Kärcher 330
Mit Hochdruck arbeiten... - Kärcher 330 Hochdruckreiniger

Produkttyp: Kärcher Hochdruckreiniger

Neuester Testbericht: ... Dafür ziehe ich dann den Hebel der Pistole, entleere so das Gerät und schiebe danach eine im Pistolenkopf eingebaute Sicherungsraste ein,... mehr

Mit Hochdruck arbeiten...
Kärcher 330

Hollgo

Name des Mitglieds: Hollgo

Produkt:

Kärcher 330

Datum: 18.05.11

Bewertung:

Vorteile: + zuverlässig + wartungsarm + einfach in Betrieb zu nehmen

Nachteile: - etwas "schwach auf der Brust" - nervende Schlauchleitung

... das tun wohl nur wenige, stressgeschädigte Menschen gerne. Mit einem Hochdruckreiniger allerdings muss diese "Arbeit mit Hochdruck" jedoch nicht unbedingt in Stress ausarten. Wie sieht es aber hier in Bezug auf den Kärcher K 330 M aus ?

=== So kam ich zum Kärcher K330 M ===

Ein Angebot in einem lokalen Baumarkt machte mich auf das Gerät aufmerksam. Ganze 129 Euro kostete das Gerät anno 2006. Zum Reinigen meiner Gehwegsplatten oder meines Außenbrunnens sollte das Teil doch ausreichen ...

=== Lieferumfang ===

Verpackt war das Gerät in einem recht großem Pappkarton. Darin fand ich neben dem eigentlichen Gerät das Schiebegestell aus schwarzem Kunststoff mit Halterungen für die aufsteckbaren Reinigungsgerätschaften und die in der Stärke des Wasserstrahls einstellbaren Spritzdüse , ausgestattet mit den Kärcher-Systemanschluß vor. Die Spritzdüse ist notwendig, damit ich überhaupt mit dem Hochdruckreiniger arbeiten kann. Eine Reinigungskartusche, die ich direkt in die Pistolenhalterung vor der danach dann zu steckenden Reinigungslanze einschalten kann, war in diesem Set ebenfalls mit von der Partie.Eine mehrsprachige Gebrauchsanweisung lag ebenso bei.


== In der Praxis ==

=== Erstmontage ===

Ein wenig " Aufbauarbeit" war vor der ersten Nutzung des neuen Reinigers schon vonnöten. Dabei war der eigentliche, im Kärcher-typischen gelben Gehäuse untergebrachte Pumpkompressor bereits mit dem unteren Teil Schiebewagen aus Kunststoff zu incl. der beiden seitlichen Transporträder verbunden. So galt es nur noch, das eigentliche Griffstück , bestehend aus zwei schwarzen, ausziehbaren Teleskopstangen und oben abschließendem Griff mit diesem unteren Teil des Gerätes zu verbinden. Dieses "Griffteil" wird am unteren Ende dabei in zwei dafür vorgesehe Ösen am Gegenstück eingesetzt und dann von unten mit dem Unterteil verschraubt. Fertig war der Aufbau.

=== Fertig machen zum Einsatz ===

Der K 330 M braucht genau zwei Dinge, um in Betrieb gesetzt zu werden: Wasser und Strom. Beides muss dem Hochdruckreiniger kontinuierlich während der "Arbeit" zugeführt werden, sonst funktioniert es einfach nicht mit der Reinigung durch Wasserkraft. Um dies zu gewährleisten, muss ich also das Gerät zunächst über ein langes , feuchteresistentes Stromkabel ans Stromnetz anschließen. Eine mit 10A (träge) abgesicherte Stromleitung (eigentlich Normalfall) reicht für den Strombetrieb des Geräte übrigens absolut aus. Danach muss ich über einen an einen Hausanschluß angeschlossenen Gartenschlauch (min. Länge 7 m;
min. Durchmesser 1/2 Zoll) das Gerät mit Wasser versorgen. Man kann sich auch in einem Tank gespeichertes Regenwassers für die Reinigung bedienen. In diesem Fall empfiehlt Kärcher allerdings, die Verwendung eines Wasserfilters, da eventuelle Verunreinigungen im Zulaufwasser das Gerät beschädigen können.
Für anzuschließende Schlauchleitungen hat das Gerät an einer Seite den recht weit verbreiteten Gardena-Systemschlauchanschluß eingebaut. Über einen mit dem passenden Gegenstück versehenen Schlauch kann ich das Gerät so recht einfach und unkompliziert mit ausreichender Dichtigkeit des Schlauchanschlusses mit Wasser versorgen.
Wenn eine Verlängerungsleitung verwendet werden soll,sollte diese, laut Anleitung, immer ganz von der Leitungstrommel abgewickelt sein und einen ausreichenden Querschnitt haben (10 m = 1,5 mm²,30 m = 2,5 mm²).
Nun noch ein Reinigungsinstrument, welches kompatibel zum von Kärcher genutzen Instrumentenanschluß ist, vorne in die mit einem Abzug versehene "Pistole" einsetzen , den Wasserhahn aufdrehen und den Startknopf an der Seite des Gerätes drücken - und der Reinigungseinsatz kann los gehen.

