In der Praxis schlägt sich auch der Centerlautsprecher mäßig: Die Stimmen werden zwar natürlich und klar wiedergegeben, jedoch fehlt es völlig an Charakter. Es fehlen Wärme und Volumen, was für manche männliche Stimmen sehr charakteristisch ist. Ein Christian Grey wirkt nicht bedrohlich und autoritär sondern eher freundlich und charmant. In Anbetracht der Größe kann man nicht viel erwarten, jedoch einen Unterschied, ob in einer Halle oder im Freien gesprochen wird.

-Satelliten-
Etwas gutes muss ich ja sagen: Und ich gebe zu, dass ich von den übrigen Lautsprechern ein wenig begeistert bin. Trotz dem recht kleinen Treiber mit 4,5cm Durchmesser haben sie einen moderaten Tiefgang. Dieser wird vor Allem durch die Bassreflexöffnung begünstigt.
Ich kann durchgängig ein leichtes Grundrauschen wahrnehmen, wenn ich mein Ohr an die Boxen halte; dies spricht nicht unbedingt für den Receiver. Insgesamt wirken die Töne sehr klar und ausgewogen. Bemerkenswert, wie viel aus diesen kleinen Dingern kommt.

'''Kinofeeling'''
Wie man sich vielleicht denken kann, kommt dieses aufgrund des mäßigen Subwoofer überhaupt nicht auf. Auch der Center trägt seinen Teil dazu bei. Stimmen wirken flach und leblos, Explosionen bleiben in weiter Ferne. Mir fehlt schlicht der Kick.
Dennoch kommt durchaus 5.1 Feeling auf: Die Surroundlautsprecher verrichten einen guten Job. Ein Paradebeispiel dafür ist Avatar, als von sämtlichen Seiten Geräusche kamen; das war mein erster Gänsehautmoment.
Auch im Phantom der Oper ist dieser Effekt gut gelungen, als die Stimme des Phantoms durch den Raum kreist. Sicher lassen sich noch viele andere gute Beispiele finden.
Insgesamt wirkt das System sehr homogen und ausgeglichen; dies mag vor allem an den 4 identischen Satelliten liegen.

'''Musik'''
Beim Kino kann man wenigstens auf die Effekte bauen, die der Subwoofer zumindest in gewissem Maß umsetzen kann, dies ist bei Musik jedoch nicht der Fall. Musik ist auch nicht dafür ausgelegt, von einem 5.1 System zerrissen zu werden, sondern allerhöchstens für den Stereobetrieb.
Und in dieser Disziplin versagt das Sony Heimkino auf ganzer Linie: Der Bass wirkt matschig und den Lautsprechern fehlt es an Dynamik. Ich habe zuvor das Phantom der Oper angesprochen, welches ich in verschiedenen Varianten auf Bluray besitze. Gutes Quellmaterial ist aus dieser Sicht gegeben. Auch mit diversen anderen CD Tracks bin ich auf die Suche nach guten Einstellungen gegangen, bis ich feststellen musste: Es gibt keine.
Den Lautsprechern fehlt es schlicht an Dynamik, um Instrumente aufgeschlüsselt wiedergeben zu können; es hört sich mehr wie ein riesengroßer Einheitsbrei an. Selbst Techno- und Housemusik wird durch den zu schwachen Subwoofer kein Vergnügen, da auch hier der Kick fehlt.
Mehr als das System laut aufzudrehen, ist leider nicht drin. Im Prinzip, ist es für einen Partykeller genau das richtige, mehr aber auch nicht. Bei geringer Lautstärke fehlt mir jedoch der Bass wiederum komplett.
Oft stelle ich mir die Frage: Muss ich extra das Heimkino anmachen? Musik kann ich auch über den Laptop hören. Ich denke, damit ist alles gesagt.

Noch ein weiterer Punkt, der mit der Wiedergabe der Disk in engem Zusammenhang steht: Als ich den Herr der Ringe - die Gefährten Extended Teil 2 gesehen habe, sind mir Soundverzerrungen aufgefallen. Diese äußern sich in lautem Rauschen oder kompletten Tonaussetzern, allerdings ist mir nichts dergleichen aufgefallen, als ich diesen Film über die Playstation geguckt habe. Nach Internetrecherche bin ich darauf gestoßen, dass dies wohl ein Problem der Sony Blurayplayer sein soll, bedingt durch fehlerhafte Updates. Ich sehe Sony in der Verantwortung, in diesem Bereich nachzulegen; allerdings hat sich schon seit Jahren nichts mehr getan.

'''Lautstärke'''

Je nach Material wage ich es mir selten, die Anlage auf über 60% zu bringen. Das will nicht nur ich nicht, sondern die Nachbarn ebenso wenig. In Anbetracht des kleinen Raums reicht dies auch völlig aus.
Räume größer als 25m² sollten definitiv mit anderen Lautsprechern beschallt werden, dieses System würde stark an seine Grenze gebracht werden. Zudem dreht der Lüfter bei höher Lautstärke auf; natürlich ist dies nicht hörbar. Dennoch zeigt es, dass die Elektronik stark ausgelastet ist und beginnt, entsprechende Temperaturen zu entwickeln.
Was jedoch im Betrieb durchaus hörbar und störend sein kann, ist die sich drehende Disk im Laufwerk. Sollte man gerade keinen Film gucken: Immer herausnehmen.

