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Produkttyp: Ryobi Heckenscheren
Neuester Testbericht: ... allerdings immer noch knapp 2 m - "dank" des Teleskopstiels, der halt fest montiert an der Maschine verbleibt. ==5. Auf einen B... mehr
Die Schere am Stiel
Ryobi RPT 400

Name des Mitglieds: Hollgo
Produkt:
Ryobi RPT 400
Datum: 18.09.11
Bewertung:
Vorteile: + leichtes Handling + einfach zu warten + zuverlässig gute Schnittergebnisse
Nachteile: - für weniger hohe Hecken vielleicht überdimensioniert
== 1. So kam ich zur Ryobi RPT 400 ==
Unsere Thujaanpflanzungen hatten sich doch über die Jahre, in denen sie da stehen wo sie stehen (an der Grundstücksgrenze zu unseren Nachbarn, ein Gelände, welches schon per se knapp 1 m oberhalb unseres Grundstücksniveaus liegt) zu einer beachtlichen und dichten 3m hohen Hecke entwickelt. Leicht zu schneiden ist sie so jedenfalls nicht - die Leiter musste ich immer wieder anstellen, aufentern, die Heckenschere für die 50 cm Länge, auf der ich die Hecke jeweils ein wenig "kappen" konnte, zum Einsatz bringen, wieder runter, Leiter neu anstellen und so weiter. Ergebnis: eine recht unterschiedlich hoch geschnittene Hecke und eine ganze Menge mühseliger Arbeit. So sollte und musste Abhilfe her. In einem Bauhaus-Angebot entdeckte ich da die Teleskopheckenschere RPT 400 von Ryobi für 99 Euro im Angebot. Also im Netz informiert - der Preis war kein Angebot, sondern eigentlich "Listenpreis", aber da es sowieso dieses Modell im Netz kaum günstiger gab und Bauhaus 5 Jahre Garantie bietet (im Gegensatz zu Online-Händlern, denen ich das Gerät im Zweifel auch noch einschicken müsste) kaufte ich das Gerät just eben bei Bauhaus.
==2. Lieferumfang ==
Die RPT 400 war in einem knapp 1,90m langen, quaderförmigen Pappkarton verpackt. Im Inneren des Kartons lag die Teleskopheckenschere - grob gesprochen - in einem Stück vor. Allerdings bedurfte es noch einer kurzen Montage, auf die ich gleich noch näher eingehen werde. Eine deutschsprachige und bebilderte Anleitung lag dem Gerät ebenso bei. Einen Tragegurt suchte ich allerdings vergebens - den gibt es nur bei dem "Hochentaster"-Modell aus gleichem Hause. 2 Jahre Garantie gibt der Hersteller auf das Gerät - eigentlich - ich habe ja aus beschriebenen Gründen nun 5 Jahre Garantie ;-) ...
==3. Zur Praxis ==
===3.1 Montage ===
Die RPT 400 ist fast komplett vormontiert gewesen - fast ! Das Einzige, was zur kompletten Montage zu tun blieb, war die nur am Kabel hängende , eigentliche Heckenschere mit dem Teleskopstiel zu verbinden. Dazu müssen erst die beiden Gumminubsis, die zur Kabel- und Geräteschonung im Karton lose zwischen Heckenscherenteil und Teleskopstiel eingesetzt waren, entfernt werden. Ebenso musste ich die große Schraubmutter aus Kunststoff vom Heckenscherenteil ganz abschrauben und auf den oberen Teil des Teleskopstiels schieben. Dann musste ich die Heckenschere mit ihren außén liegenden Gewindegängen fest auf die Teleskopstange schieben, bis ein hörbares "Klack"-Geräusch vernehmbar war. Nun noch die zuvor auf den Teleskopstiel geschobene Schraubmutter an dem Heckenscherenteil festschrauben - fertig und fast einsatzbereit ist das Gerät.
Wie man sieht, ist der Teleskopstiel somit fest an der Maschine angeschraubt - manch Anwender mag dies weniger gut finden, ich finde es deswegen nicht schlecht, weil ich denke, dass vom Teleskopteil abnehmbare Geräte auf Dauer ihren Halt mit der Teleskopstange einbüssen - das ist freilich meine Erfahrung und mag auch Ansichtssache sein...
===3.2 Zunächst muss alles passen... ===
Da es sich bei dem Gerät um eine elektrisch betriebene Maschine handelt, sollten einige Voraussetzungen erfüllt sein, um mit der RPT 400 arbeiten zu können.
Zunächst sollte das Wetter "stimmen" - bei Regen sollte die Maschine nicht in Betrieb gesetzt werden - sonst ist die Gefahr eines Kurzschlusses incl. der Zerstörung der Maschine einfach zu groß. Ebenso sollte zum Betrieb der Schere unbedingt mit Arbeitshandschuhen und einer Schutzbrille gearbeitet werden.
Dazu sollte die zu schneidende Hecke nicht zu nass sein - Nässe schadet der Maschine allgemein. Am günstigsten sind die Arbeitsbedingungen m.E. nach an einem nicht zu heißen, bedeckten Tag. Scheint an dem Tag, wo der Schnitt erfolgen soll, nämlich nicht die Sonne, wird so verhindert, dass die jung geschnittenen Triebe von der Sonne angesengt werden und die Heckenpflanzen dadurch einen Schaden erleiden können. Besonders bei größerblättrigen Heckenpflanzen ist diese Gefahr doch recht hoch, da beim Heckenschnitt meistens einzelne Blätter angeschnitten werden, die so von der Sonne quasi "ausgetrocknet" werden können.
Zudem sollte beachtet werden, dass eine Hecke zwischen dem 1.3 und 30.9 eines Jahres nur in ihrer Form beschnitten werden darf, will sagen:es dürfen nur eventuell leicht herausstehende Triebe oder Sprosse gekappt werden, sprich: ein sog. "Formschnitt" der Hecke darf jederzeit im Jahr erfolgen, wenn sich in der betroffenen Hecke keine bebrüteten Nester befinden - diese Regel gilt zumindest in "meinem " Bundesland NRW...
Richtig kürzen bzw. ggf. sogar teilweise entfernen darf man eine Heckenpflanzung generell nur außerhalb dieser Periode.
==4. Zur Tat geschritten ==
Für einen Außeneinsatz benötigt die elektrische und dabel kabelgebundene Teleskopheckenschere den Anschluß ans Stromnetz, um in Betrieb genommen werden zu können. Ich löse diese Aufgabe so, indem ich zunächst eine 25 m Kabellänge fassende Kabeltrommel von unserer elektrifizierten Gerätehütte bis in die Nähe des Einsatzortes der Maschine ausrolle. Von der Kabeltrommel selber schließe ich noch ein knapp 10 m langes Verlängerungskabel (Feuchtraumtauglich) zwischen Kabeltrommel und dem kurzen Stromanschlußstecker der Maschine an. Ist der Stromanschluß derart realisiert, kann es schon losgehen.
===4.1 Höhen- und Winkeleinstellung ===
Zunächst richte ich die Stiellänge der Heckenschere an der Höhe der Oberkante der Hecke aus. Dies geht im Falle der RPT 400 stufenlos - von einer Stiellänge von 195 cm bis hin zu 230 cm ist der Teleskopstiel stufenlos in seiner Länge einstellbar. Das Einstellen ist sehr exakt möglich, dank eines widerlagernden Federmechanismus in der Teleskopstange an sich. Fest stelle ich die gemachte Höheneinstellung, indem ich ein Rändelrad auf der Verbindung zwischen oberer und unterer Teleskopstange wieder ganz fest drehe.
Danach stelle ich das Scherenblatt auf den passenden Winkel ein. Dies geschieht, indem ich am Kopf der Heckenschere einen gelben , großen Druckknopf drücke und die Winkeleinstellung in einer der vorgegeben 5 Positionen einrasten lasse. Die RPT 400 kann so z.B. in einen Winkel von 90 °, 135 °, 180 °, 225 ° und "kopfüber" quasi 270 ° gestellt werden. Möchte ich eher "seitlch" arbeiten, hat sich für mich die 135° - Einstellung als mit am Praktikabelsten erwiesen. An einigen Stellen der Hecke wechsele ich allerdings schonmal auf den 90 °-Winkel - dann stehe ich direkt am Fussende der Hecke und schneide dann die Oberkante recht exakt in diesem Winkel. Allerdings komme ich so weniger schnell voran (mangels Sicht auf die Oberkante der Hecke) als mit der eine etwas bessere Aufsicht vermittelnde 135° Einstellung.
===4.2 Starten der Maschine ===
Zum Start der RPT 400 muss ich zunächst einen vorne am Griff eingebauten Schiebeschalter nach unten schieben. Dann starte ich auf den Druck eines Schalters, der in der eigentlichen Griffhalterung des Gerätes ganz unten an der Teleskopstange angebracht ist die oben am Stiel angebrachte Heckenschere. Die Arbeit mit der Maschine fällt mir dank des mit knapp über 4 kg doch recht erträglichen Gewichts von Maschine und Teleskopstange, die aus einem ganz leichten, aber doch sehr robusten Fiberglas gearbeitet ist, sehr leicht. Eine Hand ist dabei immer am Griffteil der Maschine, denn schließlich muss der schon beschriebene Anlasserknopf während des Betriebes der Schere dauerhaft gedrückt gehalten werden - die eigentliche "Haltehand" findet einen festen Halt an einer Außengummierung der oberen Teleskopstange, die etwa im unteren Drittel der Stange angebracht ist. Da die typische Haltehöhe der Maschine bei plus/minus 90 cm liegen dürfte, ist dank der Höhenverstellung der Teleskopstange eine maximale Arbeitshöhenobergrenze von 3,20 m einstellbar - das sollte auch für hohe Hecken eine ausreichende Höhe sein.