=== Der erste Einsatz ===

Zunächst einmal sollte man sich vor dem Arbeiten mit dem Reiniger "wetterfest" anziehen, also Stiefel verwenden und sich sonst möglichst "wasserdicht" bekleiden. Je nach Einsatz empfiehlt sich zudem der Einsatz einer Schutzbrille beim Umgang mit dem Gerät.
Nach dem Aufdrehen der Wasserleitung wartete ich kurz, bis das Wasser vorne aus der auf der Pistole eingeklinkten "Lanze" - natürlich mit dem normalen Leitungswasserdruck von knapp 4 bar - ankam, was ich durch das kurze Auslösen des "Auslösers" an der Spritzpistole testete.
Erst nach dem Druck auf den "Ein"-Schalter, der seinerseits mit einer Gummiabdeckung vor Wasser relativ gut geschützt ist, sprang die im Gerät eingebaute Pumpe mit dem recht typischen und lautem Hochdruckreiniger "rrrrr" an. Das Gerät ist ordentlich laut, sodass man, wenn man es sich mit seinen Nachbarn nicht verscherzen möchte, lieber nicht in einer Ruhezeit (Mittagszeit) in Betrieb nehmen sollte.
Neben dem typischen, scheppernden Geräusch der Pumpe nahm auch spürbar der Druck des bereits aus dem Gerät laufenden Wasserstrahls zu, der vorne in noch recht breitem Strahl aus der Lanze kam. Durch die Feinregelung an der vorne auf der Druckpistole des Gerätes sitzenden Lanze konnte ich den Strahl feiner einstellen und durch diesen Verengungseffekt den Druck des Strahls nochmals weiter erhöhen. Mein erstes Testobjekt, eine von Moos befallene Waschbetonplatte, auf die ich die Lanze richtete hellte sich auf diese Weise recht schnell auf und wechselte nach der beschriebenen Behandlung die Farbe von grünlich-braun schließlich nach waschbeton-grau/weiß. Der durch das Gerät gelöste Schmutz verband sich mit dem Wasser aus dem Reiniger und floss über die noch verdreckten Platten ab. So arbeitete ich mich sukzessive - von oben nach unten dem Gefälle der Platten folgend, über die recht vermooste Fläche, bis weitestgehend alle Platten gesäubert waren.

=== Dreck und Arbeit ===

Manche, intensiver verschmutzte Platten musste ich entsprechend "heftiger" mit dem Gerät nacharbeiten. In manchen Fällen löste sich der Schmutz erst, wenn ich fast unmittelbar mit der Reinigungslanze knapp oberhalb der Platte arbeitete. Ich muss daher schon sagen, dass ich hier ein wenig den letzten Schuss an "Power" bei der Leistung des Gerätes vermisst habe. Dennoch: bald war es geschafft, das Gerät war vom Spritzwasser genauso ein wenig verdreckt wie meine zuvor für die Arbeit angezogenen Gummistiefel. Das Nachführen des Gartenschlauches und der Stromleitung ist auch ein wenig unkomfortabel. Ich habe mir daher "strategisch" gut überlegte Positionen für das Gerät bei meiner Arbeit überlegt, um einen Standortwechsel nicht so oft durchführen zu müssen. Dieser lässt sich aber während der Arbeit nicht immer vermeiden. Spätestens dann, wenn der knapp 7 m messende Aktionsradius der Spritzdüse/Lanze des Gerätes erreicht ist, hilft einfach nichts anderes weiter, als das Gerät kurz abzuschalten, das Stromkabel weiter nach zu ziehen und - möglichst parallel dazu - auch den am Gerät angeschlossenen Gartenschlauch nachzuführen.
Nach getaner Arbeit muss ich darauf achten, dass das Gerät selbst "drucklos" ist. Dafür ziehe ich dann den Hebel der Pistole, entleere so das Gerät und schiebe danach eine im Pistolenkopf eingebaute Sicherungsraste ein, um ein unbeabsichtigtes Öffnen der Wasserleitung zu vermeiden