===Weitere Funktionen===

'''Effekte'''
Weiterhin kann man das Klangprofil durch softwareseitige Effekte beeinflussen: Zur Auswahl stehen unter anderem "Sport", "Night", "Hall", "3D Surround Sound" oder auch "Enhancer". Wohingegen der Night-Effekt den Subwooferpegel absenkt, hebt der Enhancer ihn an. Letzteres funktioniert aber auch eher schlecht als recht: Das System braucht einige Minuten, um das Quellmaterial zu analysieren und entsprechend zu Verstärken. Die Lautstärke nimmt in dieser Zeit immer weiter zu, sodass man mit dem Herunterstellen kaum hinterherkommt.
Der Sporteffekt senkt die Stimmen der Kommentatoren ab und hebt den Jubel und die Gesänge im Stadion - in der Praxis funktioniert dies ganz gut.
Der Hall Effekt hingegen enttäuscht mich sehr. Ziel ist es, ein Echo zu erzeugen, sodass man das Gefühl bekäme, in einer Halle zu sitzen. Allerdings funktioniert dies eher schlecht als recht - der Klang bleibt oftmals flach am TV hängen.
Auch der 3D Surroundsound weiß nicht wirklich zu überzeugen. Zwar werden alle Lautsprecher angesprochen, also auch die Effektlautsprecher hinter dem Zuschauer, doch erhalten diese meist das selbe Signal wie die Frontlautsprecher. Dies kenne ich von anderen Herstellern, wie beispielsweise Samsung weitaus besser: Dort kann man den Surroundeffekt sogar noch in 3 Stufen regeln; und jede davon hat mehr Kraft als die des Sony Receivers.
Insgesamt fällt die Umsetzung der Modi ziemlich mager aus. Diese scheinen mir zu zurückhaltend, als wirklich zu funktionieren. Bei mir bleibt die Einstellung meist auf "Auto".

'''DLNA'''
Dies ist eine drahtlose Übertragung per WLAN, welche auch Windows unterstützt. Damit kann man beispielsweise Musik aus dem Media Player direkt auf den Player übertragen und abspielen lassen. Allersings funktioniert dies mit dem N590 nicht gut. Der DLNA Server stürzt immer wieder ab und erklärt, dass das Gerät nicht kompatibel sein. Meist wird nur jedes zweite Lied abgespielt, manchmal gar keins. Über den gesamten Prozess ist die Steuerung sehr träge. Deshalb verbinde ich oft meinen TV per DLNA, der dann das Signal über HDMI ARC an den Player weiterleitet. In Gänze sehr unglücklich gelöst.

'''Radio'''
Mitgeliefert wurde eine Wurfantenne, mit der man UKW Radiosender empfangen kann. Viel falsch kann nicht laufen und das Verfahren funktioniert auch sehr gut, sofern man den Player nicht unbedingt im Keller mit Stahlbetonbau zu stehen hat. Die Sender werden in einwandfreier Qualität empfangen und wiedergegeben.

'''Bluetooth'''
Ich hätte nie gedacht, dass ich es irgendwann mal gut finden würde, aber ich bin ein Fan von Bluetooth geworden. Leider verfügt der Player über kein solches. Ich kann dies jedoch nicht negativ anrechnen, da mir dies vor dem Kauf bewusst war, bzw. hätte bewusst sein müssen. Zeitgemäß finde ich es jedoch in keinem Fall.

'''Wiedergabe über den USB Stick'''
Das System verfügt vorn und hinten über je einen USB Anschluss. Die Daten auf dem Stick werden in Bilder, Musik und Video unterteilt, welche Inhalte man sich getrennt zu Gemüt führen kann. Auch hier: keine Kompatibilitätsprobleme. Der Stick wird immer fleißig ausgelesen, viele Formate sind kompatibel.

===Fazit===

In Anbetracht einer 300Euro Investition kann man nicht erwarten, dass ein Heimkino erster Klasse geboten wird. Allein der Blurayplayer/AVR nimmt einen Großteil der Produktionskosten ein; für die Lautsprecher bleibt hinten nicht mehr viel über, will der Händler schließlich auch noch etwas verdienen.
Die Lautsprecher sind bis auf den Subwoofer sehr gut verarbeitet und lassen sich einfach installieren. Zwar sehen sie edel aus, doch das beruht auf Kosten der Pragmatik. Das Einmesssystem von Sony kann man getrost vergessen, da dieses suboptimale Werte vorgibt. Mit einer manuellen Einrichtung ist man weitaus schneller. Wohingegen die "Klangverbesserer" ausgeschaltet werden sollten, ist es ratsam, viele Systemeinstellungen wie das Stromsparlaufwerk zu aktivieren. In Sachen Bildqualität darf man sich nicht von Upscale-Versprechen beirren lassen. Die einzige Technologie, die für Sony spricht, ist die SBM Farbabstufung.
Klanglich ist das System sowohl für Kino, als auch für Musik keine Offenbarung: Zum einen fehlt es am Kick, der Bass spielt viel zu flach und zum anderen an Dynamik im System, Töne werden nicht differenziert wiedergegeben. Positiv hervorzuheben sind die hohe Lautstärke und der 5.1 Surroundsound, wobei der Klang unsauber wird, sobald man das Gerät ausreizt. Schockierend ist überdies die dürftige Versorgung mit Updates, obwohl Fehler bekannt sind. Die vorinstallierten Effekte sind sehr misslungen, ebenso wie der DLNA Server. Bluetooth ist nicht vorhanden. Die Disk steckt oft im System fest und muss geduldig herausgeholt werden.

Insgesamt hat mich das System wenig begeistert, für den Preis habe ich doch ein wenig mehr erwartet, speziell, was Bedienung, Funktionen und Updates angeht.
Ich kann daher leider nur 2 Sterne vergeben.

Fazit: Nicht noch einmal

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Installation:    
Klangqualität:    
Ausstattung: