


Produkttyp: AEG Heiztechnikprodukte
Neuester Testbericht: ... bis zum Anschlag eingeschoben werden kann. Im Grunde genommen ist in Sachen Heizmattenverlegung nun alles erledigt. Der abschließende... mehr
Quanten-Physik
AEG SIPCP Twin

Name des Mitglieds: Tut_Ench_Amun
Produkt:
AEG SIPCP Twin
Datum: 10.12.10
Bewertung:
Vorteile: Komfortabel | Zuverlässig | Günstiger als man meinen möchte
Nachteile: Installation erfordert Sach- und Fachkenntnis
Als die Entscheidung das Bad komplett zu modernisieren fiel, bewahrheitete sich der alte Spruch "Wer A sagt, muss auch B sagen". Es war von vorneherein klar, dass zwar ein konventioneller Heizkörper (wieder) verbaut, zusätzlich jedoch eine elektrische Fußbodenheizung zum Zuge kommen wird. Wenn man die grausigen Bodenfliesen mitsamt dem ollen Fuffzigerjahre-Estrich eh schon einmal vollständig eliminiert, dann bitteschön die Gelegenheit ergriffen und gleich richtig machen, statt sich über verpasste Gelegenheiten hinterher zu ärgern.
Damit man sich im Dschungel der verschiedenen Anbieter und Modelle nicht verirrt, lieber sofort jemanden fragen, der sich damit auskennt. So vermessen zu behaupten, mich mit allem auszukennen, bin ich nicht. Glücklicherweise befindet sich in unserem Freundeskreis ein fähiger Elektromeister, der auch selbst gern am privaten Eigenheim bastelt und beruflich sowieso über die nötige Qualifikation sowie Erfahrung verfügt. Seiner Empfehlung folgend, wurde dann eine passend dimensionierte AEG SIPCP Twin Heizmatte bestellt. Inklusive Regler und Fühler aus gleichem Hause - doch die sollen hier nicht das Thema sein.
Grundvoraussetzungen
Die Twin-Heizmatten eignen sich dank ihrer Heizleistung von bis zu 220 Watt/m² und konstruktionsbedingt für die Verlegung sowohl in Estrichbeton (so genanntem "Heiz-Estrich"), wie auch direkt unter den Bodenfliesen ("Dünnbettverfahren") oder quasi in einer Mischung daraus ("Dickbett" oder vulgo:"in Speis"). Letztere Variante wurde aus gegebenen Anlass von uns gewählt. Zu Beachten ist in jedem Fall, dass der verwendete (hochwertige!) Fliesenkleber flexibel und für Bodenheizungen geeignet sein muss - Das steht in der Regel gut sichtbar auf der Packung.
Schon während der Planungsphase ist zu bedenken, dass die Heizschlangen (und erst recht nicht der Bodenfühler) sich nicht unter Badewanne, Duschtasse oder permanent dort stehenden Schränken befinden soll/darf. Die Gefahr der Überhitzung ist zwar fast ausgeschlossen, dennoch kann es zu Fehlfunktionen kommen, wenn man sich nicht an die Spielregeln hält. Auch die Verlegung des Heizkabels will wohl bedacht sein - Leitungskreuzungen sind absolutes No-Go. Weder Heizwendel noch Zuleitung dürfen sich überschneiden. Für den Fühler gilt selbiges.
Das stabilisierende Mattengeflecht kann übrigens aufgetrennt und sogar entfernt werden. Das Heizkabel ist somit auch frei Schnauze verlegbar, was dann Sinn macht, wenn die 90 cm Mattenbreite irgendwo mit der Raumaufteilung kollidiert. Für gewöhnlich sollte man aber die vorgefertigten Wendel so auf der Trägermatte belassen, wie sie geliefert wurde. Kommt man um "Freestyle" nicht herum (wie bei uns), ist dann dringend zu beachten, dass die Heizleitungen einen respektvollen Mindestabstand von 5 cm zueinander einhalten und die Schlaufen großzügig sowie im knickfrei-sanftem Radius verlaufen.
Vor dem Verlegen ist es ratsam den internen Widerstand zu messen, um Kurzschluss auszuschließen. Dieser sollte bei der 3,5 m² Matte zwischen 72 und 76 Ohm betragen und auf dem beiliegenden Typenschild-Aufkleber notiert werden. Diese Messung (Multimeter o.ä.) wiederholt man zwischendurch sicherheitshalber gelegentlich. Das Typenschild pappt man später in den Schaltkasten bzw. dort hin, wo der FI-, respektive der Sicherungsautomat (16 A) unterkommen. Wer keinen blassen Schimmer von dem hat, wovon in den letzten Sätzen die Rede war, lässt die Patschehändchen besser ganz weit weg von der Elektroinstallation. Das Anschließen der Fußbodenheizung macht dann doch lieber der Elektriker des Vertrauens.
Verlegung
Die Mattenbahnen werden idealerweise an strategisch klugen Stellen im Boden verdübelt, wobei breite (Unterleg-)Scheiben aus dem Fassadenbau oder Spannklammern/-pratzen sich als hervorragende Lösung erwiesen - nur scharfkantig dürfen die Befestigungselemente nicht sein, um eine Beschädigung der Isolierung zu vermeiden. Die kann zwar einiges ab, aber provozieren muss man es ja nicht grade. Speziallösungen sind auch möglich, insbesondere bei der freien Verlegung haben einige gut platzierte, schmale Panzer- bzw. Gaffa-Tape Streifen (sprich: Gewebe-Klebeband) gute Dienste geleistet. Die können dort übrigens dauerhaft verbleiben.
Grundsätzlich ist ein möglichst begradigter Boden natürlich empfehlenswerter, als eine zerklüftete Kraterlandschaft. Ist eine einzelne Bahn ausgerichtet und an einer Seite fixiert, zieht man sie straff und befestigt sie ruhig etwas auf Zug an der gegenüberliegenden Seite - man spannt sie also quasi über den Boden. Besteht die Heizung insgesamt aus mehreren Bahnen, was anzunehmen ist, muss der Vorgang entsprechend oft wiederholt werden. Der Mindestabstand der Matten zueinander muss mindestens 5 cm betragen und sollte nach Möglichkeit 15 cm nicht überschreiten, damit eine gleichmäßige und korrekte Wärmeverteilung gewährleistet wird. Logischerweise ist das Kappen sowie das Überkreuzen der Heizleiter vollkommen tabu.
Es macht Sinn das Schutzrohr für den Temperaturfühler ebenfalls in dieser frühen Phase gleich mit zu verlegen und sich sehr konkrete Gedanken darüber zu machen, wo es verlaufen soll/muss. Gleiches gilt analog für die Zuleitung, sprich elektrische Zuleitung. Dafür gibt es nämlich auch ein paar Grundregeln zu beachten: Keine Kreuzung oder direkte Berührung Kabeln und/oder Heizleitern (Mindestabstand auch hier 5 cm). Position sowohl nahe des Reglers/der Steuerung, als auch so wählen, dass absehbar keine Einrichtungsgegenstände (Schränke o.ä.) dauerhaft direkt "auf" dem Sensor stehen (Wärmestau/Fehlregelung möglich). Das 1cm dicke, recht starre Kunststoffröhrchen in großzügigen Biegeradien (niemals knicken!) führen, damit der Fühler später leicht bis zum Anschlag eingeschoben werden kann.
Im Grunde genommen ist in Sachen Heizmattenverlegung nun alles erledigt. Der abschließende elektrische Anschluss an den passenden (AEG-)Regler kann wahlweise bereits jetzt erfolgen, sofern die dafür notwendige Elektroinstallation bereits vorhanden, respektive vorbereitet ist. Ansonsten werden die Matten und das Fühlerrohr/Zuleitung nun eingespachtelt, überfliest und erst nachdem alle Fliesenarbeiten erledigt sind, die Elektrofachkraft auf die neue Errungenschaft gehetzt. Das ist insofern wichtig, als dass bei etwaigen Garantieansprüchen (oder auch im Schadensfall vor der Versicherung) nachgewiesen werden muss, dass bei der Installation unter anderem die einschlägigen VDE-Vorschriften eingehalten wurden. Das dürfte selbstbastelnden Privatpersonen - auch wenn sie handwerklich top drauf sind - ziemlich unmöglich sein. Also: autorisierten Meister ran (und unterschreiben) lassen.
Alltagserfahrungen
Natürlich ist die Leistungsfähigkeit sowie die Reaktions-/Aufheizzeit von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Material und Beschaffenheit des Bodens spielen ebenso eine Rolle, wie der verwendete Regler. Ein Wörtchen mitzureden haben auch die Fliesen, ganz zu schweigen von der Dicke und Art deren Klebebetts. Dieses fällt in unserem Bad recht üppig aus, stellenweise bis zu 4 cm sind ein Wort. Allein schon deswegen von vorne herein auch die Wahl des kräftigeren 220 Watt/m² Heizdrahts.
Das erwies sich als weise Entscheidung, selbst wenn der Energiebedarf auf dem Papier vordergründig höher scheint. Die 220er muss aber nicht so oft nachheizen, kommt wesentlich schneller auf (Wohlfühl-)Temperatur und ballert zu deren erhalt auch nicht ständig am Limit - unter dem Strich ist ein Mehrverbrauch, wenn überhaupt, entweder nur theoretisch vorhanden und kostenmäßig zu vernachlässigen, der Komfortgewinn einer flinken, kräftigen Bodenheizung jedoch deutlich spürbar. Für gewöhnlich erhöhen wir die Bodentemperatur zum Duschen von 23 °kurzfristig auf 28°+, da ist eine entsprechend schnelle Aufheizung natürlich Gold wert.
Da wir ebenerdig wohnen und sich nur ein 10 cm dicker Stahlbetonboden über unbeheizte Kellerräume spannt, war die Isolierung des Kellers mit geeignetem Dämmmaterial - insbesondere der (Keller-)Decke - schon einmal erste Pflicht. Somit versickerte dann nicht (mehr) soviel Wärme-Energie nach unten im Boden, sondern reflektiert jetzt zurück nach oben und gelangt dadurch tatsächlich dorthin wo sie hingehört: an die kalten Föös.
Der AEG-Regler des Typs FRTD 903 - ein Steuerelement neuester Generation - sorgt dank Lernfähigkeit dafür, dass zur eingestellten Uhrzeit auch wirklich die gewünschte Temperatur des Bodens, respektive des Raums anliegt. Scheint es auch erst so, als funktioniere das Gerät zunächst nicht schnell genug oder regle gar inakkurat, so besserte sich die Lage in der ersten Betriebswoche von Tag zu Tag. Mittlerweile wuselt die vorprogrammierte Heizungsregelung vollkommen unauffällig im Hintergrund - und das ist das Beste, was man über eine Steuerung behaupten kann. Diese jedoch erfordert einen gesonderten Beitrag.
_Fazit_
Verarbeitung, Zuverlässig- und Leistungsfähigkeit entsprechen dem, was man von AEG erwarten kann und sicherlich auch darf. Dabei ist die SIPCP-Twin von der Anschaffung her gar nicht mal so teuer und billigem Baumarktmurks selbstredend haushoch überlegen. Inklusive Regler und 3,5 m² Heizmatte lagen wir im Fachhandel bei rund 400 Euro. Exklusive Elektroinstallation. Der Einbau ist durchaus etwas aufwändiger, dafür können einigermaßen geschickte Heimwerker auch durch Eigenleistung den Preis für die Installation zur Not drücken. Eine lohnenswerte Investition war es allemal: Niemand in der Familie möchte auf den Komfort einer Fußbodenheizung im Bad mehr verzichten.
Fazit: Nie wieder ein Badezimmer ohne Fußbodenheizung
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