=== Erster Eindruck nach den ersten Arbeiten ===

Nachdem ich den K330M soweit "montiert" und zum ersten Mal in Betrieb genommen hatte, bekam ich erstmal einen richtigen Eindruck von dem Gerät. Der untere Teil, wo der Kompressor/die Pumpe des Gerätes in dem gelbem Gehäuse eingesetzt ist,ist eindeutig der schwerste Teil des Gerätes. Dank des beim K330 M vorhandenen Transportwagens ist dies aber kein großes Problem. Die beiden seitlichen Kunststoffräder sind jedenfalls ordentlich groß, um den Reiniger relativ ohne großen Kraftaufwand an wechselnde Einsatzorte zu befördern. Vereinfacht wird dieser Transport auch durch die Tatsache, dass der recht stabile Kunststoffgriff über zwei ausfahrbare Teleskopstangen verfügt, sodass ich nicht zu sehr in die Beuge gehen muss, um das nicht ganz leichte "Gefährt" noch ganz gut ziehen oder schieben zu können.
Ein wenig "blöde" fand ich zunächst nur den fest am Gerät verbundenen und um den Griffteil des Gerätes aufgewickelten, schwarzen Kunststoffschlauch, durch den der Pistolenkopf des Geräts aus dem Pumpteil während des Betriebes des Gerätes das Wasser zugeführt bekommt. Dieser erwies sich nach einem erfolgten Einsatz folgerichtig auch ein wenig "störrisch", wenn es darum ging, dieses wieder einzurollen. Zudem kann es sich auch relativ leicht während der Arbeit verzwirbeln, was dann auch dazu führen kann, dass die Wasserzufuhr während des Betriebs mal unterbrochen werden kann. Das ist zwar nicht sehr schlimm, weil ich es relativ schnell merke, woran es dann liegt, aber lästig zumindest finde ich diesen doch recht oft eintretenden Zustand schon. Zudem finde ich irgendwie, dass das Gerät nicht den letzten, manchmal erforderlichen Tick "Druck" entwickelt, um auch hartnäckigere Verschmutzungen zu lösen. Dies mag an der Leistung dieses Gerätes von "nur" 1750 W liegen. Neuere Modelle von Kärcher haben allesamt 2000 W und mehr hier zu bieten.

=== Für welche Aufgaben geeignet, für welche eher nicht ? ===

Gehwegsplatten, Fasseden bzw. Gegenstände, die möglichst aus einem harten Material bestehen (Granit, Beton und dergleichen) kann man mit diesem Gerät genauso gut behandeln wie z.B. aus diesen Materialien auch schonmal bestehende Brunnen oder Beläge aus Kunststoff oder Holz. Weniger empfehlenswert ist der Einsatz dieses Reinigers im Falle von weichen Materialien wie Sandstein oder Kalk, aus denen die Gehwegsteine/-platten schonmal bestehen können - hier kann es sonst vorkommen, dass die weiche Oberfläche dieser Materialien durch den hohen Druck des Wasserstrahls beschädigt werden können. Außerdem dürfen Reinigungsarbeiten , bei denen ölhaltiges Abwasser entsteht z.B. Motorenwäsche, Unterbodenwäsche nur an Waschplätzen mit Ölabscheider durchgeführt werden.

=== Reinigungsmittel ja oder nein ? ===

Über die dem Gerät beiliegende und auch im Handel erhältliche Reinigungskartusche kann der K330 M auch mit einem Reinigungsmittel verwendet werden. Der Einsatz dieses Mittels ist für meine Einsatzzwecke (Platten- und Brunnenreinigung) allerdings nicht angezeigt. Lediglich, wenn das Gerät zur Reinigung von Maschinen, Fahrzeugen, Bauwerken, oder Werkzeugen ist ein Einsatz eines Reinigungsmittels sinnvoll.