===4.3 Was leistet die Maschine ? ===
Die RPT 400 verfügt über ein 40 cm langes Schneideschwert - entsprechend dieser Breite kann ich also eine Hecke "in einem Rutsch" auf Höhe schneiden. Die Messer der Heckenschere sind dabei gegenläufig und zweischneidig "paarweise" angeordnet. Dabei ist es m.E. günstiger, beim Schnitt einen leichten Bogen zu beschreiben - das Ergebnis wird dann einfach sauberer und das Arbeiten empfinde ich so als angenehmer. Tatsächlich liefert die Maschine sehr gute Ergebnisse ab. Auch verholzene Äste bis zu einer Dicke von 2 cm habe ich mit der Maschine noch sehr gut in den Griff bekommen. Dickere Äste und Zweige sind allerdings nichts für diese Maschine - es handelt sich schließlich um eine Heckenschere, nicht um eine Heckensäge... Neben dem reinen Höhenbeschnitt, für den die Maschine "eigentlich" primar vorgesehen ist, kann ich die Maschine aber natürlich auch für den seitlichen Beschnitt der Hecke einsetzen. Dafür ist die 180 ° Winkeleinstellung der Heckenschere am besten geeignet. Die Ergebnisse sind mit denen einer "normalen" , teleskoplosen Heckenschere absolut vergleichbar und konnten mich absolut überzeugen. Die RPT 400 hat für eine elektische Heckenschere m.E. ordentlich "Power".
===4.4 Lautstärke ===
Klar, eine elektrische Heckenschere macht schon ein wenig Krach - doch der hält sich im Fall der RPT 400 doch in Grenzen. Wer die Geräusche einer Kettensäge im Hinterkopf hat, denkt hier allerdings falsch - die RPT 400 ist deutlich leiser. Da die Heckenschere über einen Teleskopstiel betrieben wird, kann ich mich als "Schnitter" sogar ohne lautes Sprechen mit meinen "Mitarbeitern" bzw. Laubaufsammlern unterhalten - freilich wird es in unmittelbarer Nähe zur eigentlichen Scherenabteilung vernehmbar lauter - die Mittagszeit sollte daher im Zweifel vielleicht abgewartet werden, bevor die Maschine zum Einsatz kommt. Nachbar wird es im Zweifel danken...
===4.5 Pflege und Wartung ===
Viel an Pflege erwartet die Maschine gar nicht. Klar, vor und nach jedem Einsatz ist die Verwendung von Ballistol oder einem ähnlichen , die beweglichen Teile (Scherenblätter) schmierenden Öl angezeigt. Dazu ist die Maschine freilich nach jedem Einsatz von Schnittrückständen ggf. zu reinigen. Ich bewahre die Maschine in ihrer "Pausenzeit" in meinem Werkzeugkeller auf - vor Nässe und Feuchtigkeit sollte die Maschine zum Einmotten auch gut geschützt sein. Im Zweifel tut es auch eine trockene Remise im Garten. Im "zusammengeschobenen" Zustand misst die Maschnine allerdings immer noch knapp 2 m - "dank" des Teleskopstiels, der halt fest montiert an der Maschine verbleibt.
==5. Auf einen Blick ==
* Typ: RPT 400
* Hersteller: Ryobi
* Typ: Teleskop-Heckenschere
* Antrieb: Netzantrieb / Gesamtgewicht: 4,2 kg
* Teleskopstiellänge: 195 - 230 cm
* Leistung: 400 Watt / Schnittlänge: 40 cm / zweischneidig,gegenläufige Scherenmesser
==6. FAZIT ==
Die Ryobi RPT 400 ist aus meiner Sicht genau das richtige Gerät, um übermannshohe Hecken in den Griff zu bekommen. Für diese Aufgabe ist diese Maschine geradezu prädestiniert. Die eigentliche Heckenschere ist dabei sehr kraftvoll und schneidet auch verholzte Äste bis zu 2 cm Stärke noch sauber durch. Dazu ist das Arbeiten mit der Maschine dank der erstmal recht leichten Heckenschere und dem ebenso leichten Fiberglas-Teleskopstiel recht mühelos und ohne große Kraftanstrengungen notwendig. Die Verarbeitung der Maschine hat mich darüber hinaus genauso überzeugt .- sowohl die Stellelemente an Teleskopstiel und Maschine sind sehr leichtgängig und auch sehr gut und fest arretierbar. Dazu liefert die Maschine sehr gute und saubere Schnittergebnisse ab. Für alle, die mit einer hohen Hecke zu kämpfen haben, ist dieses Gerät aus meiner Sicht ein guter Tipp. Für weniger hohe Hecken reicht freilich eine "ganz normale" Heckenschere ohne Teleskopstiel. Ich gebe fünf Sternchen und eine Empfehlung.
Fazit: Eine gut zu handelnde Teleskopheckenschere mit ordentlich Power