== Reinigung und Wartung ==

===Ersatzteile und Austausch===

Bislang ist es mir noch nicht passiert, allerdings könnte ich im Zweifelsfall ein defektes oder abgenutztes Gerät für meinen K330 M über die Kärcher-Homepage zur Not nachbestellen. In der Anleitung ist wirklich jedes Teil des Gerätes mit einer Ersatzteilnummer versehen, sodass ich hier nur nachschauen und das entsprechende Teil mit der passenden Nummer nachordern könnte. Dies finde ich besonders erwähnenswert, weil heutzutage längst nicht mehr selbstverständlich.

===Reinigung und Pflege===

Das Gerät selber verdreckt "dank" des vom Hochdruckreiniger selbst aufgewirbelten Spritz- und Schmutzwassers doch recht schnell. Daher ist nach jedem Einsatz eine Reinigung des Gehäuses eigentlich angezeigt (was ich schonmal gerne vergesse...) . Da das Gehäuse auch wasserfest ist, kann ich es der Einfachheit halber nach einem Einsatz einfach mit Wasser abspritzen.

===Einmotten im Winter===

Zur Einlagerung des Gerätes im Winter kommt das Gerät in meinem Fall in einen Raum unterhalb unserer Terrasse. Da hier Frost angreifen kann, muss ich hier dafür sorgen, dass dieser nicht das nicht vollständig von Wasser entleerte Gerät zerstört. Der Hersteller empfiehlt jedenfalls, das Gerät frostsicher zu überwintern. Das geht bei mir aus räumlichen Gründen leider nicht. Bislang jedenfalls hat das Gerät keinen Schaden durch meine "Lagerungsaktion" im Winter davon getragen, obwohl in diesem Raum wintertags auch ganz schön der Frost geherrscht hat

== Auf einen Blick ==

=== Allgemein ===

* Modell: K 330 M Plus
* Hersteller: Kaercher / Typ: Hochdruckreiniger
* Maße K 330M (Länge/Breite/Höhe): 360/280/325 mm / Gewicht ohne Zubehör: 13 kg
* Anschlußleistung : 1,75 kW / Netzsicherung (träge) : 10 A / Leistung in Watt: 1750 Watt
* Wasseranschluß: Zulauftemperatur (max.: 40 °C /Zulaufmenge (min.): 600 l/h / Zulaufdruck (max.): 12 bar

===Leistungsdaten===

* Druck : 100 bar / Fördermenge: 400 l/h / Reinigungsmittelansaugung: 20 l/h
* Saughöhe aus offenem Behälter bei Wassertemperatur 20 °C : 1 m
* Rückstoßkraft der Handspritzpistole bei Arbeitsdruck: 15 N / Schalldruckpegel LA(DIN45635): 74,5 dB(A)

== FAZIT ==

Der Kärcher K 330 M ist für meine Zwecke noch ausreichend in seiner Leistung. Allerdings ist er, im Vergleich zu anderen Geräten "seiner Zunft" m.E. einen kleinen Tick zu leistungsschwach. Zwar gelingt es mir, bei meinen Reinigungsaktionen die von mir behandelten Waschbetonplatten sowie den aus Betonplatten bestehenden Brunnen mit dem Gerät recht ordentlich zu reinigen, allerdings ist hier manchmal an einigen hartnäckigen Stellen viel "Geprockel" vonnöten, um auch hier für Sauberkeit zu sorgen. Was mich auch ein wenig "nervt", ist die vom Gerät zur Druckpistole abgehende Kunststoffschlauchleitung, die sich recht fies während der Arbeit verzwirbeln kann. Ansonsten ist das Gerät in den bisher 5 Jahren dauernden Einsatzzeit bei mir noch nicht einmal kaputt gewesen oder ich musste auch nur einmal ein Ersatzteil erneuern. Die Handhabung ist eigentlich auch recht einfach und dank des genormten Kärcher-Reinigungsgerätestecksystems kann ich die dem Gerät standardmässig beigelegte Lanze auch gegen ein "rotierenden Besen"-Wasserkehrgerät austauschen. Insgesamt gebe ich dem K330 M vier von fünf Sternchen und eine Empfehlung.

Fazit: Für meine Einsatzzwecke reicht er so gerade noch aus - dürfte aber gerne etwas leistungsstärker sein